Verfolgung - David Lagercrantz nach Stieg Larsson

  • Titel: Verfolgung (Band 5 der Millennium-Serie)
    Autor: David Lagercrantz
    ISBN: 978-3-453-27099-2
    Originalausgabe: 2017
    Verlag: Heyne
    Seiten: 476


    Beschreibung nach Buchdeckel:
    Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Straße absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einen Finanzanalysten aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer stärker werden Attacken von Benito und ihre Gang entgehen?


    Meine Meinung:
    Vorab – das Buch hat mir besser gefallen als Band 4. Der Schreibstil ist ausgereift und das Buch liest sich flüssig weg.


    Schön ist es, dass man wieder auf alle Altbekannten in diesem Buch trifft. Das Wiedersehen mit Plaque war ein Highlight. Ein Highlight, obwohl diese Hackerbande einem doch Angst und Schrecken einjagen sollte.


    Aber zum Buch: Lisbeth sitzt im Hochsicherheitstrakt ohne PC, Tablett oder Handy, die dort verboten sind, weil sie in einem normalen Gefängnis durch die Außenwelt gefährdet ist. Aber auch im Hochsicherheitstrakt gerät Lisbeth in Gefahr. Gefahr, weil die Justizbeamten Memmen sind und Benito unbekannte Kontakte hat.


    Holger Palmgren, inzwischen alt und körperlich schwer krank aber geistig topfit, besucht Lisbeth im Gefängnis. Das Gefängnis liegt fernab der Zivilisation und ist schwer erreichbar. Doch Palmgren schafft es im Rollstuhl. Respekt. Doch was hat er Lisbeth gesagt, was derart wichtig und eilbedürftig ist, dass sie dringend einen Internetanschluss benötigt? Lisbeth weiß auch ganz genau, wie sie an einem PC kommt. Und schwupp-di-wupp ist sie im Netz, und zwar nicht nur wo sie rein darf. Nachdem sie viele Informationen gesammelt hat, bitte sie Blomkvist um Mithilfe. Dieser hilft ihr natürlich mit und ohne Alkohol. Selbst für seine Freundin nimmt er sich Zeit.


    Schön ist es, dass auch in diesem Band wieder aktuell politische Themen wie Internet, Forschung, Islam und Börse behandelt werden. Hier wegen Lisbeth, die ja bekanntlich ein Zwilling ist, geht es um die Zwillingsforschung. Was eine Behörde alles angestellt hat, um an Daten zu kommen und dies ein Leben lang. Man kann wirklich nur hoffen, dass alles Fiktion ist.


    Fazit:
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe, dass es bald ein Band 6 geben wird.


    Volle Punktzahl

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Lesebiene ()

  • Lisbeth Salander, dieses Fallbeil der Gerechtigkeit, sitzt in einem schwedischen Frauengefängnis und wird von der Psychopatin Benito Andersson bis aufs Blut bekämpft. Das ist die Ausgangssituation dieses Romans. David Lagercrantz ist kein Autor überflüssiger Worte. Im Grunde nimmt er in seinem Schreiben die Stellung seiner kompromisslosen Protagonistin ein. Die –vielleicht- Autistin handelt, statt lange abzuwägen und so legt der Autor ein brachiales Erzähltempo vor, dass seinesgleichen sucht. Der Roman ist zum einen fest verankert in der Gegenwart, dass zeigt schon der Blick auf eine desillusionierte schwedische Gesellschaft und den starken Einwanderer Einfluss und seine wenig erbaulichen Folgen. Gewalt wohin man blickt und Lisbeth mittendrin. Eine zweite Geschichte baut sich dann vor unseren Augen auf und leuchtet nicht nur Lisbeths Vergangenheit aus.


