Interview mit Sigrid Löffler

  • Buzzaldrins Seite mag ich gern und schaue immer wieder mal rein; auch hier merkt man, dass viel Arbeit darin steckt.


    Interessant finde ich die Anzahl der Bücher, die Frau Löffler in einem Jahr liest. Ich hätte gedacht, es wären mehr. Auf an die 100 komme ich auch, aber es ist nicht mein Job.


    Auch der Aspekt mit den zu erfüllenden Kriterien gleich auf der ersten gelesenen Seite ist erwähnenswert (war ja nicht mehr unbekannt, das System, aber trotzdem): da fliegen also nach einer gelesenen Seite viele Bücher auf den "abgebrochen"-Stapel... ich meine, klar, ich lese nur für den Spaß und die unnütze Bildung, aber selbst ich gebe einem Buch eine 40-60 Seiten-Chance, bevor es rausfliegt (früher waren es mal 100).

  • Ich habe buzzaldrins Blog erst vor ein paar Monaten entdeckt, aber schon viele gute Bücher durch sie gelesen und ihre Bewertungen gerne gelesen.
    Deshalb fand ich die Antwort der Frau, dass nur professionelle Kritiker objektiv urteilen etwas unverschämt gegenüber buzzaldrin. Wenn sie selbst von verschiedenen Autoren immer alles liest, von anderen aber nur den ersten Satz ist das doch genauso nach Gefühl. Und was sind objektive Kriterien ob ein Buch gut ist oder nicht?

  • Bücher, die ich herausragend fand, waren in den meisten Fällen schon auf der ersten Seite herausragend. - Als Privatmensch kann ich mir den Luxus leisten, erst auf Seite 500 zu entdecken, dass ein Autor seinen Plot verhungern lässt. Für eine Berufskritikerin bedeutet das verlorene Zeit, die sie besser in ein anderes Buch investiert hätte.

  • Zitat

    Original von Buchdoktor
    Bücher, die ich herausragend fand, waren in den meisten Fällen schon auf der ersten Seite herausragend. - Als Privatmensch kann ich mir den Luxus leisten, erst auf Seite 500 zu entdecken, dass ein Autor seinen Plot verhungern lässt. Für eine Berufskritikerin bedeutet das verlorene Zeit, die sie besser in ein anderes Buch investiert hätte.


    Erst letztens wurde bei Zoe Beck über das Kriterium der ersten Seite diskutiert, ich persönlich halte nichts davon und hätte viele großartige Bücher vielleicht gar nicht entdeckt, wenn ich dieses immer angelegt hätte.

  • Als Kritiker bist du doch aber unter dem Druck, etwas abliefern zu müssen. Ich gebe - als Privatperson - einem Buch gern 200 Seiten. Ein Kritiker kann in dem Fall nicht einfach eine leere Zeitungsspalte abgeben, sondern müsste wietere 200 Seiten in ein anderes Buch investieren.

  • Ist nicht das "Kriterium der ersten Seite" das gleiche wie bei uns gewöhnlichen Lesern das Anlesen im Buchladen, bevor man ein Buch kauft? Oder guckt Ihr in die Bücher, die Euch interessieren, gar nicht mehr vorher rein (zugegeben, seit ich Rezis aus der Büchereule als Entscheidungshilfe habe, brauche ich auch nicht mehr so oft anlesen)?

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Zitat

    Original von killerbinchen
    Interessant finde ich die Anzahl der Bücher, die Frau Löffler in einem Jahr liest. Ich hätte gedacht, es wären mehr. Auf an die 100 komme ich auch, aber es ist nicht mein Job.


    Wenn man bedenkt, dass Sigrid Löfler auch viel Lesungen moderiert oder auch Bücher herausgibt, sind 130 gelesene Büchern, die sie dann entsprechend ausführlich und analytisch rezensiert, eine imponierende Anzahl, finde ich.

  • Wirklich ein interessantes Interview und ein gelungener Scoop.


    Zitat

    Original von buzzaldrin
    Auch ich glaube, dass das Interview sicherlich viel Diskussionspotential bieten kann - sei es ihr Kriterium der ersten Seite (das ich so nicht nachempfinden kann) oder ihre Einschätzung der Onlinekritiken.


    Was ihren ersten Satz/erste Seite-Kommentar angeht: den ersten Satz darüber entscheiden zu lassen, wie wohl die Qualität des gesamten Buches sein wird, finde ich zu extrem, und ich glaube auch nicht wirklich, dass das Frau Löffler wirklich so praktiziert. Erste Seite, dem kann ich schon zustimmen. Ich erwarte von einem Autoren sowohl eine konstante Qualität als auch ein Gespür dafür, dass die erste Seite eine besondere Bedeutung hat. Wenn die nun überhaupt nichts Besonderes darstellt, dann werte ich das als eine Nachlässigkeit des Autors. Vielleicht entgeht mir etwas, aber die Konkurrenz anderer interessanter Bücher ist da einfach zu hoch.


