Sind Leserunden noch zeitgemäß?

  • Den Umgang der Autoren mit kritischen Fragen/Anmerkungen fand ich bisher immer in Ordnung. Es war von Erklären über Hinnehmen bis Ignorieren alles dabei, aber nie blöde Antworten.

    Ich hatte eher den Eindruck, dass manche Mitleser sich bei Kritik persönlich angegriffen fühlen, z.B. beim Thema offenes Ende bei Mehrteilern. Ist doch ok, dass die Geschmäcker verschieden sind.

  • Ich würde ja auch gerne im Rezensionsbeitrag diskutieren - aber da ist das anscheinend nicht so gerne gesehen, hab ich mal hier irgendwo gelesen. Aber genau da gehört es für mich auch in diesem Forum hin. Manchmal klappt es, aber halt nicht immer.


    LG
    Patty

    Fände ich auch ok! Oder unter "Ich lese gerade", wenn es umfangreicher wird. Und dann idealerweise mit Link zu dieser Diskussion in der Rezi, damit auch spätere Leser die Diskussion noch finden.

  • Ich würde ja auch gerne im Rezensionsbeitrag diskutieren - aber da ist das anscheinend nicht so gerne gesehen, hab ich mal hier irgendwo gelesen. Aber genau da gehört es für mich auch in diesem Forum hin. Manchmal klappt es, aber halt nicht immer.

    LG Patty

    Wenn ich die Rezension geschrieben hätte, wäre es mir lieber, du schreibst einen Kommentar als das Buch/der Text bliebe völlig unbeachtet.


    Wenn das Nichtkommentieren eine wichtige Forenregel wäre, sollte eine entsprechende Struktur vorhanden sein, d. h. ein Moderator verschiebt den Kommentar und beim Rezensionstext wird automatisch eine Verknüpfung angezeigt zur Plauderdiskussion. Ohne diese Verknüpfung finde ich den Anspruch sinnfrei.

  • Natürlich sind Leserunden noch zeitgemäß - und zwar dann, wenn es nicht darum geht Bücher "für umsonst" abzugreifen, sondern wenn ein echtes Interesse an einem Buch besteht.


    Leserunden sind in der Regel dann interessant, wenn sie "privat" initiiert werden.


    So fand ich beispielsweise Lesrunden mit Büchern von Hannah Arend und Henry Miller sehr interessant. Da wurde wirklich am "Text gearbeitet" und die Leserunde beschränkt sich nicht auf eine reine "Nacherzählorgie". Ich staune immer über die Teilnehmer, die lediglich das nacherzählen was sie gerade gelesen haben - aber ansonten wohl meinungslos durchs Leseleben stolpern. Traurig!


    Da fällt mir immer der Buchtitel von Alfred Döblin ein (Ein Kerl muss eine Meinung haben) - den man hier vielleicht in abgewandelter Form verwenden könnte: Ein Leserunden teilnehmer sollte - nein, muss - eine Meinung haben. Und gerade die verschiedenen Ansichten zu einem Buch sind doch reizvoll.


    Btw.: Und wenn ein Buch Mist ist, dann sollte man es auch sagen - egal ob die Autorin/der Autor mitliest. Wer Angst sich der Kritik zu stellen, der sollte eben nicht mit seinem Geschriebenen an die Öffentlichkeit gehen.


    Gerade bei den Leserunden ist es sehr schwierig einen Titel, ein Buch, zu finden welches per se interessant ist, welches polarisiert und welches eben nicht aus der "Chicklit-Mülltonne" kommt.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Ich finde die Leserunden hier im Forum immernoch schön und lese gerne mit. Besonders bei denen von Autoren, die sich dann auch rege mit beteiligen. Da habe ich dann auch das Gefühl noch mehr daraus zu ziehen als nur die Zusammenfassung der einzelnen Abschnitte.


    Die Planung weit im Voraus ist für mich an sich nicht so das Problem, normalerweise weiss ich schon sehr zeitig, wann wir im Urlaub sind, oder mir wegen irgendwelcher Unternehmungen die Zeit fehlt. wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich die Zeit habe warte ich halt bis kurz vorher oder steige dann noch nachträglich mit in die Leserunde ein.


