Die ersten drei Sätze eures aktuellen Buches (ab 01.01.2026)

  • Gewitterwolken zogen über das Brachland zwischen dem Pariser Stadtwall und dem Güterbahnhof von Batignolles. Auf der großen Fläche standen vereinzelt Grasbüschel, es stank nach Kloake. Zwischen Wagenladungen von Sperrmüll ebneten Lumpensammler mit ihren Forken eine Flut von Abfällen und wirbelten Staubwolken auf.


  • Wien, Hotel Metropol, 1900

    Wie immer hatte er ein Zimmer mit Blick auf den Donaukanal gemietet, in einem der luxuriösesten Hotels der Stadt, dem Metropol. Mit dem Haus, das im Zuge der Weltausstellung errichtet worden war, verband ihn eine persönliche Geschichte. Sein Großvater hatte sich 1872 Hotelaktien gesichert.


    Aktuelle Lektüre: Die Hafenschwester (1) - Als wir zu träumen wagten - Melanie Metzenthin
    SUB: 97

  • Comme il regrettait tout ça…

    Du bas de la rue Lamarck, Jean s’arrêta et, levant la tête, regarda avec anxiété ls deux volées du redoutable escalier qui monte en pente raide jusqu’à la rue Caulaincourt.

    Pour, l’éviter, il lui faudrait faire un long détour. Bien qu’il soit déjà légèrement en retard, il hésita un moment parce que la rondeur qui autrefois lui avait valu le surnom de Bouboule s’était, avec l’âge, transformée en embonpoint.

  • Es gibt Momente, in denen man stehen bleibt, das Handy in der Hand, den Blick auf den Bildschirm gerichtet, und sich fragt, wie man dorthin gekommen ist. Nicht geografisch, sondern innerlich. Wie aus ein paar Minuten schnell eine Sturde.

  • 1. Advent


    Fedrige Schneeflocken sanken wie Daunen vom Himmel und verwandelten die Berge in eine glitzernde Wunderwelt. Die Äste der Fichten und Tannen bogen sich schwer unter der Last des Schnees. An den kahlen Zweigen der Buchen funkelten winzige Eiszapfen in der Nachmittagssonne.


    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder!" (Dante Alighieri)

  • Heute haben die Bittners Essen bestellt. Ein hart schuftender, in der Scheinselbständigkeit verhafteter und verkehrsbedingt leicht verspäteter Kerl trägt Pizzen ins oberste Stockwerk. Thomas öffnet und gibt Trinkgeld.


    Aktuelle Lektüre: Die Hafenschwester (1) - Als wir zu träumen wagten - Melanie Metzenthin
    SUB: 97

  • Viele Zeugnisse sprechen dafür, dass die Midaq-Gasse zu den Kostbarkeiten vergangener Jahrhunderte gehört und einstmals in der Geschichte des mächtigen Kairo wie ein strahlender Stern geglänzt hat. Welches Kairo meine ich? Das Kairo der Fatimiden, der Mamluken oder das der Sultane? Allein Gott und die Archäologen wissen das.


  • "Das kannst du ruhig schreiben." Svetlana hatte eine Hand in die Hüfte gestützt, die andere wedelte mit dem Putzlappen in der Luft herum, als dirigiere sie ein Orchester. "In deine Buch da. (...)"

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Krankheit, die hierzulande immer häufiger auftritt und chronische Schmerzen verursacht – eine ansteckende, von der medizinischen Wissenschaft noch kaum erforschte Krankheit, die sich schneller ausbreitet, als die Immunität gegen sie aufgebaut werden kann, und die als eine der häufigsten Todesursachen in der zivilisierten westlichen Welt eingestuft wird. Eine Krankheit, die das Aufkommen anderer Leiden begünstigt, von Erkältungen über Depressionen und Demenz bis hin zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Krebs. Diese Krankheit wäre mithin ein bedeutender Risikofaktor für andere häufige und tödliche Krankheiten.

    :lesend: Tinte und Schwert – Verwandlung (Matthias Soeder) 134 / 480 Seiten

    :lesend: Das Kind in dir muss Heimat finden (Stefanie Stahl) 88 / 248 Seiten

  • Dein Herzschmerz oder deine verlorene Lieben interessieren das Meer nicht. Deine Ängste, deine Träume, deine sterblichen Begierden sind ihm egal. Das Meer kennt nur sich selbst; die ganze Welt umrundend, bedeckt es die die Tiefen und verbirgt Wahrheiten ebenso wie Schrecknisse.

  • Ein Vater erzählte seiner Tocher 1938 in Nürnberg eine Gutenachtgeschichte. Der Mann war Uhrmacher, Sohn einer langen Reihe von Uhrmachern, die alle im jüdischen Viertel der Stadt gelebt hatten. Und wie seine Vorfahren in den letzten beiden Jahrhunderten hütete er die Zeit.


    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder!" (Dante Alighieri)

  • 1 Das grosse I AM

    Vor Kurzem habe ich eine erschreckende Möglichkeit entdeckt. Nein, schlimmer: eine erschreckende Tatsache.

    Ich habe eine alte Freundin, eine Radiologin, die mir seit Jahren Ausschnitte aus dem British Medical Journal zuschickt.

  • Der Hund entdeckte sie zuerst. Er lief zum Ufer, schnüffelte, aufgeregt mit dem Schwanz wedelnd, herum und knurrte leise die dunkle Gestalt an, die reglos halb im Sand, halb im perlmuttfarbenen Wasser lag, in dem sich das erste Licht des Tages spiegelte. Die Sonne hatte noch nicht den Felsen überschritten, der einen dunklen Schatten auf die stille, spiegelglatte Bucht warf, in der die Schiffe ankerten mit dem Bug gen Süden.


  • Immer fehlt uns etwas, und als Elena in mein Leben trat, fehlte es mir an fast allem. Ich lebte einfach vor mich hin.

    Es war einer dieser launischen Frühlingstage gegen Ende März, an denen es kühl ist in Barcelona und windig, aber dann, gegen Mittag, dringt die Hitze in die unvorbereiteten Körper, und man muss zusehen, sich möglichst schnell aller überflüssigen Kleidungsstücke zu entledigen.


  • This is the story of Bob Burgess, a tall, heavyset man who lives in the town of Crosby, Maine, and he is sixty-five years old at the time that we are speaking of him. Bob has a big heart, but he does not know that about himself; like many of us, he does not know himself as well as he assumes to, and he would never believe he had anything worthy in his life to document. But he does; we all do.