Coronavirus der Zweite

  • Die Aussage "ist einfach dumm" finde ich ziemlich dumm. Er begründet seine Thesen, und die Begründung finde ich durchaus nachvollziehbar. In Deutschland gibt es keine unzureichende medizinische Versorgung, daher sollte man Corona vielleicht länderbezogen unterschiedlich kritisch sehen. Ja, es ist eine Pandemie. Aber in Deutschland mit hervorragender medizinischer Versorgung wirkt Corona inzwischen ähnlich gefährlich wie eine echte Grippe. Ob es ohne Maskenpflicht und Verbote wieder gefährlicher wird? Mit relativ großer Sicherheit schon. Aber man sollte trotzdem den wirtschaftlichen Schaden abwägen, auch wenn es zynisch ist. Die Wirtschaft in eine tiefe Rezession zu reiten, wenn es nur einige wenige Leben rettet, ist leider nicht sinnvoll.

    Das sehe ich anders. Mit Blick auf strukturschwache Flächenländer, in denen es eine schlechte Hausarztversorgung gibt, Kliniken in den Händen von Konzernen liegen, die entgegen von Vorgaben kosten- und personalintensive Abteilungen z.B. Kinderheilkunde) schließen, warnen und beklagen Ärztekammern und kassenärztliche Vereinigungen schon seit langem die unzureichende medizinische Versorgung.

  • Die Aussage "ist einfach dumm" finde ich ziemlich dumm. Er begründet seine Thesen, und die Begründung finde ich durchaus nachvollziehbar. In Deutschland gibt es keine unzureichende medizinische Versorgung, daher sollte man Corona vielleicht länderbezogen unterschiedlich kritisch sehen. Ja, es ist eine Pandemie. Aber in Deutschland mit hervorragender medizinischer Versorgung wirkt Corona inzwischen ähnlich gefährlich wie eine echte Grippe. Ob es ohne Maskenpflicht und Verbote wieder gefährlicher wird? Mit relativ großer Sicherheit schon. Aber man sollte trotzdem den wirtschaftlichen Schaden abwägen, auch wenn es zynisch ist. Die Wirtschaft in eine tiefe Rezession zu reiten, wenn es nur einige wenige Leben rettet, ist leider nicht sinnvoll.

    Hast Du echt schon wieder alles vergessen, was im März und April war? Das ist nur wenige Monate her und Dir muss man alle Argumente aus dem ersten Halbjahr des Jahres wieder vorbeten? Kein Wunder, dass Dir die Argumente von Bhakdi dann als intelligent vorkommen.


    Nun ja, noch einmal zur Erinnerung: Wir hatten in Deutschland nicht in ausreichender Anzahl Schutzmasken und andere Schutzausrüstung. Wir hatten nicht ausreichend qualifiziertes Personal für Intensivpatienten, wir mussten dringend Messe- und ähnliche Hallen in Plätze für Intensivpatienten umbauen usw. usf. Die Politik war in großer Sorge, dass sie mit exponentiell ansteigenden Zahlen von Infizierten nicht klarkommt. Und trotzdem: Einen Lockdown hat es in Deutschland nie gegeben.


    Dazu kommt, dass die Erkenntnisse in der Forschung immer noch sehr volatil sein und sogar sein müssen. Woher sollten auch jetzt schon Ergebnisse aus Langzeitstudien kommen, wenn das Virus erst seit acht Monaten in der Welt bekannt ist?


    Und diesen dusseligen Vergleich mit der Grippe, den bringt seit Monaten noch nicht einmal mehr Trump. Jetzt im Wahlkampf wird wieder von China- oder Wuhan-Virus gesprochen, aber einen Vergleich mit der Grippe zu bringen ist derzeit selbst Trump zu blöd. Die Ansteckungswege sind ähnlich, das war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

  • Salonlöwin


    Ich würde es noch erweitern wollen. Wir haben allgemein eine gute medizinische Versorgung, die aber schnell an die Grenzen kommt wenn ein Teil des medizinischen Personals selbst erkrankt und dann logischerweise mindestens 14 Tage zu Hause bleiben muss. Dazu normale Notfälle und schwerkranke Coronapatienten. Da kann es schnell anders aussehen. Und das wünscht sich niemand.

    Es gibt weder moralische noch unmoralische Bücher. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben, sonst nichts.


    Oscar Wilde (1854 - 1900)

  • Hast Du echt schon wieder alles vergessen, was im März und April war? Das ist nur wenige Monate her und Dir muss man alle Argumente aus dem ersten Halbjahr des Jahres wieder vorbeten? Kein Wunder, dass Dir die Argumente von Bhakdi dann als intelligent vorkommen.