    Anmeldefristen gibt es ja nicht, jeder kann in eine Leserunde auch nachträglich einsteigen und ist dort doch auch willkommen. Dann muss man sich das Buch halt selber kaufen.

    Ich hab auch oft den Eindruck dass manch einer bei Leserunden mit Freiexemplaren denkt, wenn er keines bekommt, kann er auch nicht mitlesen....


    Was ich sehr schade finde ist, dass es mittlerweile oft so ist, dass der Start nicht mehr gemeinsam stattfindet. Oft genug dauert es Tage, bis der erste mal was postet. Ich versuche eigentlich immer halbwegs pünktlich anzufangen und bin daher dann oft alleine unterwegs.

    Ich weiss, bei den letzten Leserunden mit Freiexemplaren sind die Bücher oft erst sehr verspätet eingetroffen, aber selbst dann ist die Rückmeldung oft nur recht spärlich.

    Für mich ist das dann oft keine Leserunde mehr, weil ich das Buch fertig habe, bevor überhaupt von wem anderen was kommt.. Ich lese dann zwar immer noch mit, aber manchmal wäre es schon schön, wenn es mal wirkliches parallel lesen geben würde :-)


    Ich muss auch dazu sagen, ich bin zwar bei lovelybooks und anderen Portalen, die Leserunden anbieten angemeldet bin, Leserunden mache ich aber nur hier mit. Auch einfach deshalb, weil man keine zeitliche Begrenzung hat wann was in welchem Abschnitt gepostet werden darf. Das hab ich letztens irgendwo gesehen und fand die Vorstellung ziemlich daneben.


    Ich habe auch schon Leserunden abgebrochen, wenn mir das Buch nicht gefallen hat.

    Vielleicht kann ich in dieser Hinsicht von dir lernen. Aber wie?

    Ich habe keine Angst vor Verlag oder Autorin, wenn ich meine ehrliche negative Meinung zu einem Buch schreibe. Aber ich habe eine "Beißhemmung", weil ich niemanden verletzen möchte und sicher auch nicht die allwissende Expertin bin. Wenn ich ein Buch schwach finde, muss es deshalb ja nicht mies sein. Aber ich kann dann auch nicht sagen, dass ich es gut finde. Heucheln kann ich nicht, Lügen mag ich nicht. Wo ist der Ausweg aus meinem Dilemma?

    Ich versuche dann einfach klar zu machen, was mir persönlich nicht gefallen hat. Ich habe ja einen Grund, warum ich mir etwas nicht gefällt oder ich nicht weiterlesen mag. Den nenne ich und schreibe meistens dazu, dass es ja anderen anders damit gehen mag. Für mich ist das dann aber der Grund, warum es nicht so gut gefällt. Im Normalfall passen das Buch und ich einfach nicht zusammen. Kommt vor. Sachen die ich richtig schlecht finde, suche ich mir selten raus.

    Also einfach schreiben „ Mir hat es nicht gefallen, weil ich es als schwach empfunden habe und es mich nicht berührt hat“ Das beleidigt ja den Autor und den Verlag nicht....

    Ich hab das Problem manchmal, wenn ich Reziexemplare bei Netgalley abbreche, weil sie mir gar nicht gefallen. Dann versuche ich wenigstens zu begründen, was mir nicht gefallen hat. Hilft ja vielleicht auch weiter.



  • Ich möchte meine Meinung sagen aus der Sicht von jemandem, der nicht an Leserunden teilnimmt. Und ich tue es nicht, weil ich Leserunden doof finde, sondern, weil sie mich oft zeitlich unter Druck setzen und ich nicht enttäuschen will (weil ich es doch nicht schaffe etc). Das trifft auch auf andere Foren/Büchercommunities zu.


