'Gut Greifenau - Morgenröte' - Seiten 295 - 405

  • Kapitel 7


    Nun geht es, fast schon wörtlich, Schlag auf Schlag.


    Durch den Moment der Nähe, als der Graf Albert bei der Rettung des Prinzen, dachte er, er sei seinem Vater näher gekommen. Bald jedoch zeigt es sich, daß das Wunschdenken war. Was ich mir wiederum dachte; es ist vielleicht verständlich, aber doch naiv anzunehmen, daß der Graf so etwas wie Nähe zu seinem unehelichen Sohn empfinden könnte.


    Derweil sorgen Konstantin und Rebecca dafür, daß ihre Heirat im Dorf bekannt wird. Prompt reagiert Wittekind - auf seine ihm ganz eigene Art. Bald darauf hetzt er noch Soldaten auf Albert! Was ein Glück, daß Eugen dazu kam. Jetzt warte ich noch mehr darauf, daß Wittekind endlich seine mehr als verdiente Strafe erhält. Auch die Aufzählung all seiner Vorbehalte gegenüber den Adeligen verschafft ihm bei mir kein Mitleid. Vieles hat er sich selbst zuzuschreiben; daß er Geistlicher ist, macht es nur noch schlimmer.


    Katharina gelingt es dann endlich, eine Arbeitsstelle als Kindermädchen zu finden. Hoffentlich behält sie die, wenn der Arzt merkt, daß sie weder kochen noch putzen kann. Aber das läßt sich lernen, ich hoffe, daß Cläre ihr dabei hilft.


    Die Welt des Grafen bricht mehr und mehr zusammen - eigentlich hätte er es, da er doch Zeitung liest, wissen müssen. Aber zwischen Theorie und Praxis ist halt doch meist ein gewaltiger Unterschied. Als er auf der Versammlung der Pächter Widerworte erhält, wird ihm so langsam bewußt, daß seine Welt untergegangen ist und er das Gut vermutlich verlieren wird. Da fällt ihm nichts mehr ein, als sein Leben zu beenden. In dem Moment gibt Albert sich endlich zu erkennen und der Graf hat freundliche Worte zu ihm. Für manche Dinge kommt vermutlich nie der „richtige Zeitpunkt“.


    Bitter nur, daß derweil Ida geflohen ist. Ich vermute fast, daß einer der vier Soldaten ihr Mann war. Hoffentlich entkommt sie diesem - und noch mehr hoffentlich findet Albert sie wieder.




    Kapitel 8


    Jetzt fängt der schwierige Teil an. Nachdem es in der Leserunde so ruhig ist, und ich gestern Lesezeit hatte (im Gegensatz zu heute und morgen), und ich das Buch zudem kaum aus der Hand legen konnte, habe ich in einem Rutsch zu Ende gelesen. Ich versuche also, mit imaginärem Nicht-Kennen des Endes noch zu den Abschnitten zu schreiben.


    Während Katharina sich bei dem Doktor einlebt und nach Möglichkeit weiter nach Julius sucht, kehrt Alexander nach Hause zurück. In ein Haus mit vergiftetem Klima. Die „Dolchstoßlegende“ macht sich breit, die Nikolaus überaus eifrig zu Protokoll gibt. Es ist interessant (eigentlich in dem Zusammenhang eine etwas blöde Wortwahl, aber mir fällt kein anderer Begriff ein), das entstehen dieser Legende hier quasi live mitzuerleben. Bisher kannte ich die nur aus dem Geschichtsbuch.


    Nach der Beerdigung von Adolphis läuft Feodora wieder mal zur Hochform auf: sie will Albert entlassen. Allerdings dachte ich mir schon, daß Konstantin da nicht mitspielt.


    Der Krieg ist vorbei und Veränderung weht durch das Land und das Gut. Ich will nicht alles wiederholen, aber ich empfinde das als gut und nachvollziehbar geschildert. Auch die Figuren handeln in sich schlüssig, selbst an den Stellen, da ich das überhaupt nicht ausstehen kann (was vor allem Feodora betrifft). Etwas erstaunlich finde ich, wie schnell Konstantin sich mit den Veränderungen arrangiert, aber da hilft wohl der jahrelange Kontakt und die vielen Gespräche mit Rebecca. Ich schätze, er wird relativ wenig standesmäßige Schwierigkeiten mit den Neuerungen bekommen.


    Schön hätte ich gefunden, wenn man etwas mehr darüber gelesen hätte, wie es Rebecca in der ersten Zeit auf dem Gut erging. Bisher kannten sie die Bediensteten ja „nur“ als Dorflehrerin, plötzlich ist sie die Herrin. Das ging sicher auch nicht so einfach, hätte aber möglicherweise den Rahmen des Buches doch etwas gesprengt, da es eher ein Nebenschauplatz ist.


    Als auf Seite 383f von den Aufsehern am Bahnhof berichtet wurde, kamen Jugenderinnerungen hoch. Ich habe mich seit frühester Kindheit für die Eisenbahn interessiert (und in den Bänden, wenn von Zugfahrten die Rede war, stets überlegt, welche Lok da wohl vor dem Zug war, P4 oder P8 vermutlich, bei Schnellzügen eine S6, das war ja das Gebiet der K.P.E.V., der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung). Als Kind war ich oft auf dem Bahnhof. Im Gegensatz zur heutigen Deutschen Bahn AG hatte die ehemalige Deutsche Bundesbahn allerdings etwas für ihre Bahnhöfe übrig. Da gab es noch Bahnsteigsperren, an denen der Zugang kontrolliert wurde. Und wer ohne Fahrkarte durch wollte, brauchte eine Bahnsteigkarte. Ich weiß nicht, wie oft ich eine solche für zwanzig Pfennig gelöst habe. Das waren noch Zeiten! Tempi passati...


