'Tage des Lichts' - Seiten 001 - 079

  • Der erste Abschnitt besteht für mich aus vielen Wiederholungen was Ruths Lebensweg anbelangt. Und sie putzt, und hofft, dass ihre Papiere rechtzeitig übermittelt wurden. Mir erscheint Ruth als eine sehr traurige und hoffnungslose Person, trotz ihrer Tatkraft ist sie doch kurz vorm zusammenbrechen.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • So, ich bin jetzt auch dabei. Mir hat der Einstieg gut gefallen, die Wiederholungen haben mich nicht gestört. Ich konnte es auch gut nachvollziehen, warum Ruth immer wieder an die Vergangenheit gedacht hat, schliesslich hat sie jetzt alles getan, um ihre Familie nachzuholen und kann jetzt nur abwarten. Kein wunder, dass sie da dauernd an die Vergangenheit denken muss.


    Glücklicherweise ist Freddy Sanderson ja auf ihrer Seite, Olivia ist ja wirklich eine ätzende Frau. Hohe Ansprüche, aber selber nicht bereit auch nur ansatzweise was zu tun. Ich fand es schon frech, dass sie Daisy zum Wursten herbeordert und dann über Nacht verschwindet. Empathie ist tatsächlich ein Fremdwort für sie. Ich fand es toll, dass Daisy sich um Ruth gekümmert hat, das hat sie in dem Moment auch einfach gebraucht.


    Ich hoffe mal, dass Ruth jetzt bald Nachricht bekommt und Olivia nicht gleich wieder loskeift, wenn sie heimkommt.


    Ich hoffe ja auch sehr, dass Ruth ein wenig zur Ruhe kommen kann, wenn ihre Familie nach England kommt. Wobei wir glaube ich auch die Angst in England vor dem Krieg unterschätzen, schliesslich wissen wir ja, wie es ausgeht.

  • Heute darf ich nun das Leserundenbuch anfangen! Ich habe für mich noch einmal das letzte Kapitel vom zweiten Band gelesen und dann beim Aufschlagen des aktuellen Buches gemerkt, dass die Ereignisse hier gleich weiter beschrieben werden. So fand ich noch schöner, dass ich Ruths ganzen Tag im Bloomsbury House miterlebt hatte.


    Freddy Sanderson hatte ich aus dem Band zwei natürlich auch gut in Erinnerung behalten, hier in den ersten drei Kapiteln setzt sich dies Gefühl fort und ich hoffe, Ruth kann solange sie will auf seinem Hof in Ruhe leben. Ich wünsche ihm natürlich auch seine kleine Tochter Jill ins Haus, aber dass Olivia irgendwie aus seinem Leben verschwindet. Daisy Norton tut Ruth auch gut, eine ältere Freundin an ihrer Seite zu haben, die sie einfach nur mal in den Arm nimmt und auch Freddy hilfreiche Ratschläge geben kann.


    In diesem Abschnitt lässt mich Ulrike zumindest viel über die Wurstherstellung erfahren. Schritt-für-Schritt, recht nachvollziehbar, doch einfach schön zu lesen, wie Daisy die junge Ruth anleitet und ihr Anerkennung ausspricht, wie gut sie sich schon im englischen ausdrücken kann, wie geschickt und wissbegierig sie ist.


    Ich hoffe natürlich, dass Ruth bald erfährt, ob die Papiere ihren Vater vor Dachau bewahren und wann und wie ihre Familie ausreist und zu ihr kommt.


    Sagt mal, die Geschichte von dem Einbrecher, der Spitz durch den Brieföffnereinstich das Augenlicht nimmt, wurde diese schon in einem Vorgänger geschildert? Ich konnte mich nicht daran erinnern.


    Meine Augen haben allerdings auch für eine Neuauflage Rechtschreibkorrekturvorschläge entdeckt:

    Seite 39, Zeile 2, es sein denn, es müsse sein

    Seite 41, Zeile 13, setzte einen goßen Topf auf

    Seite 50, letzter Absatz, an Schweinefleisch

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Ja, dafür ist es vermutlich auch da. Für mich ist es manchmal etwas zu viel. Aber ich mag Reihen auch nur komplett lesen oder gar nicht.

    Nicht jeder liest Reihen komplett oder steigt in Band eins ein. Ich finde es auch für mich immer sehr hilfreich, Altes nochmal aufzuarbeiten, zu wiederholen. Man möge es mir verzeihen.