    Ein Gratisexemplar setzt immer unter Druck, das man möglichst schnell lesen muss und sofort eine Rezension schreiben muss. Aber ich wähle Bücher auch nach Stimmungen aus. Auf der anderen Seite verstehe ich natürlich auch, dass es "Gratisexemplare" nicht einfach für umsonst geben kann. Trotzdem sind mir persönlich die Zeitfenster oft zu eng. Wenn ich ein Buch nicht gut finde, breche ich es ehrlich gesagt ab. Aber wie ist das bei Leserunden? Wird das akzeptiert?


    Wie gesagt, ich bin nicht uninteressiert. Ich mache nicht mit, weil es mich unter Druck setzt. Ich will mich nicht mit meinem liebsten Hobby auch noch stressen. Ich will aber auch nicht für umme Gratisexemplare abgreifen und mich dann nicht mehr melden. Letzteres finde ich nämlich auch unhöflich. Egal ob hier oder wo anders.

    Wenn alle Menschen wüßten, die einen über die anderen reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden.Blaise Pascal

  • Ein Gratisexemplar setzt immer unter Druck, das man möglichst schnell lesen muss und sofort eine Rezension schreiben muss. Aber ich wähle Bücher auch nach Stimmungen aus. Auf der anderen Seite verstehe ich natürlich auch, dass es "Gratisexemplare" nicht einfach für umsonst geben kann. Trotzdem sind mir persönlich die Zeitfenster oft zu eng. Wenn ich ein Buch nicht gut finde, breche ich es ehrlich gesagt ab. Aber wie ist das bei Leserunden? Wird das akzeptiert?

    Ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so schlimm, wenn die letzte Rezi etwas länger braucht. Meistens sind es doch mindestens 10 Gratisexemplare - ob da jetzt Rezension Nummer 7, 8, 9 und 10 etwas später kommen, macht keinen wirklichen Unterschied mehr. Wer sich für das Buch interessiert, hat auch nach dem Lesen der ersten fünf Rezensionen einen Eindruck bekommen. Nur während der eigentlichen Leserunde ist es natürlich angenehmer, wenn das Feedback zügig kommt, da zumindest ich auch gerne über den Inhalt des Buches diskutieren möchte.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Bei so vielen Leserunden war ich ja bisher nicht dabei. Einige fand ich richtig gut und interessant, andere etwas dürftig - generell zeitgemäß finde ich sie aber schon und bin froh, dass es hier die verschiedenen Formen davon gibt.


    Zu den Fragen:


    #1 Gerade Bücher, die heftig beworben werden, können in einer Leserunde kritisch untersucht werden, ob sie dem Hype gerecht werden. Warum sollte man interessierten Lesern dergleichen absprechen wollen?


    #2 Keine Ahnung warum das bei Dir so ist. Mir ist das noch nie passiert.

    Ich wage mal zu bezweifeln, dass Verlage so oft Bücher verlegen, von denen sie selber nichts halten.


    #3 Das liegt wohl am jeweiligen Zeitmanagement der verschiedenen Teilnehmer und der Priorität, die sie für eine Leserunde einräumen. Natürlich kann immer etwas Wichtigeres dazwischenkommen - aber das wird hier ja auch akzeptiert.


    #4 Ja, es sollte schon Mindestanforderungen geben und die gibt es ja auch hier. Man könnte darüber nachdenken, ob Sanktionen angebracht wären, wenn jemand, der ein Gratisbuch für eine Leserunde erhalten hat, sich nicht daran beteiligt oder keine Rezension dazu schreibt. Dann bekommt die*derjenige eben beim nächsten Mal kein Gratisbuch mehr (selbst wenn genügend verteilt würden).

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend E. A. Birk: Die Traumnäherin

  • ... Trotzdem sind mir persönlich die Zeitfenster oft zu eng. Wenn ich ein Buch nicht gut finde, breche ich es ehrlich gesagt ab. Aber wie ist das bei Leserunden? Wird das akzeptiert?

    Das mit der Stimmung verstehe ich sehr gut und es verstärkt sich noch durch die langfristige Planung. Was weiß ich heute, wie es mir in einem halben Jahr gehen wird?


    Es gab schon immer Teilnehmer, die abbrechen. Die fairste Regelung ist dann, das Buch als Wanderbuch in der Wanderbuchrubrik anzubieten und an eine Eule zu versenden, die sich dafür meldet. Ich habe schon einige Male ein abgebrochenes Buch adoptiert und fand die Reglung gut.

