'Die Wolkenfischerin' - Seiten 089 - 169

  • So, jetzt bin ich mit dem Abschnitt fertig und dabei gleich 30 Seiten übers Ziel hinausgeschossen. :rolleyes

    Daher erstmal nur: Nicolas finde ich ganz schrecklich! Was mag der verbergen?

    Und Maelys ist nach wie vor meine heimliche Heldin.. Ihren Kuchen hätte ich gern mal probiert... :chen


    Edit: Jetzt habe ich alle Kommentare gelesen. Ja ich muss sagen, dass ich auch sehr auf Erklärungen fürs Claires ständige Lügerei und ihr egoistisches Verhalten in den vergangenen 19 (!!!) Jahren warte. Aber so sehr geht mir die Figur nicht auf die Nerven, dass ich nicht trotzdem das Setting und sonstige Drumherum der Geschichte genießen könnte. Dennoch: Ein Wohlfühlbuch ist das für mich nach wie vor nicht.

  • Mir gefällt das Buch immer besser, obwohl ich mit Claire bisher noch nicht richtig warm geworden bin. Zwar ist sie mir nicht direkt unsympathisch, allerdings manches Mal zu berechnend, um gut dazustehen. Warum tischt sie beispielsweise den einheimischen Frauen Lügengeschichten über einen erfundenen Ex auf? Warum erzählt sie nicht einfach die Wahrheit, warum ihre Beziehung mit Jan in die Brüche gegangen ist?


    Auch Maelys unbeholfenes Verhalten wirkt auf eine Art berechnend. da ist sie ihrer Schwester gar nicht mal so unähnlich. Dennn sie scheint ja alleine durchaus sehr gut klar zu kommen. Und warum auch nicht? Vielleicht ist sie auf der Suche nach Aufmerksamkeit?


    Allerdings glaube ichnaber auch, dass In Claire und Maely viel Gutes steckt. Vielleicht schaffen sie es ja, ihre Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten und sich dadurch näherzukommen.


    Bei Nicolas habe ich kein gutes Gefühl, der wirkt auf mich irgendwie zu glatt und äußerlich perfekt. Ich mag ja lieber Männer mit Ecken und Kanten :grin Bei mir ist auch der Eindruck entstanden, dass er Luik und Emil etwas von oben herab behandelt. Überhaupt wirkt Nicols wie ein selbstgefälliger, arroganter Schnösel. Aber Claire wird das mit Sicherheit noch erkennen :lache Sebastian ist bestimmt der sehr viel nettere Typ und vielleicht ja bald nicht mehr ihr Chef, wenn sie den Bereich wechselt und zur Chefredakteurin aufsteigt :grin Und bestimmt ist Sebastian die Person, mit der Nicolas im letzten Satz über den Standplatz schlendert :lache


    Und geht da eigentlich noch was zwischen. Maelys und dem Postboten?


    Übrigens mag ich die Stimmung sehr, wie das bretonische Örtchen mit ihren Menschen und Gewohnheiten beschrieben wird. Ich habe förmlich die Bilder vor Augen, die Gerüche in der Nase und fühle mich direkt dorthin versetzt. Claudia, das ist dir ganz wunderbar gelungen :wave

  • Wozu so ein freier Tag doch gut sein kann...

    Schon ist der 2. Abschnitt gelesen.

    Jetzt sind wir also mit Claire in der Bretagne. Schön, ist das doch eine Gegend, in der ich noch nicht war, die ich aber sehr gerne mal besuchen möchte.

    Bevor ich hier meinen Senf zum Abschnitt gebe kurz 2 Anmerkungen.

    Die Szene im Meldeamt war an sich köstlich. Nur wird mir immer noch nicht klar,wie aus Gwenaelle einfach so Claire werden kann. Allein an Gwenaelles Sauklaue kann es nicht liegen. Immerhin braucht man hier in Frankreich für jeden Pups eine Geburtsurkunde. Am besten noch intégrale. Also muss Gwenaelle ja Claire als Zweitnamen schon haben. Das wiederum wäre für mich nicht verwunderlich, da es sehr wenige Franzosen gibt, die nur einen Vornamen haben.

    Zweitens ist mir ein kleiner Rechtschreibfehler aufgefallen. Auf S. 113: da müsste es heißen: entrée principale.


