Sind Leserunden noch zeitgemäß?

  • Dem kann ich mich nur anschließen: es soll nicht darum gehen, wer am schnellsten mit dem Buch fertig ist. Natürlich auch nicht darum, wer am langsamsten liest. Mir liegt vor allem am Miteinander-Lesen und dem darauf folgenden Gedanken- und Meinungsaustausch.


    Vielleicht würde das Miteinander eher gelingen, wenn man in den einzelnen Threads zu den Lese-Abschnitten nicht in allen hintereinander (im Extremfall in wenigen Tagen) schreiben könnte, sondern eine (kleine) Frist festgelegt wäre. Also nicht nur der Lesebeginn, sondern auch der Beginn der folgenden Abschnitte. Man könnte eventuell einen Abstand von 2 oder 3 Tagen nehmen.


    Just my two cents...

    Tja, genau die zeitliche Vorgabe würde mich dann von der Teilnahme abhalten. Ich lese relativ schnell, das würde dann heissen, dass ich zeitweise dann genau diese Zeit nicht weiterlesen brauche.

    Ich bin mittlerweile eh schon soweit, parallel ein zweites Buch zu lesen und nur einen Abschnitt am Tag zu lesen und dazu zu posten. Wenn man dann nur alle zwei oder drei Tage zu einem neuen Abschnitt posten soll, würden die Schnellleser ausgebremst, während sich für die langsameren nichts ändert.

  • Ich gucke regelmäßig, was die Querbeeteulen lesen, weil ich die Buchauswahl sehr schätze und eigentlich gern mal eine Querbeet-Runde in meine Leseliste frickeln möchte. Die Diskussion habe ich zufällig entdeckt und fand sie wert, allgemein geführt zu werden. Das Interesse an Leserunden scheint mir allgemein zu sinken - und ich sehe sie in Relation zum Aufwand, den sie für die Admins bedeuten. Das sinkende Interesse kann Zufall sein, mit der Zahl interessierter Mitglieder zusammenhängen oder ein Indiz sein für verändertes Leseverhalten.

    So gesehen ist die Eröffnung dieses Threads eine gute Idee.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Die Botschaft, die bei mir ankam, lautete: Wenn du hier nicht die Teilnehmer und ihre lange Verbundenheit feiern willst, sondern das tolle Buch oder den tollen Autor, lass besser die Finger davon. Insofern sehe ich kein zweiseitiges Problem zwischen Nadezhda und den Querbeet-Eulen, sondern ein strukturelles oder wie auch immer.

  • Tja, genau die zeitliche Vorgabe würde mich dann von der Teilnahme abhalten. Ich lese relativ schnell, das würde dann heissen, dass ich zeitweise dann genau diese Zeit nicht weiterlesen brauche.

    Ich bin mittlerweile eh schon soweit, parallel ein zweites Buch zu lesen und nur einen Abschnitt am Tag zu lesen und dazu zu posten. Wenn man dann nur alle zwei oder drei Tage zu einem neuen Abschnitt posten soll, würden die Schnellleser ausgebremst, während sich für die langsameren nichts ändert.

    Mir ist es einmal bei einem dickeren Buch passiert, dass ich jeweils an einem Tag einen Beitrag zu einem Abschnitt gepostet habe. Am Ende stellte sich heraus, dass außer mir überhauüt niemand mehr schrieb. Da wäre es wirklich egal gewesen, ob ich nun 3 Abschnitte an einem Tag schreibe oder 6. :rolleyes:

  • Mir ist es einmal bei einem dickeren Buch passiert, dass ich jeweils an einem Tag einen Beitrag zu einem Abschnitt gepostet habe. Am Ende stellte sich heraus, dass außer mir überhauüt niemand mehr schrieb. Da wäre es wirklich egal gewesen, ob ich nun 3 Abschnitte an einem Tag schreibe oder 6. :rolleyes:

    Das ist aber auch krass =O

    Man erlebt die seltsamsten Dinge bei Leserunden.

    Schön ist auch: „Der Abschnitt hat mir gut gefallen, jetzt lese ich weiter.“

    Ist schon länger nicht mehr vorgekommen, aber das gab es nicht nur einmal.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Zeitvorgaben fände ich jetzt auch doof, denn gerade mein letztes Leserundenbuch ließ sich sehr flüssig (und etwas oberflächlich) lesen. Da würde ich mich ausgebremst fühlen. Aber da ich grundsätzlich alle Threads zu einer Leserunde abonniere, sobald ich mit dem Abschnitt soweit bin, antworte ich auch Wochen später, wenn jemand diskutieren möchte. Daher hoffe ich immer, dass auch die Nachzügler noch eine Meinung zu den Abschnitten verfassen.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Tja, genau die zeitliche Vorgabe würde mich dann von der Teilnahme abhalten. Ich lese relativ schnell, das würde dann heissen, dass ich zeitweise dann genau diese Zeit nicht weiterlesen brauche.

    Ich bin mittlerweile eh schon soweit, parallel ein zweites Buch zu lesen und nur einen Abschnitt am Tag zu lesen und dazu zu posten. Wenn man dann nur alle zwei oder drei Tage zu einem neuen Abschnitt posten soll, würden die Schnellleser ausgebremst, während sich für die langsameren nichts ändert.

