Büchereulen im Lesetief

  • Hallo liebe Eulen,

    ich befinde mich zur Zeit in einem Lesetief und dachte, es gibt vielleicht nochmehr Eulen mit diesem Tief. Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen! Ich denke, dass würde mir sehr helfen und vielleicht geht es euch auch so. Also zu mir: Ich bin eigentlich eine totale Leseratte, ich habe Bücher immer verschlungen. Doch nach dem Studium vor 5 Jahren wurde mein Leben sehr stressig. Auf eine kurze Phase der Selbstständigkeit folgte ein Job der mich auffraß. 60 Stunden in der Woche waren keine Seltenheit. Es folgte der Burnout.

    Während dieser 5 Jahre habe ich immer weniger gelesen, weil mir die Zeit und die Konzentration fehlten und weil ich auch einfach nur noch müde war. Nun habe ich einen tollen neuen Job und arbeite "nur" 20 Stunden. Aber obwohl ich die Zeit hätte mehr zu lesen, fehlt mir meist die Konzentration oder ich bin einfach zu müde. Gleichzeitig vermisse ich das Lesen ganz schrecklich. Das totale Abtauchen in die Welt der Bücher ist etwas Wunderbares!

    Ich hoffe ein paar andere Eulen zu finden, die sich in einem Lesetief befinden oder dieses besiegt haben. Ein Austausch, Tipps und gegenseitige Motivaton wären toll!:kumpel

  • Hallo Lese-Rienchen,


    So schlimm kenne ich ein Lese-Tief nicht, zumindest nicht in den letzten Jahren. Was mir bisher immer geholfen hat, sind meine sogenannten 'Re-Reads' von Lieblings- oder Wohlfühlbüchern. Da muss ich mich nicht anstrengen und ich weiss, dass sie mir gefallen. Das handhabe ich auch so, wenn ich nicht sicher bin, in welche Richtung mein Lesegeschmack momentan geht, oder wenn ich mehrere Pleiten hintereinander gehabt habe (was äußerst selten ist). Vielleicht bringt dich das an die Bücher zurück....


    :freundschaft

    Lieben Gruß  :zwinker Mariion


    If your world doesn't allow you to dream, move to one where you can...

  • Oh Lese-Rienchen, ich hoffe, Du findest Deine Leselust wieder.

    Wenn ich mal ein seelisches Tief habe, greife ich immer gerne zu Debbie Macomber. Das sind so richtig tolle Seelenbücher.

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Oh ja, solche Lesetiefs kenne ich auch. Mein letztes liegt gar nicht so lange zurück, erst wenige Wochen.


    Ich werde innerlich immer total unruhig, wenn ich in ein solches Tief purzel. Bedingt durch meine grundsätzlich vorhandene Konzentrationsproblematik ist Lesen für mich einer der wenigen Ruhepole, in denen mein unruhiger Geist wirklich mal zur Ruhe kommen kann und ich es schaffe, mich doch tatsächlich zu 100% zu konzentrieren. Und wenn das dann auch noch weg fällt, geht es mir absolut nicht gut.


    In solchen Phasen greife ich automatisch zu leichter Unterhaltungslektüre. Eine seichte Liebesschnulze, egal .... Hauptsache ich lese irgendetwas. Und dann ist einfach Abwarten angesagt und das Wissen, dass diese Phase irgendwann auch wieder ein Ende haben wird. :|

  • Hallo Lese-Rienchen,


    solche Lesetiefs kenne ich auch. Zeitweise war ich durch Besprechungen von Büchern so kritisch geworden, dass ich kaum mehr Freude an neuen Büchern aufbringen konnte.


    Mariions Tipp mit dem Lesen von alten Lieblingsbüchern ist gut und hat auch mich nach längeren Lesepausen wieder motiviert, in ein Buch zu schauen.


    Außerdem finde ich Literatursendungen oder Buchbesprechungen im Fernsehen (wie z.B. auf 3sat oder arte) manchmal sehr anregend, ein bisher unbekanntes Buch zu lesen.


    Oder schau doch mal, ob in Deiner Gegend eine Autorenlesung auf dem Veranstaltungskalender steht. Manchmal macht die intensivere Beschäftigung mit einem Autor/einer Autorin richtig Lust, sich deren Werke näher anzusehen.