    Dieser 2. Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Dass Claire ihren alten besten Freund Nicolas allerdings nicht erkennen soll... das kann ich nicht glauben. Obwohl, knapp 20 Jahre sind eine lange Zeit. Bei mir werden es bald 13 Jahre...

    Ich kann mich mit Nico auch net so anfreunden. Ich weiss auch nicht, wie ich das beschreiben soll. Irgendwie verhält er sich arrogant und überheblich. Auch seinem Freund und Mitarbeiter Luik gegenüber. Da lässt er wahrlich den Chef raushängen.

    Maelys hat es eigentlich nicht nötig, dass jemand auf sie aufpasst. Ich meine, sie ist "nur" taub. Siekann kochen, backen und einen Haushalt führen. Tut sie nur so unbeholfen, damit sich ihre Mutter nicht überflüssig vorkommt und einen Sinn in ihrem Leben sieht?

    Valérie war also auf der Ausstellung in Paris. Leider wurde ja das Gespräch unterbrochen. Aber irgend etwas muss sie dort ja ziemlich aufgeregt haben.

    Kann es sein, dass auf dieser Vernissage auch Arbeiten von Maelys ausgestellt waren?

    Direkt mal weiterlesen :wave

  • Valérie war also auf der Ausstellung in Paris. Leider wurde ja das Gespräch unterbrochen. Aber irgend etwas muss sie dort ja ziemlich aufgeregt haben.

    Kann es sein, dass auf dieser Vernissage auch Arbeiten von Maelys ausgestellt waren?

    Direkt mal weiterlesen :wave

    Und trotz der Wortfetzen am Telefon hatte ich den Eindruck, dass die Vernissage nicht nach Plan verlaufen ist und Valérie irgendetwas verheimlicht. Maelys Werke könnten natürlich damit zu tun haben :wave

  • Danke für die Hinweise bezüglich der Fehler! Und ein dickes Lob fürs Entlarven von Maelys. Exakt erkannt :-) Liebe Grüße Claudia

  • Simsalabim, ich bin drin im Roman und auch nun versöhnter, zufriedener und gespannt, wie es weiter geht.


    Chef und Jugendfreund können für l´amour sorgen und Konflikte. Ich würde ihr ein Happy End mit Nicolas wünschen, doch das kann sie nur in der Bretagne leben. Beruflich müsste sie sicherlich nicht in Berlin sein. Doch erst einmal wird es vermutlich im nächsten Leseabschnitt zum Aufeinandertreffen von Claire und Sebastian kommen. Da wird die Kurzhaarfrisur das Wiedererkennen nur verzögern, nicht verhindern.


    Wie kommen nun die Schwestern zueinander? Wird sie Claires Komplimenten zu ihren Zeichnungen glauben, sich öffnen? Wird Claire sich mal richtig ihrer Schwester erklären, warum sie vor 19 Jahren nicht zurückgekehrt ist und den Kontakt sehr beschränkt hat? Nicht einfach, wenn die Schwester Claire auch nicht anschreien kann. Verkauft Maely ihren Fang selbst? Warum backt sie täglich den Butterkuchen und wirft ihn fast unangeschnitten weg? Ist der Butterkuchen ihre Erinnerung an die Zeit mit ihrem Vater? War das sein Lieblingskuchen? Besucht sie eigenständig oder mit Dorfbewohnern die Mutter?


    Maely benötigt nicht Claires Anwesenheit, doch hat die Mutter ja Claire quasi damit erpresst… und will, dass sie gezwungen ist, mit ihrer Vergangenheit zu leben und sich damit auseinanderzusetzen.


    Immerhin haben wir gleich zu Beginn dieses zweiten Leseabschnittes erfahren, wo der Buchtitel herstammt. Bist Du zufrieden, Claudia, mit diesem kurzen Titel und war er einer Deiner Vorschläge?


    Richtig ist ja nicht, dass Claire ein abgeschlossenes Studium vorgibt und damit ihren Lebenslauf weiter verändert hat. Bin gespannt, was Valerie von der Kunstausstellung berichtet? Ob Sebastian wohl auch dort war und Claire dort vermisst hat? Überrascht, dass eine fremde ältere Pariser Dame nun mit Clares Presseschildchen am Kostüm dort abends herumlief?


    Hoffentlich treffen Valerie und Claire bald einmal wieder persönlich aufeinander?


    Mir gefällt im Übrigen sehr gut, wie lebendig und umfangreich hier nun schon diskutiert wird. Daumen hoch!

