'Die Zarin und der Philosoph' - Seiten 345 - 414

  • Der blutige Volksaufstand von Pugatschow ist beendet, dafür sorgt jetzt Sonjas Reise durch Russland für Unruhe.

    Sehr mutig von Sonja, das zu veröffentlichen, aber auch ziemlich blauäugig, zu glauben, dass nicht rauskommt, dass sie es geschrieben hat.

    Ich kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass die Zarin Sonja töten lassen würde ...

  • Es war schon sehr interessant wie es dieser falsche Zar putgaschwo , verstand die Menschen zu manipulieren und für ihn und seine Sache zukämpfen. Aber diese blutige Revolution wurde von den getreuen Soldaten der Zarin niedergeschlagen.

    Auch Soja, versteht es einige Menschen für ihre Sache zu gewinnen, sogar der Treue Dimitri, bewundert sie für ihren scharfen Politischen Blick. Sonja ist auch eine Rebellin, mit ihrem angeblichen Reisetagebuch, das in Wirklichkeit voller Politischen Zündstoffes ist.

    Und Stephan ist ihren Fängen erlegen, eine Frau die weiß was sie will und es auch zum größten Teils bekommt. Sonja ist eine gefährliche Gegnerin für die Zarin.

    „ Ich will, das die Menschen aufstehen und sich wehren und das die Zarin gezwungen wird, die Alleinherrschaft aufzugeben.“

    Ich fand Katharina bewies doch schon milde beim Todesurteil bei Putgashwo.

    Was ich gut fand das Johanna endlich ihren eigenen Weg geht, Galerie, eigene Wohnung und Boris. Ich finde die beiden hätten es Verdient glücklich zu sein.

    Denis Diderot verlässt krank und gedemütigt Russland, die es wirklich von Herzen bedauert ist Johanna, sie hatte in ihm einen väterlichen Freund gefunden.

    Das Sonja Buch solche Wellen schlägt war nicht verwunderlich, nur das Dimitri sich als Verfasser ausgibt, war mehr als mutig, denn er deckt damit Sonja. Das Buch musste ja Katharina eines Tage in die Hände fallen.

    Sonjas ist aufgeflogen, das Stephan Angst um ihr Leben hat, das habe ich auch, der Liebling der Zarin hat Hochverrat begangen , ich bange auch um ihr Leben.

    Ich war erleichtert das Boris aus diesem Zirkel Ausstieg, und endlich die Reisleine zog.

    „Lesen heißt durch fremde Hand träumen.“ (Fernando Pessoa)

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  • Ein aufregender Leseabschnitt, in dem viel geschehen ist.

    Mein Liebling ist hier definitiv Darja gewesen, eine tolle Frau, Andrej kann sich glücklich schätzen sie zur Gefährtin zu haben <3. Ich hoffe sehr, die beiden kommen zurecht und haben eine Zukunft in diesem verlassenen Gutshof, in dem sie jetzt leben.


    Auf Seite 348 hast du ganz wunderschön in Worte gefasst, was eine echte Partnerschaft ausmacht, liebe Tina ."...ein Mann, der sie in ihrem künstlerischen Wirken unterstützte, der sie zu anderen Zeiten schwach sein ließ und ihr Wärme schenkte, wenn das Leben sie frösteln machte...." Boris hat sich wirklich "rausgemacht", wenn man bedenkt wie schwach er zu Anfang rüberkam. Aber diese Schwäche ist sicher zum großen Teil seiner Kindheit und Jugend geschuldet, die von der Dominanz und Härte seines Vaters geprägt war. Umso bemerkenswerter, dass er die Kraft gefunden hat, sich davon zu befreien und seinen Weg zu gehen. Ja, Boris hat sich großartig entwickelt, das hätte ich ihm so nicht zugetraut.


    Auch hier ist die ambivalente Persönlichkeit Katharinas deutlich zu spüren. Einen dieser vielen Aspekte ihres Charakters bringt Diderot auf den Punkt (S. 347) "..., denn mein Besuch im Winterpalast erlaubt der Zarin, sich fortschrittlicher zu fühlen, als sie wirklich ist." Sie hängt stets zwischen Wunsch und Wirklichkeit, manchmal treu und auch mitfühlend, dann wieder menschenverachtend.

    Dass sie mit Pugatschow relativ gnädig verfährt, spricht wieder für ihre guten Seiten.