    Und zu ihrer Einschätzung von Onlinekritiken: zu schwarzweiß gedacht, finde ich. Du bist der beste Beweis dafür, dass auch unabhängige Literatur-Blogger (so möchte sie mal bezeichnen, Hobby-Kritiker klingt in dem Zusammenhang zu abwertend) auf höchsten Niveau Literatur rezensieren können. FAZ, Zeit, buzzaldrin, Süddeutsche.
    Das verwischt sich alles.


    Ich kenne mich mit der entsprechenden Blogger-Szene leider zu wenig aus (wie anscheinend Frau Löffler auch). Wie man sich da einen Namen macht, wie man sich von Massen-Amazon-Kritiken unterscheiden kann. Aber irgendwie scheint es ja zu funktionieren.

  • Natürlich kann man trefflich über manches diskutieren, das die Dame von sich gibt. Aber zunächst einmal:


    Respekt, buzzaldrin, dass du Sigrid Löffler für ein Interview in deinem Blog hast gewinnen können!
    Wieder einmal zeigt sich damit, welch positive Ausnahme deine Bücherseiten im Internet sind. Was den literarischen Anspruch betrifft, hat dein Blog schon lange ein Alleinstellungsmerkmal unter all den vielen anderen.


    :anbet

  • Das ist ein gutes Interview.
    :anbet


    buzzaldrin


    Das ist wirklich toll. daß Du Sigrid Löffler auf Deinen Blog bringen konntest.



    Schade nur, daß die Kommentare zeigen, daß nicht verstanden wurde, wovon Löffler spricht. Offenbar ist es nicht mehr bekannt, was professionelle Literaturkritik ist. Obwohl es im Text steht.
    Was nun wieder ein eigenes Licht auf die Bloggerszene wirft. :gruebel


    Muß ich anfügen, das hatte ich vergessen:
    Löffler hat einen Fehler gemacht, den ich bei ihr nun wirklich nicht erwartet hätte. Sie spricht von jährlich 100 000 Neuerscheinungen.
    Das ist der Zahl nach richtig, aber diese knapp 100 000 Neuerscheinungen umfassen alles, was eine ISBN hat. Also: auch Adreßbücher, Broschüren, Kalender, 'Bücher' von Dienstleistern. Schulbücher, die immer noch einen Großteil der Neuerscheinungen ausmachen.
    Die Rezension eines Adreßbuchs aus ihrer Feder würde mich echt mal interessieren.
    :grin





    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von magali ()

  • Ich habe das Gespräch mit großem Interesse gelesen. Wenn ich die Aussagen von Frau Löffler richtig verstanden habe - dann ist das was die "Hobby-Rezensenten" schreiben, die Laien-Kritiker also, dann ist das nicht fundiert, nur aus dem Bauch heraus - wenig sinnvoll. Daraus spricht eine ziemliche Arroganz. Und ich denke, dass ich auch ohne Frau Löfflers "literaturkritische Moderation" in der Lage bin mir über ein Buch eine Meinung zu bilden und diese dann zu Papier zu bringen. So sind dann einige Aussagen der Frau Löffler schon sehr enttäuschend.


    Einfach nur arrogant und der professionellen Literaturkritik einen Bärendienst erweisend - hat sich Frau Löffler in diesem Gepräch gezeigt.


    Jemand mit diesem unglaublich peinlichen Sendungsbewusstsein muss man wahrlich nicht mehr ernst nehmen.


    Löffler gehört auf den Tisch - und der Tisch muss raus.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Zitat

    Original von magali
    Schade nur, daß die Kommentare zeigen, daß nicht verstanden wurde, wovon Löffler spricht. Offenbar ist es nicht mehr bekannt, was professionelle Literaturkritik ist. Obwohl es im Text steht.
    Was nun wieder ein eigenes Licht auf die Bloggerszene wirft. :gruebel


    Ach magali,


    wenn ich deine Postings lese, erinnere ich mich wieder, warum ich mich (u.a.) aus der Büchereule zurückgezogen habe. :wave Vielleicht kannst du ja ein erhellendes Licht auf die Bloggerszene werfen und die Aussagen von Frau Löffler erklären, ich wäre dir unendlich dankbar.