    Nun ja, noch einmal zur Erinnerung: Wir hatten in Deutschland nicht in ausreichender Anzahl Schutzmasken und andere Schutzausrüstung. Wir hatten nicht ausreichend qualifiziertes Personal für Intensivpatienten, wir mussten dringend Messe- und ähnliche Hallen in Plätze für Intensivpatienten umbauen usw. usf. Die Politik war in großer Sorge, dass sie mit exponentiell ansteigenden Zahlen von Infizierten nicht klarkommt. Und trotzdem: Einen Lockdown hat es in Deutschland nie gegeben.

    Du kannst die jetzige Situation aber nicht mehr mit März/April vergleichen. Die Zahlen sind extrem runtergegangen, simple Masken gibt's an jeder Ecke, Desinfektionsmittel auch. Ich bestreite nicht dass die Maßnahmen im Frühjahr und der Lockdown sinnvoll waren. Aber was derzeit passiert kommt mir chaotisch und willkürlich vor. Allein das Chaos bei den Reiserückkehrern hat wenig von planvollem Vorgehen, das sieht nach Ausprobieren gepaart mit Ahnungslosigkeit aus.


    Ich wüsste gerne, wieviel Corona-Tote und wieviel schwere Fälle mit Langzeitschäden es in den letzten zwei Monaten gegeben hat. Das wäre für mich eine Grundlage für aktuelle Maßnahmen, nicht die Zustände im März!

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • breumel Was passiert denn jetzt so furchtbares für die Allgemeinheit? Maske tragen und Abstand halten, dass war es doch schon. Mehr Einschränkungen haben wir nicht mehr. Einen Lockdown im Sinne einer Ausgangssperre gab es vor allem in Spanien und Italien, aber nie bei uns. Es ist doch allein schon die Verwendung dieser irreführenden Begrifflichkeiten, die falsch ist.


    Ja, in vielen Punkten ist die Organisation schlecht. Über Schulen wurde hier seitenweise diskutiert, die Sommerferien wurden scheinbar nicht ausreichend genutzt.

    Über Reiserückkehrer wurden sich erst Gedanken gemacht, als diese im Flugzeug der Rückreise waren. Wenn jemand mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß über die Grenze geht, schlüpft er durch das sehr grobmaschige Netz.


    Ich wüsste gerne, wieviel Corona-Tote und wieviel schwere Fälle mit Langzeitschäden es in den letzten zwei Monaten gegeben hat. Das wäre für mich eine Grundlage für aktuelle Maßnahmen, nicht die Zustände im März!

    Und wenn Du diese Zahlen hättest, würde Dich eine Maske nicht mehr stören? Schwere Fälle mit Langzeitschäden bei Infektionen im April oder Juni?

    Woher sollen diese Zahlen denn jetzt schon alle gesichert kommen? Es sind komplizierte Wirkungszusammenhänge im komplexen menschlichen Körper mit tausenden Interdependenzen? Einfache Wahrheiten möchtest Du? Dann lies Bhakdi, der erfüllt Deine Wünsche.

  • breumel Was passiert denn jetzt so furchtbares für die Allgemeinheit? Maske tragen und Abstand halten, dass war es doch schon. Mehr Einschränkungen haben wir nicht mehr. Einen Lockdown im Sinne einer Ausgangssperre gab es vor allem in Spanien und Italien, aber nie bei uns. Es ist doch allein schon die Verwendung dieser irreführenden Begrifflichkeiten, die falsch ist.

    Falsch. Restaurants, Kinos, Theater und Konzertveranstalter hatten und haben teilweise noch einen Lockdown. Da stehen viele kurz vorm Ruin, weil sie wenig bis keinen Umsatz machen (können). Künstler sind arbeitslos. Nicht festangestelltes Personal in Gastronomie und Beherbungsbetrieben auch. Jugendherbergen wurden gar nicht unterstützt, Hotels außerhalb der Urlaubsregionen haben massive Probleme mangels Dienstreisen. Die "ist doch alles nicht so tragisch solange keiner stirbt" Brille könntest du auch mal absetzen.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Die Betroffenen, die anständig sind, laufen trotzdem nicht mit Covidioten oder Rechten auf der Straße herum. Und die Anständigen sind zum Glück noch in der Mehrheit.


    Und all das ist kein Grund, Verschwörungstheoretikern auf den Leim zu gehen oder die Gefährlichkeit des Virus zu leugnen. Was das mit der Wirtschaft und den Menschen macht, kann man gut in den USA sehen.


