Pseudonym: Wenn Männer "Frauenromane" schreiben

  • Hallo Eric Walz,


    Zitat

    Ich dachte nur, ich sage noch einmal etwas dazu, bevor ich zu diesem Thema fortan schweigen werde wie eine Auster.


    schade, denn ich dachte, dass du in einen Dialog mit Lesern und künftigen Kritikern deines neuen Buches einsteigen möchtest.
    Und wenn eine Eule hier einen Begriff aus der Fäkalsprache benutzt hat, sollte dich das noch lange nicht davon abhalten, mit anderen Eulen zu kommunizieren.


    Das von dir angesprochene Thema halte ich für durchaus interessant. In meinen obigen Beiträgen hatte ich bereits einige Fragen aufgeworfen, die leider unbeantwortet geblieben sind.


    Nach nochmaligem Lesen deines ersten Beitrags (du siehst, dass sich mit deinem Beitrag auseinandergesetzt wird) ist mir aufgefallen, dass du in der Überschrift den Begriff Frauenroman verwendest und im Beitrag selbst die Rede von Familienroman ist. Für mich gibt es da Unterschiede, auch wenn Familienromane wahrscheinlich größtenteils von Frauen gelesen werden.
    Auch hierzu hätte ich gerne mehr gewusst.


    Zitat

    Ei, ei, was mir da alles Böses unterstellt wird. Um klassische Werbung ging es mir bestimmt nicht, denn dann wäre ich so schlau gewesen und hätte mir mein Outing bis eine Woche vor Erscheinen aufgehoben. Von einem Schreibwettbewerb wusste ich gar nichts - wie gesagt, ich bin eigentlich brandneu im Forum und habe kaum gestöbert.


    Werbung eines Autors für seine Bücher halte ich hier im Forum für unproblematisch; etlich Eulen sehen das genauso. In einem früheren Thread hatten wir über dieses Thema diskutiert und es für gut befunden, dass Autoren dieses Forum nicht nur für Werbung für ihre Bücher benutzen und sondern auch andere Beiträge verfassen und vielleicht Rezensionen schreiben.


    Du solltest dich von kritischen Antworten auf deinen Beitrag nicht entmutigen lassen und zu Fragen der Eulen Auskunft geben. Schließlich haben einige Eulen auch Sympathiepunkte verteilt.

  • Zitat

    Original von Salonlöwin
    Und wenn eine Eule hier einen Begriff aus der Fäkalsprache benutzt hat, sollte dich das noch lange nicht davon abhalten, mit anderen Eulen zu kommunizieren.


    Das kann ich nur unterschreiben und ich denke hier sind wirklich noch viele offene Fragen, die viele interessieren. :wave

  • Hallo, Eric.


    Kann es sein, daß Du da was falsch verstanden hast?


    Es war Iris, die das Adjektiv "krank" nutzte, und zwar in Zusammenhang damit, daß wir uns "geistig noch im 19. Jahrhundert befinden", was sie auf die Beurteilung der geschlechtsspezifischen Fähigkeiten bezog, nicht auf das Thema des Threads. Das war meiner Lesart nach eher ein allgemeines Statement.

  • Zitat

    Original von Eric Walz
    Mich hat niemand in das Pseudonym hineingezwungen. Ich stehe in einer langen Tradition von AutoInnen: Dürrenmatt, die Geschwister Bronte, antike Dichter. Wer meint, die heutige Zeit sei krank, weil AutorInnen Pseudonyme benutzen, muss folglich dazu sagen, dass alle Zeiten krank waren.


    Da hast du mich aber mistverstanden, Eric. Krank finde ich die Fälle, wo Autoren in Pseudonym-Identitäten hineingedrängt oder -geschwatzt werden, weil es angeblich dem Verkauf zuträglich sei. Bis hin zu nomineller Geschlechtsumwandlung.


    Der Beweis für diese These steht noch immer aus -- zumal es reinem Schubladendenken entspringt, und wenn etwas wirklich bescheuert ist, dann nachhaltiges Schubladendenken, das man anderen auch noch aufdrückt.
    Zumal in unserem Falle bei ausbleibendem Mißerfolg am Ende ja immer -- richtig: der Autor schuld ist. :grin


    Ich hätte eine Sarah Benedict als Pseudonym für astreine Schmonzetten angesehen, diese typisch anglisierten Modenamen, die dort eingesetzt werden, haben inzwischen eine ziemliche Signalwirkung.
    Ich werde es mir trotz des Pseudos kaufen, weil ich weiß, daß es in Wirklichkeit ein Eric Walz ist -- aber wirklich nur deshalb. Solche Aufmachungen schrecken mich ab wie Knoblauch Vampire!


