'Die Manufaktur der Düfte' - Seiten 459 - 560

  • Nun ist auch Konrad tot und der erste Weltkrieg hat begonnen. Mein vorher geäußertes Interesse, mal in dieses Zeit wirklich hineinzuschauen, bekommt natürlich arge Dämpfer, wenn ich von Dorle und ihren beiden Brüdern im Keller lese. Obwohl, besser ist es heute auch nicht. So ein Elend gibt es immer noch, teilweise haben wir es lediglich exportiert.


    Für Hans war es unter dem Strich ja fast ein Glücksfall, dass sich seine Frau selbst das Leben nahm. Auch dies konnte eigentlich nur so enden. Aber als dann am Abend des Freispruchs gleich Lisette vor der Tür stand, hatte ich schon befürchtet, dass die Gerichtsverhandlung wieder neu aufgenommen wird. Das hätte ein Indiz zu viel sein können.


    Viktor entwickelt sich ja fast besser als sein Vater. Mit dem beginnenden Krieg kann man nun leider die Biografien nicht einfach so fortschreiben, aber Paula scheint nun seine Frau zu werden. Interessant hätte aber auch eine Verbindung von ihm mit Clara Gruber sein können. Viktor teilt ja Fritz soziales Gewissen, auch wenn es bei beiden kaum zu einer wirklichen Korrektur reicht.


    Ein tolles Buch. Schade, dass nur noch ein Abschnitt kommt.

  • Ein tolles Buch. Schade, dass nur noch ein Abschnitt kommt.

    Das Gleiche habe ich heute Nacht auch gedacht, als ich das Buch zugeschlagen habe. Wenn ich nicht so früh hätte aufstehen müssen, hätte ich wahrscheinlich einfach weiter und immer weiter gelesen.

    In dem Abschnitt ist ja auch sehr viel passiert (ich muss das erstmal ordnen und schreibe später noch etwas dazu).


    Interessant fand ich die Weitsicht der Geschäftsleute (aber auch der Arbeiterbünde), wie furchtbar ein Krieg nicht nur für sie selbst und ihre Geschichte wäre. Und dann die herablassende Art des Kaisers gegenüber diesen "Zivilisten". Jetzt kommt also der Krieg, den er unbedingt wollte. Wer von den jungen Kerlen das wohl überlebt?

  • Zumindest wird wohl die Seifenfabrik nicht überleben, denn die Erinnerungen sind ja von 1921 und klingen eher wie ein Abgesang. Oder aber die potenziellen Erben sterben alle im Krieg und das führte zum Ende? Ich werde es gleich erfahren. ;)

  • Nun ist auch Konrad tot und der erste Weltkrieg hat begonnen. Mein vorher geäußertes Interesse, mal in dieses Zeit wirklich hineinzuschauen, bekommt natürlich arge Dämpfer, wenn ich von Dorle und ihren beiden Brüdern im Keller lese. Obwohl, besser ist es heute auch nicht. So ein Elend gibt es immer noch, teilweise haben wir es lediglich exportiert.

    Da gebe Ich dir Recht. Heute lagern wir das "nach außerhalb" aus und "wundern" uns darüber, dass die Menschen vor diesem Elend fliehen und herkommen. Diejenigen, sie sich so gerne abschotten möchten, vergessen das nur meistens. Das war damals so und ist es heute noch.

  • Oh, xexos, jetzt hast Du auch was gefunden! Natürlich wird der Fritz erst 60, wenn 60 Jahre um sind. Asche auf mein Haupt... das kommt davon, wenn man mit tausend Daten hantiert, irgendwann wird man ganz wirr...


    Und ja, wenn man bereit ist, hinzuschauen , wie andere Menschen in anderen Teilen der Welt leben, dann kommt man genau zu Eurer Schlussfolgerung. Wer kann ihnen verübeln, dass sie raus wollen aus dem Elend, wo sie doch jeden Tag über Internet sehen können, in welch unglaublichem Luxus wir leben.

  • Und ja, wenn man bereit ist, hinzuschauen , wie andere Menschen in anderen Teilen der Welt leben, dann kommt man genau zu Eurer Schlussfolgerung. Wer kann ihnen verübeln, dass sie raus wollen aus dem Elend, wo sie doch jeden Tag über Internet sehen können, in welch unglaublichem Luxus wir leben.