    Mein Arbeitsvertrag ruht übrigens, aufgrund von Corona und ich kenne genug, denen es ähnlich geht. Ich kenne aber auch Menschen, die ihre Lieben an Covid-19 verloren haben. Allein die Andeutung, es könne ja nicht so schlimm sein, nur weil ich nicht persönlich betroffen bin, finde ich schlimm.

    Ich bin ja so doof und bin noch dankbar für die Maßnahmen unser Regierung, trotzdem, dass nicht alles durchdacht ist.


    "There's no glory in Prävention", niemals war dieser Satz wahrer.


    :lesend

    “I don't believe in the kind of magic in my books. But I do believe something very magical can happen when you read a good book.”

    J. K. Rowling

  • haben teilweise noch einen Lockdown

    Ah, es liegt also bei Dir an der falschen Verwendung des Begriffs Lockdown. Was verstehst Du denn darunter? Übersetzt heißt es "Abriegelung" oder "Einschließung". Bei Dir ist die Übersetzung dann eher "Umsatzrückgang"?


    Soll die Regierung denn nun Dienstreisen befehlen? Oder Menschen zwangsweise zum Essen im Restaurant beordern? Ja, einige Leute haben weiterhin Angst, da wir uns in einem Zustand großer Unkenntnis befinden. Egal welcher Virologe oder Epidemiologen gefragt wird, jeder interpretiert die aktuelle Situation unterschiedlich. Das Wissen, einfach mal wieder alles so zu machen wie vorher, ist derzeit noch nicht wieder vorhanden oder wie ich oben sinngemäß schrieb, die Erkenntnislage ist sehr volatil.


    Was man aber sicher weiß ist, dass man die Entscheidungen nicht jedem einzelnen selbst überlassen kann. ob er sich infizieren möchte, da diese Krankheit leider leicht übertragbar ist und anschließend ebenso erhebliche Folgekosten verursachen kann.

  • Vielleicht sollte uns allen mal klar sein, dass wir (in dem Fall meine ich mit wir die in Deutschland lebenden Menschen) auf ganz schön hohem Niveau jammern. Ich bin heilfroh, heute leben zu dürfen. Menschen, die vor hundert Jahren in meinem Alter waren haben bereits mehrere Kriege erlebt, die spanische Grippe tobte gerade um die Welt, die Inflation, Wirtschaftskrise, Nationalsozialismus und zweiter Weltkrieg standen noch bevor. Vom kalten Krieg und den begleitenden Ängsten mal nicht zu reden. Und davon abgesehen war die gesundheitliche Versorgung damals noch reichlich abenteuerlich und vieles, was heute selbstverständlich ist, noch nicht mal bekannt.


    Dagegen ist ein wenig Maske tragen und sich mal eine Weile nicht mit Freunden treffen können echt Pipifax. Das ist nicht schön, aber nicht lebensbedrohend im Normalfall.


    Ja, ich kann nachvollziehen, dass all die, die ihren Lebensunterhalt derzeit wegen Verboten nicht bestreiten können, klagen, das ist ja auch gerechtfertigt. Aber diejenigen, die ihren Job auch im Homeoffice machen können und ihr Gehalt weiter beziehen und dann drüber jammern, dass es dieses Jahr nicht ins Fußballstadion und nach Malle geht, die kann ich nicht wirklich verstehen....

  • streifi Um das noch ein wenig auszuführen: Es haben sich im März Menschen um Klopapier geprügelt. Ich befürchte, dass wir demnächst noch viel schlimmeres auszustehen haben.


    Vor einigen Wochen war in Lauenau, einem Ort in der Nähe von Hannover, das Wasser knapp. Wenn wir weiterhin ausschließlich dem Primat der Wirtschaft folgen (und das sage ich als BWLer), werden wir sehr bald noch ärgere Auswirkungen der Klimakatastrophe aushalten müssen. Wenn die Menschen sich heute schon um Klopapier prügeln, was machen sie dann erst alles bei Wassermangel?

  • Ah, es liegt also bei Dir an der falschen Verwendung des Begriffs Lockdown. Was verstehst Du denn darunter? Übersetzt heißt es "Abriegelung" oder "Einschließung". Bei Dir ist die Übersetzung dann eher "Umsatzrückgang"?

