'Sturmvogel: Die Rosenkriege 1' - Prolog - Kapitel 04

  • Klusi, Gewalt war wohl einfach öffentlicher. Da wurde nicht im stillen Kämmerlein hingerichtet. Nein, das wurde öffentlich zelebriert. Machtdemonstration und Abschreckung zugleich.
    Genauso wie Kriege nicht irgendwo weit entfernt ausgetragen wurden mittels Düsenjets und Bomben. Und Dorfbewohner wurden nicht mit Giftgas umgebracht sondern auf alle möglichen Arten massakriert.
    Man hört ja oft, die Menschen seien im Mittelalter naiver und kindlicher gewesen. Das glaube ich eher nicht, sie waren näher an ihren Gefühlen, im Guten wie im Bösen.


    Auslöser für Rubens Tod war, wenn ich es richtig gelesen habe, seine Weigerung, Anjou weiteres Geld zu leihen.

  • Zitat

    Original von Rumpelstilzchen
    ...
    Auslöser für Rubens Tod war, wenn ich es richtig gelesen habe, seine Weigerung, Anjou weiteres Geld zu leihen.


    Indirekt - die erste Rate der Rückzahlung der Kredite war fällig! (Seite 81, oben)
    Anjou wollte sich einfach um die Rückzahlung drücken. Geldeinnahmen hat er ja durch die Rückgabe von Anjou und Maine demnächst wieder genug!

    "Wyrd bid ful aræd"
    Das Schicksal ist unausweichlich
    :lesendLee Child: Sniper (Jack Reacher 9)

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  • Zitat

    Original von Rumpelstilzchen
    Man hört ja oft, die Menschen seien im Mittelalter naiver und kindlicher gewesen. Das glaube ich eher nicht, sie waren näher an ihren Gefühlen, im Guten wie im Bösen.


    Kindlicher vielleicht nicht, aber weniger gebildet und damit leichtgläubiger, zumindest das einfache Volk. Aber dafür standen sie für ihre Werte ein.

  • Die Leute, vor allem das freie Volk, hatte früher aber auch wenig Abwechslung von ihrem Alltagsleben. Da wurde dann eben aus einer Hinrichtung regelrecht ein Volksfest. Endlich hatte man einen Grund nicht zu arbeiten und auch etwas, worüber man reden und sich den Mund zerreißen konnte. Natürlich gab es auch hier Ausnahmen, doch häufig wurden die Leute dadurch aus ihrem Alltagstrott gerissen und konnten sich im wahrsten Sinne des Wortes "auf Kosten anderer" amüsieren.

    :lesend Tad Williams; Der Drachenbeinthron

    :lesend Andreas Suchanek; Aurafeuer (eBook)

    :lesend Robert Galbraith; The Ink Black Heart (Hörbuch: Robert Glenister)

  • Als erstes möchte ich mich auch über das toll gestaltete Buch auslassen.
    Im edlen Goldton kommt es daher aber trotzdem ist es schlicht gehalten. Schlägt man es auf bekommt man geich eine Fülle von Informationen zu den Königen sowie Häusern und Landkarten geboten.
    Einmal angefangen ist man gleich im Geschehen. Wir schreiben das Jahr 1377 und der König Edward III liegt im Sterben. Die edlen Herrn Söhne streiten sich schon am Totenbett um die Nachfolge...


    Einmal angefangen war es für mich schwer das Buch wieder aus der Hand zu legen. Der Schreibstil ist flüssig und Iggulden hat mich sofort in den Bann geschlagen. Ich werde zurück ins alte England katapultiert.


    Die eigentliche Geschichte beginnt nach dem Epilog 1443. Ich schlage mich durch die vielen Namen, immer Angst irgendetwas nicht mitzubekommen. Manno. Alle Karten und Königshäuser sind beschrieben - wo ist das Namensregister? Ja. Es scheint mein erstes Buch zu sein. Auf den Hinweis meines Mannes - der nie liest (peinlich aber Wahr - es bleibt unter uns Eulen, gell :vergrab ?) schlage ich mit hochrotem Kopf die letzten Seiten auf und siehe da - da ist es. Ware auch zu blöd bei der Fülle der Namen (die wohl noch auf mich einrauschen werden) keines anzulegen... Ich habe die ersten 4 Kapitel durch und ich glaube ich werde gleich mal das Nachwort einschieben. Hätte ich es gleich getan wäre mir das Namensregister nicht dadurch gegangen. :nerv


    Hat man das Buch in der Hand liest es sich von selbst. Sehr beklemment fand ich die Szene um Ruben. Diese schreiende Ungerechtigkeit treibt mir die Wuttränen in die Augen! Die Beschreibung der Folgen der Folterung war schon grausam aber der Gang zur Hinrichtung und wie ihm nochmal durch den Kopf geht wie die Folterkneche ihm seinen Tod beschrieben haben sind einfach schrecklich.