    Ich hatte vor ein paar Tagen erst einen Bericht über Indonesien gesehen, eventuell im Auslandsjournal? Die Menschen arbeiteten auf einer Müllkippe und suchten dort nach Verwertbarem und die Kinder spielten da herum. Wir würden es wohl keine 5 Minuten dort aushalten. Und dann hat die Kamera die Leute nach Hause begleitet. Da lagen ebenso viele Müllsäcke herum wie auf der Müllkippe. Selbst Essensreste wurden von der Müllkippe eingesammelt und noch verwertet. Manchmal einfach länger gekocht und manchmal hatten sie auch Magenschmerzen. Was soll man auch schon machen ohne Alternative? In St. Petersburg wurde in den 40er Jahren ja sogar der Kleister von den Tapeten und alle möglichen Tiere bis hin zu Katzen und Ratten gegessen. <X

  • Da ist Fritz ja ganz schön auf die Nase gefallen, mit den Bacheberles. Eigentlich fragt man sich schon, wozu er sich überhaupt noch irgendwelche Bücher von jemandem zeigen lässt, bisher wurde er dreimal betrogen und hat es dreimal nicht gemerkt, obwohl er die Bücher kontrolliert hatte. :lache

    Ob August das Käthchen trotzdem liebt? Immerhin, sie will weiter zu ihm stehen und er scheint sie ja zumindest nicht schlecht zu behandeln. Sie tut mir schon leid. Die graue Maus, nicht mal besonders klug und dann muss sie später auch noch feststellen, dass der vermeintlich tolle Mann der gut in die Familie passt ein Betrüger ist und auch hier Tilly wieder die Nase vorn hat. Manchen reicht schon weniger um die Geschwister mit Inbrunst zu hassen.


    Als es geheissen hat, Luise übernimmt mal den Schneiderladen hab ich mir gleich gedacht: Mensch, da geht doch kein Mensch hin, das muss Fritz doch klar sein, da muss er sie doch warnen! Er hat da offenbar etwas zu naiv gedacht, vielleicht auch deshalb weil die meisten sich nicht getraut haben ihm gegenüber so direkt zu sein. Ohne Gusti hätte es schlimm ausgesehen. Aber für mich ist sie eh eine der sympathischsten Figuren in diesem Buch und in diesem Abschnitt ganz klar die Helden. :-) Ich hoffe, dass sie durch den Tod ihres Mannes jetzt nicht in Depressionen versinkt oder so.


    Die weitere Entwicklung von Hermine ist wirklich schrecklich, in diesen Zeiten psychisch krank gewesen zu sein ist einfach eine Horrorvorstellung. Hans tat mir sehr leid, er hat sich wirklich bemüht es irgendwie zu schaffen, sie so zu betreuen, dass sie nicht mehr in die Anstalt zurückmuss, da ist ihm die Affäre mit Lisette wirklich verziehen. Wenn der Richter allerdings von dieser Affäre gewusst hätte, dann wäre es das vermutlich gewesen für ihn. Wenn ich mich recht entsinne, stand ja zu der Zeit die Todesstrafe auf Mord, also man hätte ihn vermutlich aufgehängt. In diesem Licht fand ich es ehrlich gesagt unter aller Sau und grob fahrlässig von Lisette sofort im Anschluss vor seiner Tür zu stehen. Hätte sie nicht noch ein paar Monate warten können??? Ich hab ja nur drauf gewartet, dass das noch ein Nachspiel hat. Ne, also da hatte ich wirklich gar kein Verständnis. :rolleyes Wenn man schon so lange aufeinander gewartet hat, reisst's das doch auch nicht mehr raus.


    Die Szene, als Luise endlich ihr Peterle aus seiner Anstalt holen wollte fand ich sehr nahegehend. Man hat ja gemerkt, wie sehr sie sich darauf gefreut hat und dass das ihr Ziel schon so lange Zeit ist. Sie hat sich nicht vorstellen können, dass es für Peterle Stress bedeutet aus seiner gewohnten Umgebung entfernt zu werden, und ich vermute, dass er dadurch, dass er mehr Zeit mit Schwester Veronika verbringt als mit ihr, vielleicht inzwischen diese stärker als Bezugsperson empfindet als die eigene Mutter. Man hat förmlich gespürt wie es ihr das Herz zerrissen hat, aber sie hat begriffen und das getan, was Peterle wollte und ihre eigenen Wünsche hintangestellt. :heul


    Leo tritt in den Hintergrund (was ich sehr schade finde), man hört kaum noch was von ihm, dafür ist jetzt wohl Clara diejenige, die die Fackel des Zorns über die soziale Ungerechtigkeit weiterträgt. Sogar einen Artikel in der Zeitung hat sie rausgebracht. Ich hoffe, dass wir im nächsten (letzten) Abschnitt noch einiges von ihr zu lesen bekommen werden! Und ich hoffe, dass Gustav nicht beim Stehlen für sein Dorle und ihre Brüder erwischt und dann rausgeschmissen wird. Bei dem hat sich ja auch schon die Wut eingenistet...