  • Ich hätte (vielleicht ebenfalls an Magali gerichtet) eine Frage, die vermutlich damit zusammenhängt:

    Zitat

    Die überwiegende Mehrheit der jährlich mehr als 100.000 deutschsprachigen Neuerscheinungen besteht aus nicht-rezensierbaren Büchern


    Ich nehme jetzt mal an, daß damit nicht (nur) die oben erwähnten Adressbücher gemeint sind ;-). Was bedeutet in diesem Zusammenhang "nicht-rezensierbar"? Nicht rezensionswürdig, okay, das könnte ich verstehen. Aber "nicht rezensierbar" bedeutet doch, es wäre gar nicht möglich, eine (echte) Literaturkritik dazu abzugeben, selbst wenn man es versuchte. Inwiefern?

    Meine Bewertungsskala: 1-4 Punkte: Mehr oder minder gravierende formale Mängel (Grammatik, Rechtschreibung, Handlung). 5/6 Punkte: lesbar. 7/8 Punkte: gut. 9/10 Punkte: sehr gut. Details und Begründung in der Rezi.

  • Der Konflikt, um den es geht, ist ein unüberwindbarer. Es stehen sich Profis und AmateurInnen gegenüber.


    Eine professionelle Literaturkritikerin hat die Aufgabe anhand eines Texts zu entscheiden, ob er
    1. überhaupt zur Literartur gehört und wenn ja,
    2. wohin in der Literatur.
    Ihre Aufgabe ist es zu analysieren und zu ordnen. Dazu braucht sie eine breite Kenntnis der Literaturgeschichte, ihrer Richtungen und Entwicklungen. Sie muß sehr viele Texte kennen. Sie braucht ein großes theoretisches und praktisches Wissen über Funktionsweisen von Texten, Strukturen, Erzählhaltungen, Metaphorik, Motivik, was immer auch dazu gehört. Sie braucht eine Menge Kenntnisse in der Theorie ihres Fachs über Strukturen, Textualität, Intertextualität, Kommunikation, Fragen von Authentizität, Wahrhaftigkeit, Wahrheit, Wirklichkeit bis zu philosophischen Ansätzen. Und vieles mehr.
    Aus dem ergibt sich ein Instrumentarium zur Analyse von Texten und es ergeben sich Methoden, die LiteraturkritikerInnen anwenden, um die Texte dann einzuordnen.


    Aufgabe von LiteraturkritikerInnen ist es nicht, einzelne Bücher den LeserInnen vorzustellen unter dem Aspekt: das ist gut, das lies.
    Sondern: das Buch gehört in den oder jenen literarischen Zusammenhang und wenn Du Dich für den interessierst, dann kannst Du, wenn Du willst, dieses Buch lesen und neue Erkenntnisse gewinnen, z.B. darüber, wie sich diese Literaturrichtung entwickelt.
    Eine professionelle Literaturkritikerin versucht, einen Überblick über das große Ganze zu bekommen und den auch zu wahren.
    Ob ihnen ein Buch gefällt oder nicht, steht dabei nicht zur Debatte. Ihre Kritik ist nicht Ausdruck ihrer Vorliebe und Abneigung, sondern gilt nur dem Einordnen und der argumentativen Begründung ihrer Entscheidung.


    AmateurInnen haben ein anderes Ziel. Sie lesen ein Buch. Sie reagieren gefühlsmäßig direkt. Das Buch gefällt mir, das Buch gefällt mir nicht. Diese Urteile gehen darauf zurück, ob bestimmte Erwartungen, die sie an das Buch haben, erfüllt wurden oder nicht.
    Wenn es ihnen gefallen hat, wollen sie dieses Gefühl mit anderen teilen. 'Lies mal, das ist soo schön!'
    Begründen können sie das oft gar nicht genau, das ist auch nicht unbedingt ihre Aufgabe. Sie wollen einfach ihre, Vergnügen Ausdruck geben und auch anderen eine Freude machen.


    Wiederum anderen AmateurInnen genügt das nicht. Sie wollen begründen, warum sie das Buch gut finden. Das tun sie auch, oft eloquent, fundiert, interessant. Trotzdem geht es in der Regel um dieses eine Buch. Dahinter steht keine Theorie, keine Methode. Nur ihr persönliches Engagement. Sie stehen in keiner Tradition, wenden kein professionelles Instrumentarium an. Sie tun es, weil es ihnen Spaß macht. Weil sie Bücher, die in ihre Hände kommen, gut finden und wollen, daß andere sie lesen.
    Das ist toll, aber es ist durch nichts legitimiert außer durch ihre Freude an diesem Tun.


    Nun kommen wir zu einem großem Problem: das ergibt sich aus der Möglichkeit, die das Internet bietet, daß sich nämlich eine sehr große Anzahl von AmateurInnen dort zu Büchern äußern kann. Das tun sie mit unterschiedlicher Qualität, aber durch ihre schiere Menge, in der sie dort auftreten, hat sich bei ihnen der Eindruck entwickelt, sie seien KritikerInnen. Das sind sie nicht, sie sind BücherliebhaberInnen, die sich zu Büchern äußern.
    Die große Zahl derjenigen, die sich im Internet zu Wort melden, führte auch zu dem Eindruck, daß die Art, wie gerade im Internet Bücher abgehandelt werden, die richtige Art ist. Der Eindruck wurde in den letzten Jahren zur Überzeugung.
    Aus der Überzeugung resultiert bei vielen nun wiederum eine weitere, nämlich die, daß sie das gleiche tun, was professionelle KritikerInnen tun. Oder daß man Literaturkritik nicht braucht oder ncht mehr braucht, weil das ja jede kann.


