Dunkelsprung - Leonie Swann

  • Auch ich durfte "Dunkelsprung" von Leonie Swann im Rahmen der LR hier auf buechereule.de lesen und war einfach nur begeistert von dem Roman. Er hat genau das getan, was ein gutes Buch meiner Meinung nach tun sollte: Mich unterhalten. :-]
    Mit Julius, Mr. Green (alias Mr. Black), dem Psychater, der Vergessen als Therapie betreibt, Elizabeth und nicht zu vergessen dem Legulas habe ich ein paar lustige Stunden beim Lesen verbracht, mitgefiebert und die wundersame Welt betrachtet, die Leonie Swann parallel in einem modernen London gezeichnet hat.
    Dabei hat Julius das Maß an Schrulligkeit nie ins Nervige überschritten und am Ende habe ich sogar all die kleinen Flohartisten in seinem Zirkus lieb gewonnen. Dies war der erste Roman aus der Feder von Leonie Swann, den ich gelesen habe, aber es wird mit Sicherheit nicht der letzte sein. Denn eines kann sie und das ist unterhaltsam schreiben.
    Ein absolut gutes Buch, das ich nur empfehlen kann.

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






     :lesend 

  • Herrlich kurios. Wer sonst kein Fantasy liest, und Märchen gerade noch erträglich findet, ist in diesem Buch natürlich falsch - die Bereitschaft, das Unglaubliche zu glauben wird aufs Äußerste strapaziert.
    Ich mag Fantasy, und mir kann es kaum zu kurios sein, wenn alles schön zusammen passt. Das hat es hier. Besonders nett fand ich die besondere Bedeutung von Milch für die Fabelwesen - passt nahtlos in tatsächliche Mythen.


    Etwas unbefriedigend fand ich


    Und der nette junge Student, der sich so für Julius interessiert hat ... von dem hätte ich auch gern noch mehr gelesen. Ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung. Immerhin wurde Julius' Fähigkeit, Dinge durch einfaches Behaupten wahr werden zu lassen, auch gar nicht ausgereizt.

  • Zuerst noch einmal DANKE an Wolke und den Verlag, das ich das Buch lesen durfte.


    Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich aus dieser "Richtung" noch nichts gelesen habe und gerne neues kennen lernen wollte. Ich habe jetzt beim lesen dieses Buches gelernt, das ich hier Grenzen habe, für mich ist diese Schreibweise und Art weder ein Märchenbuch noch ein interessanter Zeitvertreib - für mich persönlich ist diese Richtung gar nichts.


    Ein Erzähler oder Erklärer oder "Vorleser" erzählt uns die Tages-/Lebensabläufe zahlreicher Personen, dich ich teilweise nicht einmal so richtig auseinander halten kann. Für mich war kein Handlungsstrang oder "roter Faden" erkennbar.


    Es mag durchaus sein, wie hier auch schon gesagt wurde, dass der Schreiberling sein ganzes Wissen auf einmal an seine Leser weitergeben wollte, doch das war "too much".


    Fazit: Für mich weder Sekt noch Selters, ich kann das Buch nur hartgesottenen Fantasy-Freunden weiterempfehlen, für die anderen Leser ist das meiner Meinung nach nichts. Ob ich von diesem Schreiber je wieder etwas lesen werde, werde ich mir noch sehr genau überlegen.

  • Auch ich durfte dieses Buch in der LR lesen, danke nochmal dafür!
    Mir hat das Buch insgesamt ziemlich gut gefallen!
    Es ist zugegebenermaßen ziemlich skuril und ich kann mir denken, dass selbst Leute, die normal viel Fantasy lesen, ihre Probleme damit haben können, da sehr viel erst am Ende aufgeklärt wird. Aber selbst kleine Dinge, die nur am Rande erwähnt wurden, werden dann noch aufgelöst, was mir sehr gut gefallen hat!
    Die Idee der zahmen Flöhe und etwas Realistisches wie diese (also es gibt ja wirklich Flöhe im Flohzirkus) in eine unrealistische Geschichte einzubringen, das hat was!
    Am Ende waren auch nicht alle bösen Leute wirklich böse und die guten Leute waren manchmal nicht mehr wirklich gut. Das hat mir sehr gefallen, auch wenn wirkliche Vieles am Anfang sehr verwirrend war. Doch insgesamt ist die Story sehr rund.


    Falls es eine Fortsetzung geben wird, werde ich diese auf jeden Fall lesen.


    Von mir gibt es 8/10 Punkten!

  • Julius Birdwell, Goldschmiedemeister und Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchskünstler, möchte endlich sein Leben in Ruhe leben. Als seine Flohartisten bei einem Nachtfrost ums Leben kommen und Julius die geheimnisvolle Elizabeth Thorn trifft überstürzen sich die Ereignisse...


    Auf das Buch muss man sich wirklich einlassen können. Das Buch ist sehr skurril und die Wesen sind sehr märchenhaft beschrieben. Es folgen viele verschiedene Personen und Handlungsläufe und man weiß oft nicht, wohin das Buch führt. Aber es lohnt sich weiterzulesen, denn am Ende erfährt man was die einzelnen Personen miteinander verbindet und wohin die Verfolgungsjagd führt.


    Eine sehr märchenhaft skurrile Geschichte. Einige der Protagonisten sind mir doch ans Herz gewachsen. Eine Fortsetzung würde ich auf jeden Fall lesen. Aus meiner Sicht ist diese aber nicht nötig. Für mich war die Geschichte schon abgeschlossen.