    Politisch hat sich nicht viel verändert, wenn man Fritz' Beobachtungen als Abgeordneter so liest: "da stritt man um des Streitens willen anstatt gemeinsam sinnvolle Entscheidungen zu treffen." :write


    Das kurze Auftauchen der Kunst- und Boheme-Szene durch die Künstler des blauen Reiter und Paula Goldstein als Vertreterin eines völlig neuen Frauentyps haben einmal mehr die fortschreitenden Veränderungen dieser Zeit aufgezeigt. Ich vermute ja, dass das Buch wohl nicht ganz bis zur Nazizeit geht, ansonsten wäre meine Vermutung, dass Paula da noch übles blühen wird. Ich hoffe, sie mag Viktor aufrichtig und ist nicht eine Femme fatale, die ihn nur zur Unterhaltung benutzt. Im Moment weiß man zur Beurteilung noch zu wenig von ihr.


    Nach der tollen Rede von der Sedanfeier (Blut und Eisen, Soldaten, Krieger, blablabla) ist es schon sehr lustig, nachher in den Bekanntmachungen vom "Friedenskaiser" zu lesen, der ja alles getan hat, um das zu verhindern. Gut, nach allem was ich so bisher über den Kaiser gelesen habe, war es ja wohl wirklich so, dass er zwar gerne und viel mit dem Säbel gerasselt hat (Minderwertigkeitskomplexe etc.), aber beim letzten, unumkehrbaren Schritt ins Zögern gekommen sein soll. Es war klar, dass dieser Abschnitt mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges endet und trotzdem legt sich auf den letzten Seiten ein Gefühl von Beklommenheit über mich.


    Fast ist man versucht zu sagen, gut für Konrad, dass er DAS alles nicht mehr miterleben muss...

    Seine Abschiedsszene im Krankenhaus mit Fritz, als sie zusammen dieses Lied oder Gedicht rezitieren, das war auch einer der sehr rührenden Momente in dieser Geschichte.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Mein vorher geäußertes Interesse, mal in dieses Zeit wirklich hineinzuschauen, bekommt natürlich arge Dämpfer, wenn ich von Dorle und ihren beiden Brüdern im Keller lese. Obwohl, besser ist es heute auch nicht. So ein Elend gibt es immer noch, teilweise haben wir es lediglich exportiert.

    Genau das ist es. Wir haben uns jahrelang weisgemacht, dass es dieses Elend nicht mehr gibt, aber das betrifft eben nur "uns" selber, das passiert jetzt einfach in anderen Ländern, auf den großen Müllhalden, in den Slums, in den Vierteln wo Kinder von Sextouristen für das Geld einer Tasse Kaffee missbraucht werden können. Globalisiertes Elend bräuchte globalisierte Gegenmaßnahmen, nur daran scheitert es offenbar.


    Aber als dann am Abend des Freispruchs gleich Lisette vor der Tür stand, hatte ich schon befürchtet, dass die Gerichtsverhandlung wieder neu aufgenommen wird. Das hätte ein Indiz zu viel sein können.

    Ganz genau, da bin ich immer noch sprachlos, auch wenn ich es schön finde, dass Fritz im Angesicht des Todes seines Bruders begriffen hat (zumindest für den Moment), was doch eigentlich wirklich zählt: Familie, Liebe, für einander da sein.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Dieser Abschnitt ist auch wieder prall gefüllt mit Eindrücken und Erlebnissen - politisch - 1. Weltkrieg, damit verbunden u. a. die Armut, aber auch Neuerungen wie Toilettenpapier, Teebeutel und der erste Zeppelin über Schwabach.


    Die Bacheberles haben die Ribots ganz schön über den Tisch gezogen, aber Käthe hält zu ihrem August und will wegen der Schande keine Scheidung. Was besser wäre/ist, darüber kann man geteilter Meinung sein.


