Inge Löhnig: Sieh nichts Böses (Kommissar Dühnfort 8.)

  • Inge Löhnig: Sieh nichts Böses (Kommissar Dühnfort 8.)
    Verlag: List Taschenbuch 2017. 448 Seiten
    ISBN-10: 3548613195
    ISBN-13: 978-3548613192. 9,99€


    Verlagstext
    Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halb verwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur - ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses. Dühnfort findet heraus, dass es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handelt. Er stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist. Denn wieder verschwindet eine Frau.


    Die Autorin
    Inge Löhnig war nach einer Karriere als Art-Direktorin in verschiedenen Werbeagenturen und machte sich dann mit einem Designstudio selbständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München. Ihre Serie um Kommissar Konstantin Dühnfort machte sie zur Bestsellerautorin.


    Inhalt
    Bei der jährlichen Polizeihunde-Prüfung der Münchener Kripo findet an einem ungemütlichen November-Tag eine Leichenspürhündin zufällig eine Leiche. Die Prüfungskommission hatte diesen Fund sicherlich nicht für die Suchhunde präpariert; die Leiche war kurz zuvor im Sturm durch einen stürzenden alten Baum freigelegt worden. Mit der Ermittlung der Familienverhältnisse der Toten sucht Dühnfort im 8. Band der Reihe zugleich nach denkbaren Verknüpfungen zwischen dem Opfer und seinem möglichen Mörder. Wichtiges Indiz ist eine bei der Toten gefundene Figur, auf die sich u. a. der Buchtitel bezieht. Konstantin Dühnfort ermittelt, dass die Tote von ihren Angehörigen nicht als vermisst gemeldet wurde und man sich ihr Verschwinden reichlich hastig mit ihren Schulden erklärte. Für Dühnfort und seine frisch angetraute Frau Gina sind ungeklärte Kriminalfälle vertrautes Gebiet, da Gina bei der Kripo im Team für Cold Cases tätig ist. In einem parallelen Handlungsfaden gerät eine weitere junge Frau in finanzielle Schwierigkeiten. Inge Löhnigs Leser können nun gespannt mit fiebern, ob Dühnfort die Zusammenhänge schnell genug durchschaut, um den Täter festzusetzen und weitere Opfer zu verhindern. Mehrere Fährten zum Täter werden ausgelegt und fast bis zum Schluss des Romans offen gehalten, indem die Autorin Lösungsmöglichkeiten skizziert und zugleich Zweifel daran sät. Auch das Privatleben von Dühnfort und Gina findet Beachtung, in dem aktuell nicht nur Freude und Sonnenschein herrschen. Bis zur Lösung des Falls kommt es zu einigen überraschenden, aber durchaus glaubwürdigen Wendungen. Ob Dühnfort auf seinen Instinkt vertraut oder mit Wahrscheinlichkeiten jongliert - bei jedem Lösungsansatz habe ich befürchtet, dass er auf der falschen Fährte sein könnte und Täter oder Täterin ungeschoren davonkommen würden.


    Fazit
    Löhnigs Figuren können in einem komplexen Plot jede nur ihre eigene Wahrheit anerkennen, was sie für mich sehr menschlich gemacht hat. In ihre Alltagprobleme konnte ich mich gut hineinversetzen. Erst die Familienkonflikte und Beziehungsmuster machen die Handelnden zu Opfern, Tätern oder Zeugen. Sehr ansprechend fand ich die Genauigkeit, mit der Schauplätze und persönliche Eigenheiten geschildert wurden; besonders die Charakterisierung von Nebenfiguren und Darstellung ihrer Berufe. Wie Jutta Probst per Weichteilrekonstruktion ein Phantombild einer jahrealten Leiche erstellt, verdeutlicht z. B., wie Spezialisten in ein Ermittler-Team eingebunden werden. Auch wenn ich noch nicht alle Dühnfort-Bände gelesen habe, lief mein Einstieg in den neuesten Band problemlos.


    10 von 10 Punkten

  • Titel: Sieh nichts Böses: Kriminalroman (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi, Band 8)
    Autorin: Inge Löhnig
    EAN: 9783843715362
    Originalausgabe: 16.6.17
    Verlag: Ullstein
    Seiten: 368


    Beschreibung laut amazon:
    Sieh nichts Böses. Hör nichts Böses. Sag nichts Böses.


    Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind.
    Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halb verwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur - ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses.
    Dühnfort findet heraus, dass es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handelt. Er stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist. Denn wieder verschwindet eine Frau.


    Meine Meinung:
    Der Prolog fängt schon spannend an: Diensthundprüfung bei der Polizei. Die Hündin Ronja ist an dem Tag nervös und stellt sich an wie eine Diva, so empfindet es zumindest die Hundeführerin Doro. Und bei der Prüfung findet sie eine Leiche, die nicht von der Prüfungskommission ausgelegt wird, sondern seit 2 Jahren neben einem Baum begraben wurde, der durch einen Sturm am Tag vorher aus der Erde gerissen wurde. Trotz des Fundes würde die Hündin durch die Prüfung fallen. Zum Glück wird die Prüfung auf einen anderen Tag verschoben.
    Dann lernen wir einige Familien kennen. Die Familie Lindenthal – er Verwaltungschef in den Kliniken und sie Hausfrau, ehrenamtlich tätig. High Society.
    Familie Seybold – Mann Arzt, Frau Hausfrau und Mutter von drei Kindern.
    Anette Körber – Hutmacherin mit einem Haufen Schulden, ziemlich chaotisch.
    Am Tag der Hundeprüfung kehren Dühnfort und seine frisch angetraute Gina aus den Flitterwochen nach Hause und er wird gleich zum Fundort gebeten.
    Um wen handelt es sich bei der Leiche, die nicht vermisst worden ist? Erst durch einen Aufruf in der Presse kommen Tino und sein Team weiter.
    Die 4 Affen spielen eine wesentliche Rolle in diesem Buch.
    Aber irgendwann kommt ein Puzzelteil zum anderen und Dühnfort geht ein Licht auf.


    Fazit:
    Lügen und Wahrheit oder Wahrheit und Lügen. Manche basteln sich die Lügen so zu recht, dass sie selbst glauben, es sei die Wahrheit.
    In diesem Buch hat Dühnfort einiges um die Ohren, privat und dienstlich. Gina ist schwanger. Vaterwerden ist bekanntlich nicht einfach.
    Dühnfort braucht einige Doppio.


    Volle Punktzahl.

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Die Autorin (Quelle: Amazon)
    Inge Löhnig war nach einer Karriere als Art-Direktorin in verschiedenen Werbeagenturen und machte sich dann mit einem Designstudio selbständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München. Ihre Serie um Kommissar Konstantin Dühnfort machte sie zur Bestsellerautorin.


    Produktinformation
    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: List Taschenbuch (16. Juni 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3548613195
    • ISBN-13: 978-3548613192