  • Ich habe nun auch mit dem Buch angefangen und mir hat es gut gefallen, dass es so direkt an den Vorgängerband anschließt...………….

    Die teilweisen Rückblenden fand ich auch passend eingebaut.


    Zu Guccis Frage:

    "Sagt mal, die Geschichte von dem Einbrecher, der Spitz durch den Brieföffnereinstich das Augenlicht nimmt, wurde diese schon in einem Vorgänger geschildert? Ich konnte mich nicht daran erinnern."


    So ging es mir auch, mir kam das auch neu vor.

    Der arme Spitz.:cry


    Olivia ist weiterhin unmöglich, was für eine Frau!

    Zum Glück ist Freddy ganz anders.


    Ich hoffe natürlich auch sehr, dass Ruth bald Nachricht von ihrer Familie erhält.

    Das Warten ist sicher unerträglich und selbst die starke Ruth kann es bald nicht mehr aushalten...…..


    Zum Thema Schlachten und Wursten:

    ja, das ist sehr gut beschrieben.

    Ich kenne manches aus meinen Kinderzeiten aus eigener Erfahrung - aber heute bin ich Vegetarierin und kann mir das so gar nicht mehr vorstellen...………:lache

  • Ach, wie schön es ist, wieder zu Ruth zurückzukehren! Ruth istso wie ich sie in Erinnerung habe, stark und unerschütterlich! Es ist so bewundernswert, wie sie ihre Situation meistert. Sie hat sich wahnsinnig gut dem Leben auf dem Bauernhof angepasst - was für eine enorme Leistung! Diese ganze bisher unbekannte und körperliche Arbeit zu erlernen und dann zumindest zu Freddys Zufriedenheit auch auszuführen, dabei die ständige Angst um das Leben ihrer Familie...

    Mit Freddy hat Ruth viel Glück. Er ist ein verständnisvoller Mann, der aber leider in einer unglücklichen Ehe gefangen ist. Olivia ist für Ruth weniger ein Glückgriff, wobei ich sie im direkten Zusammenspiel mit Ruth bisher als nicht furchtbar rüde erlebt habe. Ein wenig empfinde ich auch Mitleid für Olivia. Heutzutage hätte sie ihr Kind sicherlich alleine groß gezogen, aber durch die Schwangerschaft mussten Olivia und Freddy sich zusammen tun. Es ist immer schade, wenn eine Ehe durch solche Zwänge zustande kommt und die gegenseitige Zuneigung und der Respekt verloren geht.


    Daisy ist ebenso ein Glücksgriff für Ruth. Ich hoffe, dass es kein einmaliger Freundschaftsdienst war,sondern die beiden noch enge Freundinnen werden können. Ruth kann eine solche auf jeden Fall gut gebrauchen, denn ich fürchte noch sehr um ihre Familie.


    Dass Karl jetzt in Dachau ist, hat mich sehr erschüttert. Ruth hat bereits geschildert, wie wenig er für körperliche Arbeit gemacht ist. Dann ständig "Arbeit macht frei" lesen zu müssen, ist sicherlich auch hart.


    Von Ilse und Martha wissen wir noch gar nichts... Ich hoffe, es geht den beiden gut soweit und es kommt noch zu einem Wiedersehen!

  • Der erste Abschnitt besteht für mich aus vielen Wiederholungen was Ruths Lebensweg anbelangt.

    Mich haben diese Wiederholungen gar nicht gestört und ich fand sie auch sehr wohl dosiert. Obwohl die Lektüre eine ganze Weile schon her ist, hätte ich sie auch nicht gebraucht, aber für den Einstieg finde ich sie dennoch praktisch und außerdem kann man diese ja auch immer überfliegen, wenn sie einen stören.


    Olivia ist ja wirklich eine ätzende Frau.

    Auch sie hat ihr Päckchen zu tragen und sich ihr Leben total anders vorgestellt. Ich kann ihre Flucht aus ihrem Leben deswegen schon auch verstehen.


    Sagt mal, die Geschichte von dem Einbrecher, der Spitz durch den Brieföffnereinstich das Augenlicht nimmt, wurde diese schon in einem Vorgänger geschildert? Ich konnte mich nicht daran erinnern.

