'Ohne ein einziges Wort' - Seiten 098 - 181

  • Ich habe gerade das Gefühl, mir entgeht irgend etwas Wichtiges ... ganz am Anfang des ersten Abschnittes, als Eddie und Sarah in der Wiese liegen und sich gegenseitig erste Details aus ihrem Leben erzählen, da heißt es einmal "Noch vor ein paar Tagen war ich: frisch getrennt, bald geschieden, stramm auf die vierzig zugehend ..."


    Zu Beginn des zweiten Abschnittes schreibt Sarah dann Messenger-Nachrichten an Eddie. In der ersten, die sie wieder löscht, schreibt sie: "Ich muss dir ein Geständnis machen. Ich bin verheiratet." In der zweiten Nachricht, die sie dann tatsächlich abschickt, meint sie aber: "... eins sollst du hier und jetzt erfahren: ich bin inzwischen nicht mehr verheiratet. ( ...) Ich war - und bin immer noch - Single."

    Das passt ja hinten und vorne nicht zusammen ... lügt die einfach nur oder kapiere ich hier nur irgend etwas nicht? :/



    Das Buch liest sich wirklich schnell, stelle ich fest ... obwohl ich es stellenweise auch etwas langatmig finde. Da wird so viel spekuliert und gefaselt und gemutmaßt und gerätselt und Sarahs Gedanken werden ausführlich durchgekaut, aber es passiert nicht wirklich was. Sie ist einfach total passiv. Leidet. Rätselt herum. Leidet. Hasst sich selbst. Leidet. Checkt ihr Handy. Leidet. Wartet. Leidet. Checkt ihr Handy ... etc pp :bonk


    Warum fährt sie nicht zu ihm hin und stellt ihn zur Rede, anstatt sich in Mutmaßungen und Jammern zu ergehen? Wenn sie ein fünfzehnjähriger Teenie wäre, dann wäre das Verhalten ja noch irgendwie erklärbar, aber sie ist eine erwachsene, selbständige Frau. Nicht einmal hat sie versucht, ihn leibhaftig zu treffen, zu seiner Wohnung zu fahren, seine Mutter ausfindig zu machen, ihn wirklich zu suchen ...

  • Bücherdrache , ich glaube der Status im ersten Abschnitt stimmt.

    Die Scheidung steht noch bevor.

    Sie sagt sich ja selbst, eigentlich benimmt sie sich wie ein Teenager. Mit dem dauernden Checken des Smartphones spiegelt die Autorin vielleicht den Trend der Zeit. Es geht ja nicht mehr ohne! Selbst ein Präsident twittert.:lache


    Die Lästerschwestern haben sich in neunzehn Jahren auch nicht geändert.

  • jusch  

    Dieses ständige Smartphone-Checken und Facebook-Nachschauen geht mir so derart auf den Keks, ich kann's gar nicht sagen. Das finde ich in real schon schrecklich, und hier im Buch ganz genauso. Bei Sarah habe ich echt den Eindruck, der fällt schon aus Prinzip nichts anderes mehr ein, als wie hypnotisiert auf ihr Handy zu starren - können Facebook oder WhatsApp ihre Probleme nicht lösen, so kann's wohl niemand :rolleyes


    Die Lästerschwestern, ja ... ich hatte da irgendwie ein Rudel kichernder und geifernder Hyänen vor Augen :chen


    Aber dass Sarah vor denen nach der langen Zeit noch solche Angst hatte, verstehe ich nicht ganz. Klar ist das unangenehm, die wiederzutreffen, aber das ist fast zwanzig Jahre her.

  • Aber dass Sarah vor denen nach der langen Zeit noch solche Angst hatte, verstehe ich nicht ganz. Klar ist das unangenehm, die wiederzutreffen, aber das ist fast zwanzig Jahre her.