    Erwartungen übertroffen…
    Doro Gutsch war mit ihrem Hund Ronja auf dem Weg zu einer Hundeprüfung. Sie hatte schon ein schlechtes Gefühl auf dem Weg dorthin gehabt. Und dieses Gefühl sollte sich dort bestätigen…
    Toni Dühnfort und Gina Angelucci waren gerade von ihrer Hochzeitsreise zurückgekehrt, da musste Toni auch schon an einen Leichenfundort. Ein Hund hatte diese Leiche gefunden, die dort jedoch schon länger lag…. Und bei ihr fand sich die Figur eines Affen…..
    Jaspers Verlobte war vor vier Jahren ermordet worden. Heute war der Jahrestag und die Mutter seiner Verlobten nervte ihn mal wieder. Sie glaubte wirklich, dass der Mord noch aufgeklärt werden könnte…
    Die Identität der Toten konnte nicht ohne die Hilfe der Öffentlichkeit geklärt werden. Auf den Aufruf der Polizei meldete sich eine Natalie und meinte, es könnte ihrer Nichte sein…. Und Dühnfort ahnte, dass die beiden Verbrechen zusammenhängen könnten…
    Doch die Eltern der Nichte stritten dies ab….
    Anette Körber war eine Hutmacherin und stand kurz vor dem Ruin. Und dazu hatte sie ihr Vermieter noch rausgeworfen….
    Jasper war der Schuldnerberater, bei dem sich Anette Hilfe erhoffte, nachdem ihr Freund ihr Unmögliches angetan hatte…
    Durch das Buch zieht sich auch noch die Sorge um Ginas ungeborenes Baby…
    Wieso hatte Doro ein schlechtes Gefühlt? Und inwiefern bestätigte sich dies? Wer war der Hund, der die Leiche gefunden hatte? Was hatte es mit dieser Affenfigur, die sich bei der Leiche befand, auf sich? Hatte Natalie ihre Nichte auf dem Phantombild erkannt? Wieso glaubte Dühnfort, dass es derselbe Mörder war? Wieso sagen die Eltern, es sei nicht ihre Tochter, das könne nicht sein? Warum stand es um das Geschäft von Anette Körber so schlecht? Wie konnte der Vermieter sie rauswerfen, als sie nicht da war? Durfte er das? Und was hatte ihr Freund ihr angetan? Warum machten sie sich Sorgen um das Baby? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Ich habe von Inge Löhnig inzwischen drei Dühnfort-Krimis gelesen, bzw. ich besitze drei, gelesen habe ich mehr. Alle haben mir super gefallen. Und so ging ich mit hohen Erwartungen an diesen Krimi heran. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch hier wieder unkomplizierte Schreibweise, keine Fragen nach dem Sinn von Wörtern oder gar ganzen Sätzen. Das Ehepaar Dühnfort-Angelucci habe ich richtig liebgewonnen. Ich habe gefiebert, wenn es um den Fall ging, bzw. eben darum, wer wohl der Mörder der gefundenen Frauenleiche, bzw. der Mörder der vor vier Jahren ermordeten Lis, Jaspers Verlobter, ist. Aber genauso habe ich gefiebert, als es um Gina und das Baby ging. Das Buch war ja auch gleich spannend und die Spannung hielt sich fast bis zum Ende. Ich mag es, dass Inge Löhnig ihre Bücher etwas ausklingen lässt. Es endet nicht so abrupt mit der Aufklärung des Falles, sondern geht halt noch etwas weiter. Außerdem gefällt mir, dass ich wirklich erst gegen Ende des Buches erfahren habe, wer der Mörder ist. Den hatte ich nicht auf dem Schirm und ich war überrascht. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und volle Bewertungszahl.

    Gruß


    Lerchie


    ____________________________
    Nur wer aufgibt hat schon verloren

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Lerchie ()

  • Inhalt: Nur durch Zufall wird bei einer Polizeiübung die fast verweste Leiche einer jungen Frau gefunden, die anscheinend seit zwei Jahren von niemandem vermisst wurde. Ungewöhnlich auch die kleine Skulptur eines Affen, die bei der Toten lag und der Kripo Rätsel aufgibt.


    Meine Meinung: Inge Löhning ist eine der wenigen Autorinnen, die es auch in ihrem achten Band um den Ermittler Kommissar Dühnfort schafft, die Leser immer wieder aufs Neue zu überraschen und zu fesseln.
    Dieser Fall ist wieder etwas ganz Besonderes und der Leser wird von Anfang an tief in das Geschehen hineingezogen. Gut gefällt mir, dass man sich als Leser in die Gefühle und Gedanken der verschiedenen Personen versetzen kann, ohne dass die Autoren zu viele Hinweise zur Lösung des Falls gibt.
    Es gibt mehrere potenzielle Täter und Motive. Ein besonderes Augenmerk hat die Autoren auf das "Schein und Sein" gelegt.
    Hinter den Kulissen von offenbar heilen Familien tun sich Abgründe auf. Physische und psychische Misshandlungen werden von außen nicht bemerkt und hinterlassen doch tiefe Spuren in den Seelen der Opfer. Dühnfort und seine Kollegen haben eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten um den komplizierten Fall zu lösen.
    Auch privat wird Dühnfort vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Gina und er freuen sich auf das erste Kind, doch es gibt Probleme…


    Fazit: Inge Löhning ist wieder ein spannender und auch bewegender Krimi gelungen. Ein absolutes Muss für den Dühnfort – Fans.
    Neueinsteiger in die Serie können den Fall zwar auch ohne Kenntnis der Vorgänger verstehen, aber das Verhältnis von Gina und Dühnfort hat sich über die Zeit stetig weiter entwickelt und es ist einfach schön, dieses mitzuverfolgen.