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Noch etwas, ich als Maely wäre sehr wütend, wenn meine seit 19 Jahren im Elternhaus nicht mehr lebende Schwester in meinem Zuhause rumsuchen würde und dann auch noch die Frechheit hätte, meine Bilder dort vorübergehend wegzunehmen, mir diese zu zeigen und zu kommentieren! Bei der Schwesternvorgeschichte geht das gar nicht! Auch wenn Sie Maelys Talent entdeckt hat, nicht richtig, sie so plumb darauf hinzuweisen.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Komisch, Gucci , ich bin darauf nicht gekommen. Ich schätze Maelys einfach nicht als so nachtragend ein. Ich halte sie für einen direkten Menschen, das ja. Aber eben auch "einfach" uns bodenständig. Sie hat das, glaube ich, nicht nötig, wütend zu sein.

  • Mir hat der 2. Abschnitt auch sehr gut gefallen, die Geschichte hat so richtig Fahrt aufgenommen.


    Ein bewegter, spannender, bewegender und interessanter Leseabschnitt.

    Zu der Frage, ob die Protagonistin Claire und ihre Tante Valérie sympathische oder unsympathische Figuren sind:


    Ich mag sowohl Valerie als auch Claire/Gwenaelle, weil sie sich sowohl frech als auch charmant über die Begrenzungen hinwegsetzen, die für Mädchen und Frauen ja leider auch heute noch überall unsichtbar aufgebaut sind/werden. Wie viele Schranken haben wir Frauen im Kopf, Selbstbegrenzungen, Selbstvorwürfe usw., ohne es so richtig zu registrieren. Ist eine Frau genauso egoistisch und selbstbewusst wie ein gewöhnlicher, halbwegs gut klarkommender Mann, muss sie auch heute noch kritischer gesehen und oftmals auch angefeindet - insbesondere auch von Frauen. Das finde ich sehr traurig, so kommen wir nicht weiter.

    Valérie pfeift auf das traditionelle Frauen-Rollendings und lebt ihr Leben so, wie sie will. Mit Eleganz und Bravour. Aber ihre Schwester ist womöglich zu oft zu brav gewesen und muss sich deshalb jetzt als ihre Feindin aufführen: Sie denkt lauter fieses Zeug über ihre Schwester, ist argwöhnisch... So wie ich das in Erinnerung habe, glaubt sie, dass Valerie sich von einem Mann aushalten lässt oder sogar von mehreren. Also die indirekte Unterstellung, dass Valerie eine Art Edelnutte sei. Das ist heftig. Geht es noch schlimmer? Dass Valérie ihre Schwester eiskalt abblitzen lässt, finde ich gut. Und ich war sehr froh, dass sie Gwen beschützte, als diese von Yvonne beinahe geschlagen worden wäre.

    Sehr interessant finde ich es, dass Valérie ihren Lebensunterhalt durch Putzen verdienen muss, aber keineswegs herumjammert oder Mitleid buhlt. Dass Gwenaelle eine solche Tante als Vorbild und Zweitmutter hat, sehe ich als Glücksfall an, denn ihre depressive und moralinsaure Maman hätte sonst wohl dafür gesorgt, dass Gwen auf ewig mit Schuldgefühlen und tausend Ängsten hätte aufwachsen und leben müssen. "Was Spaß macht, ist verboten" scheint ja Yvonnes' Leitfaden zu sein. Ein schlechter Erziehungsleitfaden. Egal, wie schlecht es einer (trauernden) Mutter geht, sollte sie doch wenigstens darum bemüht sein, ihren Kindern die altersentsprechenden Freiheiten zu lassen, die Kinder/Jugendliche brauchen, und ihnen ein bisschen Spaß zu gönnen.

