"Beipackzettel" zum Buch - nettes Asset oder überflüssig?

  • Hier und dort habe ich in Leserunden gesehen, dass die Leser bedauerten, keine Karte oder ein Personenverzeichnis in dem betreffenden Buch vorzufinden.


    Mich persönlich wundern solche Wünsche, denn ein gutes Buch schafft es meiner Ansicht nach, auch bei einer Vielzahl an Charakteren den Leser nicht in Verwirrung zu stürzen.


    Ebenso ist mit Hilfe von Google Earth ein Handlungsort viel schneller und anschaulicher aufgefunden und vorstellbar, als durch eine - meist sehr skizzenhafte - Karte im Buch selbst. Selbst ein ordentlicher Atlas leistet diesbezüglich gute Dienste.


    Karten halte ich nur im Falle von Geschichten, die in Fantasie-Welten spielen, notwendig, weil hierzu kein Kartenmaterial und sicher auch keine Satellitaufnahmen existieren.


    Dies ist allerdings nur meine persönliche Meinung; gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen und bin gespannt auf eure Ansichten zu dem Thema.

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    (Danny Kaye) :flowers

  • Eine Karte finde ich oft hilfreich, denn weder habe ich beim Lesen immer die Möglichkeit (oder Lust) online nachzuschauen, noch finde ich dann immer zeitgenössische Karten. Vor einer Weile habe ich mir einen Atlas mit historischem Kartenmaterial gekauft, aber auch den nehme ich nicht mit in den Urlaub. ;-)


    Abgesehen davon finde ich einfach schön, wenn bei manchen Büchern eine Karte drin ist, gerade bei gebundenen historischen Romanen oder z.B. bei Büchern wie dem "Jadepferd". Zumal dann die Karte - für die faulen Leser wie mich :grin - reduziert ist auf die für das Buch wesentlichen Informationen.


    Ein Personenverzeichnis finde ich sinnvoll, wenn es wirklich viele Figuren sind und wenn in einem historischen Roman historische Persönlichkeiten auftauchen, aber auch erfundene Figuren. Da wüsste ich schon gerne beim Lesen, wer "echt" ist und nicht erst aus dem Nachwort. (Das ja auch nicht immer vorhanden ist.)

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")

  • In "Die Rabenfrau" von Regine Leisner gab es sowohl eine Karte als auch ein Personenregister - für das Personenregister war ich sehr dankbar, denn diese vielen Charaktere hätte ich wahrscheinlich ohne Register kaum zuordnen können ... Aber ein Personenregister muss nicht sein - eben nur, wenn es wirklich viele Figuren sind, bei denen in der Geschichte selbst auch nicht immer ganz klar beschrieben wird, wie diese miteinander verbunden sind (familiär etc.).


    Karten finde ich persönlich eine spannende Sache - gerade bei historischen Romanen ist es mir wichtig zu wissen, wo eine Geschichte genau gespielt bzw. welchen Weg über die Erde sie genommen hat. Aber auch Karten müssen nicht vorhanden sein, ich finde es super, wenn sie da sind, kann aber auch ohne leben. Und wenn mich eine Geschichte noch nachhaltig beschäftigt und mich interessiert, wo sie gespielt hat, sehe ich nach der Lektüre immer noch im Internet oder in weiterführender Lektüre nach.

  • Ein Personenregister halte ich meist für überflüssig, denn meistens hab ich auch keine Lust, dann tatsächlich darin nachzuschauen bzw. merke ich mir die Informationen darin auch nicht die Geschichte über und hin-und herblättern würde mich auch auf Dauer nerven. :grin Einzig bei Büchern, bei denen die Charaktere eine Mischung aus historisch-existenten und erfundenen Figuren sind, fände ich ein Personenregister sinnvoll, um selbige auseinanderzuhalten.


    Karten schau ich mir auch in den meisten Fällen nicht an, finde sie allerdings bei Fantasybüchern, die in vollkommen erfunden Welten spielen schon sinnvoll.

  • Zitat

    Original von Iszlá
    In "Die Rabenfrau" von Regine Leisner gab es sowohl eine Karte als auch ein Personenregister - für das Personenregister war ich sehr dankbar, denn diese vielen Charaktere hätte ich wahrscheinlich ohne Register kaum zuordnen können ... Aber ein Personenregister muss nicht sein - eben nur, wenn es wirklich viele Figuren sind, bei denen in der Geschichte selbst auch nicht immer ganz klar beschrieben wird, wie diese miteinander verbunden sind (familiär etc.).
    .