    Nur mal ein Tip am Rande: Die erfolgreichsten und meistverkauften und bedeutendsten Familienromane stammen aus der Feder von Männern. Ich hoffe, ich muß keine Namen nennen.

  • Zitat

    Original von Iris
    Ich hätte eine Sarah Benedict als Pseudonym für astreine Schmonzetten angesehen, diese typisch anglisierten Modenamen, die dort eingesetzt werden, haben inzwischen eine ziemliche Signalwirkung.
    Nur mal ein Tip am Rande: Die erfolgreichsten und meistverkauften und bedeutendsten Familienromane stammen aus der Feder von Männern. Ich hoffe, ich muß keine Namen nennen.


    Och Iris, mach doch mal, hattest du nicht gerade Langeweile??? *wechflitz* :kiss


    Das mit Sarah Benedict als Schmonzettenschreiberin hatte ich auch erst gedacht, das ist so ein typischer Name dafür, aber allein das Wort typisch machte mich nachdenklich, denn es stigmatisiert so schnell und das hatte ich mir vorgenommen zu unterlassen!
    ALSO, ich werd das Buch auch kaufen, da ich die Kurzbeschreibung bei Amazon interessant fand und da ist es mir schnurzpupspiepsegal, ob es von Männlein, Weiblein oder einer/m Inter- oder Transexuellen/m geschrieben wurde-basta


    By the way - who is Franka Villette?

  • und bibi verrät iris nicht, dass sie für die Kurzbeschreibung auch in ihre Kristallkugel geschaut hat :grin
    Doch leider weiß ich auch, dass die Kurzbeschreibung und die Klappentexte oft recht wenig mit dem Inhalt zu tun haben, aber beim Blanvalet passte das bisher eigentlich immer


    So, jetzt muss ich mal putzen, meine Schwiegermam kommt morgen übers Woe zu uns :help

  • Zitat

    Original von Eric Walz


    Ei, ei, was mir da alles Böses unterstellt wird. Um klassische Werbung ging es mir bestimmt nicht, denn dann wäre ich so schlau gewesen und hätte mir mein Outing bis eine Woche vor Erscheinen aufgehoben. Von einem Schreibwettbewerb wusste ich gar nichts - wie gesagt, ich bin eigentlich brandneu im Forum und habe kaum gestöbert.


    Hallo Eric,


    es ist sicher eines der Phänomene des Eulennests, dass sich manche Eulenäußerungen wirklich erst nach intensiverer Nesterfahrung erschließen...


    Meine "böse" Vermutung bezüglich der gezielten Werbung war eine durchaus mit Hochachtung verbundene Reaktion auf die lebhafte Diskussion, die sich in diesem Fred entwickelt hat. Den Verweis auf den Schreibwettbewerb konnte ich mir nicht verkneifen, weil ich das Gefühl hatte , dass das vorgegebene April-Thema "Werbung" von einigen Wettbewerbern allzu direkt angegangen wurde und in deinem Beitrag eine wesentlich originellere Variante zu finden wäre...


    Übrigens: Ich besitze und schätze sehr die historischen Romane eines gewissen Eric. W :grin

    Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen. (Epiktet)

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  • Am Beispiel von Wolfgang Hohlbein wird deutlich, dass es offensichtlich so gar eine richtige Pseudonym-Sucht gibt:


    Wer an weiteren Romanen Hohlbeins interessiert ist, der suche vielleicht auch einmal bei den nachstehenden Pseudonymen:


    Bonnella, Angela
    Craven, Robert
    Eschenloh, Wolfgang
    Heidner, Martin
    Marks, Michael
    MacCloud, Jason
    McCloud, Jason
    Smith, Angela
    Vernom, Jack
    Wolf, Henry



    Da fragt man sich doch zwangsläufig:
    Hat der Mann einen 30-Stunden-Tag oder verbirgt sich hinter dem Namen Wolfgang Hohlbein ein ganzes Autorenkollektiv?

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • So eine Junior-Eule wie ich hat wohl tatsächlich noch viel über Eulen und ihre ureigene Sprache zu lernen. Aber ich habe ja nachsichtige Lehrer wie euch, die die richtige Mischung zwischen Strenge und Fürsorge finden. Jetzt ist mir rührig ums Herz...