    LG

    Li

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)

    :lesend Hans-Georg Noack: Rolltreppe abwärts

  • Ich hatte letztes Jahr auch immer wieder Lesetiefs....Bei mir waren es auch eher psychische Probleme(Gedankenkarussel), ich hab mich dann lieber mit iwelchen FernsehSerien auf die Couch verkrümelt oder Hörbücher gehört beim Zocken von computerspielen..


    Im Moment bin ich wieder voll im Lesefieber...

    Habe hier eine Wohlfühloase geschaffen. Lesezimmer mit BücherRegalen, gemütlichem Sessel und Ofen..

    Keinerlei Ablenkung. HIER wird gelesen....

    Vll wäre so etwas Ähnliches in deiner Wohnung möglich ?


    Naja und ich bin gegen die Psychischen Probleme angegangen...

  • Hallo Lese-Rienchen,


    all das, was du beschreibst, kenne ich sehr gut und kann gut nachvollziehen, wie du dich gerade fühlst.


    So ein schlimmes Lese-Tief hatte ich vor Jahren mal, das war auch so ähnlich, wie du es schilderst. Beruflicher Stress, Krankheit und private Sorgen, viel zu wenig Schlaf, keine Ruhe, völlig ruinierte Nerven. Damals hatte ich über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren kaum ein Buch angefasst, und als diese schlimme Phase endlich ausgestanden war, hatte ich irgendwie keine Lust mehr zum Lesen und fand es nur nervig und anstrengend. Angefangene Bücher lagen wochenlang herum, haben mich kaum mehr interessiert. Da ich schon seit meiner Kindheit ein begeisterter Viel-Leser bin, war dieser Zustand total beängstigend und ich habe auch gemerkt, dass mir etwas Essentielles fehlt.


    Den Spaß und die Freude am Lesen wiedergefunden habe ich dann durch Kinderbücher und aus purem Zufall. Mir ist beim Aufräumen ein Buch in die Finger gekommen, das meine kleine Nichte bei mir vergessen hatte, Die wunderliche Reise von Oliver und Twist von Antonia Michaelis, in das habe ich reingeblättert und mich prompt festgelesen. Das war so eine süße Geschichte und auch sehr poetisch und schön geschrieben, aber eben nicht so anstrengend wie ein Erwachsenenbuch, genau das Richtige zu der Zeit.


    Daraufhin habe ich die Lieblingsbücher meiner Kindheit wieder herausgekramt und zum x-ten Mal Die kleine Hexe gelesen, den Räuber Hotzenplotz, Mary Poppins und noch einige andere. Und diese Bücher waren für mich tatsächlich eine Wohltat. Weil ich sie als Erwachsener noch genauso lese, wie ich sie als Kind gelesen habe, voller Spaß und Neugier und mit Freude, völlig versunken und die Nase tief im Buch vergraben. Sie sind einfach schön, sie zwingen nicht, sie belehren nicht, sie fordern nicht und verlangen nicht, wie die Welt außenherum es dauernd tut. Man kann wenigstens eine kleine Weile wieder Kind sein und einfach Spaß an einer Sache haben. Mit ihnen kam die Lust am Lesen von ganz allein zurück.


    Was mir in einem Lesetief auch immer hilft, ist es, mich für neue Dinge zu interessieren, etwas Neues auszuprobieren oder ein neues Thema für mich zu entdecken. Vielleicht eine Ausstellung besuchen, ins Kino gehen, eine interessante Reportage zu einem Thema ansehen, mit dem man noch nie zu tun hatte, ein fremdes Land oder eine fremde Kultur entdecken, oder mit anderen Menschen reden und so auf neue Ideen und Gedanken kommen. Wenn mich ein neues Thema wirklich interessiert, entsteht bei mir meist sofort auch das Bedürfnis, mehr darüber zu erfahren und ein Buch darüber zu lesen.


    In kleineren Lesetiefs, wenn ich zum Beispiel mehrere Bücher hintereinander erwische, die mir nicht gefallen und ich deswegen schon leicht angenervt bin und mich frage, ob ich denn gar keine guten Bücher mehr finde, dann mache ich es auch wie Mariion, dass ich zu Autoren greife, die ich kenne und mag, und weiß, dass sie mich nicht enttäuschen.