    9 Punkte

  • Jeder hat seine eigene Wahrheit


    Durch Zufall findet ein Leichensuchhund bei seiner Prüfung im Forstenrieder Park die halbverweste Leiche einer jungen Frau. Neben der Leiche findet Kommissar Dühnfort, der gerade erst von seiner Hochzeitsreise zurückgekommen ist, eine kleine Affenskulptur, die „Tu nichts böses“ symbolisiert.
    Bei den folgenden Ermittlungen trifft er auf viele Verdächtige, die gehörig Dreck am Stecken haben.


    Ich bin ein bekennender Fan dieser Krimireihe und habe mich schon lange auf Band 8 gefreut.
    Die Autorin hat wie auch schon in den vorherigen Bänden einen ausgezeichneten Schreibstil, ich war sofort in dem spannenden Geschehen drin und konnte das Buch kaum zur Seite legen.


    Die Polizei und auch ich tappen lange im Dunkeln, immer wieder wechselt der Verdacht auf die ein oder andere Person. Ich bangte um die junge Hutmacherin Annette, die sich in Gefahr begibt, ohne es zu wissen. Über die herzlose und egoistische Famile der toten Veronika konnte ich nur angewidert den Kopf schütteln.


    Dazu kommen noch private Probleme von Kommissar Dühnfort und seiner Frau Gina. Sie müssen eine schwierige Entscheidung treffen, die sich auf ihr ganzes Leben auswirken wird.


    „Jeder hat seine eigene Wahrheit“ resümiert Kommissar Dühnfort am Ende dieses Buches, wie recht er doch hat.


    Fazit:
    Ein durchgehend spannender Kriminalroman um menschliche Abgründe, perfekt umgesetzt.
    Ich will mehr davon!
    Absolute Leseempfehlung!

  • „Was nicht dem Gesetz der Schönheit (= angemessenes Verhalten) entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“ (Konfuzius)
    Kommissar Konstantin Dühnfort und Ehefrau Gina kommen gerade von ihrer Hochzeitsreise zurück. Zusammen freuen sie sich auf ihr gemeinsames Kind, doch die neuste Untersuchung ergibt Grund zur Sorge. Aber nicht nur dies belastet ihn auch sein neuster Fall, den er zu bearbeiten hat. Bei der Hundeprüfung der Polizei für Leichensuchhunde findet man durch Zufall, die halb verweste Leiche einer jungen Frau. Dühnfort fällt sofort eine kleine Affenfigur aus Messing auf, die bei der Leiche liegt, diese hat den Unterleib bedeckt und steht für "Tu nichts Böses". Nach längerer Suche finden sie heraus das die tote Frau Veronika Lindental heißt, das eigenartige ist, das niemand sie zu vermissen scheint. Doch ein weiterer ungeklärter Mord, der ebenfalls wieder mit einem der weisen Affen hinterlegt ist, führt Dühnfort näher zum Täter. Jedoch dieser hat erst begonnen, den der Rächer ist noch nicht am Ende. Außerdem müssen Gina und Konstantin (Toni) eine weitreichende familiäre Entscheidung treffen.


    Meine Meinung:
    Dieser Krimi ist mein zweites Buch der Autorin und wieder habe ich diesen fasziniert gelesen. Das Team um Kommissar Dühnfort ist sehr sympathisch und macht es einem leicht an diesem Krimi dran zubleiben. Inge Löhnig hat hier wieder einen sehr interessanten Fall konzipiert, der viel von den Ermittlungsarbeiten lebt. Die Suche nach dem Täter ist außerordentlich interessant und kommt auch recht unblutig daher. Trotzdem war ich gespannt, bis zum Ende wer der Täter ist und hatte es auch kurz vor der Auflösung fast geahnt. Ein Fall der einem nahe geht, weil man sich diesen durchaus auch in der Realität vorstellen könnte. Eine große Rolle spielen die 4 weisen Affen: mizaru, kikazaru, iwazaru, shizaru = nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, nichts böses tun (von denen meist nur 3 bekannt sind). Die Motive des Täters liegen in der Vergangenheit und sind Rache und Vergeltung. Hier sieht mal wieder, das Kinder sehr oft doch der Spiegel der Eltern sind bzw. werden können. Der Schreibstil ist sehr gut, informativ und fesselnd und hat mich bestens unterhalten. Auch das familiäre Thema von Gina und Tino, mit dem sie sich auseinandersetzen mussten, fand ich sehr interessant und ich war froh, dass sie sich so entschieden haben. Ein Krimi, der mit relativ wenig Brutalität, viel psychologischen Gespür aufwartet und trotzdem spannend und informativ ist, bekommt von mir 10 Eulen.

