Der Buchspazierer - Carsten Henn

  • Produktinformation (Amazon):

    • Herausgeber : Pendo; 4. Edition (2. November 2020)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 224 Seiten
    • ISBN-10 : 3866124775
    • ISBN-13 : 978-3866124776
    • ASIN : B087FV1NZB


    Kurzbeschreibung (Verlag):

    „Das geschriebene Wort wird immer bleiben, weil es Dinge gibt, die auf keine Art besser ausgedrückt werden können.“
    Mit „Der Buchspazierer“ präsentiert der renommierte Autor Carsten Henn eine gefühlvolle Geschichte darüber, was Menschen verbindet und Bücher so wunderbar macht. Liebevoll und wertig ausgestattet, ist dieser zauberhafte Roman ein ideales Geschenk für alle Buchliebhaber.


    Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …


    „Auf dem Rücken trug er einen abgescheuerten alten Lederrucksack, prall gefüllt mit Büchern, jedes davon in Packpapier gehüllt, damit es keinen Schaden nahm. Alle nannten ihn nur den Buchspazierer.“

    Zum Autor (Verlag):

    Carsten Henn, geboren 1973 in Köln, arbeitet als Schriftsteller, Weinjournalist und Restaurantkritiker. Er ist Chefredakteur des Weinmagazins Vinum. In St. Aldegund an der Mosel besitzt er einen Steilstweinberg mit alten Rieslingreben, den er selbst bewirtschaftet. Wenn er einmal nicht seiner Leidenschaft fürs Kochen nachgeht, ist er auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden.

    Meine Meinung:

    Ein tolles Buch über die Liebe zu Büchern und die Verbundenheit von Lesern.

    Carl Kollhoff war sein Leben lang Buchhändler und ist nun mit seinen 72 Jahren in seiner alten Buchhandlung für das Ausliefern bestellter Bücher zuständig. Dabei genießt er den Gang durch seine Stadt, seinen Kunden gibt er eigene Namen und er ist bekannt dafür, für jeden das wirklich richtige Buch zu finden.

    Eines Tages taucht Schascha auf, ein neunjähriges Mädchen, das beschlossen hat, ihn auf seinen Wegen zu begleiten. Schascha lässt sich nicht von ihm abwimmeln und so gewöhnt er und seine Kunden sich schnell daran, dass das aufgeweckte Mädchen ihn begleitet.

    Schascha ist dann auch mit ein Grund, warum sich sein Leben noch einmal verändert, als er es am wenigsten geglaubt hat.


    Carsten Henn ist mit Der Buchspazierer ein wunderbares Buch für Buchliebhaber gelungen. Man fühlt sich sofort mit dem etwas schrulligen Carl verbunden und Schascha kann man sowieso nicht widerstehen. Dabei bietet die Handlung jede Menge Abwechslung, nach ganz wunderbaren, heimeligen Szenen folgen auch immer wieder welche, in denen man gerne in die Handlung eingreifen würde, um manch einen zu schütteln oder ihn von seinen Taten abzuhalten. Es ist immer wieder sehr schön, aber auch manchmal sehr traurig.


    Am Ende schließt man dieses Buch leicht wehmütig. Es hat ein gutes Ende, aber ich hätte noch lange weiterlesen können, so schön war es darin abzutauchen.

    Von mir daher eine volle Leseempfehlung!


    10 von 10 Punkte


    ASIN/ISBN: 3866124775

  • Grummeliger alter Mann trifft kleines, vor Lebensfreude übersprudelndes Mädchen und wird ein anderer Mensch. Solcherlei Geschichten hat man so oder so ähnlich schon in vielen verschiedenen Formen und Abläufen gelesen. Langweilig. Langweilig? Keineswegs! Denn Carl, so heißt unser alter Mann in dieser Geschichte, ist keineswegs grummelig. Ein bisschen eigenbrötlerisch vielleicht, schon viel zu lange alleine und Gesellschaft anderer Menschen nicht gewohnt. Für ihn gibt es nur eines, das wichtig ist: Die Bücher und die ihnen innewohnende Magie, Menschen glücklich zu machen.


    Schascha, das ist das kleine Mädchen, stößt eines Tages ganz zufällig auf Carl, als er auf einem seiner allabendlichen Buchspaziergänge ist. Und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Egal was Carl versucht, wie er es auch anstellt, Schascha wird er nicht mehr los. Was anfangs für Carl nervenaufreibend ist, entwickelt sich peu à peu zu einer Gewohnheit und dann zu einer vielleicht etwas ungewöhnlichen Freundschaft. Schascha bringt Leben in seine eintönigen, jeden Abend gleich verlaufenden Spazierrunden. Und sie wächst nicht nur Carl, sondern auch seinen Kunden und vor allem auch den Lesern ans Herz.