    Und Stephan ist ihren Fängen erlegen

    Das finde ich jetzt eine etwas einseitige Sichtweise.

    Nach meinem Empfinden befinden sich die beiden durchaus auf Augenhöhe, gerade was ihre Beziehung angeht :grin.


    Sonjas "Reisebericht" schlägt ein wie eine Bombe. Nun bin ich echt gespannt, wie diese Sache ausgehen wird. Nachdem Buch drei mit Vergebung überschrieben ist, hoffe ich mal auf eine solche :). Denn tief in ihrem Herzen weiß Katharina, dass sie da eine kleine Revoluzzerin an ihrem Busen genährt hat (um es mal poetisch auszudrücken :lache) und sie liebt sie dennoch aus vollem Herzen.

  • Hach wie schön, Wochenende, tolles Wetter und Zeit zum Lesen. :-]


    Diderot verlässt desillusioniert Russland. Ich hoffe, dass er heil zu Hause ankommt (bzw. angekommen ist, werde ich im Anschluss glaub ich mal googeln). Im ersten Moment hatte ich direkt den Eindruck, dass Kathrina ihn rausgeschmissen hat oder so. Aber er hat wohl sein Werk beendet und sein Unterhaltungswert ist abgenutzt.

    Johanna geht den (beinahe) letzten Schritt in ihrer Beziehung mit Boris. Ich wünsche ihr viel Glück mit ihm, sie hat es verdient. Aber noch ist der Roman nicht zu Ende und falls Boris etwas passieren sollte ... Noch bange ich.


    Der Abschnitt mit Andrej und Darja war großartig. Die Zerrissenheit zwischen Loyalität und Liebe, seine Unfähigkeit mit der Freiheit etwas anzufangen verbunden mit den Schuldgefühlen (und vermutlich einer Art posttraumatischem Stresssyndrom durch die schrecklichen Dinge die in den Schlachten passiert sind) war so eindrücklich geschildert. Was hat er für ein Glück Darja zu haben, die ihn nicht im Stich lässt und mit ihrer anpackenden Art erst mal alleine alles stemmt, bis er schließlich selbst wieder soweit ist. Und wenn er es gar nicht schafft selbstständig sein Leben zu bestimmen, so wird das wohl Darja auch für ihn übernehmen. Könnte schlimmer sein. Ich hoffe, von den beiden nichts mehr in diesem Buch zu lesen (weil ich dann annehme, dass sie viele kleine Kinder bekommen und so glücklich wie möglich bis ans Ende ihrer Tage auf dem Bauernhof leben konnten :grin )


    Sonja veröffentlicht also endlich ihr brisantes Manuskript. Immerhin wird in diesem Abschnitt ein bisschen mehr über die Hintergründe der Entstehung erzählt, man hat ja von den Reisen der Zarin bisher nur kurz zusammengefasst in wenigen Sätzen erfahren und wie Sonja sich gefühlt hat über all die Jahre, wie die Abneigung gegen die ganze Gesellschaft sich langsam aufgebaut hat. Es wäre vielleicht schön gewesen, davon auch während der jeweiligen Abschnitte etwas mehr zu lesen, so kommt die Tiefe der Gefühle von Sonja (wie im letzten Abschnitt geschildert) doch etwas überraschend. Es sei denn natürlich, es sollte bewusst eine Überraschung für den Leser sein.


    An einigen Stellen merkt man dann eben trotz aller vermeintlicher Abgeklärtheit des Wunderkindes Sonja, wie jung sie ist. Als Dmitri ihr ganz klar in's Gesicht sagt "Du willst sie auf dem Schafott sehen" zögert sie und wird blaß. Hat sie allen Ernstes (auch in Anbetracht des sehr blutigen Aufstandes der gerade erst niedergeschlagen wurde) nicht mit dieser möglichen Folge gerechnet? Verdrängt sie es? Oder nimmt sie es am Ende vielleicht sogar in Kauf, für das große Ganze? Was mir vor allem auffällt ist, dass Sonja nicht weniger manipulativ mit den Männern in ihrem Umfeld umgeht als Katharina. Nun, sie hat wohl von der Besten gelernt. Und Marija hat alles(?) mit angehört...