    Oder wenn die Namen von Personen oder Städte eher Fantasynamen sind. Die sind für mich in der Regel schwerer zu merken als reale gängige Namen. In solchen Fällen würde ich so etwas sehr begrüßen.

  • Karten in Fantasybüchern liebe ich abgöttisch, die studiere ich regelrecht. Sie tragen für mich auch wesentlich zur Einstimmung in die andere Welt bei. :-]


    Dafür sind mir Personenregister nicht so wichtig. Obwohl, bei Stieg Larssons "Verblendung" fand ich den Familienstammbaum äußerst hilfreich. Aber ansonsten habe ich sie noch nie vermisst.

  • Ein Personenregister kann sehr hilfreich sein, wenn zum Beispiel viele ähnlich klingende oder dieselben Namen vorkommen. Zum Beispiel bei „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Gabriel Garzia Marquez. Die männlichen Mitglieder der Familie Buendia haben über mehrere Generationen hinweg alle den gleichen Namen: nämlich Aureliano und Arcadio. Da kann man schon mal leicht den Überblick verlieren, wer gerade wer ist. Ich habe es zwar geschafft und alle richtig zuordnen können, aber ein Personenregister wäre nicht schlecht gewesen. Am liebsten sind mir allerdings Stammbäume. In denen stöbere ich so gerne herum, als ob es mein eigener wäre. :-]


    Auch eine Landkarte ist gut. Bevor man sich die Mühe macht und im Internet oder Atlas nach einem bestimmten Ort forscht, hat man den Schauplatz im Buch ruckzuck immer gleich bei der Hand und den Überblick.


    Also, ich mag diese Beipackzettel!

  • Zitat

    Original von Schwefelfell
    Dafür sind mir Personenregister nicht so wichtig. Obwohl, bei Stieg Larssons "Verblendung" fand ich den Familienstammbaum äußerst hilfreich. Aber ansonsten habe ich sie noch nie vermisst.


    Darüber war ich auch sehr froh, denn als die Familiengeschichte erzählr wurde, habe ich doch so ein bisschen die Übersicht verloren. Nett fand ich auch den Lageplan der einzelnen Häuser.


    Bei Büchern mit sehr vielen Personen finde ich eine kleine Übersicht recht praktisch, allerdings werfe ich da meistens nur einen Blick drauf und konzentriere mich wieder auf das Buch.
    Wenn in einem Buch viele Orte, oder eine Rute die bereist wird hat, finde ich eine Karte super. Bei Fantasybüchern mit einer ganz anderen Welt, ist es für mich schon fast ein muss, da man sich so viel besser in der Geschichte zurechtfindet und "mitreisen" kann.

  • Also ich mag solche Personen-Verzeichnisse sehr.
    Nicht, weil ich mir die Personen der Geschichte schlecht merken kann, aber wenn ich z.B. eine Lese-Pause bei dem Buch gemacht habe, irgendwann weiterlese und auf einen Namen nicht zuordnen kann, dann schaue ich lieber in so einem Verzeichnis nach als wer weiß wie viele Seiten zurück zu blättern.
    Besonders gefällt mir so ein Verzeichnis, wenn es auf die lustige Art geschrieben ist, meist bei humorvollen Büchern. Dem Buch "Ein Fisch namens Aalbert" lag z.B. ein Lesezeichen bei, auf dem die Charaktere aufgeführt waren. Etwa so:


    Frank (ein Zander)
    Ling-Ting-Tong (ein Koi-Karpfen)
    Alkali Renko (ein Russe)


    Da habe ich schon beim Lesen des Lesezeichens gelacht und schon war mir das Buch noch sympathischer.


    Dagegen habe ich für solche Landkarten nichts übrig. Wenn solche nötig sind, dann hat das Autor bei der Geschichte meist viel Wert auf ausführliche Beschreibungen dieser Welt gelegt...und sowas finde ich langweilig. Daher schrecken Karten mich eher ab.