    Dieses Buch ist einfach ein Wohlfühlroman, ein Buch „wie eine warme Decke“. Wer Bücher liebt, wird Carl und seine Büchervernarrtheit verstehen und ganz tief in dieser Geschichte versinken können. So ging es mir jedenfalls und am Ende war ich schon ein wenig traurig, Carl und Schascha und all die anderen leicht verschrobenen Persönlichkeiten dieses Romans wieder verlassen zu müssen. Ich habe Carl äußerst gern auf seine Spaziergänge begleitet und habe immer wieder über Schaschas verrückte Einfälle schmunzeln müssen. Es hat großen Spaß gemacht mitzuerleben, wie sich zwei derart verschiedene Persönlichkeiten nach und nach annähern und am Ende so etwas wie Freundschaft entsteht.


    Lesen! 10 von 10 Eulenpunkten.

  • Meine Meinung:


    Hier ist dem Autor ein großartiges Buch gelungen, das gleichzeitig eine Hommage an alle ist, die gerne lesen.


    Die Geschichte von Carl, der für einen Buchhandlung Bücher austrägt und allen seinen Kunden Namen aus Romanen gibt, und Schascha, die Bücher über alles liebt, ist voller Überraschungen, die mal ein gutes und mal ein nicht so gutes Ende nehmen.


    Es war ein schönes Gefühl, die beiden auf dem langen Weg zu ihrer Freundschaft zu begleiten und die anderen teilweise etwas komisch anmutenden Personen der Geschichte kennenzulernen, wobei hier wieder einmal bewiesen wird, dass Bücher auch verbinden können.


    Definitiv ein Kandidat für mein Jahreshighlight. :)


    Pflichtlektüre! 10 von 10 Punkten

    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder!" (Dante Alighieri)

  • Ich muss ja zugeben, dass ich mit dem Titel sehr wenig anfangen konnte. Da aber jeder, der das Buch gelesen hat, total begeistert davon war, habe ich es endlich auch gelesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.


    Carl Kollhoff ist 72 Jahre alt und trägt Bücher für den Buchladen aus, für den er vor seiner Pensionierung gearbeitet hat. Sein ganzes Leben hat er den Büchern und der Literatur verschrieben. Als die neue Besitzerin des Buchladens ihn entlässt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Aber die kleine Schascha, seine neue Begleiterin auf seinen Botengängen, kann das alles so nicht hinnehmen.


    „Der Buchspazierer“ ist eine Liebeserklärung ans Buch. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem ein Mensch so sorgsam und liebevoll mit Büchern aller Art umgeht. Nicht nur, dass Carl den Buchrücken streichelt (welcher Buchmensch macht das nicht?), er benennt seine Klienten nach bekannten Buchfiguren. Es gibt nicht nur Pippi Langstrumpf, die er mit Büchern versorgt, sondern zum Beispiel auch noch Mr. Darcy. Er scheint immer zu wissen, welcher Mensch welches Buch gerade benötigt und leitet die Namen der Leute nach ihrem Auftreten ihm gegenüber ab. Jeder Buchliebhaber bekommt mit jeder Zeile einen Spiegel vorgehalten und ich kann für mich sagen, dass ich diese Darstellung sehr geliebt habe. Wenn ich ein Buch sehr mag, ist es, wie bei Carl auch, für immer in meinem Herzen.


    Zu Anfang ist Carl ein skurriler alter Mann, der mit Kindern nicht viel anfangen kann. Aber die herzerfrischende kleine Schascha ändert das mit Beharrlichkeit, Klugheit und Offenheit Carl gegenüber. Ich habe mich sofort in diese kleine Person verliebt, weil sie einfach so gewitzt ist und mit ihrem Einfallsreichtum immer ihren Willen bekommt.


    Das Ende war total passend zum gesamten Inhalt des Buches. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich dir sage, dass es ein Happy End ist. Alles andere hätte den gesamten Inhalt unglaubwürdig gemacht. Das Buch würde sich ganz hervorragend als herzerwärmende Weihnachtsgeschichte in Filmform machen, sofern es mit den richtigen Schauspielern besetzt ist und nicht nur oberflächlich aufgegriffen wird.