    Eine dieser Autorinnen - jetzt wird es richtig megapeinlich, und wahrscheinlich muss ich mich gleich in die Ecke stellen und schämen - ist Madeleine Brent. Ich habe vor Urzeiten auf dem Flohmarkt ein uraltes Buch von ihr mitgenommen (oder von ihm, in Wirklichkeit ist das ja ein Mann), das ich jetzt erst vor zwei, drei Jahren gelesen habe, und es hat mich sofort gepackt. Ich habe es am Stück verschlungen, völlig gefesselt von dieser alten Schwarte, und danach habe ich mir prompt alle Bücher von ihr besorgt. Die werden jetzt häppchenweise genossen, und immer dann, wenn ich in so einem Mini-Lese-Tief sitze und alle Bücher blöd finde, gönne ich mir eins von ihr und freu mich und bin wieder mit der Welt versöhnt.


    Die Bücher sind nichts Besonderes, ich würde sie als romantische, etwas altmodische Frauen-Abenteuer-Romane bezeichnen. Es gibt immer eine jugendliche Heldin, die sich tapfer und gewitzt durch alle möglichen widrigen Umstände kämpft, in Gefahr gerät und Abenteuer bestehen muss und am Schluss gibt es natürlich ein Happy End. Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt endgültig meinen Ruf als Schnulzenleserin weg habe - ich liebe diese Bücher.


    Liebes Lese-Rienchen, ich wünsche dir, dass du bald wieder Freude an Büchern findest und glückliche Lesestunden verbringen kannst. Versuche es nicht zu erzwingen und sei einfach neugierig auf die Welt, dann kommt die Leselust irgendwann schon von allein wieder, davon bin ich überzeugt :knuddel1

  • Eine dieser Autorinnen - jetzt wird es richtig megapeinlich, und wahrscheinlich muss ich mich gleich in die Ecke stellen und schämen - ist Madeleine Brent.

    Das ist nicht peinlich - im Gegenteil.

    Ich habe Madeleine Brent geliebt und war soo enttäuscht, daß keine weiteren Büchern von ihr/ihm erschienen.

    Meine Liebsten waren

    - Wilde Blume Glück.

    - Wohin der Wind die Blüten trägt


    Ha, ich habe gerade direkt Lust, die mal wieder hervorzukramen


    Ich finde den Tip - in der Leseflaute ein solches Buch, das auf jeden Fall Lesevergnügen verspricht, da man es ja kennt - sehr gut.


  • Eine dieser Autorinnen - jetzt wird es richtig megapeinlich, und wahrscheinlich muss ich mich gleich in die Ecke stellen und schämen

    Dann würde ich dauerhaft in irgendwelchen Ecken rumstehen.... du erinnerst dich - ich bin die mit dem Nackenbeißer-Tick.

    Ich kann Wolke nur unterstützen und sagen: jeder liest, was ihm gefällt und mit was er glücklich ist. Bei mir sind es Liebesromane, Krimis und Serienmörderbücher (vielleicht kann ein Psychologe da mal dahinter schauen....

    Lieben Gruß  :zwinker Mariion


    If your world doesn't allow you to dream, move to one where you can...

  • Hallo Bücherdrache,

    es klingt ein wenig wie eine vorsorgliche Entschuldigung. Aber warum? Jeder soll das lesen, was ihr/ihm Spaß macht - was immer das auch sein mag. <3

    Ab und zu wird man für solche Bücher doch gern mal belächelt oder mit einem Kopfschütteln bedacht, vor allem von Lesern anspruchsvollerer Literatur. Das ist mir bei den Eulen zwar noch nicht passiert, und ich glaube, es wird hier auch nie passieren, im Real Life oder auch in anderen Foren hatte ich das aber schon oft. Ich erwähne solche Bücher dann meist gar nicht mehr, weil es einfach müde bin, mich dauernd dafür verteidigen oder rechtfertigen zu müssen. Und wenn ich sie doch mal erwähne, dann mit so einer Bemerkung hintendran.


    Ich wollte jetzt erst schreiben, dass es nur spaßig gemeint war, aber wenn ich so darüber nachdenke, stimmt das nicht wirklich, und du hast vermutlich recht und es ist eine Art Voraus-Entschuldigung. Ich nehme das nicht einmal mehr wirklich wahr, so automatisch passiert das schon. Eigentlich traurig. Für Dinge, die man liebt, sollte sich niemand entschuldigen müssen.