  • Wenn die Figuren im Roman selbst ihren Namen wechseln lege ich wert auf ein "Personenregister" - das sollte dann aber nicht zu viel verraten. Bei den Warrior Cats von Erin Hunter ist das beispielsweise der Fall. Die Katzen bekommen im Verlauf der Handlung je nach ihrer Stärke einen neuen Namen verliehen. Das Register braucht es da zwingend, es verrät leider aber auch immer schon wesentliche Teile der Handlung, ohne dass man überhaupt zu lesen begonnen hat. :rolleyes



    Was Karten angeht ... in Büchern, die nicht dem Fantasy-Genre entspringen, lege ich darauf nicht so viel Wert, bei Fantasy geht es mir ähnlich wie Schwefelfell.
    Eins hat mir allerdings in letzter Zeit sehr gut gefallen: Die historischen Seekarten, die in "Die Kinder der Meerfrau" von Konrad Hansen dabei waren. So etwas im Internet zu finden, ist sicher nicht einfach und so war ich froh, dass sie als kleines Extra mit abgedruckt waren und für mich somit die Geschichte glatt noch lebendiger gemacht haben als es die Worte schon vermochten.

  • Über Personenregister hab ich mir noch nie so Gedanken gemacht. Vermisst habe ich sowas in noch keinem Buch. Und selbst wenn es eins gäbe, ich wäre, glaub ich, zu faul um da immer nachzugucken. :grin


    Karten in Fantasy-Romanen sind sinnvoll, obwohl ich solche auch noch nie benutzt habe... :gruebel

  • Ich denke, das kommt ja immer auf das Buch an. Bei vielen Personen, die auch noch ähnlich heißen oder für einen ähnlich klingen (wäre bei mir sicher bei Namen aus den asiatischen Ländern so oder vielleicht bei schwedischen Nachnamen und ähnlichen Namen), ist es schon hilfreich. Ich kenn das eigentlich nur aus einigen Schullektüren und hab es neulich bei Dr. Schiwago entdeckt, aber ich finds schon okay. Es muss nicht immer sein, bei "normalen" Buch mit überschaubaren Anzahl an Figuren fänd ich das etwas übertrieben (bisschen was merken sollte man sich schon können). Aber wie gesagt - es gibt Bücher, da ist es nicht verkehrt.


    Was Karten und so angeht - gut, ich kann schon im Atlas nachschlagen oder bei Google Earth nachsehen, aber wenn ich lese, dann möchte ich auch lesen. Und nicht immer irgendwo nachschlagen. Ich brauch zwar nicht zu allen Plätzen ne Karte, aber das ist sicher manchmal hilfreich und nicht verkehrt. War es bei Dan Browns Illuminati nicht so? Kann sein, dass ich mich täusche. Aber ich find so ne Karte eine nette Idee, vor allem, weil man sich das dann oft besser vorstellen kann. Das würd ich mir auch öfter wünschen.

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    you're gonna find yourself some resolution.

  • ich lese hauptsächlich fantasy und das am liebsten als reihe, darum meine meinung.........


    personenregister sind wichtig wenn es eine sehr komplexe handlung gibt, sprich viele personen, verschiedene ränge (königshäuser, soldatentruppen ect.) oder sich die geschichte über mehrere generationen hinzieht. in abständen von 1 - 2 jahren (oder noch länger) die es braucht bis in einer reihe der nächste band erscheint lässt einen doch manchmal den überblick verlieren. da sind solche register praktisch um wieder den einstieg zu finden.


    wenn ich mir überlege das es kein personenregister in "das spiel der götter" von steven erikson gäbe :yikes ich fand es allerdings auch schon bei den sturmzeitbüchern von charlotte link im letzten band unübersichtlich wer denn jetzt mit wem verwandt ist oder geheiratet hat.


    bei fantasybüchern finde ich karten sehr gut, ich studiere sie zwar nicht aber sie dienen als anhaltspunkt. auch bei historischen romanen würde das für mich durchaus sinn machen.


    ich finde es besser wenn solche extras im buch enthalten sind, wer sie nicht braucht oder mag muss sie sich ja nicht anschauen. ;-)

  • Ohne das Personenregister in Sturmwelten wäre ich da aufgeschmissen. Durch das hin- und herspringen zwischen den verschiedenen Schauplätzen und Sichtweisen und den vielen Protagonisten die vorkamen, war es sehr hilfreich manchmal nachschauen zukönnen wer auf welcher Seite oder welchen Schiff war.