    Ich vergebe 9 Punkte.

  • Nie hätte ich gedacht, dass mich dieses Buch so begeistern würde.
    Ich bin kein großer Fantasy-Fan aber die Beschreibung hörte sich so interessant an, dass ich das Buch auf jeden Fall lesen wollte.


    Der Schreibstil ist großartig, die Beschreibungen, der Humor, kleine Bemerkungen, Sätze, die man sich fast aufschreiben will: einfach ein Buch zum Genießen.
    Auch wenn man am Anfang vielleicht von der Geschichte etwas überfordert ist ( so ging es mir kurzzeitig ), kommt man schnell in diese hinein und ist fasziniert von der Vielfalt der Ideen und der gelungenen Umsetzung.
    Selten habe ich in kurzer Zeit so viele "Personen" ins Herz geschlossen - ganz mit vorne steht dabei das Legulas. :heisseliebe


    Wer sich also auf Geschichte, die alles andere als "normal" ist, einlassen möchte, wird mit diesem Buch bestens unterhalten werden.


    Eine Fortsetzung würde ich sicherlich lesen, ist aber meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig.


    Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

  • Nach der Lektüre des Klappentextes und aufgrund meiner Vorerfahrungen mit Romanen von Leonie Swann (die mich rundum begeistert haben!) hatte ich mit weniger Fantasy-Elementen gerechnet und musste mich auf diese erstmal einlassen. Ich liebe ja seit "Glennkill" Leonie Swanns Figurenverzeichnisse und hatte daher schon auf den ersten Seiten viel Spaß, war dann aber reichlich verwirrt von den Sprüngen in der Handlung und zwischen den Hauptfiguren (so richtig flohmäßig :grin ). Diese Vorausblende am Anfang mit Julius auf dem Boot hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht, die fand ich nur irritierend und denke, dass dieses Märchen auch genügend überraschende Wendungen bereithält, um einfach linear erzählt zu werden.


    Die Figuren waren Leonie-Swann-mäßig liebenswert, schräg und...


    Leonie Swanns besonderer Humor, Wortwitz und die an unvermuteten Stellen eingestreuten Lebensweisheiten haben mir wieder viel Spaß gemacht und waren mir wie auch die märchenhaften Bilder und skurrilen Dialoge an keiner Stelle zu viel.


    Das Ende kam für mich genau richtig (eine Fortsetzung bräuchte ich jetzt nicht) und dabei hat mich, wie schon das ganze Buch hindurch, noch einmal sehr fasziniert, wie mühelos sich die menschlichen Protas auf teilweise doch recht ungewöhnliche Wesen einlassen konnten - und wie leicht das dann auch mir beim Lesen gefallen ist.


    Allerdings muss ich gestehen, dass ich, die ich mich selbst in ein kreischendes Federvieh verlieben konnte ("Gray"), mit den Flöhen nicht wirklich warmgeworden bin. Ihre Gesänge hallen mir dennoch weiterhin durchs Hirn: "Blut tut gut!" :lache :versenk

  • Allerdings muss ich gestehen, dass ich, die ich mich selbst in ein kreischendes Federvieh verlieben konnte ("Gray"), mit den Flöhen nicht wirklich warmgeworden bin. Ihre Gesänge hallen mir dennoch weiterhin durchs Hirn: "Blut tut gut!"

    Ich bin mir sicher, die Flöhe würden umgekehrt mit dir warm werden. :lache


    Für mich war das ein großartiges Buch, bisher mein Lieblingsbuch der Autorin.

    Ich mag ihre anderen Werke auch sehr gerne, aber dieses sticht irgendwie heraus.


    "Blut tut gut!" Da musste ich an ein anderes Buch denken:

    Nerz

    Die Nerze waren ganz verrückt nach heißen Spritzern.


    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)

  • Diese Problematik ist mir nicht ganz unbekannt. mich lieben sie ja auch sehr.

    Die lieben Kätzchen beglücken mich jedes Frühjahr wieder damit.

    Flöhe scheinen auch geschmackliche Vorlieben zu haben, meinen Mann z.B. lassen sie links liegen und warten dann lieber auf mich.


    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)

  • Ich liebe Gray und die Schafe von Glenkill. Und jetzt war ich neugierig auf die Flöhe. Die hatten mir im meiner Sammlung noch gefehlt...


    Das Buch wird eigentlich als Jugendbuch deklariert. Allerdings enthält es Elemente, die darüber hinausreichen. Auch viele Formulierungen und vor allem der Umfang des Buches dürfte Jugendliche abschrecken.


    Bewundernswert finde ich die Phantasie der Autorin, die mit anderen des Fantasy-Genres locker mithalten kann. Spannung und Humor ergänzen die Phantasie. Und dass Leonie Swann eine begnadete Erzählerin, hat sie auch mit diesem Buch bewiesen.

    Allerdings fand ich die Handlung teilweise überspannt und verworren. Und leider wurden nicht alle lockeren Enden verknüpft. Am Ende blieb manches ungelöst. Überhaupt fand ich den Schluss ziemlich abrupt.


    Naja, Flöhe sind auch keine Tiere, mit denen ich mich anfreunden kann. Eine Fortsetzung würde an mir vorübergehen.