    Was mir bei diesem Roman ungeheuer imponiert hat ist der schnörkellose Schreibstil, der praktisch nie Langeweile auf kommen lässt. Ich fühlte mich von Beginn an von der Geschichte eingesogen, die sehr spannend erzählt und klug durchdacht ist. Lisbeth ist mit ihrem familiären Hintergrund wahrlich keine Heldin von der Stange. Sie ist eine ihrer Zeit entsprungene Protagonistin, die den Computer wie den Nahkampf beherrscht, der ihr aufgezwungen wird. Es ist diese Melange aus urbanem Großstadt-Thriller und psychologischer Gesellschaftsstudie vor dem Hintergrund einer desaströsen Familiensituation, die das Buch für mich interessant machen. Und die Geschichte von Leo, dem musisch begabten Künstler, der das Börsenalphabet verstand und vor dem Lärm des Lebens flüchten möchte ist nicht minder lesenswert. Eine sehr anregende Spannungslektüre. Ich kann das Buch einfach nur empfehlen.

  • Lisbeth Salander muss auf Grund einiger Ereignisse des letzten Bandes eine kurze Haftstrafe verbüßen. Eigentlich will sie einfach nur ihre Zeit absitzen, kann dann aber doch nicht anders, als sich in gewisse Ereignisse einzumischen und den Zorn Benito Anderssons, die sich zur diktatorischen Anführerin der Gefangenen aufgeschwungen hat, auf sich zu ziehen.


    Ein Besuch Holger Palmgrens bringt sie zudem auf eine neue Spur in ihre eigene Vergangenheit, der sie mit Hilfe Mikael Blomkvists nachgehen möchte. Doch die Recherchen sind nicht ganz ungefährlich …


    Nach dem ersten Roman David Lagercrantz', der die Millenium-Reihe Sven Larssons nach dessen Tod fortsetzt, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt weitere Bände lesen würde, denn dieser hatte mich nicht überzeugt. Letztlich war ich doch neugierig, vor allem, da Lisbeth im zweiten Band des Autors eine größere Rolle zu spielen schien.


    Vielleicht habe ich nun genug Abstand zu Larsson, vielleicht hat sich aber auch Lagercrantz in die Reihe eingefunden – mich konnte er jedenfalls mit diesem Band überzeugen, Lisbeth und Mikael scheinen wieder sie selbst zu sein und die Geschichte hat mich schnell gepackt und ist sehr spannend.


    Die Charaktere, die neben Lisbeth und Mikael den Roman bevölkern, haben größtenteils ihre ganz eigene Geschichte, die dem Leser nach und nach offenbart wird, und die teilweise, wie schon in den vergangenen Millenium-Bänden, schockieren, allein ein „Register für menschliche Erblehre und Eugenik“ sagt schon viel aus! Auch von Lisbeths Vergangenheit erfahren wir wieder ein Stück mehr. Wer die Vorgängerbände kennt, wird einige alte Bekannte wiedertreffen.


    Erzählt wird mit vielen Perspektivewechseln und damit auch Cliffhangern, so dass man den Roman kaum aus der Hand legen mag. Das Thema, um das es hier geht, ist interessant und bietet viel Stoff zum Nachdenken. Mit vielen der Charaktere kann man gut mitfühlen, andere dagegen sind sehr abstoßend charakterisiert, Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt es hier durchaus, macht aber auch einen Teil der Spannung aus. Dafür gibt es auch einige Charaktere, die man erst mit der Zeit richtig einordnen kann, und es warten auch Überraschungen auf den Leser.


    Wer die Wege der Charaktere nachvollziehen möchte, findet drei Karten vor: Schweden, Großraum Stockholm und Stockholm, ich selbst habe sie nicht benötigt.


    Mir hat dieser fünfte Millenium-Roman sehr gut gefallen, ich bin froh, ihn gelesen zu haben und freue mich nun auf weitere Romane der Reihe, ich vergebe 9 Punkte, und eine Leseempfehlung, wer mit Band 4 gehadert hat, sollte dem Autor noch eine Chance geben!