    Auf Karten in Büchern sollte mehr Wert gelegt werden. Ich ärgere mich gerade über die äußerst dürftige Karte in Lycidas (es spielt in London). In dem Buch kommen bis jetzt viele verschiedene Ortsbezeichnungen vor, aber auf der Karte sind nur die Namen einer Handvoll U-Bahnstationen. Ich möchte aber immer genau wissen wo sich die Protagonisten gerade aufhalten. Und alle zwei Seiten zum nächsten PC zu rennen nervt. :fetch

  • Ich finde zu einem hochwertigen Buch gehört eine hochwertige Illustration (denkt mal an Charlotte Thomas und die Illustrationen in ihren Büchern). Wenn es dann historische Romane sind ist ein Stadtplan einfach hilfreich und Namensverzeichnisse vermisse ich insbesondere wenn es einen Haufen unbedutender Nebenfiguren gibt, die alle dreissig Seiten einmal auftauchen, oder, wie bereits erwähnt, um historische und der Fantasie des Autors entsprungene Charaktere zu trennen.

  • Ich finde Glossare wer wer ist und Übersichten einzelner Ortschaften oder Landabscnitten schon schön. Klar, besonders in Fantasy Büchern wo die Orte nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.
    Z. B. in Illuminati von Dan Brown gab es mir eine gute Übersicht über die Vatikanstadt und Rom, da ich mich vorher nie wirklich mit diesen Städen auseinandergesetzt habe.
    Ich schau mir solche Sachen immer gerne an, trotzdem muss es nicht in jeden Buch sein.


    lg abi

  • Bei "Verblendung" fand ich den Stammbaum sehr hilfreich! Ich habe mir die Seite mit einem Lesezeichen markiert und immer wieder zurück geblättert.
    Auch bei der Highland-Saga finde ich das Kompendium sehr hilfreich!


    Meistens sind solche Stammbäume o.ä. bei vielen unterschiedlichen Namen von Nutzen.
    Aber wenn nur irgendeine seltsame Skizze in den Büchern ist (oft bei historischen Romanen) schaue ich mir die einmal an und das wars dann.

  • Zitat

    Original von beowulf
    Ich finde zu einem hochwertigen Buch gehört eine hochwertige Illustration (denkt mal an Charlotte Thomas und die Illustrationen in ihren Büchern). Wenn es dann historische Romane sind ist ein Stadtplan einfach hilfreich und Namensverzeichnisse vermisse ich insbesondere wenn es einen Haufen unbedutender Nebenfiguren gibt, die alle dreissig Seiten einmal auftauchen, oder, wie bereits erwähnt, um historische und der Fantasie des Autors entsprungene Charaktere zu trennen.


    Kann ich genau so unterschreiben :-)


    Bei Namensverzeichnissen in historischen Romanen ist es für mich interessant zu sehen, wen es wirklich gab und wer erfunden ist. Ich muss aber nicht unbedingt noch Hinweise zu der Person haben, das hatte ich in dem ein oder anderen Roman schon gehabt. Da wurde mir dann teilweise zu viel über denjenigen verraten.


    Karten in Büchern finde ich generell klasse. Manchmal reise ich mit dem Finger auf der Landkarte mit :grin

  • Oh ja, die Illustrationen in Charlotte Thomas´ Romanen finde ich auch toll.
    *zustimm*


    Also, Personenregister finde ich auch meist sehr hilfreich, zB. bei Rebecca Gablé, wenn die Hälfte auf realen Personen basiert und die andere Hälfe erfunden ist. Also, ab 10 Personen habe ich schon manchmal Schwierigkeiten, die alle auseinander zu halten, wenn keine Auflistung dabei ist.


    Landkarten wie bei Eragon oder jetzt Jenny Mai Nuyen sind mir nicht ganz so wichtig, muss ich sagen. Da schaue ich nur flüchtig ´drüber.


    Und Glossare, okay, solange sie nicht gleich 10 Seiten umfassen, mag ich die ganz gerne. Was ich aber nicht mag - ich glaube, das ging mir mit einem WB so - wenn Redewendungen oder Begriffe einer anderen Sprache auftauchen, die aber nirgendwo übersetzt werden. DAS nervt mich! :fetch
    Bin doch kein Araber, oder Inder oder Magier...

  • Ich oute mich mal als großer Fantasykarten-Fan, je detaillierter, desto besser. Auch in den Patrick O'Brian-Romanen fand ich die Karten immer recht praktisch, da manche der Handlungsorte im Laufe der letzten 200 Jahre ihren Namen geändert haben und ich sie so im Atlas wohl nie gefunden hätte. Reiseromane werden von mir, wenn möglich, grundsätzlich nur mit einem alten Schulatlas als Begleitlektüre gelesen, und ich überlege die Anschaffung eines ausführlicheren Exemplars, da das Schulmodell leider nicht besonders detailliert ist.


    Ein Personenregister finde ich ebenfalls ziemlich hilfreich, wenn ein Buch viele Protagonisten hat.