    Das habe ich mich auch gefragt. Einerseits steht sie beruflich ihren Mann, andererseits scheint sie privat doch erhebliche Probleme zu haben. Sie hat z. B. Angst alleine im Haus ihrer Eltern zu sein. Ihre Schwester scheint tot zu sein und ihr wird immer ein Platz freigehalten.

    Ich bin gespannt, wann man erfährt was vor ca. 20 Jahren passiert ist. Sie ist ja überstürzt nach Amerika gegangen.


    Ob der Opa General war, wenn er alle so rumkommandiert?

  • Ob der Opa General war, wenn er alle so rumkommandiert?

    Wenn ja, dann war meine Oma auch einer :lache:lache


    Sarah verstehe ich irgendwie nicht. Sie schaut immer nur nach hinten, nur in die Vergangenheit. Sie sieht nur, was sie verloren hat, was sie alles nicht hat und was sie alles nicht kriegen wird - und erkennt dabei gar nicht, dass sie ja schon eine Menge hat, sie ist hübsch und klug, leidet keine Geldnot, sie hat eine liebe Familie, sie hat treue Freunde, einen tollen Job, sie kann sich aussuchen, wo sie leben will - sie hat in ihrem Leben schon so viel geschafft. Die Ehe mit ihrem Reuben scheint ja nicht die schlechteste gewesen zu sein und am Anfang haben sie sich ja auch geliebt, schreibt sie. Mit ihm hatte sie auch viele gute Jahre zusammen und eine gute Ehe, und sie haben diese tolle Organisation aufgebaut. Aber das zählt für sie irgendwie alles nicht. Sie jammert in einem fort nur immer über ihren Verlust. Mit solchen Menchen tue ich mich wirklich schwer, in echt und in Büchern.

  • Also ich empfinde das irgendwie gar nicht als jammern, und es stört mich auch nicht. ich kann sie irgendwie verstehen, mich in sie hineinversetzen. Sie spürt das irgendwas passiert ist, und sie hatte bestimmt auch Angst wenn sie zuviel hinterfragt, das sie dann doch zu hören bekommt, das es ihm gut geht. Das würde dann ja heissen er hat sie sitzen lassen. Da steckt sie lieber den Kopf in den Sand und redet sich ein, das ihm was passiert ist. Wie die Affen, die sich Mund,Augen und Ohren zuhalten. Nichts sehen,nicht hören und nichts sagen. Und dann ist er irgendwann online..und reagiert nicht.. und trotzdem spürt sie, es ist nicht wie es scheint. Ihre Freundin Jenni hilft ihr da auch nun und redet ihr nicht ein, das sie ihn vergessen soll.


    Die Briefe gehen meiner Meinung nach von Sarah an ihre Schwester, ob diese nun tot ist oder nur vermisst wird, wird sich noch zeigen. Ich kriege irgendwie das Gefühl nicht los, das Eddie ganz viel damit zu tun hat, mit diesem Unfall...

  • Ich bin auch etwas angestrengt, weil sich die ersten 200 Seiten doch sehr ziehen. Natürlich wird jede Person gut vorgestellt, aber an Handlung ist irgendwie wenig zu lesen.

    Dieses ständige schauen auf Handy, das ewige checken von Nachrichten, den Statusbericht auf Facebook, die Anwesenheit, das sind alles Dinge, die wir Ü50 jährigen vielleicht nicht mehr richtig nachvollziehen können.

    Wenn ich mich allerdings bei meinen jüngeren Kollegen umsehe scheint das alltäglich zu sein

    Momentan wäre es mir ganz lieb, wenn sie ihn endlich erreichen würde, denn dann würde was passieren...

    Lieben Gruß :zwinker Mariion


    If your world doesn't allow you to dream, move to one where you can...