  • Wohin der Wind die Blüten trägt war dieses Flohmarkt-Buch, das war mein erstes Buch von ihr und ich fand es soooo schön und musste mir dann alle anderen auch gleich besorgen. Wilde Blume Glück habe ich noch vor mir und ich freue mich schon darauf und werde es nach einer der nächsten Bücherflauten lesen, die bestimmt kommen werden.


    Ich finde es auch jammerschade, dass es nur so wenige Bücher von ihr/ihm gibt. Der Autor, Peter O'Donnell heißt er ja wirklich, hat unter seinem realen Namen auch noch eine Serie um die clevere, abenteuerlustige Modesty Blaise geschrieben, eine Art Agentin, da habe ich mir den ersten Band auch schon besorgt, aber noch nicht gelesen. Das Thema ist zwar nicht unbedingt meine Baustelle, aber ich hoffe, dass wenigstens Stil und Sprache ähnlich sind. Man ist ja selbst für kleine Lichtblicke dankbar :)


    Mariion

    Ja, stimmt, du als Nackenbeißer-Liebhaber weißt bestimmt auch, wie blöd da manchmal dahergeredet wird und hast da sicher auch schon einiges mitgemacht.

    Was ich auch immer und immer wieder höre, wenn Leute sich über Bücher unterhalten, ist der Spruch "die/der schreibt ja wie Rosamunde Pilcher", mit einem sehr abwertenden Unterton und als eine Art Schimpfwort gemeint. Dabei möchte ich wetten, dass keiner von denen jemals ein Buch von ihr gelesen hat. Ich habe auch noch keines gelesen, aber ich nehme an, dass die nicht halb so schlimm sind, wie sie oft dargestellt werden.

  • Lese-Rienchen Solche Lesetiefs kenne ich auch - Streß, Lustlosigkeit, keine Zeit - ich verbringe dann meistens zu viel Zeit im Internet und vor dem Fernseher, oder daddel auf dem Tablet. Oft ist aber auch das falsche Buch schuld. Dann will ich es nicht abbrechen, aber so richtig fesselt es mich doch nicht. Mit dem "richtigen" Buch läuft es wieder wie von selbst.


    Welches Genre liest du denn gerne? Manchmal ist auch ein Wechsel motivierend.

    Was mich in den letzten Jahren wirklich gefesselt oder ziemlich gut unterhalten hat:


    Thriller: EchtzeiT Trilogie

    Thriller/Mediensatire: Castingshow

    Fantasy: Krosann Saga

    Urban fantasy: Fever Saga (deutscher Titel ist Blödsinn, geht nicht um Vampire)
    Mercy-Thompson-Reihe

    Immortals After Dark

    und einige weitere Reihen

    Liebesroman: Pygmalion - perfekt unverliebt

    Bad Boys mit viel Sex (manchmal braucht's auch das ...): Demonized


    Vielleicht hilft's ja auch schon, wenn du mal einen Tag frei machen kannst und in die Therme gehst, mit Saunabesuch, Nickerchen im Ruheraum und dann im Bademantel eingekuschelt lesen.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Vielleicht hilft's ja auch schon, wenn du mal einen Tag frei machen kannst und in die Therme gehst, mit Saunabesuch, Nickerchen im Ruheraum und dann im Bademantel eingekuschelt lesen.

    Genau das wollte ich auch gerade vorschlagen. Ein Ort, wo es nichts anderes zu tun gibt und wo man nicht abgelenkt wird. Im Ruheraum gibt es kein Internet, kein Handy, keine Kaffeemaschine usw. Da kann man eigentlich nur schlafen oder lesen.

  • Genau das wollte ich auch gerade vorschlagen. Ein Ort, wo es nichts anderes zu tun gibt und wo man nicht abgelenkt wird. Im Ruheraum gibt es kein Internet, kein Handy, keine Kaffeemaschine usw. Da kann man eigentlich nur schlafen oder lesen.


    Es sei denn, in besagtem "Ruheraum" sitzen irgendwelche schnatternden Damen, die sich seit Monaten nicht gesehen haben und sich nun ihr halbes Leben erzählen müssen und auf strenge Blicke oder Ansprache nicht reagieren... :rolleyes



    Lese-Rienchen Ich habe die bisher einzige ernsthafte Leseflaute meines Lebens auch mit Re-reads alter Lieblingsbücher beenden können und bin dann über weitere, neue Bücher der gelesenen AutorInnen wieder gut ins Lesen 'reingekommen.