    Und dann verplappert sich Dmitri auch noch in der Herrenrunde und jetzt wissen sie, dass das revolutionäre Werk von Sonja ist. Stephan ist geschockt und will Sonja in Sicherheit bringen. Ob ihm da wirklich gelingen wird? Werden sie Boris tatsächlich dazu bringen mit ihnen für das Werk gerade zu stehen? Man hat ja schon das Gefühl, dass Lorenz verletzte Eitelkeit und Vergeltungssucht sich nach Boris' Abwendung von ihm endlich Weg bahnt.


    Das was man dazwischen noch von Grigori hört ist richtig gruslig. Was für eine schreckliche Krankheit...


    Wie ich schon geschrieben habe, kenne ich die Geschichte von Katharina nicht, daher weiß ich auch nicht, ob es jetzt tatsächlich zu einer Revolution in St. Petersburg kommt oder ob sie das ganze im Keim ersticken wird. Ich bin sehr gespannt wie alles endet.


    Könnte sie Sonja wirklich töten lassen? Pffff.... schwierige Frage. Katharina hat schon viele Menschen töten lassen, aber Sonja liebt sie wie ein eigenes Kind (oder wie in ihrem Fall sogar mehr als die eigenen Kinder). Da schmerzt der Verrat natürlich doppelt. Hat sie sich soweit im Griff, dass sie einfach nur leere Enttäuschung empfindet und Sonja irgendwohin in ein Kloster verbannt oder wird sie als Aufrührerin und Hochverräterin geköpft?

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Boris hat sich wirklich "rausgemacht", wenn man bedenkt wie schwach er zu Anfang rüberkam. Aber diese Schwäche ist sicher zum großen Teil seiner Kindheit und Jugend geschuldet, die von der Dominanz und Härte seines Vaters geprägt war. Umso bemerkenswerter, dass er die Kraft gefunden hat, sich davon zu befreien und seinen Weg zu gehen. Ja, Boris hat sich großartig entwickelt, das hätte ich ihm so nicht zugetraut.

    Mir war beim Schreiben schon klar, dass Boris anfangs so ein bisschen wie ein Warmduscher rüberkommt :-) Und in vielen Schreibratgebern heißt es: "Vermeiden Sie schwache Figuren!" Ich will aber nicht nur Helden und Grobiane, ich will auch die Sanften, die Leisen, und ich lasse sie dann im Lauf des Geschehens gerne zur Höchstform auflaufen, um die Leser zu überraschen. Schön, wenn das bei dir ankommt, Lumos!



  • Paradise Lost Auf Sonjas Jugend habe ich ganz bewusst hingewiesen. Sie ist keine abgebrühte Aufrührerin, sondern eine noch sehr junge impulsive Erwachsene, die in vielen Belangen erst handelt, dann denkt. Schön, dass dir das aufgefallen ist!


    Die Szenen mit Darja und Andrej habe ich auch sehr gern geschrieben, und ich kann gut verstehen, dass einem die beiden ans Herz wachsen. Ich lasse sie mal in Gedanken ein friedliches Leben mit vielen kleinen Kindern führen und breite ansonsten den Mantel des Schweigens über sie. Aber - wer weiss? Vielleicht tauchen ihre Kinder oder Enkelkinder in einem nächsten Roman aus St. Petersburg auf :-)

  • ch kann mir aber trotzdem nicht vorstellen, dass die Zarin Sonja töten lassen würde ...

    Wenn es darum geht, sie oder ich, dann wird Katharina sicherlich auch das in Erwägung ziehen. Wenn sie von Sonja tief enttäuscht ist und wütend auf sie, dann kann sie das sicher auch vor sich selber rechtfertigen und vor anderen muss sie es ja eh nicht. So empfindet sie im tiefsten Innern sicher.


    Sonja geht es ja irgendwie ähnlich. Sie kann auch trotz aller Dankbarkeit nicht anders.

  • Auch hier ist die ambivalente Persönlichkeit Katharinas deutlich zu spüren. Einen dieser vielen Aspekte ihres Charakters bringt Diderot auf den Punkt (S. 347) "..., denn mein Besuch im Winterpalast erlaubt der Zarin, sich fortschrittlicher zu fühlen, als sie wirklich ist." Sie hängt stets zwischen Wunsch und Wirklichkeit, manchmal treu und auch mitfühlend, dann wieder menschenverachtend.