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."

  • Seine Schuld, seine große Schuld


    Bei der Hundeprüfung wird eine Leiche entdeckt. Es stellt sich heraus, dass es Veronika Lindental ist. Aber warum hat sie niemand, auch nicht ihre Eltern, vermisst? Und was hat die kleine Affenfigur für eine Bedeutung? Dühnfort, der gerade von der Hochzeitsreise kommt, stößt bald auf Zufälle, die keine sein können. Eine weitere Frauenleiche, ebenfalls mit einer Affenfigur, bringt ihn auf die richtige Spur. Doch private Probleme lenken ihn teils etwas ab. Die richtige Entscheidung zu treffen, ist manchmal nicht so einfach. Doch Dühnfort und Gina halten zusammen und so löst er gleich zwei Fälle auf seine eigene Art und Weise.


    Die Krimis von Inge Löhnig lesen sich alle durchweg sehr gut. Diesmal brauchte ich ein wenig, um mich in der Story zurechtzufinden. Mir wollten die Figuren nicht so recht passen, ich sympathisierte mit niemandem so richtig. Vielleicht spielt auch Tinos ganz eigener Kampf eine Rolle dabei, dass ich Anlaufschwierigkeiten hatte. Doch dann passte, wie gewohnt, alles schön ineinander und die Entwicklungen waren schlüssig und in sich stimmig.


    Ich hatte sehr früh einen konkreten Verdacht, wer der Täter sein könnte, auch wenn die Autorin alles gab, um mich auf eine andere Fährte zu locken. Der Showdown war beeindruckend und die Spannung enorm. Das Ende beeindruckt auf eine ganz eigene Weise. Das ist sehr gelungen und gefällt mir sehr gut.


    Die persönliche Geschichte von Tino und Gina bewegt mich sehr. Hier ist der rote Faden gelegt, der in weiteren Fällen weitergesponnen werden möchte. Wie immer gibt Inge Löhnig auch hier jeder Figur eine eigene Geschichte, kein Protagonist bleibt blass und nur Randfigur. Man muss die Figuren nicht mögen, um ihre Geschichten beeindruckend oder bewegend zu finden. Auch wenn man vieles nicht nachvollziehen kann und selbst anders handeln würde, ist doch alles sehr glaubwürdig. Die private Prüfung von Gina und Tino fand ich jedoch ein wenig zu moralisierend. Hier fühle ich mich als Leser in eine Rolle gedrängt, die ich nicht einnehmen möchte.


    Ich freue mich sehr auf weitere Bände mit Konstantin Dühnfort, mochte „Sieh nichts Böses“ jedoch nicht so sehr, wie die anderen Bände der Reihe. Somit gebe ich hier 8 Eulen.

  • Spannender Kriminalroman


    „Sieh nichts Böses“ von Inge Löhnig ist der achte Band der Kriminalromanreihe um Kommissar Konstantin Dühnfort. Frisch aus den Flitterwochen heimgekehrt, wartet auch schon der nächste Fall auf Kommissar Dühnfort. Die Leiche einer jungen Frau wird während einer regelmäßig stattfindenden Prüfung für Leichenspürhunde der Polizei durch Zufall gefunden. Bei der Leiche wird eine kleine Affenskulptur, die ihren Unterleib bedeckt – die Bedeutung der Figur: Tu nichts Böses. Zunächst gestaltet sich die Identifikation der Toten als schwierig – gelingt den Beamten aber letztlich doch. Ein weiteres Mordopfer, bei dem ebenfalls eine Affenskulptur gefunden wurde, führt die Ermittlungen von Konstantin Dühnfort schließlich in die richtige Richtung.
    Neben der Ermittlungsarbeit wird in diesem Kriminalroman auch das Privatleben von Konstantin und Gina beleuchtet. Das frisch gebackene Ehepaar sieht sich mit einer schwierigen Entscheidung hinsichtlich Ginas Schwangerschaft konfrontiert. Gerade dieser Einblick in das nicht immer nur aus Sonnenschein bestehende Privatleben der beiden Polizisten, lässt sie umso realer greifbarer wirken.
    Inge Löhnig ist es gelungen, einen spannenden Kriminalroman abzuliefern, der den Leser von Anfang an fesselt und bis zur letzten Seite spannend bleibt. Dabei gehen dem Leser nicht nur die grausamen Hintergründe an die Substanz, die durch die Ermittlungen ans Licht kommen, sondern auch die persönliche Auseinandersetzung des jungen Ehepaars Gina und Konstantin mit dem Ergebnis einer Vorsorgeuntersuchung.
    Ich bewerte „Sieh nichts Böses“ mit acht von zehn Eulenpunkten.