    Aber die Begegnung durch mit der ehemaligen Geliebten von Adolphis verschafft Albert die Gelegenheit zur Rache an Wittekind. Wobei ich momentan keine Ahnung habe, wie er das anstellen will. Kommt sicherlich noch...


    Derweil wird das Gut quasi überfallen. Und es gibt einen Toten, womit makabererweise dessen Stelle für Albert frei wird. Eine zeitlang war ich mir nicht sicher, wie das ausgehen würde... (also den Überfall meine ich).


    Ähm, Satzfehler: Seite 306, Zeile 3: es muß „verheiratete Lehrerin“, nicht „Lehrerinnen“, heißen

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Kapitel 8


    Jetzt fängt der schwierige Teil an. Nachdem es in der Leserunde so ruhig ist, und ich gestern Lesezeit hatte (im Gegensatz zu heute und morgen), und ich das Buch zudem kaum aus der Hand legen konnte, habe ich in einem Rutsch zu Ende gelesen. Ich versuche also, mit imaginärem Nicht-Kennen des Endes noch zu den Abschnitten zu schreiben.

    Da schließe ich mich an! Es geht Schlag auf Schlag. Unglaublich, was die Figuren alles noch erleben und ertragen müssen! Ich bin ganz von dem Buch gefesselt und kann mich hier zu den einzelnen Kapiteln kaum in Worte fassen... Ich will nur noch unbedingt ganz schnell wissen, wie es weiter geht! ;)


    Die Zustände in der ersten Zeit nach Kriegsende waren ja haarsträubend! Das war mir so bislang nicht bewusst...

  • Im Gegensatz zur heutigen Deutschen Bahn AG hatte die ehemalige Deutsche Bundesbahn allerdings etwas für ihre Bahnhöfe übrig. Da gab es noch Bahnsteigsperren, an denen der Zugang kontrolliert wurde. Und wer ohne Fahrkarte durch wollte, brauchte eine Bahnsteigkarte. Ich weiß nicht, wie oft ich eine solche für zwanzig Pfennig gelöst habe. Das waren noch Zeiten! Tempi passati...

    Bahnsteigkarten, die Zeit hab ich verpasst. Und ich weiß, dass ich früher schon immer irritiert war, in alten Filmen, dass man sich so eine Karte holen musste. Wusste erst gar nicht, was damit gemeint war.

  • Es geht rasant weiter. Julius bleibt verschwunden und Katharina ist froh, eine Stelle als Kindermädchen und Königin bei einem Arzt zu finden. So langsam denkt sie praktisch. Am freien Tag sucht sie weiter nach Julius. Sie kann nun auch die Zeichen der Straße deuten und weiß, wie man sich in Sicherheit bringt.

    In Greifenau tauchen Arbeiter- und Soldatenräte auf und es drohen russische Verhältnisse. Das ist zu viel für Adolphis, der wie schon einige Figuren vorher Selbstmord begeht. Bei Feodora fürchte ich ähnliches, aber noch hält sie durch. Sie lebt nun in einer Welt, die nichts mehr mit der zu tun hat, in der sie aufgewachsen ist.

    Wittekindt nimmt Feodora die Rolle des Bösewichts ab. Er hetzt Soldaten auf Albert, der nur mit Mühe und dank Eugens überlebt. Es wäre auch zu traurig gewesen. Jetzt sucht er nach Ida,

    Als Wittekindt von der Hochzeit von Rebecca und Konstantin erfährt, betreibt er die Entlassung der Dorflehrerin. Sie und Konstantin widersetzen sich, aber es nutzt ihnen nichts. So kommt es zur Idee, einige Waisenkinder aufzunehmen.

    Konstantin muss sich nun um das Gut kümmern und er erkennt, wie schlimm die Lage wirklich ist. Zur Beerdigung versammeln sich alle gräflichen Kinder bis auf Katharina, selbst Nikolaus und Alexander finden zurück. Konstantin muss unangenehme Gespräche führen, aber die Lage wirkt trostlos.

    :hörend Bernard Cornwell - Der Bogenschütze

    :hörend diverse - Die vierte Zeugin
    :lesend Hanna Caspian - Gut Greifenau Morgenröte

    :lesend Eva Almstädt - Ostseeangst

  • Bahnsteigkarten, die Zeit hab ich verpasst. Und ich weiß, dass ich früher schon immer irritiert war, in alten Filmen, dass man sich so eine Karte holen musste. Wusste erst gar nicht, was damit gemeint war.

    Habe ich auch verpasst. Damals bin ich noch nicht Bahn gefahren. Aber bei manchen U-Bahnsteigen ist das Betreten nur mit Fahrkarte gestattet.

    :hörend Bernard Cornwell - Der Bogenschütze

    :hörend diverse - Die vierte Zeugin
    :lesend Hanna Caspian - Gut Greifenau Morgenröte

    :lesend Eva Almstädt - Ostseeangst