    Dass sie mit Pugatschow relativ gnädig verfährt, spricht wieder für ihre guten Seiten.

    Das hast du gut zusammengefasst, Lumos. Und du triffst genau mein Gefühl. Katharina hat von sich eine ganz andere Außenansicht, als wir sie haben. Sie hält sich für fortschrittlich, großmütig, weltoffen. Aber eigentlich ist sie vor allem egoistisch und omnipotent und wer ihr an den Karren fahren will, sollte sich in Acht nehmen.

  • Mir war beim Schreiben schon klar, dass Boris anfangs so ein bisschen wie ein Warmduscher rüberkommt :-) Und in vielen Schreibratgebern heißt es: "Vermeiden Sie schwache Figuren!" Ich will aber nicht nur Helden und Grobiane, ich will auch die Sanften, die Leisen, und ich lasse sie dann im Lauf des Geschehens gerne zur Höchstform auflaufen, um die Leser zu überraschen. Schön, wenn das bei dir ankommt, Lumos!

    Das ist dir bei Boris perfekt gelungen. Nur starke mehr oder weniger perfekte Figuren wären doch totlangweilig.

  • Ich denke, der Auszug aus dem Elternhaus hat Boris gut getan und ihn nach und nach darin bestärkt, seinen eigenen Weg zu finden. Die Abnabelung aus dem Zirkel war sicher eine gute Entscheidung. Und in Johanna hat er eine Gleichgesinnte und die große Liebe gefunden. Bleibt nur zu hoffen, dass Stephan und Johanna sich endgültig trennen. Denn auch Stephan hat in Sonja die Liebe seines Lebens gefunden.


    Puh, um Sonja habe ich schon ein bisschen Angst. Da hat Dimitri sie ja ziemlich in die Bredouille gebracht. Aber wahrscheinlich wäre Sonja früher oder später sowieso als Verfasserin der „Reise durch Russland“ enttarnt worden. Katharinas Reaktion kann ich überhaupt nicht einschätzen. Zwar liebt sie Sonja, aber Sonja könnte ihr auch noch brandgefährlich werden. Und zu oft hat Katharina bisher ihre Kaltblütigkeit unter Beweis gestellt...

    Dass Stephan schockiert darüber war, kann ich mir gut vorstellen. Eigentlich hätte ich erwartet, dass seine Enttäuschung noch viel größer ausfällt. Ich bin wirklich gespannt, wie das Ganze noch ausgeht.

  • Das hast du gut zusammengefasst, Lumos. Und du triffst genau mein Gefühl. Katharina hat von sich eine ganz andere Außenansicht, als wir sie haben. Sie hält sich für fortschrittlich, großmütig, weltoffen. Aber eigentlich ist sie vor allem egoistisch und omnipotent und wer ihr an den Karren fahren will, sollte sich in Acht nehmen.

    Das stimmt, letztendlich aber muss auch das natürlich wieder im zeitlichen Rahmen gesehen und mit anderen Herrschern verglichen werden. War Katharina denn wirklich so viel anders als z.B. das französische Königshaus, immerhin ein europäisches? Die Revolution steht dort schon in den Startlöchern wie wir wissen, nur noch wenige Jahre. Es gab zwar keine Leibeigenschaft mehr, aber ich glaube für die Hungernden war das nur ein marginaler Unterschied.

    Es geht Katharina hauptsächlich um die Außenansicht, der Meinung bin ich auch, nichts desto trotz sieht sie sich auch selbst in dieser Rolle von "Mütterchen Zarin" das seine Kinder anleiten muss, zu ihrem eigenen Besten. Immerhin geht es ihr nicht nur um eigene Reichtümer und Amüsement, sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und möchte auch aktiv etwas ändern. Ich behaupte mal, es gab und gibt wohl auch viel schlechtere Staatsoberhäupter auf der Welt als Katharina.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Wenn sie von Sonja tief enttäuscht ist und wütend auf sie

    Ich glaube nicht, dass so kurzfristige Gefühle wie Wut für Katharina ausreichend sind. Heißblütig ist sie eher nicht, es muss schon eine nachhaltige Enttäuschung sein und der- oder diejenige danach nicht mehr in ihre Pläne passen.


    Aber eigentlich ist sie vor allem egoistisch

    Katharina kommt mir kein bisschen egoistisch vor. Sie hat nach meinem Verständnis immer nur das Wohl Russlands im Sinne, ist aber bei ihren gewählten Maßnahmen durchaus totalitär.