  • # Muss ein Buch noch in einer Leserunde gelesen werden, für das auf allen Plattformen bereits geworben wird und zu dem hunderte von Rezensionsexemplaren rausgehen?

    # Warum erwische ich bei meiner durchschnittlich einen Leserunde pro Jahr (nicht in diesem Jahr!) jedesmal ein schwieriges Buch, bei dem bereits dem Verlag hätte klar sein müssen, dass es daran nichts zu loben und zu empfehlen gibt?

    Das ist für mich der Grund, warum ich sehr selten neue Bücher lese. Ich warte gern, bis sich der aufgewirbelte Staub gelegt hat.

    Deswegen nehme ich an solchen Leserunden nicht teil.


    # Kann man sich in der heutigen Zeit überhaupt Monate vorher für eine Leserunde anmelden, ist es nicht wahrscheinlicher, dass mehreren Teilnehmern etwas dazwischen kommt?

    Ich habe den Eindruck, dass sich manche Leser einfach zeitlich übernehmen. Manchmal scheinen sie von Buch zu Buch zu hetzen. Sicher kann immer mal was dazwischen kommen. Es ist aber jedesmal enttäuschend, wenn von den oft zahlreichen Anmeldungen nur ein kleines Häufchen übrig bleibt.

  • Ich denke schon, dass Leserunden immer noch zeitgemäß sind.

    Aber es hat sich gegenüber früher (bin ja schon seit über 10 Jahre hier unterwegs).


    Bei manchen AutorInnen gab es über 50 Anmeldungen (u. a. bei Nicole oder Charlie).

    Das ist rum, was ich auch nicht vermisse, denn solche riesigen Runden sind überhaupt nicht meins.


    Ayasha schrieb:

    Aber ich lese doch nicht ein Buch, weil ich es als Freiexemplar bekommen habe. Ich lese es doch, weil es mich interessiert und ich es lesen möchte.


    So sollte es sein, und ist auch bestimmt bei den allermeisten der Fall.

    Aber ich habe schon öfter bei Anmeldungen gelesen, da und dort hatte ich kein Losglück und deshalb probiere ich es jetzt hier.

    Man darf natürlich auch diese Interessanten nicht über einen Kamm scheren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass so jemand eher nur die "Minimalanforderungen" erfüllt, und eben nicht die anderen Beiträge liest und mitdiskutiert ist relativ groß.


    breumel schrieb:

    Ich freue mich über Gratisbücher - dadurch lese ich auch solche, die ich nie gekauft hätte.

    Das kann ich für mich auch so sagen, wobei ich mit der Auswahl vorsichtig geworden bin und nach Möglichkeit vor der Anmeldung auch eine Leseprobe lese. Manchmal wird dort schon klar, dass die Erwartungen, die in der Kurzbeschreibung geweckt wurden, möglicherweise nicht erfüllt werden.

    Und ich habe dadurch schon unglaublich viele Autoren und Autorinnen entdeckt, die sich in die Riege meiner Lieblinge eingereiht haben :-].


    Ansonsten habe ich auch die Erfahrungen gemacht, dass es sowohl bei den privaten, wie bei den offiziellen Runden prickelnde und enttäuschende Runden gibt.


    Was ich jetzt schon öfter geschrieben habe und für mich immer eine Enttäuschung bedeutet, wenn Teilnehmer das Buch komplett am Stück lesen und dann innerhalb weniger Minuten zu jedem Abschnitt einen kurzen Allgemeinplatz und auch gleich die Rezi posten.

    Das entspricht absolut nicht dem, was ich von der Teilnahme einer Leserunde erwarte und das finde ich sehr viel ärgerlicher, als wenn jemand später anfängt und/oder hinterherhinkt. Da kommt manchmal einfach das Leben dazwischen und jeder hat ein anderes Lesetempol

  • Ich kann sagen, dass ich Leserunden mag. Und mir viele Leserunden hier positiv in Erinnerung geblieben sind. Und tatsächlich gab es eine, die ist mir immer noch, obwohl es ewig her ist, negativ in Erinnerung geblieben.