    Ich glaube nicht. Aber total toll, dass wir noch ein paar Szenen aus Ruths altem Leben mitbekommen, die wir noch nicht kennen. :)

  • Auch sie hat ihr Päckchen zu tragen und sich ihr Leben total anders vorgestellt. Ich kann ihre Flucht aus ihrem Leben deswegen schon auch verstehen.

    Ich habe bei Olivia nur den Eindruck, dass sie halt von einem anderen Leben träumt und alle anderen dafür verantwortlich macht, dass sie es nicht leben kann. Was ich an ihr nicht mag ist, dass sie keinerelei Anstrengungen macht, auch nur halbwegs mit dem Leben, das sie nun mal hat, klar zu kommen. Sie führt sich auf, als wäre der Hof ein Gut und Ruth die Angstellte, während sie nur die Füße hochzulegen hat. Momentan arbeitet Ruth ja nicht zu Entlastung, sondern übernimmt gleich auch noch die Aufgaben von Olivia mit.


    Und ganz ehrlich, viele Leute stellen sich ihr Leben anders vor, die jammern aber nicht, sondern machen was aus ihrem Leben, auch wenn es vielleicht nicht das ist, was sie sich wünschen. Ruth ist hier ja das beste Beispiel, sie wünscht sich sicherlich auch ein anderes Leben.

  • Und ganz ehrlich, viele Leute stellen sich ihr Leben anders vor, die jammern aber nicht, sondern machen was aus ihrem Leben, auch wenn es vielleicht nicht das ist, was sie sich wünschen. Ruth ist hier ja das beste Beispiel, sie wünscht sich sicherlich auch ein anderes Leben.

    Ich glaube nicht, dass Olivia sich über andere groß Gedanken macht. Sie ist wohl auch nur durch die Schwangerschaft in dieses Leben gerutscht, so wie ihr wenig beneidenswerter Mann Freddy auch. Er hatte ja den Anstand sie zu heiraten und liebt seine Tochter während sie für Olivia meistens lästig ist. Man hört zwar nichts über ihr Alter aber sehr viel älter als Ruth dürfte sie nicht sein. Oder täusche ich mich da?


    Ruth ist ja dankbar, dass sie die Stelle hat sonst hätte sie keinen Antrag für ihre Eltern stellen können. Und für sie wird sich das Leben noch ändern, Olivia sieht sich auf dem Hof alt werden.

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  • Die Geschichte mit Spitz ist wahr. Sie steht in ihrem Tagebuch und sie hat sie wohl auch immer wieder erzählt, später. Ich musste nur den passenden Moment finden, um sie einzubauen.


    Olivia war schon älter als Ruth - so um die zehn Jahre. Ende zwanzig damals. Aber reifer war sie nicht.

  • Durch Renovierungsarbeiten (alles in Eigenleistung) am Wochenende hat es gedauert. Gestern wollte ich noch etwas zu diesem Abschnitt schreiben, bin aber auf der Couch umgefallen und eingeschlafen.


    Dieser erste Leseabschnitt führt in die Geschichte hinein und erklärt, was Ruth erlebt hat. Aber man kann eigentlich gar nicht mit diesem dritten Band einsteigen. Um sich in Ruth und ihre Familie hineinfühlen zu können, muss man Ruths Geschichte von Anfang an erleben. Es kommt einem also vieles bekannt vor.

    Mit ihrer Beharrlichkeit hat Ruth die Papiere für ihre Familien von London aus auf den Weg gebracht und jetzt hat sie keinen Einfluss auf das weitere Geschehen. Das nagt an ihr und sie tut mir wirklich leid. Dazu muss sie auch noch Olivia ertragen, die wirklich unmöglich ist. Es war eine „Muss“-Ehe und sie tut allen nicht gut.


    Freddy geht es dabei schlecht, aber er fühlt sich verantwortlich für seine kleine Familie. Olivia ist auch unglücklich. Sie ist keine Bauersfrau und flüchtet vor ihren Aufgaben und die kleine Tochter wird auch darunter leiden.


    Die starke Ruth ist eben doch nicht so stark. Sie ist ja auch noch so jung. Alle die Belastungen lassen sie einfach zusammenklappen. Trotzdem übernimmt sie weiter ihre Aufgaben. Zum Glück ist Daisy so eine verständnisvolle und liebe Person.

  • Um sich in Ruth und ihre Familie hineinfühlen zu können, muss man Ruths Geschichte von Anfang an erleben.