  • Bis zur Lektüre dieses Buches kannte ich nur die berühmten drei Affen und wusste nichts von einem vierten. Wieder einmal ein schlagender Beweis: Lesen bildet! :-]
    Auch dieser achte Teil aus Inge Löhnigs Kommissar Dühnfort-Reihe hat mich sehr gut unterhalten. Ich kenne noch nicht alle Vorläufer, vermisste hinsichtlich der Verständlichkeit jedoch nichts.
    Der Münchner Ermittler Konstantin ("Tino") und seine Gina sind von der Hochzeitsreise zurück, Nachwuchs kündigt sich an.
    Ein zufälliger Leichenfund und ein Besorgnis erregendes Ergebnis einer Vorsorgeuntersuchung halten die Dühnforts aber auch den mit fiebernden Leser in Atem...
    Ich vergebe 9 von 10 möglichen Eulenpunkten :wave

  • Ich bin immer begeistert, wenn es Nachschub von Tino und Gina gibt.


    Das einzige, was ich diesmal zu bemängeln habe, ist, dass der Täter für mich ziemlich schnell feststand und es am Ende auch keine überraschende Wendung mehr gab.


    Jetzt heißt es wieder warten, bis zum nächsten Teil :help

    Wenn du den roten Faden verloren hast, halte nach einem anderem ausschau, vielleicht ist deiner BUNT
    (Das Leben ist (k)ein Ponyhof - Britta Sabbag)

  • Es handelt sich bereits um den 8. Fall von Tino Dühnfort und er hat mich wieder begeistert.


    Tino Dühnfort und die schwangere Gina sind gerade von der Hochzeitsreise zurück als eine seit Jahren verschwundene Frau tot gefunden wird. Neben ihr liegt der sog. 4. Affe mit der Bedeutung „Tu nichts Böses“.


    Bei den Nachforschungen, um wen es sich bei der Toten handelt, muß erst ein spezielles Fahndungsfoto erarbeitet werden, denn niemand vermisst eine junge Frau, die in das Profil passen könnte. Durch einen Ring, der bei der Toten gefunden wurde, kommt man auf Veronika. Sie war verschuldet, hatte sich von ihrem Freund getrennt, angeblich eine neue Liebe gefunden und an ihrem letzten Abend hatte sie sich mit ihrer Familie, speziell ihrem Vater, zerstritten. Jeder einzelne ging davon aus, daß sie untergetaucht sei.


    Aktuell ist wieder eine junge, verschuldete Frau vermisst, auch sie hatte einen neuen Freund und es ergeben sich immer mehr Parallelen. Schaffen es die Ermittler sie zu finden, bevor ihr etwas passiert?




    Bei diesem Fall taten sich für den Leser wahre Abgründe auf. Egal ob es sich um die Gewaltbereitschaft innerhalb von Familien, Hass, Neid, Verdrehen von Tatsachen, Rache oder auch Teilnahmslosigkeit und absichtliches Wegsehen handelte.


    Das Privatleben spielt wie immer eine besondere Rolle in den Krimis von Inge Löhnig. Und deshalb kann in diesem Fall die Schwangerschaft von Gina nicht reibungslos verlaufen, sondern den werdenden Eltern wird eine weit reichende Entscheidung abverlangt.


    Die Figuren wurden gut charakterisiert, als Leser konnte man gut miträtseln. Inge Löhnig hat ihre Leser wieder über Irrwege auf die richtige Spur gebracht. Am Ende hatte sie alle Handlungsstränge schlüssig zusammengeführt und es kam noch die Wahrheit anss Tageslicht.