    Dito.

    Wenn ich im Lesefluß bin, dann wäre ich absolut genervt, wenn ich nicht weiterlesen könnte, weil ich nicht im Abschnitt schreiben kann.


    Manchmal fange ich Bücher verspätet an, da ich ab und an relativ dicht aufeinanderfolgende LR habe.

    ( Ist halt so, daß manchmal wochenlang nix kommt, was mich reizt, dafür dann in einem Monat direkt 3 hintereinander)


    Aber wenn ich dann erst mal im Buch bin - dann les ich meist in einem Rutsch. Da kann es vorkommen, daß ich in einer Nacht dann halt zu zwei, oder auch 3 Abschnitten schreibe.

    Bei einem später begonnenem Buch macht das dann aber auch nix, da ich ja nicht die erste bin :grin

  • Ich komme leider jetzt erst dazu, hier zu lesen und zu schreiben. Aber das passt ja dann auch wunderbar zum Thema Verspätungen. :grin

    wenn ich nicht weiterlesen könnte, weil ich nicht im Abschnitt schreiben kann.

    Natürlich könntest Du weiterlesen, aber dürftest in diesem Fall nur nicht im Forum schreiben. Was spräche dagegen, seine Beiträge schon einmal in Word vorzuschreiben? Ich finde die Idee mit den weiteren Zeitvorgaben zumindest mal wert, sie vielleicht in einer Testleserunde auszuprobieren.

  • Ich schreibe nie etwas vor, mach mir auch nie Notizen. Wozu auch, ist ja noch frisch im Kopf.

    Wenn ich einen Abschnitt durch habe, steh ich auf, lege das Buch beiseite und schreibe spontan - dann les ich weiter.

    Wenn ich nicht schreiben kann zwischendurch, dann würde ich vermutlich trotzdem weiterlesen ( warum sollte ich auch im Spannendsten unterbrechen)

    Wenn dann ein Abschnitt hier nicht zur Verfügung steht, dann schreib ich da halt nicht - wenn die späteren auch noch geschlossen wären, dann halt auch da nicht.

    Eventuell dann - wenn ich das Buch durch habe, im Letzten, wenn der dann irgendwann frei ist.


    Fazit - ich mag keine Vorgaben, wie schnell, bzw. langsam ich lesen soll.

  • Meine Erfahrungen beziehen sich nur auf private Leserunden, offizielle habe ich noch nicht mitgemacht.

    Das könntest Du ja weiterhin, jedoch halt erstmal nur in Word.

    Im schlimmsten Fall landen drei Meinungen von schneller lesenden dann in sehr kurzer Zeit im freigeschalteten Thread, die vorformuliert waren und nicht aufeinander eingehen. Und für die langsameren ändert sich nichts, da sie ja erst mit dem Abschnitt beginnen.


    Bisher bin ich in einer Runde richtig hinten dran gewesen. Mich stört das nicht, denn die Gedanken von mir kann ich ja trotzdem mit denen der anderen Eulen vergleichen. Wenn alles schon genannt wurde habe ich nicht mehr gepostet, wenn ich noch was hinzuzufügen hatte wurde darauf aber auch noch eingegangen.


    In einer anderen Runde war ich weit vorne, da ich richtig drin war und ich den Samstag mit Buch auf dem Balkon genossen habe. Ich hatte nicht den Eindruck das meine Miteulen sich davon unter Druck gesetzt gefühlt haben, das plötzlich in vielen Abschnitten etwas stand. Bei der später folgenden Diskussion war ich ja auch wieder dabei.


    Im Endeffekt ist es ja die Runde an sich, und da kann jeder mitwirken. Sicherlich gibt es immer mal Runden die nicht so gut klappen wie andere, aber ob Reglementierungen im Vorfeld etwas bringen wage ich zu bezweifeln.

  • Warum sollte man sich unter Druck gesetzt fühlen, wenn die LR erst angefangen hat und schon überall was steht? Ich finde es immer angenehm, wenn ich nicht die erste bin, die was schreibt.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Unter einer Leserunde verstehe ich hauptsächlich den zeitnahen Austausch mit den Mitlesenden. Da ist es natürlich am besten, wenn möglichst viele gerade im selben Abschnitt unterwegs sind wie ich. Deshalb gibt es ja den gemeinsamen Anfangstermin und auch die Unterteilung in Abschnitte. So können sich die Langsamen auch mit den Schnellen über Teilaspekte des Romans austauschen.


    Problematisch sehe ich es eigentlich nur dann, wenn einige Mitlesenden sich zu so vielen Terminen anmelden, dass sie für die einzelne Leserunde nur noch knapp Zeit haben. Es kann ja immer noch das Leben dazwischen kommen. Und dann sind die Prioritäten schnell ganz wo anders.