  • Ich kann mich den vorangegangenen Rezis nur anschließen, denn auch mir hat dieser Band deutlich besser gefallen als der ebenfalls von David Lagerkranz geschriebene Bd. 4 der Serie.
    Das Buch ist von Anfang an spannend, Lisbeth zeigt sich sehr kämpferisch (damit hatte ich anfangs ein paar Probleme, es passt aber zur Story), Mikael zeigt sich wieder als starker Rechercheur und auch weitere bekannte Personen spielen eine Rolle.
    Positiv hervorzuheben ist, dass es als Dreh- und Angelpunkt wieder ein brisantes politisches/soziales Thema gibt. Zwillingsforschung, bei der auch Lisbeth unwissentlich Teil der Studie war.

  • Lisbeth Salander sitzt für kurze Zeit in Flodberga ein und verteidigt ihre Zimmernachbarin Faria Kazis, die von der großen Gefängnisanführerin Benito Andersson und ihren Schergen gemobbt und bedroht wird. Die Wärter, allen voran Alvar Olsen, sehen weg. Lisbeths alter Mentor Holger Palmgren hat sie trotz seines schlechten Gesundheitszustandes besucht und ließ sie wissen, daß er neue Informationen bezüglich ihrer Kindheit und der ihrer Zwillingsschwester Camilla hat. Nachdem Mikael Blomkvist sie regelmäßig besucht, bittet Lisbeth ihn um Recherche bezüglich Leo Mannheimer. Dieser junge Investmentbanker aus gutem Hause scheint eine Gemeinsamkeit aus Kindertagen mit Lisbeth zu haben. Wie sich herausstellt, haben hier vor allem die Behörden fragwürdige Methoden angewandt und die Recherche erweist sich als nicht ungefährlich. Mehr Details möchte ich nicht verraten, aber am Ende laufen alle Fäden zusammen und es gibt einen echten Show-down.




    Das hochwertige Cover unterscheidet sich dieses Mal, indem erstmals rot als Farbe neu hinzukommt. Ich finde es geschmackvoll und durch das Rot zieht es die Blicke auf sich.


    David Lagercrantz hat sich mit diesem Band 5 für mich ganz entscheidend weiter entwickelt. Den Sog beim Lesen, den ich von Stieg Larrson bei der Millenium-Trilogie kannte, den habe ich hier wieder gefunden. Von Beginn an ist die Spannung sehr groß und sie steigert sich bis zum Ende. Die Personen beschreibt er haarscharf. Der Schreibstil ist ohne viel Wenn und Aber – einfach schnörkellos und direkt. Vor allem Lisbeth, die in diesem Band die Protagonistin schlechthin ist, kann man sich als Leser sehr gut vorstellen und ihre Handlungen wie im Film ablaufen lassen. Und endlich erfährt man auch den Grund für das Drachentattoo. Mikael Blomkvist forscht im Hintergrund und hatte mehr eine Nebenrolle. Sehr gut hat mir wieder das Auftauchen von Plaque und der Hackercrew gefallen, sie brachten zum Finale noch mal einen extra Schwung. Der Autor hat als Themen Zwillinge, deren Missbrauch und in diesem Zusammenhang die fiktive Frage „Erbgut oder Umwelt, was prägt uns?“ aufgegriffen. Daraus wurde ein absolut packender Thriller, der auch zur Diskussion und zum Nachdenken anregt.


    Von mir eine unbedingte Leseempfehlung! Bei einem 6. Band bin ich auf alle Fälle dabei!


    Von mir auch volle Punktezahl

  • Jetzt verstehe ich, warum die Erben Stieg Larssons diesen Autor mit der Fortsetzung der Millennium-Reihe beauftragt hat :-). Der erste Anlauf hatte mich seinerzeit nicht rundum überzeugt. Er war zwar durchaus spannend, aber irgendwie beliebig, etwas fehlte.


    Verfolgung fühlte sich nun wieder genau „richtig“ an mit seinem komplexen und stimmigen Plot, dazu tempo- und abwechslungsreich, die interessanten Hintergründe detailliert recherchiert und gut herausgearbeitet. Lisbeth und Mikael füllen die vertrauten Rollen aus wie ich es mir wünsche, aber auch die übrigen Figuren lässt der Autor lebendig und glaubhaft wirken, die „Guten“ wie die „Bösen“.