    Depressive Mütter können sehr schlimme Schäden in den Seelen ihrer Kinder anrichten. Als Jugendliche und Erwachsene richten diese Kinder oft Schuldgefühle oder unterdrückt aggressive Stimmungen, die sie gegen sich selbst richten. Und sie haben ständig Angst, etwas falsch zu machen, irgendwie nicht richtig zu sein - ganz gleich, wie sehr sie sich anstrengen und bemühen. Solch eine Grundeinstellung zu sich selbst wieder loszuwerden ist schwer. Das zeigt sich bei Claire immer wieder, wenn man sich mal ansieht, was sie über sich selbst denkt. Sehr sympahisch finde ich in dieser Hinsicht ihren Chef, der sie bestärkt, statt sie zu deckeln. Ich wage zu behaupten, dass eine seelisch halbwegs gesunde Mutter auch in schwierigen Lebenslagen als Alleinerziehende, dafür sorgen wird, dass ihre Kinder wenigstens mit anderen Menschen glücklich sein können, seien es Freund_innen der Kinder, Verwandte oder Nachbarn. Aber es gibt eben auch gebrochene Frauen, die ihre Kinder nicht lieben können, da sie aufgrund eigener schrecklicher Erlebnisse ihre Gefühle einfrieren/verdrängen oder sogar abtöten mussten/müssen. Eigentlich bräuchten diese Mütter eine Therapie, doch das wird oft so sehr als Stigma empfunden, dass frau es nicht wagt... Sehr schade.

    Also, ich mag Claire und verstehe sie als eine Figur, die das, was sie tut, aus einem tiefen Mangel an Selbst-Wertschätzung heraus tut. Dies ist im Roman nur angedeutet und locker-leicht in Szene gesetzt. So kommt Claire einem manchmal blind für die Bedürfnisse anderer und daher egoistisch vor. Aber so ist das halt, wenn ein Mädchen nur durch massive Rebellion oder Trennung von der Familie in der Lage ist, ein lebenswertes eigenes Leben zu beginnen.

    Dass Claire/Gwen eine empfindsame Seele ist, wird an verschiedenen Punkten herausgearbeitet, z.B. merkt man es daran, dass sie ihre abweisende Schwester Maelys so sein lässt, sie nicht bedrängt, sondern dezent mit Stickern versucht, sich ihr anzunähern. Und dass sie den Frust darüber, dass Maelys sie dennoch nicht beachtet, aushält und nicht sauer wird oder anklagend, also anders, wie es ihre Mutter an ihrer Stelle vielleicht getan hätte.


    Doch das, was Gwen da in ihrem Heimatdorf oder -städtchen anrichtet, indem sie Marie-Jeanne und allen anderen die erfundene Stalker-Geschichte ihres angeblichen Ex-Freundes auftischt, geht mir gegen den Strich (Seite 164/165). Was soll das werden? In einem Dorf solch eine Geschichte in die Welt zu setzen... Sieht sie nicht die Gefahr, dass sie damit böse Geister auf den Plan ruft? Dass es böse Gerüchte geben wird? Dass man sich neugierig fragen wird, wer dieser Stalker-Ex-Freund ist? Dass jeder Mann, mit dem sie in engerem Kontakt zu sein scheint, verdächtigt werden wird... Und alles das nur für eine neue Frisur! Oder eigentlich nur, weil sie Angst hat, dass ihr Chef sie fallen lässt wegen ihrer Lügen.

    Mir war sofort unwohl als ich diese Szene las. So witzig sie andererseits auch sein mag.

    Aber naja, so etwas treibt die Handlung natürlich voran... böse Vorahnungen ließen mich neugierig weiterlesen


    Ich habe mich auf S. 147 gefragt, was Odile da vor Claire verbirgt als sie sich, das Lachen verkneifend, in die Küche flüchtet. Auch mir kommt es nicht so vor, als sei Maelys nicht allein überlebensfähig. Auf die Lösung der Rätsel um Claires kleine Schwester bin ich echt gespannt.

    Ja, an dieser Stelle war ich auch sehr gespannt darauf, wie sich das auflösen wird.

    Es sieht ja eher so aus, als ob Maelys recht gut organisiert ist, wenn der Garten so toll aussieht wie nie zuvor. Zugleich scheint sie aber auch etwas seltsam zu sein... und vielleicht deshalb schutzbedürftig?

    Valéries Prinzipien scheinen tief in Claires Kopf verankert, in den entsprechenden Situationen flüstern sie ihr zu – ich finde das putzig.

    Ja, das empfinde ich auch so.

