Fragen an Frankeneulen und Auricheulen

  • Kann ik di hölpen

    Hau aff

    Und nimm dien Schnösel mit

    Ik seh kien Schoden

    dat hollt


    Wonoh sütt dat denn ut

  • Das eine wird aus Suppentellern gegessen und das andere aus Schnapsgläsern geschlürft. Alles klar?

    Mit oder ohne Moorwasser? :schnellweg


    (Lieben Dank an euch alle für heute, ich geh jetzt in die Falle – gute Nacht wünscht eure leider komplett dialekt- und plattfreie Steffi)

    Ship me somewhere's east of Suez,
    where the best is like the worst,
    where there aren't no ten commandments
    an' a man can raise a thirst


    Kipling

  • Ach ja, zu dem Wort gemütlich fällt mir jetzt zwar kein eigenes fränkisches Wort ein, aber ich hatte die Diskussion erst gestern mit einer Freundin: Wenn der Franke zufrieden ist und seine Umgebung angenehm, seufzt er (oder sie) ein wohliges "Ach is des schee!"

    "Des is fei schee" meinte auch mein eingeborener Nachbar, als ich ihn vorhin fragt, was er sagt, wenn etwas gemütlich ist.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Schaut mal, ich habe die "Teezeremonie" überarbeitet und vieles von euren Vorschlägen und Übersetzungen eingebaut :-))))



    Eine Kellnerin trat an ihren Tisch. Lauberg bestellte für beide Ostfriesentee und Nusstorte, für die das Café offensichtlich berühmt war.

    „Des is fei schee!“

    „Wie bitte?“

    „Es ist schön hier. Gemütlich“, erklärte Franzi. „So sagt man in Nürnberg.“

    „Ah! Hätte ich mir gleich denken können.“ Der Schalk sprang aus seinen Augen, die, wie Franzi jetzt feststellte, von einem hellen Blau waren, das in einem interessanten Kontrast zu den dunkelbraunen Haaren stand. Sie musste schon wieder lachen, und er stimmte ein.

    „Das wird noch echte Kommunikationsprobleme geben, schätze ich. Mein erstes Waterloo habe ich Vorgestern erlebt, als ich in der Bäckerei nach Bambergerla fragte. Und Kärwakaichla scheinen hier leider unbekannt zu sein.“

    „Allerdings. Ich habe auch noch nie davon gehört.“

    „Dann vermute ich, dass ich auch keine Sauren Zipfel oder Schäuferla bekomme, oder?“, fragte Franzi schelmisch. Sie erkannte sich selbst kaum wieder. Flirtete sie etwa mit dem Mann?

    „Ich kenne nur Nürnberger Rostbratwürste.“

    „Das heißt Broudwoschd, und man bestellt Drei im Weggla. Und Schäuferla – na, das ist Schweineschulter mit Kümmel und Biersoße, natürlich mit dem Schulterknochen noch daran, und dazu gibt’s Gniedla.“

    „Gniedla?“

    „Klöße.“

    Ihr leichtfüßiges Geplänkel wurde von der Kellnerin unterbrochen, die Kuchen und Teekanne auf dem Tisch arrangierte. Franzi schenkte sich ein, als Lauberg einen lauten Ruf ausstieß.

    Erschrocken zuckte Franzi zurück; rötlicher Tee schwappte auf das weiße Tischtuch. „Habe ich etwas falsch gemacht?“

    „Allerdings!“ Bevor Franzi ihn daran hindern konnte, kippte Lauberg den Tee zurück in die Kanne, platzierte mit einer Zange zwei riesige Zuckerkristalle in ihre Tasse und schenkte erneut ein. „So geht das“, murmelte er und löffelte zu allem Überfluss auch noch Sahne dazu.

    Franzi starrte entgeistert auf das aufsteigende Sahnewölkchen. „Ich mag keine gesüßten Getränke“, protestierte sie. „Und Sahne im Tee schon gar nicht.“

    „So gehört es sich aber.“

    „Aber diese gigantischen Zuckerwürfel –“

    „Das sind Kluntjes, keine ordinären Zuckerwürfel“, belehrte Lauberg sie grinsend. Er nahm die Tasse und hielt sie neben Franzis Ohr. „Lauschen Sie mal.“

    Franzi kam sich mit der Tasse am Ohr ziemlich deppert vor, aber dann hörte sie tatsächlich ein leises Knistern. Faszinierend. Sie nahm einen ersten Schluck.