    Es gab einige Leserunden, da war der Austausch richtig toll. Auch mit dem jeweiligen Autor. Bei einigen kam so ein Austausch gar nicht richtig in Gang. Das ist dann Schade.


    Durch einige Leserunden habe ich Bücher gelesen, die ich sonst vielleicht gar nicht gelesen hätte. Und da waren einige super schöne Bücher dabei.


    In der letzten Zeit habe ich mich gar nicht mehr für Leserunden angemeldet, weil ich weiß, dass meine Zeit sehr beschränkt ist und ich mich den Leserunden nicht so widmen könnte, wie ich gern würde bzw. wie es die Leserunde verdient hätte.

    Und deshalb melde ich mich im Moment nicht an. Das würde für mich zusätzlichen Druck bedeuten, den ich zurzeit überhaupt nicht gebrauchen kann.

    Aber oft kaufe ich mir ein Buch, welches in einer Leserunde gelesen wurde und schau dann beim lesen in die Leserunde und lese mir die Kommentare etc. durch. Weil ich es spannend finde, wie andere das Buch, das Kapitel,... empfunden haben.



    Was ich jetzt schon öfter geschrieben habe und für mich immer eine Enttäuschung bedeutet, wenn Teilnehmer das Buch komplett am Stück lesen und dann innerhalb weniger Minuten zu jedem Abschnitt einen kurzen Allgemeinplatz und auch gleich die Rezi posten.

    Das entspricht absolut nicht dem, was ich von der Teilnahme einer Leserunde erwarte und das finde ich sehr viel ärgerlicher, als wenn jemand später anfängt und/oder hinterherhinkt. Da kommt manchmal einfach das Leben dazwischen und jeder hat ein anderes Lesetempol

    Und da kann ich dann auch verstehen, dass sich manche Leser gehetzt fühlen. Da prescht wer durchs Buch, schreibt kurz was und ward nicht mehr gesehen. Derjenige der langsamer liest (wg. Lesetempo, Leben, etc.) bekommt vllt gar keine Antwort auf seine Fragen, Anregungen, etc. Das ist dann sehr schade.

    Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872)

  • Was ich jetzt schon öfter geschrieben habe und für mich immer eine Enttäuschung bedeutet, wenn Teilnehmer das Buch komplett am Stück lesen und dann innerhalb weniger Minuten zu jedem Abschnitt einen kurzen Allgemeinplatz und auch gleich die Rezi posten.

    Das entspricht absolut nicht dem, was ich von der Teilnahme einer Leserunde erwarte und das finde ich sehr viel ärgerlicher, als wenn jemand später anfängt und/oder hinterherhinkt. Da kommt manchmal einfach das Leben dazwischen und jeder hat ein anderes Lesetempol

    Das macht für mich auch absolut keinen Sinn. Ein Reiz der Leserunden besteht für mich u.a. darin, gemeinsam zu spekulieren, wie sich die Geschichte weiterentwickeln könnte. Deshalb mache ich nach dem beendeten Abschnitt immer eine Pause und schreibe meinen Eindruck in den Thread. Eine Inhaltsangabe braucht es nicht - schließlich sollte jeder den Abschnitt gelesen haben, der dort rein sieht. Aber die persönlichen Eindrücke und die Überlegungen der anderen LeserInnen finde ich spannend.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Da mir offene Diskussionen besser liegen, an der sich hoffentlich auch Eulen beteilige, die keiner festen Gruppe angehören, starte ich mal ein neues Thema.

    Ich nehme mal an, dass du dich auf die Diskussion bei den "Querbeet-Eulen" beziehst. Ich verstehe nicht, was an der Diskussion nicht offen sein soll, ds sie in einem öffentlichen Forum stattfindet. Außerdem ist dort jede interessierte Eule willkommen. Ganz im Gegenteil sind die Teilnehmer dieser Gruppe ist sogar sehr an einem ehrlichen Meinungsaustausch interessiert. So erlebe ich das jedenfalls seit Jahren.