    Zum Thema: Ich verstehe jetzt, was Iris meint - bleibe aber anderer Meinung. So wenig, wie ich Verbraucher allgemein von der Verantwortung für bestimmte Tendenzen der Wirtschaft nicht entlaste (wer regelmäßig ganze Hähnchen für 2,50 das Stück kauft, darf sich über Haltungsbesingungen nicht wundern, das nur nebenbei), so wenig entlaste ich Leser von ihrer Verantwortung (oder Mit-Verantwortung) für bestimmte Tendenzen auf dem Buchmarkt. Es ist immer leicht, Verlage für alles verantwortlich zu machen, aber wer spricht von der Verantwortung der Leser - von denen ich ja auch einer bin.


    Die Schwestern Bronte gaben sich Männernamen, weil damals niemand von einer Frau solche Romane gekauft hätte. Und heute ist es bisweilen umgekehrt. Neulich erst las ich einen schlauen Artikel über die Vormachtstellung der weiblichen Autoren im Genre Krimi, und wie schwer es so mancher Mann hat, sich gegen die George, die James, die Leon etc. zu behaupten.


    Also, ihr seht, ich mische wieder mit und diskutiere fleißig weiter. Heute aber nicht mehr - leider. Das Privatleben ruft, ich muss Gartenarbeit auf dem Balkon machen.


    Aus der Sonne grüßt euch

  • Hiho,


    mich würde immer noch die Frage nach den Lesungen interessieren :grin


    Viele Grüße :wave
    Heike


    PS. Wie gesagt, einen Eric Walz hätte ich gekauft, eine Sarah Benedict nicht, nicht mal wahrgenommen :grin

  • Hallo Eric II.,


    sorry, aber meiner Rechnung nach bist du Eric III.. bei der Büchereule gibt es bereits Eric Walz und mich, sprich Eric Maron.


    Viele Grüße


    Eric :write

  • Eric II., das klingt irgendwie nach Seine Majestät, Eric II., Herr und König von Wornegen oder so ähnlich. Da muss ich mir je direkt etwas einfallen lassen! :lache


    Da ich aber nicht zur (um)Taufe eingeladen war, ist dies völlig an mir vorüber gegangen.


    Viele Grüße


    Eric ohne alles :write

  • Zitat

    Original von Eric II.
    Zum Thema: Ich verstehe jetzt, was Iris meint - bleibe aber anderer Meinung. So wenig, wie ich Verbraucher allgemein von der Verantwortung für bestimmte Tendenzen der Wirtschaft nicht entlaste (wer regelmäßig ganze Hähnchen für 2,50 das Stück kauft, darf sich über Haltungsbesingungen nicht wundern, das nur nebenbei), so wenig entlaste ich Leser von ihrer Verantwortung (oder Mit-Verantwortung) für bestimmte Tendenzen auf dem Buchmarkt.


    Ich halte das -- ebenso wie in jedem anderen Wirtschaftszweig -- für eine beiderseitige Verantwortung.


    Aber "beiderseitige Verantwortung" ist schon eine feine Sache: die Leser schieben sie auf die Verlage und die Verlage auf die Leser, eine Hand wäscht die andere, am Ende sind alle gleich dreckig, und die Dinge bleiben wie sie sind.


    Die Annahme eines Pseudonyms auf Anraten oder Drängen des Verlages aus "markttechnischen" Gründen gilt vielfach schon als Zeichen von Professionalität. Autoren, die keine "marktgängigen" Pseudonyme verwenden wollen, geraten hingegen in den Ruch, unprofessionell, eitel, schwierig zu sein.


    Ist es wirklich so einfach?


    Ist es nicht ebenso eitel, unbedingt publiziert werden zu wollen und dafür möglicherweise sogar aufgefropfte Identitäten anzunehmen?


    Ich möchte diese Frage nicht entscheiden müssen. Ganz so einfach ist das nämlich nicht.

  • Zitat

    Ich hätte eine Sarah Benedict als Pseudonym für astreine Schmonzetten angesehen, diese typisch anglisierten Modenamen, die dort eingesetzt werden, haben inzwischen eine ziemliche Signalwirkung.


    Vielleicht hätte er sich Erika Wanderer nennen sollen. :grin

  • Zitat

    Original von Wolke
    Eric Walz hat sich in Eric II. umbennen lassen :wave


    Danke für die (notwendige) Info. Ich war leicht verwirrt ...aber das kommt öfter vor - also das mit dem Verwirrtsein. :-)



    Ein geschickter Schachzug uns mit möglichst vielen Pseudonymen und Nicks komplett in Konfusion zu stürzen.



    Gruss,


    Doc