    Das stimmt wohl. So ein richtiges Gefühl für Ruth und ihre Familie bekommt man nur, wenn man auch die Vorgänger gelesen hat. Aber dadurch dass sich die Geschichte eh so weglesen wird, würde ich das gerade bei dieser Geschichte jedem empfehlen, weil man sich dadurch schon etwas nehmen lässt.

  • War gleich wieder in der Geschichte drin. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Ruth sich übernimmt und zuviel erreichen will. Sie ist ja erst achtzehn.

    Olivia ist ätzend, so wie die Beschreibung über die Aufbereitung des Kalbes und des Schweins. Bin ja auch auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber die Geschichte mit den Maden ist schon eklig. Da scheint mit Freddie auch etwas unkoordiniert zu sein. Wenn was geschlachtet wird sollten die Hilfstruppen bereit stehen. Ruth ist mit der körperlichen Arbeit voll und ganz gefordert und dazu die Sorgen um die Familie, die ja weit weg ist. Da hilft ihr Daisy schon gewaltig.

    Nervig finde ich, wenn Freddie immer mit den Stiefeln ins Haus kommt. Wäre ja kein Ding, sie an der Küchentür auszuziehen.

    :Hörbuch P. D. James - Drei Fälle für Adam Dalgliesh

    :Hörbuch Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

    :lesend Lorenz Stassen - Opferfluss

    :lesend Ulrike Renk - Tage des Lichts

  • Ich konnte es auch gut nachvollziehen, warum Ruth immer wieder an die Vergangenheit gedacht hat, schliesslich hat sie jetzt alles getan, um ihre Familie nachzuholen und kann jetzt nur abwarten. Kein wunder, dass sie da dauernd an die Vergangenheit denken muss.

    Es muss furchtbar sein, wenn so viel abhängt und man dann nichts mehr tun kann, weil alles in anderer Leut's Händen liegt.

    Glücklicherweise ist Freddy Sanderson ja auf ihrer Seite, Olivia ist ja wirklich eine ätzende Frau. Hohe Ansprüche, aber selber nicht bereit auch nur ansatzweise was zu tun.

    Olivia und Freddy passen kein bisschen zusammen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das auf Dauer gut geht. Ich bin viel bei Verwandten auf dem Bauernhof gewesen, weil meine Mutter dort oft geholfen hat. Aber ich hätte nie eine Bauersfrau werden können. Olivia geht es wohl auch so, aber sie hätte Freddy nicht heiraten sollen.

    Ich hoffe ja auch sehr, dass Ruth ein wenig zur Ruhe kommen kann, wenn ihre Familie nach England kommt.

    Wie kann Ruth zur Ruhe kommen. Sie hat sich für eine Zeit verpflichtet und die Arbeit muss getan werden. Olivia wird ihr auch keine Ruhe genehmigen.

  • Daisy Norton tut Ruth auch gut, eine ältere Freundin an ihrer Seite zu haben, die sie einfach nur mal in den Arm nimmt und auch Freddy hilfreiche Ratschläge geben kann.

    Diese Umarmung hat Ruth dringend gebraucht.

    Nicht jeder liest Reihen komplett oder steigt in Band eins ein. Ich finde es auch für mich immer sehr hilfreich, Altes nochmal aufzuarbeiten, zu wiederholen.

    Ich finde es auch hilfreich, wenn die entscheidenden Punkte noch mal erwähnt werden, vor allem dann, wenn ein längerer Zeitraum zwischen den Bänden liegt.

    Ich hatte in unserem Literaturkreis damals den ersten Band empfohlen und ein paar Leserinnen haben das Buch dann auch gelesen. Der Eindruck war ziemlich zwispältig. Einige sagten,es passiert ja gar nicht viel, die anderen konnten es kaum erwarten, dass Band zwei herauskommt. Wenn einem natürlich schon das Alltagsleben langweilig vorkommt trotz der schwebenden Bedrohung, den werden die Wiederholungen am Anfang des Buches besonders stören.

    Zum Thema Schlachten und Wursten:

    ja, das ist sehr gut beschrieben.

    Ich kenne manches aus meinen Kinderzeiten aus eigener Erfahrung - aber heute bin ich Vegetarierin und kann mir das so gar nicht mehr vorstellen...

    Schlachten und Wursten fand ich früher auf dem Bauernhof auch so schrecklich, dass ich dann die Flucht ergriffen habe.