    # Muss ein Buch noch in einer Leserunde gelesen werden, für das auf allen Plattformen bereits geworben wird und zu dem hunderte von Rezensionsexemplaren rausgehen?

    Da ich nur dieses Forum kenne, kann ich für mich nur sagen, das ich mich über jede Leserunde zu einem Buch freue, das mich interessiert. Dann ist es mir einerlei, wie viele Bücher davon verkauft werden oder ob es stark beworben wird oder nicht. Ich finde Leserunden besonders gut zu Büchern, die eine kontroverse Diskussion ermöglichen.

    # Kann man sich in der heutigen Zeit überhaupt Monate vorher für eine Leserunde anmelden, ist es nicht wahrscheinlicher, dass mehreren Teilnehmern etwas dazwischen kommt?

    Ich finde gut, dass du das ansprichst. Prinzipiell finde ich schon, dass man sich in unserer schnelllebigen Zeit auch Monate im Voraus für eine Leserunde anmelden kann und sollte. Die Leitung des Forums muss ja auch planen. Die alte Tradition, Verabredungen zu pflegen, finde ich wichtig. Genauso empfinde ich eine Anmeldung zu einer Leserunde.

    Manchmal durchkreuzt aber das wahre Leben die eigenen Pläne. Dann finde ich es völlig legitim, wenn man sich auch wieder abmeldet. Oder das Buch gefällt gar nicht oder geht einem unerwartet sehr zu Herzen, und man mag sich nicht mehr öffentlich dazu äußern. Alles schon erlebt und für mich nachvollziehbare Gründe, sich aus einer Leserunde wieder zurückzuziehen.

    # Sollten Mindestanforderungen formuliert werden, die im Gegenzug für ein Gratisbuch zu erfüllen sind - die Beiträge/Reaktionen in den Diskussionen finde ich - ehrlich gesagt - oft dürftig.

    Das finde ich nicht. Man kann ja in der Runde eine gegenteilige Meinung oder seine Enttäuschung äußern. Das im Vorfeld zu beeinflussen, finde ich schwierig.

    Allerdings achte ich bei der Auswahl meiner Leserunden darauf, ob ich denke, dass das Buch eine Diskussion hergibt.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Ich nehme mal an, dass du dich auf die Diskussion bei den "Querbeet-Eulen" beziehst. Ich verstehe nicht, was an der Diskussion nicht offen sein soll, ds sie in einem öffentlichen Forum stattfindet. Außerdem ist dort jede interessierte Eule willkommen. Ganz im Gegenteil sind die Teilnehmer dieser Gruppe ist sogar sehr an einem ehrlichen Meinungsaustausch interessiert. So erlebe ich das jedenfalls seit Jahren.

    Ich gucke regelmäßig, was die Querbeeteulen lesen, weil ich die Buchauswahl sehr schätze und eigentlich gern mal eine Querbeet-Runde in meine Leseliste frickeln möchte. Die Diskussion habe ich zufällig entdeckt und fand sie wert, allgemein geführt zu werden. Das Interesse an Leserunden scheint mir allgemein zu sinken - und ich sehe sie in Relation zum Aufwand, den sie für die Admins bedeuten. Das sinkende Interesse kann Zufall sein, mit der Zahl interessierter Mitglieder zusammenhängen oder ein Indiz sein für verändertes Leseverhalten.

  • Ich denke das fehlende Interesse kommt auch ein wenig daher, dass es mittlerweile kein Alleinstellungsmerkmal der Eule mehr ist Leserunden anzubieten. Die Möglichkeit bei Leserunden teilzunehmen und da umsonst Bücher zu bekommen werden ja auch immer mehr.


    Mir ist das ja wurscht, ich nehme woanders nicht an Leserunden Teil, aber es mag so manch einen, der halt hier auch ne Leserunde mitgemacht hat veranlassen, dann in dem anderen Forum mitzumachen....