    Luise und ihr Sohn, das fand ich auch sehr bewegend. Er will lieber im Heim bleiben und sie hatte sich so auf ihr Zusammenleben gefreut. Dank Gusti und den cleveren Schachzug bekommt sie jetzt auch Aufträge.


    Viktor wird immer erfolgreicher - ihm gönne ich das von ganzem Herzen! Er versteht sich vor allem auch mit Luise und beschafft ihr den Auftrag für Fußballtrikots. Dann lernt er ein ganz andres Genre mit Paula kennen - Künstler.

  • Durch diesen Abschnitt bin ich nur so geflogen...

    An sich scheint sich ja vieles, wenn auch mit Schwierigkeiten, zum Besseren zu wenden.

    Lousie kann dank Gustis Hilfe doch noch mit ihrer Schneiderei erfolgreich werden und Viktor ist schwer erfolgreich und findet auch eine Frau, für die er sich interessiert.


    Aber dann ist da Hans und seine Frau und ihr Todesfall, der ihn beinahe aufs Schaffott bringt. Dass Lisette gleich nach der Verhandlung bei ihm einzieht, ist tatsächlich recht unüberlegt, aber ich denke, sie hatte einfach das Gefühl lang genug gewartet zu haben. Dass die Familie sie so schneidet tut schon weh. Sehr egreifend fand ich da Fritzens Umarmung auf Konrads Beerdigung.

    Die arme Gusti ist jetzt alleine, aber sie hat ja ihre Familie. Und die Jungs scheinen ja gut zu geraten und als Nachfolger geeignet zu sein.


    Dumm nur, dass jetzt der erste Weltkrieg ausbricht, das wird für die Firma sicher eine schwierige Zeit. Ich hoffe mal der Kredit für das neue Fabrikgebäude bricht der Firma nicht das Genick....



    Mir ist noch was aufgefallen:

    Im Kapitel elf heisst es zweimal Louise, wo es eigentlich Lisette heissen müsste. Da unterhalten sich Lisette undd Hans über den ominösen Brief aus Russland und Lisette stellt wohl die Verbindung zu Viktor her.


    Wobei? Wann haben sich Lisette und Viktor denn kennengelernt? Ich hab nur in Erinnerung, das Lisette ihn kennenlernen wollte.....

  • Als es geheissen hat, Luise übernimmt mal den Schneiderladen hab ich mir gleich gedacht: Mensch, da geht doch kein Mensch hin, das muss Fritz doch klar sein, da muss er sie doch warnen!

    Hi Paradise,

    wie soll denn der arme 19.- Jahrhundert-Mann Fritz wissen, wie Frauen ticken, wenn´s um ihre Klamotten geht? Da hat sich der Kerl noch nie im Leben Gedanken drüber gemacht...

    Im Kapitel elf heisst es zweimal Louise, wo es eigentlich Lisette heissen müsste. Da unterhalten sich Lisette undd Hans über den ominösen Brief aus Russland und Lisette stellt wohl die Verbindung zu Viktor her.


    Wobei? Wann haben sich Lisette und Viktor denn kennengelernt? Ich hab nur in Erinnerung, das Lisette ihn kennenlernen wollte.....

    Das mit Luise und Lisette ist mir auch schon aufgefallen und ich hab dem Verlag die Korrektur ans Herz gelegt.

    Und Luise weiß - so hab ich mir das gedacht - selbstverständlich von Viktor. Fritz und sie haben so eine vertrauensvolle Beziehung, dass er ihr von ihr erzählt hat. Das wollte ich nicht extra ausarbeiten...

  • Hi Paradise,

    wie soll denn der arme 19.- Jahrhundert-Mann Fritz wissen, wie Frauen ticken, wenn´s um ihre Klamotten geht? Da hat sich der Kerl noch nie im Leben Gedanken drüber gemacht...

    Ja gut, es gibt ja auch heute noch Männer die behaupten, Frauen wären völlig unverständlich und unberechenbar. Ts. :chen

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Wieder ein sehr emotionaler Abschnitt. Fritz geht nun auf die 60 zu und hat sein Glück mit Luise gefunden, wenn auch nicht offiziell. Lieder kann Luise ihren Peterle nicht zu sich holen, trotz der schönen neuen Wohnung. Er würde das einfach nicht verkraften, wie man bei dem Versuch ihn aus seiner gewohnten Umgebung zu reissen, traurigerweise festellen muss. Was für eine tolle Mutter ist Luise, und wie sehr muss sie ihr Kind lieben um das einzusehen und ihn schweren Herzens doch dort zu lassen.


