'Schloss Liebenberg - Hinter dem hellen Schein' - Seiten 101 - 213

  • Dafür bewundert Viktor Adelheids Vater auch.

    Aber man muss bedenken, dass Adelheids Vater es nicht anders kennt. Klar, ist es besser, wenn man für Geld und das Wohl seiner Kinder nicht allzu wählerisch ist, aber gehasste Arbeit kann einen Menschen auch wirklich schaden, psychisch.

    Aber hat er überhaupt versucht etwas zu finden? Ich lese, vor allem, wenn Viktor an seinen Vater denkt, einfach unbändigen Stolz aus diesem Mann. Für mich hat er gar nichts versucht, seine Familie zu ernähren.


    Da sind wir wohl in zwei Fronten. Die, die es okay finden, dass er tatenlos zuhause sitzt und die, die ihm das vorwerfen. ;)

    Hollundergrüße :wave




    :lesend

    Drachenbanner - Rebecca Gablè

    Schloß Liebenberg - Hanna Caspian

    Freiheitsgeld - Andreas Eschbach


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Aber nur ganz wenig. Der Hunger, der hier an einigen Stellen beschrieben wird, hat mich sehr berührt. Und die Angst von Adelheid war nicht unbegründet. Ich suche noch nach richtigen Lichtblicken.

    Ich habe innerlich vor dem Weiterlesen "dicht" gemacht, so daß diese Szenen (und andere auch) emotional nicht an mich rankamen. Auf die Art konnte ich weiter (und wohl auch bis zu Ende) lesen; quasi wie ein Sachbuch, bei dem ich neutral den Inhalt zur Kenntnis nehme. Anders hätte ich Mühe, das auszuhalten, und hätte schon längst abgebrochen.



    Ungerechtigkeit macht mich ganz wild, da könnte ich aus der Haut fahren.

    In irgendeinem Buch, das ich einmal gelesen habe, fand sich der Satz: "Wer hat eigentlich gesagt, daß das Leben fair ist?" Der ist damals wie heute allgemeingültig.


    Edit. Sinnentstellenden Tippfehler berichtigt.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von SiCollier ()

  • S. 206 habe ich gestutzt, als es hieß, eine Zeitung würde 50 Pfennig kosten. Stimmt der Preis? Der kommt mir ziemlich hoch für die damalige Zeit vor.


    Wenn ich konkrete Preise nennen, dann hab ich sie tatsächlich recherchiert. Wenn ich vage belieb, dann hab ich nichts gefunden. Also ja, 50 Pfennige stimmen. War ja aber auch ein Wochenblatt, keine Tageszeitung.

  • Aber hat er überhaupt versucht etwas zu finden? Ich lese, vor allem, wenn Viktor an seinen Vater denkt, einfach unbändigen Stolz aus diesem Mann. Für mich hat er gar nichts versucht, seine Familie zu ernähren.


    Da sind wir wohl in zwei Fronten. Die, die es okay finden, dass er tatenlos zuhause sitzt und die, die ihm das vorwerfen. ;)

    Ja hat er. Aber er hat seine Arbeit nie lange durchhalten können.

  • War ja aber auch ein Wochenblatt, keine Tageszeitung.

    Ah, danke. :-) Ich bin von einer Tageszeitung ausgegangen. Ich besitze viele antiquarische Bücher, auch aus der Zeit, in der dieses Buch hier angesiedelt ist, und da ist hinten oft Eigenwerbung mit Preisangabe drin. Drum war ich etwas irritiert, aber im Verhältnis zu einer Wochenzeitung paßt es.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Ja, das fand ich auch sehr merkwüdig von der Mamsell.

    Sie wirkte sehr verlegen, hat Hedda auch geglaubt, aber durch irgendetwas kann sie nix machen.

    Vermutlich hat Opitz sie auf irgendeine Art & Weise in der Hand, denke ich mal.

    Hmm, ich glaube eher, dass sie nichts macht, weil er ranghöher und ein Mann ist. Was soll sie denn auch machen? Schuld ist doch nachher sowieso das Mädchen.

    Ich hab Hedda bewundert, dass sie sich überhaupt traut, das Thema anzusprechen.

  • Ich bin mitten in diesem Abschnitt angelangt.

    Ja, beim Hauptmann von Köpenick musste ich natürlich auch an Heinz Rühmann denken.

    Frechheit siegt kann man da nur sagen. ;-)


    Das mit dem Schlafpulver ist natürlich der Hammer, diese Gemeinheiten zwischen den Angestellten sind schon schlimm.

    Ebenso natürlich Opitz und seine Annäherungsversuche.

    Aber wenn ich da an Erzählungen meiner Mutter oder meiner Großmutter denke: früher wurde so manches Dienstmädchen als Freiwild angesehen, gerne auch z.B. vom Hofbesitzer persönlich oder so.


    Zwischen Adelheid und Viktor deutet sich eine Romanze an.......freut mich ja schon für die Zwei.

    Aber gleichzeitig finde ich es auch sehr vorhersehbar/irgendwie schade, dass natürlich die am besten Aussehenden aller Wahrscheinlichkeit nach zusammen finden werden. ;-)

    Da würde/hätte mir eine überraschendere Lösung besser gefallen.

  • Mir gefällt es weiterhin sehr, dass nur aus Sicht der Bediensteten erzählt wird! Und da sie ja überall sind und konsequent ignoriert werden, bekommen sie doch allerhand mit.


    Ich finde auch die ganzen Details um die Arbeiten / Arbeitsbedingungen sehr interessant, z.B.die Schuhe, den Kronleuchter, wer was macht, usw.


    Ich war anfangs überrascht, dass die Fürstentöchter schon so alt sind. Hatte zu Beginn des Buches gedacht, die wären alle Teenager.

  • Das mit dem Schlafpulver ist natürlich der Hammer, diese Gemeinheiten zwischen den Angestellten sind schon schlimm.

    Ja, das fand ich auch so richtig heftig.

    Das geht ja schon in Richtung Körperverletzung in ganz hinterhältiger Weise.


    Wenn Opitz nicht selber so ein mieser Kerl wäre, müßte er eigentlich Abhilfe schaffen und Lydia zur Räson bringen.
    Aber von dem ist ja wohl leider nix zu erwarten, da er nicht vielbesser ist.