    Das nun wiederum kann Profis schon aufstoßen.
    Und auf genau den Unterschied bezieht sich Frau Löffler.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von buzzaldrin


    Ach magali,


    wenn ich deine Postings lese, erinnere ich mich wieder, warum ich mich (u.a.) aus der Büchereule zurückgezogen habe. :wave Vielleicht kannst du ja ein erhellendes Licht auf die Bloggerszene werfen und die Aussagen von Frau Löffler erklären, ich wäre dir unendlich dankbar.


    buzzaldrin


    gern. Einfach fragen.


    Mich hat vor allem bei den Kommentaren auf Deinem Blog irritiert, daß niemand den Text von Frau Löffler genau gelesen hat.
    Bei ihren Ausführungen zum Bauchgefühl der AmateurInnen bezieht sie sich eindeutig auf Meinungsäußerungen bei amazon. Damit fängt der einleitende Satz an.
    Am Ende des Abschnitts spricht sie davon, daß genau die Haltung, die sie ablehnt, dazu führt, daß die 'weißen Schafe' d.h. die, die gute Online-Beiträge liefern, in der Menge der schwarzen untergehen.
    Das Lob, das dahintersteckt, und ihre Anerkennung der Tatsache, daß es gute Online-Beiträge gibt, wurde überhaupt nicht erkannt. Dafür gab es einen kleinen Entrüstungswind von BloggerInnen, die beleidigt waren, weil sie sich nicht anerkannt fühlten.
    Das ist ein typisches Verhalten von AmateurInnen, die hochempfindlich sind, sofort eine Schnute ziehen und das alles nur, weil sie nicht richtig lesen. Im Weiteren bestärkte man sich gegenseitig und verstärkte das Ganze und am Ende herrscht die Selbstgerechtigkeit und schuld ist Frau Löffler.
    Das meinte ich damit, als ich schrieb, es wirft ein eigenes Licht auf diese Bloggerszene. Ihre VertreterInnen verhalten sich wenig reif. Anstatt in eine Diskussion einzutreten, sind sie eingeschnappt.
    Dabei hattest Du ja noch zur Diskussion eingeladen.


    Frau Löffler liefert eine Menge, worüber man diskutieren könnte. Etwa, wie stehe ich zu den Büchern, die ich vorstelle? Will ich sie anpreisen und helfe dadurch beim Abverkauf oder will ich noch etwas anderes? Wie grenzt man sich ab bei Manipulationen durch Verlage, wo ist mein Standpunkt in der Literatur. Stelle ich einfach Buch um Buch vor, bildet sich ein Zusammenhang über die Jahre, entwickle ich eine eigene Ästhetik, wie wähle ich aus der Menge die Bücher aus, die ich vorstellen will und wie unterscheide ich mich von denen, die auf amazon begeisterte Laute posten und sonst nichts?
    Was ist eine 'gute' Online-Kritik?


    Man könnte auch mal versuchen, zu verstehen, was genau profesionelle Literaturkritik ist, wo die Unterschiede zum eigenen Tun sind. Oder warum man es so schlimm findet, wenn man Amateurin ist. Oder als solche bezeichnet wird von einer Profi, wohlgemerkt.
    Zig Themen. Könnte richtig anregend und weiterführend sein.


    Wenn noch Fragen sind, bitte frag.
    Ich bin übrigens Amateurin. Kein Problem dabei.



    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Hallo Magali,


    ich denke, deine These beruht auf einem Missverständnis, nämlich dem, dass es nur diese beiden Extreme gibt. Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen einer durchschnittlichen professionellen Buchbesprechung und einer durchschnittlichen Amazon-Kritik, aber wieso sollte es einem gebildeten und belesenen Menschen nicht möglich sein, als unabhängige Blogger, also Online, ein Werk zu analysieren und einzuordnen, in genau der Ausführlichkeit und Qualität, die du von einem professionellen Literaturkritiker verlangst? Das mag die Ausnahme sein, aber gerade die Literatur ist da vielleicht tatsächlich demokratischer in der Art und Weise wie entsprechende Interessen und Talente verteilt werden, und Literaturkritik ist kein Profifußball: ein Amateurliteraturkritiker verzichtet nicht auf Millionen, sondern nur auf einen Presseausweis.


    Googol