    Lagercrantz hat es geschafft mich durchgehend zu fesseln. Nicht nur in den Spannungsszenen, auch die Recherchearbeiten und umfangreiche Informationen zu verschiedensten Themen vermittelt er derart mitreißend, dass ich jeden einzelnen Aspekt dieses komplexen Thrillers mit Interesse aufgesogen habe.


    Einzig die Ausflüge in die Welt der Musik fand ich etwas weniger aufregend, hier bin ich nicht sonderlich bewandert bzw. interessiert. Trotzdem habe ich die Sachkenntnis bewundert, die der Autors auch auf diesem Gebiet zeigt und dabei ein bisschen meinen Horizont erweitert ;-).


    Es gibt mehrere Handlungsfäden und auch die Ermittlungen bewegen sich auf verschiedenen Ebenen, doch wird es zu keinem Zeitpunkt unübersichtlich oder gar langatmig. Der Autor hält sämtliche Erzählfäden fest in der Hand, verknüpft sie Stück für Stück und bringt sie genial zu Ende.


    Es mag verblüffen, was alles rund um Lisbeth, ihre Familie und Vergangenheit zutage gefördert wurde und vielleicht noch gefördert wird, aber solange es so brillant und spannend geschieht, soll es mir nur Recht sein. Lisbeth ist und bleibt eine meiner Lieblingsfiguren.


    Erstklassig - erzähltechnisch, sprachlich, atmosphärisch und inhaltlich.

  • Ich finde es ja prinzipiell gut, dass nach dem Tod von Stieg Larsson versucht wird, Lisbeth und Mikael weiterleben zu lassen. Die beiden sind einfach ein gutes Team und haben so viel Potential, dass Lagercrantz tatsächlich aus dem vollen schöpfen kann. Das beweist er jetzt im zweiten seiner Nachfolgebände, denn Lisbeth läuft zu Höchstform auf.


    "Verfolgung" knüpft zeitnah an den Vorgänger an, behandelt aber zwei neue "Fälle". Zum einen geht es um eine junge Pakistani, die wegen Mordes an ihrem Bruder im Gefängnis sitzt; wo nebenbei auch Lisbeth eine kurze Strafe absitzen muss. Das Schicksal der Frau ist traurig und hat mit der Islamisierung ihrer Brüder zu tun, die zu einem fürchterlichen Eklat geführt hatte. Nach und nach erst erfährt man die Einzelheiten.
    Zum anderen geht es um Leo und Dan, Zwillinge, die zwecks wissenschaftlicher Studien als Kinder getrennt wurden und nun, als Erwachsene aufeinandertreffen. Hier spielt auch Lisbeths Vergangenheit eine große Rolle.


    Lagercrantz knüpft feine Verbindungsstränge zwischen Stieg-Larssons-Grundidee und neuen Elementen, die er sicher selber erdacht hat. Er schafft es tatsächlich, eine homogene und spannende Story zu erzählen, die durch Lisbeths eigenwillige Ermittlungsmethoden und Mikaels stringente Reporterarbeit sehr an die ersten Bücher dieser Reihe erinnern.


    Schade fand ich, dass MIkael für mich diesmal ein bisschen blass blieb. An seiner Front gab es nichts wirklich Neues. Dafür ist Lisbeth eben Lisbeth und macht einfach Spaß zu lesen. Für Fans der Reihe und interessierte Quereinsteiger ein unterhaltsamer Krimi.

  • Lisbeth lässt sich im Frauengefängnis Flødberga, wo sie eine kurze Haftstrafe verbüßt, in Gangstreitigkeiten verwickeln. Eine Mitgefangene wird drangsaliert, alle sehen weg und das kann sie nicht ertragen. Lisbeth, wie wir sie kennen und lieben, tritt in Aktion und handelt sich damit natürlich großen Ärger und neue Feinde ein. Holger Palmgren besucht sie dort und bringt Lisbeth neue Erkenntnisse zu ihrer Kindheit mit. Lisbeth beginnt auf eigene Faust und mit den ihr eigenen "ungewöhnlichen" Methoden selbst zu recherchieren. Und auch Mikael wird schnell mit in diesen Fall gezogen: was hat es wohl mit dem Finanzgenie Leo Mannheimer auf sich? Und wie passt der mittellose Gitarrist Dan ins Bild?