    Alles in allem ein packender 8. Fall von Tino und ich bin gespannt was sich die Autorin beim nächsten Band einfallen lässt.

  • Inge Löhnig hat diesmal zwei sehr schwierige Themen verarbeitet, zum einen in der privaten Geschichte von Tino und Gina eine Entscheidungsfindung der schweren Art, von der ich nicht Spoilern möchte, zum anderen was macht es aus einem Menschen Opfer von Gewalt zu sein, ohne Liebe aufzuwachsen? Inge Löhnig schreibt spannende Krimis, aber eben mit Tiefgang, mit indem Weg der Entspannung querlenkenden Stolpersteinen. Wer das nicht mag soll Maurer und nicht Löhnig lesen. Oder am besten doch beides, aber zu unterschiedlichen Zeiten und Stimmungen. Inge Löhnig fordert den Leser stets- und das ist gut so. Ich fiebere weiteren Geschichten um Gina und Toni entgegen.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Inge Löhnig widmet ihren 8. Dühnfort-Roman dem Thema Familie. Nicht nur die Tote, die während einer Polizeihund-Prüfung gefunden wird, auch viele der weiteren Charaktere stammen aus Familien, die man nicht gerade harmonisch nennen kann. Und auch Dühnfort und Gina, die gerade aus ihren Flitterwochen zurückgekehrt sind, und sich nun auf ihr Baby freuen, haben Probleme: Ginas Schwangerschaft ist nicht so glücklich, wie man es ihr und Dühnfort wünschen würde.


    Ich mag die Reihe sehr gerne und habe alle Romane gelesen, mir gefällt vor allem, dass auch das Privatleben des Protagonisten eine relativ große Rolle spielt. Auch Gina kennt man von Anfang an, in einem Roman durfte sie sogar selbst die Hauptrolle übernehmen Man hat als Leser seine ganz eigenen Emotionen den beiden gegenüber. Und als sie, und damit der Leser, nun erfahren, dass es Probleme mit dem Baby geben wird, möchte man am liebsten in den Roman hüpfen und den beiden zur Seite stehen.


    Der Autorin gelingt es, dass man auch für die anderen Charaktere Emotionen entwickelt, nicht alle sind positiv, manche wandeln sich, man entwickelt Verständnis, Unglauben und andere Gefühle. Dass das sogar bei Nebenrollen, wie der Hundeführerin Doro Gutsch der Fall ist, zeigt das Können der Autorin. Dadurch entsteht auch Spannung, ich fühlte mich von der ersten Seite an gepackt und konnte den Roman kaum aus der Hand legen.


    Mir gefällt, wie der Leser nach und nach verschiedene Charaktere kennenlernt, ohne zunächst zu wissen, wie diese zusammenhängen. Man macht sich so seine Gedanken, aber erst nach und nach erfährt man, wie einzelne Personen und Szenen in Verbindung stehen.


    Der Kriminalfall selbst ist interessant und lädt schnell zum Mitraten ein. Die Autorin bietet dem Leser mehrere Fährten, und wer mitdenkt, kann den Fall noch vor den Ermittlern lösen – mir ist das gelungen – ohne, dass es langweilig wird, im Gegenteil, ganz sicher kann man sich ja sowieso erst sein, wenn tatsächlich aufgelöst wird. Die Auflösung ist gelungen, besonders gut gefällt mir, dass es am Ende noch ein kurzes „Was-danach-geschah“ gibt, dass noch einmal diverse Emotionen hervorruft.


    „Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“, ein wahres Wort, wie man hier einmal mehr sieht. Umso schöner, dass es trotzdem auch versöhnliche Momente gibt, die sind, wie ich meine, auch nötig. Gut gelungen ist auch das Einbeziehen der Affenfiguren (Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen …), wenn da wohl auch stellenweise etwas durcheinander geraten zu sein scheint.


    Ich habe den Roman wieder sehr gerne gelesen und freue mich schon auf den nächsten der Reihe, einen hoffentlich spannenden Fall und weitere Einblicke in Dühnforts Privatleben. Dühnfort Fans werden sowieso wieder zugreifen, allen anderen empfehle ich, die Reihe mit Band 1 zu starten.