  • Klar gehört dieses in der Hand festgewachene Smartphone mittlerweile bei vielen zum täglichen Leben, vor allem bei Jüngeren. Ich sehe es in der Generation meiner Nichten und Neffen, die können kaum zwei Minuten ohne das Ding auskommen. Im Real Life ignoriere ich das halt einfach, aber in einem Buch empfinde ich das irgendwie störend. Ich glaube, ich habe auch noch kein Buch gelesen, wo das so aufdringlich beschrieben wurde :gruebel


    Was hier halt auch noch dazukommt, ist, dass Sarah es ja eigentlich nur passiv nutzt, für Facebook und Nachrichten, wo sie ohnehin keine Antworten bekommt. Aber sie könnte damit noch jede Menge mehr anstellen, googeln, nachforschen, recherchieren ... über Eddies Werkstatt, seine Kunden, seine Firma, seinen Fußballverein, so würde sie bestimmt irgend etwas herausfinden, aber das tut sie gar nicht.


    Eigentlich würde auch schon ein einziger Besuch im Dorfpub reichen oder ein Gartenzaungespräch mit Nachbarn, um herauszufinden, wer oder was Eddie ist - die wohnen schließlich nicht in einer Großstadt, sondern in einem Kaff irgendwo auf dem Land, wo jeder jeden kennt. Aber auch das macht sie nicht, warum auch immer.


    Ich glaube, das ist einfach generell so ein typisches Liebesroman-Problem, dass der Autor immer Unmengen an Verwicklungen einbauen muss, damit es möglichst lange dauert, bis sie sich kriegen, und das wird dann manchmal halt ziemlich unlogisch

  • Sie ist einfach total passiv. Leidet. Rätselt herum. Leidet. Hasst sich selbst. Leidet. Checkt ihr Handy. Leidet. Wartet. Leidet. Checkt ihr Handy ... etc pp

    Das hat mich auch unglaublich gestört...als ihre Freundin hätte ich ihr das Handy irgendwann mal weggenommen und sie irgendwo hin gebracht, wo sie mal komplett abschalten kann.

    Aber dass Sarah vor denen nach der langen Zeit noch solche Angst hatte, verstehe ich nicht ganz. Klar ist das unangenehm, die wiederzutreffen, aber das ist fast zwanzig Jahre her.

    Ich finde das schon logisch. Also zumindest bei Tommy, wenn der so gemobbt wurde, das hinterlässt schon Wunden und die möchte man nicht mehr aufreisen lassen.

    Vielleicht geht es Sarah dann ähnlich? Sie scheint ja eh gut im Verdrängen zu sein (am Unfallort öffnet sie ja noch nicht mal die Augen).

    Ich vermute die ganze Zeit, dass sie eigentlich weiß, was mit Eddie ist und das aber nur verdrängt, um sich zu schützen.

    Ich kriege irgendwie das Gefühl nicht los, das Eddie ganz viel damit zu tun hat, mit diesem Unfall...

    Ja, das geht mir ähnlich. Aber auch einfach weil es unüblich für ein Buch wäre, wenn es nichts miteinander zu tun hat.

    das sind alles Dinge, die wir Ü50 jährigen vielleicht nicht mehr richtig nachvollziehen können.

    Ich bin (eine der wenigen?) Vertreterinnen der jüngeren Büchereulen und glaub mir, auch ich kann das nicht nachvollziehen. Aber andere meines Alters vermutlich schon - wenn ich sehe, wie viel Leute am Handy hängen, echt schrecklich, ich fang besser gar nicht an mich über noch viel jüngere (11-13 Jahre) aufzuregen, die an Familienfeiern nicht an Gesprächen teilnehmen können, weil sie auf Displays starren.


    Aber hier im Buch hat mich das bei Sarah auch echt genervt. Irgendwas ist doch faul an dem Typ!

  • Steve das tyrannische Eichhörnchen :lache - das war für mich das Highlight in diesem Abschnitt!