    Lagercrantz greift in diesem neuen Band viele aktuelle Themen wie beispielsweise die Finanzmärkte und Islamismus auf, aber ebenso auch "ältere" wie die Frage, was uns zu dem macht, was wir sind - unsere Gene oder äußerer, erzieherischer Einfluss? Und auch das Thema Musik kommt nicht zu kurz ;-) Auch kommen viele alte Bekannte wieder vor und nicht alle überleben ;-( Nichtsdestotrotz eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe - und hoffentlich nicht die letzte :wave Einen eventuellen Band 6 werde ich auf jeden Fall wieder lesen. Aber bitte dann ohne die vielen "künstlichen" Cliffhanger - die Story ist auch so spannend genug :kiss


    Edit sagt noch ein herzliches Dankeschön an Wolke und den Verlag :wave

    Liebe Grüße :wave


    Waldmeisterin


    Every day I give my family two choices for dinner: take it or leave it!


    Nulla unda tam profunda quam vis amoris furibunda

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Waldmeisterin ()

  • Wei erwartet war auch dieser fünfte Band rund um Lisbeth und Mikael wird sehr spannend und voller Action.
    Ganz zufrieden bin ich allerdings nicht, für mich wurde Mikael zu sehr in den Hintergrund gedrängt und auch das ganze "Drumherum", das ich aus den Vorgängern in Erinnerung hatte, die Arbeit bei "Millenium" oder Lisbeths Hacker-Clique kam für mich eindeutig zu kurz.


    7/10 Punkten.

  • Sehr viel Erinnerung habe ich an den vierten Band der Reihe nicht gehabt. Ich kann mich nur an meiner Bewertung daran orientieren. Und danach ist dieser 5. Band besser als der Vorgänger.


    Es hat mir gut gefallen, wie eindringlich der Autor die Gefühle einiger Protagonisten geschildert hat. Es war nachvollziehbar und schlüssig. Ich fand jetzt auch nicht, dass eine Person zu sehr in den Hintergrund gedrängt wurde. Jeder hatte seinen Platz und seine Handlung. Ich empfand die Handlung zu keiner Zeit als langatmig. Und zum Schluss hin bautet sich die Spannung noch auf.


    Für mich ein gelungenes Lesevergnügen, dass ich jedem empfehlen kann, der die Reihe um Lisbeth und Mikael bereits kennt.


    von mir gibt es hierfür neun Punkte

  • Ich durfte diesen Roman mit einem vom Verlag spendierten Exemplar während einer Leserunde lesen. Vielen Dank an den Verlag für das Buch und an Wolke für die Organisation!:anbet
    Die Geschichte war wie gewohnt überaus spannend und hat mich demzufolge auch wieder gut unterhalten. Lagercrantz traf Larssons Stil besser als bei seinem ersten Buch, dem vierten Band der Reihe. Lisbeth war Lisbeth, wie man sie kennt und schätzt. Mikael erschien mir etwas zu farblos (und zu bettlägerig:-)).
    Die Auflösung stellte mich zufrieden und ich vergebe deshalb gerne 9 von 10 möglichen Eulenpunkten.
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von maikaefer ()

  • Da mir der 4. Band der Serie durch die Lappen gegangen ist, war "Verfolgung" für mich das erste Buch von David Lagercrantz. Stilistisch fand ich es in Ordnung, muss aber zugeben, dass die Lektüre der Millennium-Trilogie zu lange her ist, als dass ich hier wirklich einen Vergleich ziehen könnte.