    Margaret war mir gleich sympathisch. Ungestühm und willensstark.


    Jetzt gehts gleich weiter. Ich gehörte auch zu den Vorpreschern. Leider fehlten mir die letzten Tage die Zeit zum lesen :-(

    "Katzen sind ein geheimnisvolles Völkchen. Es geht mehr in ihren Köpfen herum als wir uns vorstellen können. Das kommt ungezweifelt durch ihren engen Umgang mit Zauberern und Hexen." Sir Walter Scott

  • Ich bin nun auch mit diesem Abschnitt durch und bin wohl die einzige, die sich mit dem Buch schwer tut.
    Ich kann noch nicht genau festmachen, woran es liegt, aber schon der nüchterne Schreibstil sagt mir nicht so zu. Gerade die Geschichte mit Ruben finde ich einfach nur brutal geschildert. Ich fands teilweise eklig, aber berührt hat mich das nicht. Ich finde das abstoßend und der Sinn und Zweck dieser brutalen Schilderung hat sich mir noch nicht erschlossen. Um darzustellen, dass Anjou und York gefühllose Ekel sind, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind, hätte es diesen Detailreichtum nicht gebraucht.
    Mal sehen wie Derrys Geschichte weitergeht.


  • Da bin ich aber froh, dass die Übersetzerin inkonsequent war. Mit John von Gaunt kann ich was anfangen, Johann von Gent wäre für mich ein unbekanntes Wesen. Ist zwar jetzt offtopic, aber beim Lied von Eis und Feuer wurde in den letzten Bänden auch damit angefangen, Namen ins Deutsche zu übertragen. Hat mich fürchterlich ins Schleudern gebracht :nono


    Nach den ersten Seiten hat mir das Buch zwar sofort gefallen, ich dachte jedoch bei mir: Was sollen die doofen Stammbäume, eine Personenliste wäre mir lieber, damit ich die Leutchens besser einordnen kann. Und was lese ich hier so ziemlich als erstes? Dass es sowas gibt, nur eben hinten :rofl


    Mit Margaret bin ich auch gleich warm geworden, das Lämmchen ist mir noch suspekt und ansonsten scheint mir der Geist der Zeit gut eingefangen zu sein :-)

    Ich lese grade:


    Der Herr des Turms - Anthony Ryan
    ________
    Save the earth - it's the only planet with chocolate!

  • Puuh Manuela. Ich dachte schon ich sei die Einzige die das Personenregister vorne sucht.

    "Katzen sind ein geheimnisvolles Völkchen. Es geht mehr in ihren Köpfen herum als wir uns vorstellen können. Das kommt ungezweifelt durch ihren engen Umgang mit Zauberern und Hexen." Sir Walter Scott

  • Zitat

    Original von Saiya
    Ich bin nun auch mit diesem Abschnitt durch und bin wohl die einzige, die sich mit dem Buch schwer tut.
    Ich kann noch nicht genau festmachen, woran es liegt, aber schon der nüchterne Schreibstil sagt mir nicht so zu. Gerade die Geschichte mit Ruben finde ich einfach nur brutal geschildert. Ich fands teilweise eklig, aber berührt hat mich das nicht. Ich finde das abstoßend und der Sinn und Zweck dieser brutalen Schilderung hat sich mir noch nicht erschlossen. Um darzustellen, dass Anjou und York gefühllose Ekel sind, die nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind, hätte es diesen Detailreichtum nicht gebraucht.
    Mal sehen wie Derrys Geschichte weitergeht.


    Nein, du bist nicht die einzige. ;-)
    Ich bin bisher noch nicht wirklich gepackt von dem Roman. Irgendwie fehlt mir eine Art roter Faden, es sind einfach zu viele verschiedene Handlungsstränge und Personen, aus deren Sicht erzählt wird, als dass ich wirklich in der Geschichte ankommen könnte. Zwar haben die Handlungsstränge alle miteinander zu tun, aber ich für meinen Teil hätte es wesentlich besser gefunden, hätte dich der Autor auf zwei Stränge beschränkt.


    Die Erzählung mit Ruben war natürlich interessant, weil die Willkür der Mächtigen demonstriert wurde, aber ich finde sie in dem Erzählzusammenhang einfach unpassend und sogar störend. Man muss sich plötzlich in eine ganz andere Handlung hinein denken, die nur am Rande was mit der eigentlichen Haupthandlung zu tun hat.