  • Ich bin noch nicht ganz fertig, habe aber mal hier reingeschaut und bin froh, dass nicht nur ich Claire nicht so sympathisch finde. Sie ist schon sehr ichbezogen bis jetzt, hat wenig Verständnis für ihre Mitmenschen und mogelt sich mit Lügen durchs Leben. Klar ist der Verlust des Vaters für sie nicht einfach, aber einfach so die Brücken ( vor allem zur Schwester) abzubrechen um sich ausschliesslich um sich zu kümmern ist schon heftig, ehrlich gesagt. Und die Schwester, die so enttäuscht wurde von Claire, dann als "Mademoiselle ich-bin-dann-mal beleidigt" hinzustellen, so als ob sie nur mal eine Wimperntusche von der Schwester geklaut hätte...nein, ich mag Claire nicht. Ich bin mal gespannt, ob sich das noch ändert.

  • Der 2. Abschnitt ist gelesen und mir gefällt das Buch weiterhin sehr gut. :)


    Valérie und Claire mag ich sehr gerne trotz der Ecken und Kanten. Für Claire war der neue Name einfach nur ein Weg rauszukommen und sich selbst neu zu erfinden und sich nicht ihrer Trauer stellen zu müssen, die das Familienleben gelähmt hat.

    Wer mir derweil aber grundlegend unsympathisch ist, ist Nicholas. Dieses herrische und von sich sehr eingenommen Verhalten ist nicht meins. Und wie er so arrogant mit seinen Mitarbeitern umgeht, ist nicht schön. Wie gut, dass Claires Bauchgefühl ihr bereits schon zeigt, dass Nicholas nicht der richtige Mann für sie ist. Ich gehe eher davon aus, dass ihr neuer Mann ihr Chef wird. :love:

    Was ist eigentlich eine Wolkenfischerin? Irgendwie habe ich das nicht ganz verstanden, was ihr Vater in ihrem Traum damit meinte. :/

    Die Lügengespinste werden immer verworrener von Claire und nichts scheint richtig zu laufen. Bei Tante Valérie in Paris gab es anscheinend auch Probleme. Ich bin wirklich gespannt, wie das alles aufgelöst wird.

    Maelys scheint nicht wirklich so schlecht alleine zurecht zu kommen, wie ihre Mutter im Krankenhaus das dargestellt hat. Auch hier wird es spannend, ob Claire in Maelys wieder zusammenfinden werden.

    Das Cover finde auch ich übrigens sehr schön.:love:

  • Claire kann wegen ihrer Seekrankheit keine Fischerin wie ihr Vater werden. Also bittet er sie nach Höherem zu streben und stattdessen Wolken zu fischen. ;-) Aber der Titel hat auch noch eine andere Bedeutung, die mit Maelys zu tun hat. Liebe Grüße Claudia

  • Für mich ist Gwenaelle aus reinem, unbewussten Selbstschutz damals bei ihrer Tante Valerie in Paris geblieben. Obwohl sie ihre Heimat liebt, wäre sie nach dem Verlust ihres Vaters dort vermutlich kaputt gegangen. Es ist natürlich sehr schade, dass ihr schlechtes Gewissen, sie so lange davon abgehalten hat, ihre Mutter, Schwester oder ihren Jugendfreund zu besuchen, aber irgendwie verständlich. Irgendwann deckt dann die Zeit diese Unterlassungssünden zu und man stumpft ab, lenkt sich ab, kann sich vormachen, dass es das frühere Leben gar nicht gab. Nicht sehr sympathisch, aber sehr menschlich.


    Warum ihre Mutter die Entfremdung so lange Zeit stumm und ohne Reaktion erträgt, erschließt sich mir allerdings nicht. Nein, ganz stumm nicht, sie schickt ihrer Tochter unpersönliche Geburtstagsgrüße. Ich vermute mal, dass die Mutter zu einem großen Teil, an der Dauer der Entzweiung schuld war. Sie hat es nicht geschafft, ihrer Tochter über den Tod des Vaters zu helfen und sie hat es nicht geschafft, ihrer Tochter zu vermitteln, dass sie sie versteht und ihr verzeiht, dass sie in Paris geblieben ist. Sie zeigt kein Interesse an Gwenaelles Leben, das ist für die Tochter sicher sehr verletzend und das verstehe ich eigentlich nicht.

