Andreas Eschbach - Exponentialdrift

  • Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es hier in Fantasy-Sektion gehört.


    Story:
    Auf einer Pflegestation erwacht ein Mann, der seit vielen Jahren im Wachkoma gelegen hat. Die Welt um ihn herum kommt ihm seltsam verändert vor. In seinen Erinnerungen mischen sich Bilder, die nicht zueinander passen. In ihm reden Stimmen durcheinander, die er nicht versteht. Am wenigsten identifizieren kann er sich mit dem Elementarsten von allem, mit sich selbst. Er kommt zu der Überzeugung, in Wirklichkeit ein Außerirdischer zu sein, den es in den Körper eines Menschen verschlagen hat. Eine Wahnvorstellung? Der Neurologe, der ihn behandelt, ist fasziniert. Seine Frau fühlt sich ihm entfremdet. Und dann ist da noch ein geheimnisvoller Fremder, der ihn zu verfolgen, zu beobachten scheint ...



    Meine Meinung:
    Als ich mir die Beschreibung durchgelesen hatte, war ich zuerst etwas skeptisch. Sie klingt etwas platt und bekannt. Aber, wie sich heraus stellte, war das ein Irrtum :) Es ist ein sehr interessantes Buch mit Hintergrund und einem interessanten Ende... :)

  • Das Buch ist sehr interessant, mMn allerdings nur so richtig zu geniessen, wenn man sich die interessanten Stellungnahmen des Autors zur Entstehung dazu durchliest (sind zumindest in meiner Ausgabe des Buches mit drin).


    Ein Zeitungsfortsetzungsroman, der mehr oder weniger aktuellen Bezug zu den gerade gedruckten Schlagzeilen nimmt, halte ich in dieser Form für wirklich gelungen. Klar blieb so manches Detail auf der Strecke und das Ende ist nicht wirklich befriedigend, aber ich fand das als Schreibexperiment faszinierend mitzuverfolgen.


    Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber vom Aufbau und der Thematik ist Exponentialdrift (übrigens ein Kunstwort, daß es gar nicht gibt und letztendlich auch keine wirkliche Bedeutung hat) lesenswert.


    Gruss,


    Doc

  • Ich habe damals die Fortsetzungen in der FAS gelesen und fand die Idee und Umsetzung recht gelungen.


    Habe mir dann, als die FAS den Abdruck abrupt beendete, das Buch gekauft und in Verbindung mit dem Werkstattbericht kann ich mich Docs Meinung nur anschließen. Und wenn man bedenkt, wie wenig Zeit AE hatte, plötzlich ein Ende aus dem Hut zu zaubern, hat er das noch recht ordentlich gemacht.


    Ich darf mir garnicht vorstellen, was daraus geworden wäre, wäre der Fortsetzungsroman über 2 Jahre gelaufen. :fetch


    LG Dyke

    "Sie lesen?"
    "Seit der Grundschule, aber nur, wenn's keiner sieht."


    Geoffrey Wigham in "London Calling" von Finn Tomson

  • Mag ja ein toller Zeitungsroman gewesen sein, aber als Roman Fand ich es Schrecklich.
    Kurze Kapitel und meiner meinung nach viel zu schnelle szenenwechel.
    Das Ende Finde ich sehr unbefriedigent auch wenn im Anhang deutlich wird warum es so ausfiel.
    Ein Durchaus interressanntes Zeitungs projekt ob man sich deshalb das buch kaufen muss ist eine andere frage.

  • Ich habe diese Fortsetzungsgeschichte immer online bei faz.de gelesen. Irgendwann habe ich sie mir sogar komplett ausgedruckt, die Ausdrucke liegen irgendwo im Regal. Das Buch kaufte ich mir trotzdem *g*.
    Die vielen plötzlichen Wendungen der Geschichte können einen irritieren, aber ich finde, es ist trotzdem ein lesenswertes Buch. Von solchen Experimenten sollte es öfter welche geben.


    ***
    Aeria

  • Ich habe das Buch gestern angefangen und bis jetzt scheint es doch ein guter Schmöker zu werden ... Ich habe allerdings auch nicht soooo die hohe Erwartungshaltung, weil ich Eschbach doch nicht für einen überdurchschnittlichen Autoren halte, trotz des Jesus Videos, sondern eher für Durchschnitt.
    Ich muß nachher mal schauen, aber ich hoffe doch, das bei meiner Ausgabe auch ein "Making of" dabei ist... :wow

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

  • Tja, mein Fazit lautet so lala...
    Das Making of ist sehr aufschlußreich, weil ich das Ende nämlich sehr unbefriedigend fand. Aber wie schon erwähnt, die Wahnsinnserwartung hatte ich eh nicht...
    Die Idee an sich war gut, sprachlich ... naja.

    ...der Sinn des Lebens kann nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen, oder?


    Elke Heidenreich


    BT

  • ...fand ich leider auch ein wenig unbefriedigend.


    A.E. erklärt im Making of wie es zu dem etwas überhasteten Ende kam.
    Auf diese Weise wird es jedoch wieder ganz interessant, sich auf das Abenteuer ´Fortsetzubgsroman´ einzulassen.