    Schön sind aber wirklich die bereits mehrfach erwähnten Karten und Stammbäume, sowie das äußerst gelungene Cover.

  • Obwohl ich das Nachwort zuerst gelesen habe, habe ich das Personenverzeichnis auch nicht gefunden.
    Gut, dass ich zuerst eure Beiträge gelesen habe, sonst hätte ich mich zu Unrecht beschwert. :lache


    Mir gefällt das Buch bisher auch sehr gut, nur den Abschnitt von Ruben hätte ich auch nicht gebraucht, den miesen Charakter von Anjou und York hätte man auch anders darstellen können.



    Zitat

    Original von Manuela2205



    Mit Margaret bin ich auch gleich warm geworden, das Lämmchen ist mir noch suspekt und ansonsten scheint mir der Geist der Zeit gut eingefangen zu sein :-)


    Margaret finde ich auch toll, mit dem Lämmchen werde ich nicht richtig warm, so ging es mir schon bei "Der Hüter der Rose" so.


    [SIZE=7]Edit: falsch zitiert[/SIZE]

  • Ruben ist ein wirkliches Opfer. Sein Schicksal hat mich betroffen gemacht, obwohl er ja hoffentlich fiktiv für die Juden seiner Zeit steht. Die Foltermethoden waren auch nicht zimperlich. Gut finde ich, dass Iggulden sich nicht in aller Form in die Hinrichtung gestürzt hat, sondern mehr oder weniger unser Phantasie den Rest überlassen hat.


    War jemand mal in Angers? Das Schloss ist ein wahrer Prachtbau. Ich kann verstehen, dass man für den Erhalt über Leichen geht. (auch wenn ich das nicht gutheiße)


    Etwas gestolpert bin ich über die Idee Brewers, dass Henry IV. sich bei der Hochzeit vertreten ließ und die Franzosen somit überrascht wurden. Das war doch bestimmt schon früher mal passiert, dass die Versprochenen nicht vor Ort sein konnten und jemand stellvertretend den Schwur sagte. William Pole hatte bereits in anderen historischen Romanen eine Rolle und kam mir vor wie ein alter Bekannter.


    In der National Portrait Gallery in London ist übrigens eine Statue vom Lämmchen. Er wirkt dort auch wie jemand, der keiner Fliege was zuleide tun kann.


  • Ich hinke mit dem Lesen ein wenig hinterher, habe jetzt jedoch den ersten Abschnitt beendet und kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen: Ich habe ebenfalls die genannten Startschwierigkeiten (zu viele Stränge und Personen) gehabt und hoffe, dass es im kommenden Abschnitt besser wird.


    :lesend

    Mögen wir uns auf der Lichtung am Ende des Pfades wiedersehen, wenn alle Welten enden. (Der Turm, S. King)


    Wir fächern die Zeit auf, so gut wir können, aber letztlich nimmt die Welt sie wieder ganz zurück. (Wolfsmond, S. King)


    Roland Deschain

  • Zitat

    Original von Büchersally
    Ruben ist ein wirkliches Opfer. Sein Schicksal hat mich betroffen gemacht, obwohl er ja hoffentlich fiktiv für die Juden seiner Zeit steht. Die Foltermethoden waren auch nicht zimperlich. Gut finde ich, dass Iggulden sich nicht in aller Form in die Hinrichtung gestürzt hat, sondern mehr oder weniger unser Phantasie den Rest überlassen hat.


    In seinem Nachwort erwähnt der Autor den Bericht eines französischen Geschichtsschreibers, der in seinen Aufzeichnungen die grauenvolle Verurteilung und Hinrichtung eines älteren Juden schildert, welcher in der Region ansässig war, die René de Anjou gehörte. Demnach hat Ruben ein reales, historisches Vorbild.

  • Zitat

    Original von Büchersally
    Klusi
    Danke für den Hinweis. Nachwörter lese ich nur ganz selten im Voraus, um nicht etwa unversehens den Mörder kennenzulernen. Von daher hatte ich diese Information noch nicht. (die Gänsehaut kommt schon wieder :-( )


    Ja, Gänsehaut hatte ich auch, und insofern kann ich auch den Zusammenhang nachvollziehen, wieso der Autor diese Nebengeschichte erzählt hat.

  • Zitat

    Original von Büchersally


    War jemand mal in Angers? Das Schloss ist ein wahrer Prachtbau. Ich kann verstehen, dass man für den Erhalt über Leichen geht. (auch wenn ich das nicht gutheiße)


    :wow Von außen wirken die Fotos gar nicht so. Leider stürzt die Homepage des Schlosses gerade ständig ab auf meinem Tab, ich muss das morgen noch mal probieren.