    Dann kommt auch noch der Krieg und Konrad stirbt an Magenkrebs, das ist doch auch traurig.


    Ganz schlimm fand ich die Geschichte mit Hermine, bitter das es für sie keine Hilfe kam. Und das man dann auch noch Hans des Mordes an ihr beschuldigt, macht mich wirklich fassungslos. Gut, das er dann doch noch freigesprochen wird. Schön, das auch die Liebe zwischen ihm und Lisette noch eine Chance hat, nachdem Lisi sich von Eduard getrennt hat. Auch wenn alle das für einen Skandal halten, letztendlich sieht auch Fritz es anders und macht einen Schritt auf seine Schwester zu.


    Was für eine emotionale Zeitreise ist dieses Buch, ich finde es einfach nur wundervoll, auch wenn ich relativ viel Zeit zum Lesen brauche. Das ist keine Story für nebenbei !

  • Ich mag dieses Buch wirklich sehr, sehr gerne und bin immer ein wenig traurig, wenn ich nicht so zum lesen komme, wie gedacht. Aber nun habe ich auch nur noch einen Abschnitt vor mir und ich fiebere dem Ende schon entgegen.


    Ich möchte zum Inhalt gar nicht mehr so viel sagen, es ist alles wichtige bereits gesagt worden. Eingehen möchte ich nur noch mal auf die Konzeption des Romans, auch dieser Abschnitt setzt sich wieder aus extrem vielen Schauplätzen zusammen, es treten auch in diesem Abschnitt noch neue Figuren auf, andere scheiden dafür aus. Lebenserinnerungen, Erzählungen, Briefe, Zeitungsartikel etc. runden für mich das Gesamtbild mehr als stimmig ab. Die erwähnten kleinen Fehler kann ich gerne verzeihen, denn auch mit diesen kleinen Unkorrektheiten ist der Roman in sich stimmig und gibt ein gutes Sittengemälde seiner Zeit wieder.


    So, und jetzt auf zum letzten Abschnitt...

  • Es bringt richtig Spaß dieses Buch zu lesen! Und es passiert in jedem Abschnitt so viel!


    Konrads Tod fand ich sehr traurig und Fritz hatte damit sicher nicht gerechnet. Jetzt ist er der letzte der drei Brüder, die damals die Firma übernommen haben und der Weg für die jüngere Generation ist frei...



    Viktor entwickelt sich ja fast besser als sein Vater. Mit dem beginnenden Krieg kann man nun leider die Biografien nicht einfach so fortschreiben, aber Paula scheint nun seine Frau zu werden. Interessant hätte aber auch eine Verbindung von ihm mit Clara Gruber sein können. Viktor teilt ja Fritz soziales Gewissen, auch wenn es bei beiden kaum zu einer wirklichen Korrektur reicht.


    Ein tolles Buch. Schade, dass nur noch ein Abschnitt kommt.

    :write Viktor ist eine meiner Lieblingsfiguren in dem Buch!



    Die Szene, als Luise endlich ihr Peterle aus seiner Anstalt holen wollte fand ich sehr nahegehend. Man hat ja gemerkt, wie sehr sie sich darauf gefreut hat und dass das ihr Ziel schon so lange Zeit ist. Sie hat sich nicht vorstellen können, dass es für Peterle Stress bedeutet aus seiner gewohnten Umgebung entfernt zu werden, und ich vermute, dass er dadurch, dass er mehr Zeit mit Schwester Veronika verbringt als mit ihr, vielleicht inzwischen diese stärker als Bezugsperson empfindet als die eigene Mutter. Man hat förmlich gespürt wie es ihr das Herz zerrissen hat, aber sie hat begriffen und das getan, was Peterle wollte und ihre eigenen Wünsche hintangestellt. :heul

    Luise ist hier wirklich eine sehr starke und tolle Frau! Wie sie die ganze Zeit immer ihren Peterle besucht hat, und dann, als sie ihn endlich zu sich holen möchte ihn doch wieder zu seiner Schwester Veronika bringt ist wirklich toll von ihr. Sie stellt ihre Bedürfnisse hintendran und macht das, was am besten für ihren Sohn ist.