    Ansonsten geht es mir wie euch, ich frage mich, warum Sarah sich so passiv verhält. Immerhin scheint ja doch was im Argen zu liegen, da sich ja jetzt auch 2 Freunde von Eddie auf FB gemeldet haben. Anscheinend hat er seinen Urlaub nicht mal angetreten... merkwürdig. :gruebel Ob ihm vielleicht doch was passiert ist? Oder es ist was mit seiner Mutter? Er erwähnt ja, dass er auf dem Weg zum Flughafen nochmal bei ihr vorbeischauen wollte.


    Irgendwas ziemlich Heftiges muss an der Schule vorgefallen sein, wenn Sarah fast 20 Jahre später immer noch Panik angesichts ihrer ehemaligen Mitschülerinnen bekommt. Wobei ich das fast schon verstehen kann, auch in meinem Leben gibt es Menschen von früher, denen ich auch heute noch nicht begegnen mag. Wobei ich es wohl schon zu einem zivilisierten Smalltalk bringen würde...


    Wer wohl die vermummte Gestalt ist, die Sarah auf dem Schulgelände beobachtet hat? :gruebel


    LG Bella

  • Na endlich tut sich was. Sarah postet was auf Eddies FB-Seite und tatsächlich bekommt sie 2 Antworten. Die Antworten sind allerdings auch sehr merkwürdig. Eddie ist gar nicht in den Urlaub gefahren und zum Fußballtraining ist er auch nicht erschienen. Dann noch dieses Hashtag #woistwalter.


    Dann dieser merkwürdige Beobachter. Wer mag das wohl sein?


    Warum liest Eddie ihre Nachrichten und meldet sich nicht? Ist das überhaut Eddie, der sie liest?


    Und zum Schluss des Abschnitts die Mail von Reuben, die Sarah anscheinend noch nicht gelesen hat und die Whatsapp von Jenni, die sie auch nicht registriert hat. Dafür, dass sie ständig am Handy hängt, bekommt sie ganz schön wenig mit. Oder hat sie die beiden Nachrichten erst gar nicht bekommen.


    Ich bin nach wie vor total verwirrt, aber so langsam habe ich mich eingelesen.

  • aber bestimmt nicht auf ein tyrannisches Stalker-Eichhörnchen :lache:lache:lache smilie_tier_225.gif

    Da musste ich auch sehr lachen. Ich stell mir grade Steve auf der Wiese vor, der alle ungebetenen Besucher mit Nüssen bewirft :lache

    Die Lästerschwestern haben sich in neunzehn Jahren auch nicht geändert.

    Die gibt es sicher auch an jeder Schule und in jeder Generation. Komisch finde ich, dass sie so ungehalten sind, dass Sarah an ihrer alten Schule auftaucht. „Nach allem, was passiert ist“

    Ich kriege irgendwie das Gefühl nicht los, das Eddie ganz viel damit zu tun hat, mit diesem Unfall...

    Dieses Gefühl habe ich auch.

  • In diesem Abschnitt wird weiter gerätselt, was mit Eddie passiert sein könnte..ich verstehe nur nicht, warum das alles nur über Handy und soziale Medien passiert?? Sie weiß, wie er heißt, wo er wohnt und das er eine Mutter im Ort hat. Warum geht sie da nicht direkt hin?

    Lesen lässt sich das Buch gut, aber außer Mutmaßungen und Gejammer kommt von Sarah nicht viel..

  • ja das Gejammere nervt mich auch. Das mit Facebook und Co halte ich jedoch für realistisch. Finde es interessant, dass es euch so aufregt. Aber ich bin leider auch einer der Menschen, der viel am Handy ist. Vll deswegen. Aber das mit der Mail und Reuben finde ich auch seltsam...

    Finde es toll, dass sie mit Jenni geredet hat. Sie sollte wirklich mal bei ihm daheim vorbeigehen!

    Dass Steve ein Tier ist dachte ich mir schon, wenn er so einsam wohnt.

    Das mit der Schule sehich immer noch so wie im 1. Abschnitt...

    Zoe mag ich übrigens nicht. 😂