  • Es sei denn, in besagtem "Ruheraum" sitzen irgendwelche schnatternden Damen, die sich seit Monaten nicht gesehen haben und sich nun ihr halbes Leben erzählen müssen und auf strenge Blicke oder Ansprache nicht reagieren...

    Es ist zwar immer nervig, aber ich habe die bisher immer ruhig bekommen. Bloß, was macht man mit den Schnarchern? :schlaeger

  • In den großen Thermen gibt es ja mehrere Ruheräume. Zur Not weiterziehen. Am gemütlichsten ist es, wenn man einen Tag Zeitausgleich nehmen und unter der Woche gehen kann, aber mit 20-Stunden-Woche sollte sich zeitlich auch was finden lassen. Und dann Tageskarte kaufen um ohne Zeitdruck zu sein.


    Ich will auch ...

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Lese-Rienchen


    Auch ich hatte schon so manche Lese-Flaute, aus den verschiedensten Gründen. So vielfältig wie das Leben selber, sind auch die Ursachen für die jeweilige Flaute. Und da kann leider doch schon so einiges zusammenkommen.


    Seitdem ich lesen kann, war unsere Bibliothek nicht mehr vor mir sicher. Umso erschrockener über mich selber war ich dann mit Anfang 30, als mich auf einmal überhaupt kein Buch mehr interessierte. Ausnahme die (Märchen-)Bücher, die ich meinen Töchtern damals vorlas. Doch ansonsten, Nada, Nichts. Und das hielt auch mehrere Jahre an. :(


    Nun, man soll es nicht erzwingen, und so habe ich damals in meiner Freizeit u.a. begonnen, an der PS begeistert "Final Fantasy X" zu spielen. Und auch des Öfteren unserer Bowlingbahn und Schwimmhalle für ein Stündchen einen Besuch abgestattet. Vielleicht wäre das ja auch eine Idee. Wieder andere Leute entdecken vielleicht ihre Liebe für Gartenarbeit ~ dazu gehöre ich allerdings definitiv nicht. ;)


    Wie schon gesagt, oder geschrieben, diese erste und auch extremste Phase hielt einige Jährchen an und endete eigentlich genauso plötzlich, wie sie aufgetreten ist. Eines schönen Weihnachten wünschte sich unsere Große den 1. Teil der "Twilight"-Reihe von St. Meyer … und ward dann die nächsten Tage für den Rest der Familie quasi nicht ansprechbar. Interessiert, was mein Kind da so fesselt, wollte ich wenigstens mal kurz ins Buch hineinschauen … und vorbei war es mit meiner Lese-Flaute. :-]


    Aufgrund diverser Gründe (persönlicher und familiärer Nackenschläge, hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen) passiert es mir auch weiterhin, dass meine Meinung zum Lesen mal wieder weg ist. Dann greife ich in letzter Zeit auch mal zur Häkelnadel. … oder versuche meine Lese-Laune - wie auch schon von einigen VorschreiberInnen genannt - durch einen re-read, z.B. durch den meines absoluten Lieblingsbuches "Jane Eyre", hervorzukitzeln.


    Auf keinen Fall setz dich unter Druck - IRGENDWANN ist auch die längste Lese-Flaute Vergangenheit. Und vielleicht entdeckst du ja in der Zwischenzeit etwas für dich, was dir stattdessen Freude bereitet. Ich wünsche dir das von ganzem Herzen :knuddel


    Betreffs der Nackenbeisser :heisseliebe

    Mariion und Bücherdrache ~ Bei denen, mit dem Nackenbeisser-Tick, reihe ich mich dann mal gleich mit ein. Und ich kenne das übrigens aus eigener Erfahrung leider ebenfalls, dass man das Gefühl hat, sich dafür entschuldigen zu müssen, was für einen "Schund" (O-Ton nicht nur eines Familienmitglieds) man da so liest. Das hatte mich bei den ersten Malen auch ziemlich getroffen, doch inzwischen frage ich in solch einem Fall einfach zurück: "und, tue ich damit jemandem weh?" Es gibt doch wohl wesentlich Schlimmeres, als dass Frau hauptsächlich leichte (seichte) Literatur liest. <3