  • Leserunden stehen und fallen mit ihren Teilnehmern. Das ist nun mal klar. Ich habe schon an sehr vielen Runden teilgenommen und habe alles, was hier geschrieben wurde selbst erlebt. Das hindert mich aber nicht daran weiter an den Austausch und das gemeinsame Lesen zu glauben.

    Sicher ärgert es mich manchmal, wenn eine Runde startet und einer nach dem anderen sagt, mir ist was dazwischen gekommen, ich fange später an. Oder andere Gründe angibt. Man kann den Termin durchaus planen, in Urlaub fährt man auch nicht von einem auf den anderen Tag. Meistens zumindest.

    Dass einem Bücher dann nicht gefallen, man mit der Sprache oder den Charakteren nicht zurecht kommt, abbricht, ist mir selbst auch schon passiert. Da gibt es auch keine großen Diskussionen. Lesen ist unser Hobby und soll Spaß machen, Freude bereiten und nicht zum Zwang werden.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Was ich jetzt schon öfter geschrieben habe und für mich immer eine Enttäuschung bedeutet, wenn Teilnehmer das Buch komplett am Stück lesen und dann innerhalb weniger Minuten zu jedem Abschnitt einen kurzen Allgemeinplatz und auch gleich die Rezi posten.

    Das entspricht absolut nicht dem, was ich von der Teilnahme einer Leserunde erwarte und das finde ich sehr viel ärgerlicher, als wenn jemand später anfängt und/oder hinterherhinkt. Da kommt manchmal einfach das Leben dazwischen und jeder hat ein anderes Lesetempol

    Dem kann ich mich nur anschließen: es soll nicht darum gehen, wer am schnellsten mit dem Buch fertig ist. Natürlich auch nicht darum, wer am langsamsten liest. Mir liegt vor allem am Miteinander-Lesen und dem darauf folgenden Gedanken- und Meinungsaustausch.


    Vielleicht würde das Miteinander eher gelingen, wenn man in den einzelnen Threads zu den Lese-Abschnitten nicht in allen hintereinander (im Extremfall in wenigen Tagen) schreiben könnte, sondern eine (kleine) Frist festgelegt wäre. Also nicht nur der Lesebeginn, sondern auch der Beginn der folgenden Abschnitte. Man könnte eventuell einen Abstand von 2 oder 3 Tagen nehmen.


    Just my two cents...

    Kinder lieben zunächst ihre Eltern blind, später fangen sie an, diese zu beurteilen, manchmal verzeihen sie ihnen sogar. Oscar Wilde

  • Mir ist aufgefallen, dass es teilweise sehr hektisch in den Leserunden zugeht. Gefühlt wird das Buch nur eben schnell gelesen, was dazu geschrieben und das war es. Manche fangen schon viel früher an, weil sie kein anderes Buch mehr vor der Runde starten möchten (was ich durchaus verstehen kann), sind dann aber so schnell durch, dass eine Leseschnecke wie ich, nicht mehr hinterher kommt. Mich persönlich stresst das total, was dazu führt, dass ich teilweise auch nur schnell zwischendurch mal was schreibe. Grundsätzlich versuche ich aber schon, alles zu lesen und auch zu kommentieren, allerdings kommt viel zu selten ein richtiger Austausch zustande. In den letzten Runden habe ich mich aber auch nicht wirklich mit Ruhm bekleckert und das Ganze eher halbherzig gemacht :(

    Geht mir genauso...und ich bin noch viel leseschneckiger unterwegs wie Knoermel ;)Wenn ich noch im ersten Abschnitt herumlese, sind die ersten fertig und beim nächsten Buch oder schon bei der nächsten Leserunde. Meistens lese ich dann hinterher, lese die anderen Kommentare und Eindrücke, aber schreibe nichts mehr, weil ich sowieso keine Reaktion mehr bekomme. Ansonsten finde ich die Idee einer Leserunde toll, auch wenn ich es nicht bei allen Büchern sinnvoll finde. Zu manchen Büchern kann man halt nicht so viel schreiben bzw gibt es nicht viel zu diskutieren.

    Liebe Grüße
    Sabine


    Ich :lesend "Die Schwestern vom Ku'damm Wunderbare Zeiten" von Brigitte Riebe

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