    Es würde mich mal interessieren, wie viel Zeit Ihr Euch selber für ein Leserundenbuch einräumt. :zuhoer

    Ich rechne mindestens eine Woche für einen Roman mittlerer Größe. Würde mir aber keinen zweiten solchen Termin innerhalb von zwei bis drei Wochen legen.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Bertolt Brecht: Leben des Galilei

  • Ich habe mich in der Vergangenheit immer für viel zu viele Leserunden angemeldet. Jetzt habe ich festgestellt, dass ich Lesezeit einfach nicht planen kann. Mal brauche ich für 400 Seiten zwei Tage, mal drei Wochen. Daher habe ich für mich entschieden nur noch private LR mitzumachen und auch nur eine im Monat.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Ich rechne auch eine Woche für ein Buch. Leserunden mache ich aber eigentlich nur davon abhängig, ob mich das Buch interessiert und ich nicht gerade im Urlaub oder anderweitig unterwegs bin.

    Normalerweise bin ich in maximal einer Woche mit Leserundenbüchern durch, nur letztens das Askir-Buch fing arg zäh an. Da das aber eine private Leserunde war, fand ich das nicht so tragisch. Bei kostenlosen Exemplaren achte ich mehr darauf, regelmäßig weiter zu lesen und dazu zu schreiben.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • ...

    Problematisch sehe ich es eigentlich nur dann, wenn einige Mitlesenden sich zu so vielen Terminen anmelden, dass sie für die einzelne Leserunde nur noch knapp Zeit haben. Es kann ja immer noch das Leben dazwischen kommen. Und dann sind die Prioritäten schnell ganz wo anders.


    Es würde mich mal interessieren, wie viel Zeit Ihr Euch selber für ein Leserundenbuch einräumt. :zuhoer

    Ich rechne mindestens eine Woche für einen Roman mittlerer Größe. Würde mir aber keinen zweiten solchen Termin innerhalb von zwei bis drei Wochen legen.

    Ich würde gern mindestens 100 Seiten am Tag lesen, um nicht eine Woche oder länger im Leserundenbuch festzustecken. Bei 700 Seiten wäre die Lesezeit eine Woche, wenn die Teilnehmer gern kürzere Abschnitte möchten, sind es schon 10 Tage.

    Es gibt so eigentlich nur zwei denkbare Abläufe: Ich lese am Stück, mache mir Notizen getrennt nach den Abschnitten - oder ich lese nur den geplanten Abschnitt und parallel dazu ein anderes Buch, was dem Leserundengenuss nicht gerade förderlich ist.

    Beispiel Owen Meany, über 700 Seiten, dauerte vom 23.8. bis 10.9.


    Es gibt generell Motivationskiller (nicht auf Owen Meany bezogen): Wenn die Leserunde beginnt und niemand postet, wenn Teilnehmer noch in vorhergehenden Leserunden festhängen und das ausführlich problematisieren oder wenn Abbrüche ausführlich diskutiert werden. Wenn man das Problematisieren streichen würde und einfach ein Stück weiterlesen oder -posten, packt einen das Buch evtl. doch wieder ...

  • So dicke Bücher hatte ich noch nicht in den Leserunden. Da würde ich dann zwei Wochen für rechnen, nachdem es auch Tage gibt, an denen ich nicht dazu komme (oder lieber mit den Kindern fernsehe).

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Ich rechne auch eine Woche für ein Buch. Leserunden mache ich aber eigentlich nur davon abhängig, ob mich das Buch interessiert und ich nicht gerade im Urlaub oder anderweitig unterwegs bin.

    :write So mache ich das auch und das hat bisher auch gut funktioniert.


    Leserundenbeiträge vorzuschreiben fände ich umständlich - vorallem, weil ich dann ja noch nicht direkt auf andere Beiträge reagieren kann. Und dann erst wieder umschreiben, och nee.


    Bei meiner aktuellen Leserunde stelle ich wieder fest, dass es mich überhaupt nicht stört, wenn das Lesetempo unterschiedlich ist. Ich lese die Beiträge zum ersten Abschnitt auch später noch gern und mit Interesse - muss mich nur manchmal zurückhalten, um bei Spekulationen nichts vorweg zu nehmen. :lache

    Aber ich finde es nach wie vor sehr schade, wenn kein Austausch stattfindet und manche nur stur ihre Inhaltsangaben (zwischen kurz und ausführlich) posten und das war's. Das wirkt auf mich immer wie pure Pflichterfüllung wegem dem Buchgewinn, geht für mich aber völlig an der Idee der Leserunde vorbei.

  • Für mich kommt es tatsächlich auch auf das Buch an. Ich habe 1000 Seiten Schmöker schon in einer Woche gelesen, früher auch mal in 3 Tagen aber je anspruchsvoller ein Buch ist, umso mehr möchte ich mich darauf konzentrieren, es in mir aufnehmen, das geht nicht, wenn ich es unter Zeitdruck lesen muss. Ein Krimi oder eine Familiensaga liest sich auch einfach schneller weg als Buch mit gesellschaftlicher oder sozialer Problematik. Leserunden mache ich auch nur bei Büchern mit, die mich interessieren oder wenn ich ein neues Genre ausprobieren möchte. Da ist der Ansporn in Gemeinschaft größer als alleine zu lesen. Da gibt man schneller auf.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]