    Dafür kann es eigentlich nur zwei Gründe geben. Einer wäre, dass sie sich nicht bewusst ist, was sie anrichtet oder dass es ihr tatsächlich egal ist und sie Gwenaelle die Vergangenheit nachträgt, aber ich hoffe, dass es nicht so ist. Die zweite Möglichkeit ist, dass sie denkt, dass Gwenaelle in Paris und in ihrem neuen Leben besser aufgehoben ist und sie ihr dieses Leben nicht mit Heimweh und familiären Verpflichtungen erschweren will. Vielleicht wollte sie keine Ansprüche an ihre Tochter stellen und hat die ganze Zeit geduldig darauf gewartet, dass Gwenaelle von sich aus den Weg zurück findet. Warum sie jetzt nach 19 Jahren allerdings die gehörlose Tochter vorschiebt, um Gwenaelle zurück nach Hause zu locken, dass würde ich gerne erfahren, denn dass das ganze nur vorgeschoben ist, ist für mich sonnenklar.


    Die Männergeschichten mit Sebastian und Nicholas interessieren mich eigentlich nur am Rande. Ich würde gerne lesen, dass diese Familie endlich ihre Vergangenheit aufarbeitet und sich Maelys und Gwenalle wieder annähern. Vielleicht kann Claire dann endlich mit dieser Lügerei aufhören, in der sie sich die Realität so zusammendichtet, wie sie sie gerade braucht.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Ich bin noch nicht ganz fertig, habe aber mal hier reingeschaut und bin froh, dass nicht nur ich Claire nicht so sympathisch finde. Sie ist schon sehr ichbezogen bis jetzt, hat wenig Verständnis für ihre Mitmenschen und mogelt sich mit Lügen durchs Leben. Klar ist der Verlust des Vaters für sie nicht einfach, aber einfach so die Brücken ( vor allem zur Schwester) abzubrechen um sich ausschliesslich um sich zu kümmern ist schon heftig, ehrlich gesagt. Und die Schwester, die so enttäuscht wurde von Claire, dann als "Mademoiselle ich-bin-dann-mal beleidigt" hinzustellen, so als ob sie nur mal eine Wimperntusche von der Schwester geklaut hätte...nein, ich mag Claire nicht. Ich bin mal gespannt, ob sich das noch ändert.

    Das kann ich komplett so unterschreiben. Ich finde Claire auch nicht sehr sympathisch, aber das ist für mich kein Grund, ein Buch nicht trotzdem gut zu finden. Claire hatte tatsächlich 19 Jahre keinen Kontakt zu ihrer Schwester? Ich verstehe, dass sie den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat, sie hat für mich auf ganzer Linie versagt. Sie ist in ihrer eigenen Trauer versunken und hat es nicht verstanden, ihrer Tochter zurück ins Leben zu helfen.


    Für mich ist es auch nur ein Vorwan, dass Maelys nicht alleine bleiben kann. Wahrscheinlich will die Mutter tief in ihrem Inneren die Funkstille zu Claire einfach beenden und schafft es aber nicht, das auch zuzugeben.


    Nicholas finde ich total doof und ich hoffe, dass sich Claire nicht von ihm einlullen lässt.

    Liebe Grüße
    Sabine


    Ich :lesend "Madame Curie und die Kraft zu träumen" von Susanna Leonard

    Ich höre "Sturmvögel" von Manuela Golz

    SuB: 150

  • Besser hätte ich es nicht zusammenfassen können. Danke <3

  • Mir gefällt das Buch, ich finde es interessant zu erfahren, wie es dazu gekommen ist, dass Claire ihr Leben auf so vielen Lügen aufgebaut hat. Claires Idee das Eis zu Maelys zu brechen, indem sie mit ihr backt, ist schon eine gute Idee und hat ja auch funktioniert. Nicolas wird immer unsympathischer wie ich finde, ich glaube nicht, dass die Beiden zusammenkommen.

    Mir gefällt die blumige Sprache, mit der alles beschrieben wird, man kann sich die Szenerien dadurch sehr gut vorstellen.

  • Claire kann wegen ihrer Seekrankheit keine Fischerin wie ihr Vater werden. Also bittet er sie nach Höherem zu streben und stattdessen Wolken zu fischen. ;-) Aber der Titel hat auch noch eine andere Bedeutung, die mit Maelys zu tun hat. Liebe Grüße Claudia

    Von Claires Seekrankheit erfahren wir erst auf Seite 204.;)

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)


  • Immerhin haben wir gleich zu Beginn dieses zweiten Leseabschnittes erfahren, wo der Buchtitel herstammt. Bist Du zufrieden, Claudia, mit diesem kurzen Titel und war er einer Deiner Vorschläge?

    Claudia, willst Du mir noch meine Frage beantworten?

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)