    Im Gegensatz zu den anderen LR-TeilnehmerInnen hatte ich Mühe, in das Buch hineinzukommen. Wäre es kein LR-Buch gewesen, hätte ich wohl abgebrochen, denn die ersten 200 Seiten waren für mich ziemlich zäh. Viele verschiedene Handlungsstränge mit schnellen Wechseln, sodass keine der Geschichten so richtig in Fahrt kam, dazu wirtschaftsphilosophische Betrachtungen (gähn), das hat mich schon Durchhaltevermögen gekostet. Allerdings hat sich das Durchhalten gelohnt, denn in der zweiten Hälfte kam das Buch so richtig in Fahrt und am Schluss wurde ich mit einem spannenden Finale belohnt.


    "Verfolgung" ist also durchaus lesenswert, am besten bringt man aber viel Zeit mit, damit man an der Lektüre dranbleiben kann. Gerade das Thema "Zwillingsforschung", das in diesem Roman eine große Rolle spielt, fand ich sehr interessant und gut umgesetzt.


    Von mir gibt es 7 Eulenpunkte.


    LG, Bella

  • Inhalt:


    Lisbeth Salander, die aufgrund der Ereignisse im letzten Band eine kurze Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis Flodberga absitzt, erfährt von ihrem altern Förderer Holger Palmgren neue Details zu ihrer Kindheit und Jungend. Sie bittet Mikael Blomkvist, der sie regelmäßig im Gefängnis besucht, Nachforschungen zu Leo Mannheimer anzustellen, in dessen Kindheit es anscheinend Parallelen zu Lisbeths Vergangenheit gibt. Im Gefängnis wird die Stimmung immer angespannter. Ein weiterer Handlungsstrang führt uns zu Faria Kazis, die ebenfalls in Flodberga einsitzt und von einer anderen Gefangenen, Benito Anderson, gemobbt wird. Hier wird schnell klar, dass die Hintergründe zu ihrer Vergangenheit führen, die sie bis in Gefängnis verfolgen.


    Meine Meinung:


    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Die beiden parallel erzählten Geschichten sind jede auf ihre Art fesselnd. Besonders die Nachforschungen zu Lisbeths Vergangenheit erweisen sich als sehr brisant und führt den Leser in die Abgründe der Zwillingsforschung. Ich fand es erschreckend, welche Details hier bekannt wurden. So erschreckend, dass es hier sogar zu Entführungen und einem Mord kommt.
    Auch dir Rückblenden zu Leos Leben und dem seines Bruders erweisen sich als sehr aufschlussreich über das Vorgehen der Behörden. Auch wenn wir keinen weiteren Details zu Lisbeths Vergangenheit erfahren, können wir aus dem Schicksal der Männer einiges ableiten.
    Farias Geschichte führt uns zum Thema Zwangsehen und den Vorstellungen, die in einigen Zuwandererfamilien existieren. Erschreckend hierbei auch, wie weit die Macht der Familien bis in die Gefängnisse reichen und wenig die Gefängnisleitung in der Lage ist, sie Insassen zu beschützen.
    Die Charaktere werden sehr gut gezeichnet und die Auswahl der Themen ist sehr interessant. Leider ist Mikaels Charakter etwas blass gezeichnet, er dient nur als „Informationsbeschaffer“ ansonsten spielt er eine untergeordnete Rolle. Lisbeth ist auch in diesem Buch die tragende Person, bleibt aber auf ihre Art unnahbar und mit ihren unkonventionellen Handlungsweisen hält sie einige Überraschungen bereit, die einen nach Luft schnappen lassen.
    Alles in allem handelt es sich um ein lesenswertes Buch, dass einiges an Spannung bereithält, aber leider habe ich auch in diesem Band wieder das Gefühl Lisbeth nicht näherzukommen. Der Grund hierfür liegt sicherlich in ihrem Charakter, aber ich mag es bei Thrillern gerne, wenn man sich mit den Protagonisten identifizieren kann. Das fehlt mir hier etwas.

  • Eigentlich könnte ich jetzt fast 1:1 bei hollyhollunder unterschreiben.


    Die Idee, Lisbeth und Mikael weiterleben zu lassen gefällt mir gut. Auch die Entwicklung der Geschichte mag ich. Vom Stil her ist David Lagercrantz Stieg Larsson recht ähnlich finde ich. Spannende Plots mit zahlreichen, aktuellen Themen, so wie auch dieses Mal wieder z.B. Zwillingsforschung/Genetik, Islam und viele mehr.