    Ich rede von zwangsweise Schließungen, entweder weil es nicht erlaubt ist oder weil es sich wirtschaftlich nicht rentiert. Eine Konzerthalle mit 10 Prozent der Besucher zu füllen und diese in Zweiergruppen in Glaskästen zu sperren ist komplett unrentabel. Und wo die Maßnahmen nicht machbar sind ist halt komplett geschlossen, was einem Lockdown für diese Betriebe gleichkommt.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • ich war gestern beim DM .. mir ist aufgefallen das der Klopapierbestand, egal in welchen Laden ich gehe viel niedriger ist als es sonst immer der Fall war. Beim DM waren viele Fächer mit Seife mal wieder leer. Ich befürchte das zumindest hier , wie das bei euch ist weis ich nicht, wieder eng wird mit so einigem. Der Müller hat ja hier auch immer noch zu aufgrund des Brandanschlages im März ( die waren total verraucht daher muß da saniert werden) . Müller wollte zwar jetzt im Herbst aufmachen, aber wenn ich da vor bei komm sieht das eher leer aus.


    Ich denke mir einfach wenn jeder ohne Ausnahme einfach mal die Pobacken etwas zusammenkneift und sich zusammenreißt und auch mal verzichtet dann wären die Infektionszahlen niedriger. Meine Cousine wohnt in der Nähe von Berchtesgaden sie sagt das es ein Alptraum für die Einheimischen ist , die sind ja viele Touristen im Sommer gewohnt aber was heuer los ist muß schon wirklich das noch um einiges toppen. Zuviele Menschen auf einem Fleck tut einfach nicht gut so seh ich das .. je mehr Abstand voneinander wo immer möglich tut nicht weh und hilft . Ich habe aufgrund meiner chronischen Erkrankung auch Probleme mit der Maske mal mehr mal weniger aber hilft halt nix .

  • Zumindest ist es Schwachsinn, Hochzeiten mit 150 Personen und Kontaktsport in der Halle mit 30 Personen ohne Maske zuzulassen, aber Schulklassen mit 24 Kindern die sich nicht umarmen oder auch nur berühren müssen Maske tragen. Und Konzertsäle und andere Veranstaltungen sollten nicht anders behandelt werden als Fußballspiele. Messen wie die Gamescom würden mit Maske auch funktionieren.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Was haben Fußballspiele in der Aufzählung zu suchen? Diese finden doch ohne Zuschauer statt?


    Es ist schwierig, alle Ereignisse und Maßnahmen über alle Länder und alle Regionen weltweit/europaweit/deutschlandweit mit den gleichen Maßstäben festzulegen und gegeneinander abzuwägen. Es wird immer irgendwo Ungenauigkeiten geben. Und schon mehrfach geschrieben: In einer Situation mit höchstmöglicher Unkenntnis über die Gefahrenlage. Auch wenn Simplifizierungen von Bhakdi oder diesem Joseph hier einen glauben lassen, dass es möglich ist.

  • Was haben Fußballspiele in der Aufzählung zu suchen? Diese finden doch ohne Zuschauer statt?


    Es ist schwierig, alle Ereignisse und Maßnahmen über alle Länder und alle Regionen weltweit/europaweit/deutschlandweit mit den gleichen Maßstäben festzulegen und gegeneinander abzuwägen. Es wird immer irgendwo Ungenauigkeiten geben. Und schon mehrfach geschrieben: In einer Situation mit höchstmöglicher Unkenntnis über die Gefahrenlage. Auch wenn Simplifizierungen von Bhakdi oder diesem Joseph hier einen glauben lassen, dass es möglich ist.

    https://www.tagesspiegel.de/sp…eer-bleiben/26117378.html

  • Da hier das Wort Wünsche fiel: Unabhängig von wie auch immer gesinnten Demos und kommerziellen Absichten würde ich mir wünschen, dass bei der nächsten Abriegelung Frauen nicht mehr mit MNS und allein entbinden müssen, Schwerstkranke im Krankenhaus besucht werden dürfen, fitte Altenheimbesucher wenigstens allein spazierengehen können und Angehörigen von Sterbenden nicht der Zugang zu Krankenhäusern und Altenheimen verwehrt wird.

    Ich wünsche mir Regelungen mit Augenmaß.

  • Reicht es, wenn ich darauf nur mit dem Wort "Aerosole" antworte? Die übertragen sich nicht per Berührung, sondern über die Luft.

    Tja, die gibt es aber nicht nur in Klassenzimmern, sondern auch bei den Feiern mit 150 Menschen und dem Hallensport ;-)


    eigentlich müssten alle Veranstaltungen drinnen mit Maske stattfinden, oder eben alle ohne.

    Ich bin mal gespannt, was bei dem Tim Bendzko Konzert rausgekommen ist, da haben sie ja drei Szenarien durchgestestet, mit und ohne Abstand und Maske

    https://www.spiegel.de/wissens…a0-4c97-9cf0-158516aca193