    Denn als Gesamtprojekt ist Exponentialdrift - nicht zuletzt durch die tagesaktuellen Bezüge - interessant und spannend.


    Auch die frische Idee, endlich einmal eine vernünftige Begründung für die Feindseligkeit von Ausserirdischen zu liefern, fand ich wunderbar.


    Als "mal was anders" durchaus empfehlenswert, finde ich.

  • Vor Jahren schon wollte ich das Buch kaufen und lesen, was jedoch damals dann doch nicht getan habe. Vor kurzen habe ich es mir in der Bücherei ausgeliehen.


    Den Roman habe ich an einen Tag ausgelesen! Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, ich fand die Geschichte sehr spannend und fesselnd. Leider ist das Ende aus bekannten Gründen leider zu kurz, abrupt ausgefallen.


    Den Anhang habe ich am folgenden Tag gelesen und fand diesen auch sehr interessant. Leider bekommt man als Leser eines Buches nur sehr wenig von der Entstehung, von den Hintergründen mit.


    Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich das lesen dieses Buches lohnt. Es mag nicht jedermanns Sache sein, und man sollte auch beachten, dass es als Fortsetzungsroman einer Sonntagszeitung entstanden ist (mit damaligen aktuellen Bezügen).

  • Mit diesem Buch bin ich auf Andreas Eschbach aufmerksam geworden. Die Story gemischt mir aktuellen Tagesmeldungen lässt einen nicht los. Leider bleibt das Werk ein Fragment - aus den bekannten Gründen. Auf jeden Fall hatte ich große Lust einen richtig "fertigen" Roman von Eschbach zu lesen. Inzwischen ist jeder neue Eschbach für mich ein Muss.

  • Ich habe das Buch im Nu durchgelesen, fand auch, dass man deutlich merkte, dass es aus Fortsetzungsroman geschrieben wurde, was mich überhaupt nicht gestört hat. Am Ende war ich dann überrascht, dass plötzlich Schluss ist.
    Für mich ein gelungenes Buch, gerne gelesen, fesselnd.

  • Auch für mich sind AE Bücher Pflicht. Aus diesem Grund habe ich auch dieses Buch gelesen und finde, die Geschichte hätte absolut mehr Zeit verdient gehabt.
    Meine Meinung: Jeder Autor hat auch das Recht auf ein Buch, was nicht so ankommt ...
    denn alle anderen Bücher sind SUPER.

  • Mein erstes E-Book.
    Ich fand das Buch ebenfalls sehr spannend und konnte es aufgrund der Struktur auch gut zerstückelt lesen. Die beigefügte Erklärung war recht interessant, die Bezüge auf aktuelle Ereignisse recht gut gelungen. Eine spannende Idee, eine interessante Geschichte, die ich gerne noch ausführlicher lesen würde. Mit einem weniger aprupten Ende ...

  • In der ursprünglichen Fassung als Fortsetzungsroman hätte ich den Roman sicher nie gelesen, da ich mir nicht vorstellen kann, knappe drei Seiten eines spannenden Romans zu lesen und dann tagelang auf die Fortsetzung zu warten.


    Besonders gut haben mir die Bezüge zum aktuellen Tagesgeschehen gefallen. Im Nachwort des Autors schreibt er, dass es große Flexibilität erforderte, auf gewisse Ereignisse einzugehen und diese einzubauen. Allerdings merkt man auch, dass Eschbach manchmal ziemlich improvisieren musste. Schade auch, dass die Serie dann ziemlich abrupt abgesetzt wurde und der Autor dann viel zu schnell die Geschichte zu einem Ende bringen musste. So blieb so manches ungelöst bis unlogisch.
    Eine ausführliche Überarbeitung wäre schön gewesen... denn das Thema finde ich ungeheuer spannend.

  • Es geht um einen Wachkoma-Patienten, der nach Jahren erwacht und überzeugt davon ist, ein Außerirdischer zu sein. Diese Ausgangsbasis bietet eine Menge faszinierender Möglichkeiten und Andreas Eschbach lotet viele davon aus. Wie oft bei ihm mischen sich zur normalen Romanhandlung auch etliche wissenschaftliche Ansätze und Fakten, die das Lesen noch interessanter machen.

    Ursprünglich erschien der Roman als Fortsetzungsgeschichte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Woraus der Autor keinen Hehl macht und was man der Handlung deutlich anmerkt. Jedes der ungefähr gleich langen Kapitel endet mit einem Cliffhanger, der einen förmlich zwingt, am Ball zu bleiben. Bedauerlich ist nur, als nach gut dreißig Kapiteln auf einmal überhastet das Ende eingeleitet wird. Eschbach versucht zwar, alle offenen Handlungsfäden zusammenzuführen, dennoch wirkt der Abschluss überhastet und lässt einen etwas unbefriedigt zurück.

    Umso froher war ich, dass nach dem eigentlichen Romanteil noch ein umfangreiches Nachwort folgte, in dem der Autor viel über die Hintergründe, Umstände und das ganze Drumherum erklärt. Das versöhnte mich wieder mit dem heruntergebrochenen Ende.