    Dass es auch hier wieder zwei eigene Handlungsstränge gibt, mag ich gerne, jedoch war mir der Teil um Mikael dieses mal ein bisschen zu fade. Er bekommt hier viel zu wenig Raum und mutiert mehr und mehr zur Randfigur, das finde ich sehr schade. Da erhoffe ich mir im nächsten Band wieder eine Wendung zu einem aktiveren Mikael.


    Alles in allem habe ich bekommen, was ich erwartet hatte und denke, dass diese Story durchaus noch ein Weilchen weitergehen kann ohne langweilig zu werden. Auch wenn wir uns dieses Mal von einem Protagonisten der ersten Stunde verabschieden müssen, der mir - und Lisbeth - ans Herz gewachsen ist.


    Toll, dass ich zeitgleich zur Leserunde die Möglichkeit hatte, eine Lesung zu diesem Buch des Autoren zu besuchen. Sehr sympathischer Mann der gute Einblicke in die Entwicklung der Geschichte und seine Sicht auf die Dinge gegeben hat. Die deutsche Stimme hierzu war Dietmar Wunder der u.a. Daniel Craig und Adam Satler seine Stimme leiht, das machte es zu einem mehr als gelungenem Abend.


    Von mir gibt es 8 von 10 Eulenpunkten.

  • Lagercrantz’ zweite Fortsetzung der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson gefällt mir sehr viel besser als der Vorgänger. Der Autor scheint seinen Stil gefunden zu haben.

    Die Geschichte, die er sich dieses Mal für Mikael Blomqvist, den investigativen Journalisten und das Computergenie Lisbeth Salander ausgedacht hat, ist spannend, hat Hand und Fuß und überzeugt mit einem schlüssigen Ende.


    Lisbeth ist wieder ganz die alte. Und auch wenn ihre Nehmerqualitäten nach wie vor sehr beachtlich sind, stelle ich sie nicht in Frage, sondern erfreue mich den Resultaten, die sie dadurch erzielt. Sehr geschickt hat Lagercrantz die persönliche Geschichte Lisbeths weiterentwickelt und da ist sicher noch jede Menge Potential für mindestens eine weitere Fortsetzung vorhanden.


    Nach dem letzten Band hatte ich nicht damit gerechnet, dass Lagercrantz sich hier so steigert. Ich erkenne die alte Lisbeth wieder und auch wenn Mikael für mein Gefühl zu kurz kommt und an der Handlung zu wenig beteiligt ist – mein einziger Kritikpunkt an dem Buch - , ist es doch eine ordentliche Fortsetzung der Stieg Larsson-Reihe. Nun bin ich sehr gespannt und neugierig wie es mit dem ungleichen Gespann Blomqvist/Salander weitergeht.

  • „Verfolgung“ ist nun der zweite Band von David Lagercrantz als Nachfolger des leider verstorbenen Stieg Larsson. Ich finde, er schreibt sich langsam ein. Die Figuren sind in diesem Band in ihrem Wirken dichter an den Ursprüngen der Millenium-Trillogie dran als es bei „Verschwörung“ noch der Fall war. Die Stimmung der bekannten Bände wird wiederbelebt, aber irgendwie trotzdem nicht ganz erreicht. Wäre der Eindruck derselbe, wenn das gleiche Buch von Larsson geschrieben wäre?


    Die Reihe lebt aber gerade von ihren Figuren und von einer unwiderstehlichen Lisbeth Salander. Sie ist natürlich weiterhin die allseits beliebte und gefährliche Superwoman. Realitätsnah ist das zwar nicht, aber das ist hier auch nicht das Wichtigste.


    Bei ein paar weiteren kleinen Details hatte ich auch noch gestutzt und mich über das Verhalten der Figuren arg gewundert. Aber was soll´s? Hauptsache Lisbeth geht es gut und sie ist weiterhin fit und aktiv. :boxer


    8 Punkte gibt es von mir.