  • Katharina kommt mir kein bisschen egoistisch vor. Sie hat nach meinem Verständnis immer nur das Wohl Russlands im Sinne, ist aber bei ihren gewählten Maßnahmen durchaus totalitär.

    Ich glaube, Katharina macht da keinen Unterschied. Sie denkt, sie ist gut für Russland und sie weiß, was Russland gut tut. Egoistisch ist vielleicht wirklich der falsche Ausdruck. Omnipotent ist sie allemal.

  • Omnipotent ist sie allemal.

    Das auf jeden Fall. So wie seit Jahrhunderten das Herrschersystem in der Welt aufgebaut war, wurde dies aber auch von den vielen Herrschern und Päpsten erwartet. Das machte ja bestimmt auch die besondere Aura aus, die sie umgab. Und ... ist das heute in vielen Büroregimentern nicht immer noch so? ;)

  • Ein spannender Abschnitt, in dem einiges in Gang kommt. Jetzt bin ich schon sehr gespannt, wie es ausgeht! Andrej und Darja haben wirklich großes Glück, dass sie heil aus der Nummer herausgekommen sind. Ich hoffe auch sehr, dass sie es schaffen werden! Sonja sehen wir hier von einer kindlich-naiven Seite, die mich überrascht hat. Obwohl sie sieht, was sich um sie herum abspielt, scheint sie sich selbst für unantastbar zu halten. Wie gut, dass sie Stephan hat!

    Es wird wirklich höchste Zeit, dass sich Stephan und Johanna endgültig trennen! Aber ich finde es schön, dass sie das Ganze so ohne Drama schaffen und trotzdem in höflichem Kontakt miteinander bleiben können.

    It’s not enough for the phrases to be good; what you make with them ought to be good too. - Aldous Huxley

  • Wieso werde ich den Verdacht nicht los, das Diderots Zeit in Russland nicht so positiv verlaufen ist, wie er sich das erhofft. hat? Das er krank die Heimreise antritt, ist, glaube ich, nur eine Nebenbemerkung. Das ganze, was eigentlich als so schön vorgegeben wurde, Diderot und die Zarin, die Enzyklophädie etc. etc. war irgendwie von Sender und Empfänger gleichermaßen falsch verstanden worden. Ich vermute, Diderot wird sich zeit seines restlichen Lebens nicht gerade gerne an diese Zeit erinnern.


    Stephan und Johanna - eine Geschichte die so langsam zu einem klaren Ende kommen sollte. Beide leben ihr eigenes Leben, beide haben sich neu orientiert - heute würde man sagen, man trennt sich, lässt sich scheiden und gut ist, aber zur damaligen Zeit scheint diese Denke noch gar nicht präsent zu sein. Hier bin ich dann doch froh, das sich die Welt weiter entwickelt hat und niemand mehr in so einer Art von Ehe gefangen bleiben muss.


    Diese Nebengeschichte mit Darja und Andrej finde ich bezeichnend. So erfährt man auch etwas von den Menschen außerhalb des Dunstkreises der Zarin.


    Was für mich ungewöhnlich war ist die Tatsache, das der Hof fast das ganze Jahr auf Reisen war; entweder zur Besichtigung des Landes, oder vom Winterpalast in den Peterhof und zurück. Das muss doch ein riesengroßer logistischer Aufwand gewesen sein, wenn man sich vor Augen hält, wie einfach damals alles war, wie wenig auf die Schlitten/Fahrzeuge passte -im Gegensatz zu heute mit den entsprechenden Transport-Fahrzeugen.


    Das Sonja so eine Rebellin ist, hätte ich nicht erwartet. Das sie Rebellion übt, das sie einen starken Willen bzw. eine starke eigene Meinung hat, hat sich ja bereits mehrfach gezeigt, aber das???

  • Das muss doch ein riesengroßer logistischer Aufwand gewesen sein,

    Ist ja egal, wenn man über genug Leute verfügt, die das alles machen. Katharina konnte mal so eben 3000 Leibeigene verschenken, da wird sie schon ausreichend Personal für diese Hin- und Herzieherei haben. Und ganz nebenbei ist so für die auch gesorgt und diese Leute sind nicht arbeitslos und müssen betteln.