    „Allmächd, ist der stark!“

    „So, wie er sein muss. Schmeckt er Ihnen?“

    „Naja.“

    Er lachte. „Dann werden Sie wohl nach anderen Souvenirs Ausschau halten müssen, sobald Sie hier alles geregelt haben und nach Bayern zurückkehren.“ „Nach Franken, um genau zu sein“, korrigierte Franzi, „aber ich fahre nicht zurück.“

    Ship me somewhere's east of Suez,
    where the best is like the worst,
    where there aren't no ten commandments
    an' a man can raise a thirst


    Kipling

  • "Naja." :D Höflicher wäre "Ich fürchte, ich muss mich erst an den Geschmack gewöhnen" ...


    Ich bin etwas über diesen Bandwurm gestolpert:

    Der Schalk sprang aus seinen Augen, die, wie Franzi jetzt feststellte, von einem hellen Blau waren, das in einem interessanten Kontrast zu den dunkelbraunen Haaren stand.


    Kürz doch einfach ab zu:

    Der Schalk sprang aus seinen hellblauen Augen, die, wie Franzi jetzt feststellte, in einem interessanten Kontrast zu den dunkelbraunen Haaren standen.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Allerdings werde ich die hellblauen Augen übernehmen ;-) Super, danke!!!!


    Aber lasst noch was für den Tiger zum Korrigieren übrig! Und für den Lektor! (Was ich hier einstelle, ist Rohfassung ;-))


    Das "Naja" bleibt erstmal. Soll gar nicht höflich sein ;-)

    Ship me somewhere's east of Suez,
    where the best is like the worst,
    where there aren't no ten commandments
    an' a man can raise a thirst


    Kipling

  • Das klingt ja schon mal vielversprechend. ^_^

    Mein erstes Waterloo habe ich Vorgestern erlebt, als ich in der Bäckerei nach Bambergerla fragte. Und Kärwakaichla scheinen hier leider unbekannt zu sein.“

    Ich hätte nur noch eine Anmerkung zu Einzahl / Plural.

    Die zwei Sätze würde ich vielleicht so schreiben:

    Mein erstes Waterloo habe ich Vorgestern erlebt, als ich in der Bäckerei nach einem Bambergerla fragte. Und Kärwakäichli scheinen hier leider unbekannt zu sein.“


    In den meisten Fällen wird in der Mehrzahl aus -la ein -li, z.B. auch bei Schäuferla -> Mehrzahl Schäuferli.


    Ach ja, und ein Essen ist mir auch noch eingefallen, falls Bedarf wäre: Baggers. So nennt man hier die Kartoffelpuffer.

    Wenn noch Bedarf an allgemeinen Informationen ist, wäre diese Seite vielleicht was für Dich: http://franken-wiki.de/index.php/Hauptseite

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Dann müsste es doch fei auch "Gniedli" heißen für die Klöße, gell? :lache

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Bei uns (nördliches und östliches Nürnberg und angrenzende Gebiete) wird diese Unterscheidung überhaupt nicht gemacht, deswegen habe ich das bei dem Textbeispiel auch nicht erwähnt. Da klingen Schäuferla und Gniedla in Einzahl und Mehrzahl absolut gleich, es ist kein Unterschied zu hören.

    Ich weiß nur, dass man Richtung Westen, Richtung Fürth, eher solche deutlichen Unterschiede macht, aber hier aus meiner Ecke kenne ich das nicht :/

  • Hier im Westen von N sind es immer nur GNIEDLA, egal ob es um eines oder um fünf geht. Gibt es die auch im Singular? Selbst der kleinste Frangge isst doch mindestens zwei Stück... :lache

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Hier im Westen von N sind es immer nur GNIEDLA, egal ob es um eines oder um fünf geht. Gibt es die auch im Singular? Selbst der kleinste Frangge isst doch mindestens zwei Stück... :lache

    :write


    Ich telefoniere gerade mit einem Mundart sprechenden Nürnberger Ureinwohner und mir wird auch von dem bestätigt, dass es hier in Nbg zwischen Einzahl und Mehrzahl keinen Unterschied gibt :wave