    Wenn du Bücher liebst, gerade Lust auf ein absolutes Wohlfühlbuch hast und einfach mal in eine andere Welt entfliehen möchtest, in denen es nur um Bücher und deren Drumherum geht, bist du bei „Der Buchspazierer“ total richtig. Den Namen hat Carl übrigens von Schascha verpasst bekommen und ich finde, dass er perfekt passt. In Carls Leben gibt es nämlich keinen Stress, nur Gemächlichkeit und Entspannung.

  • Dieses Buch ist einfach ein Wohlfühlroman, ein Buch „wie eine warme Decke“. Wer Bücher liebt, wird Carl und seine Büchervernarrtheit verstehen und ganz tief in dieser Geschichte versinken können. So ging es mir jedenfalls und am Ende war ich schon ein wenig traurig, Carl und Schascha und all die anderen leicht verschrobenen Persönlichkeiten dieses Romans wieder verlassen zu müssen. Ich habe Carl äußerst gern auf seine Spaziergänge begleitet und habe immer wieder über Schaschas verrückte Einfälle schmunzeln müssen. Es hat großen Spaß gemacht mitzuerleben, wie sich zwei derart verschiedene Persönlichkeiten nach und nach annähern und am Ende so etwas wie Freundschaft entsteht.

    Du hast es eigentlich wunderschön geschrieben, LeseBär , so empfand ich es auch. Allerdings hat die Decke in meinen Augen ein paar Löcher, oder vielleicht auch Kaffeeflecken, und ich mag keinen Kaffee, insbesondere den Geruch nicht. Denn der Roman hat Stellen, die ich einfach nicht passend und störend empfand - andererseits benötigt so ein Buch das vielleicht auch.


  • Das, was du in deinem Spoiler beschreibst, habe ich selbst gar nicht so empfunden. Das mag daran liegen, dass ich einfach in einem Lesesog war, der sich nicht an vielleicht gerade nicht immer logisch herleitbaren Kleinigkeiten aufgehalten hat. ;) Aber wahrscheinlicher ist, dass ich deine Einwände ganz und gar nicht so empfunden habe.


    So manches erklärt sich in einem Roman einfach zwischen den Zeilen. Es braucht nicht immer eine eindeutige Erläuterung des Autors.

  • So manches erklärt sich in einem Roman einfach zwischen den Zeilen. Es braucht nicht immer eine eindeutige Erläuterung des Autors.

    Da bin ich ganz bei dir. Durchgängige Erklärungen brauche ich auch nicht. Und es ist ja das schöne, dass Bücher so unterschiedlich wahrgenommen werden und ihre Magie individuell entfalten :)

  • Titel: Der Buchspazierer

    Autor: Carsten Henn

    Verlag: Pendo

    Erschienen: Dezember 2020

    Seitenzahl: 224

    ISBN-10: 3866124775

    Preis: 15.00 EUR


    Das sagt der Klappentext:

    Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …


    Der Autor:

    Carsten Sebastian Henn wurde 1973 in Köln geboren und lebt heute noch im Rheinland - mit zwei Kindern, drei Katzen und 12 Rebstöcken. Der WDR erklärte den mehrfach ausgezeichneten Autor zu "Deutschlands König des kulinarischen Krimis". In vielen seiner Romane geht es um Mord, Wein und gutes Essen.


    Meine Leseeindrücke:

    Ein eher trivialer Roman, ohne Tiefgang. Banal und an manchen Stellen einfach nur weinerlich. Und ich frage mich, wie dieser Roman es auf die SPIEGEL-Bestseller Liste geschafft hat – oder lässt das sogar Rückschlüsse auf die Leserschaft zu. Oberflächlich eben.

    Alles ist vorhersehbar. Die Geschichte wurde angerührt mit viel zu süßem Zuckerguss. Echt Ernsthaftigkeit sucht man vergeblich.

    Gnadenlos steuert die Geschichte auf ein mehr als unglaubwürdiges Happy End zu. Als Leser wähnte man sich in einem dieser verlogenen Hollywood-Filmschinken. Friede, Freude, Eierkuchen. Alls wird gut weil es eben gut werden muss. Da bleibt dann schon die Glaubwürdigkeit auf der Strecke.

    Ein Buch aus der Abteilung „Muss man nicht gelesen haben – wenn man es aber trotzdem liest, dann auf die Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel achten. Lektüre kann zum Erbrechen führen. Geschmacksirritationen sind wahrscheinlich.“

    Schade um die vertane Leselebenszeit.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.