'Der Heiler der Pferde' - Seiten 403 - 490

  • Für diesen Teil hatte Diego angekündigt, dass die Zeit reif wäre, seine Schwestern zu suchen. Das hat er dann aber wohl wieder vergessen. :pille
    Stattdessen trauert er ein halbes Jahr lang (!) seiner Liebe nach und lässt sich ständig volllaufen. Während Diego in Selbstmitleid und Wein ertrinkt, verliert Sabba ihr Fohlen.
    Zwar fängt er sich darauf wieder, hört von jetzt auf sofort das Trinken auf und ist direkt wieder der beste Pferdeheiler ever, hat bei mir aber inzwischen sämtliche Sympathie verspielt. Er ist einfach nur noch ein Waschlappen mit einem besonderen Talent, der aber nichts daraus macht, sondern große Töne spuckt. Von sich aus tut er gar nichts, sondern lässt sich vom Leben dahintreiben. Sagt er ja auch ständig: „Wir werden sehen.“ Leider führt diese fatalistische Passivität bei mir dazu, dass er mich wirklich nicht mehr besonders interessiert. Er ist jetzt keine 14 mehr sondern 27 (?) und sollte anfangen, Aktiv etwas für sein Leben zu tun, anstatt sich darüber zu beschweren, dass andere ihm im Weg sind.


    Mencia versucht dagegen Kontakt aufzunehmen, wenn auch erst über ein Jahr nach der erzwungenen Trennung. Aber zumindest tut sie etwas, während ihr Held immer nur jammernd wegrennt. Sie tut mir leid.


    Ansonsten fand ich, dass dieser Teil ziemlich dahin plätscherte. Den Möchtegern-Magier fand ich nicht wirklich interessant. Er war doch nur dazu da, um Diego vor den Augen der Menschen schlecht dastehen zu lassen. Gelernt hat er nichts von ihm, er wusste ja mal wieder alles besser.
    Die neue Frau, Sancha (die Diego natürlich auch wieder will), fand ich auch zu seicht und flach.
    Dann ist es mal wieder Diego, der das Rätsel einer Seuche löst, was ihm aber niemand dankt. Das Misstrauen der Leute mag einerseits in der damaligen Zeit glaubwürdig sein, dass er dagegen der Einzige in der Stadt ist, der etwas von Medizin versteht, dann weniger. Der Schluss, die Verhaftung, war dann zwar thematisch einerseits wieder ganz spannend, aber andererseits habe ich keinen Moment ernsthaft um Diego gebangt. Nicht, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass er wirklich sterben muss und das Buch ohne ihn weitergeht, sondern weil mir einfach gleichgültig ist, was mit ihm passiert.


    Das Marcos feig das Weite sucht, hat mich sehr irritiert. Das passt nicht zu ihm, er hat sich schon vorher für Diego in Schwierigkeiten gebracht, auch wenn die Lage aussichtslos erschien (z.B. bei ihrer ersten Begegnung, und da kannte er ihn noch gar nicht). Schade, dass der gute Freund hier so unehrenhaft "beiseite geräumt" wird. Ich hoffe, dass Marcos nochmal in Erscheinung tritt.


    Rückblickend fand ich den ganzen Teil etwas überflüssig, denn es ist anzunehmen, dass Diego überlebt und auch diese Stadt nun schnell wieder verlässt, um wo anders neu anzufangen. Mehr roter Faden, die alten Probleme betreffend, hätte mir besser gefallen.

  • Für mich wirkte es auch wie ein Einschub - um Diego Zeit zu geben, seine Trauer um Mencía zu verarbeiten und wieder klar zu sehen, was er beides leider nicht tut. Dass Sabba ihr Fohlen verliert, weil er nicht in der Lage ist, ihr zu helfen, fand ich sehr schade - aber es musste wohl wegen der Dramatik so sein.


    Die Szene im Dorf und die Handlung um den Geisterheiler und das vergiftete Dorf hat mich jetzt tatsächlich an den "Medicus" von Noah Gordon erinnert, bloß ist mir das Buch immer noch lieber als der "Pferdeheiler". Absonderlich fand ich deswegen auch, dass Diego sterben sollte. Ich gebe Mulle Recht - er konnte nicht sterben, er wird ja im weiteren Buch noch gebraucht - deswegen ließ mich die Hektik um die Verhandlung und das Urteil relativ kalt. Das einzig positive war, dass der Plan der Ritter vorher nicht erklärt wird und ich dann wirklich kurz angenommen habe, dass Diego dran glauben muss...schließlich war das Kapitel zuende. Warum führt Giner erst Marcos ein, um ihn sich dann feige und unvernünftig aus dem Staub machen zu lassen? Hat er genug von Diegos Eskapaden oder ist er auch nur ein weiterer schwacher Charakter?

  • Ich fand es von Diego nicht schön, ich mag sowieso keine Säufer, das er sich so gehen läßt und darum Sabbas Fohlen sterben muß


    Wieso vergißt er schon wieder seine Schwester? Wann will er da mal was unternehmen?


    Diesen Teil fand ich nicht so schlecht.


    Marcos konnte ihm nicht groß helfen, sonst wäre es ihm auch nicht gut bekommen.

  • Also ich bin enttäuscht von Marcos! Wie kann er einfach so abhauen und seinen Freund im Stich lassen?
    Ich fand die Figur bis zu diesem Kapitel eigentlich recht interessant, aber nun bin ich ziemlich wütend auf den Charakter.


    Im Moment will mich der Autor glauben lassen, dass Diego tot ist. Das kann aber ja nicht sein, immerhin geht das Buch noch weiter.


    Mal abwarten.

  • Daß Sabba ihr Fohlen verliert, weil er in seinem betrunkenen Zustand nicht richtig zulangen kann, war für mich das herausragende Ereignis in diesem Teil.


    Ephraim, der Jude und Magier - das ist nicht meine Welt und habe ich daher nur quergelesen, sorry

    Sancha, wieder einmal eine neue Frau, wird vermutlich keine sehr große Rolle spielen.


    Interessant fand ich hingegen, daß das große Sterben durch das Mutterkorn verursacht wurde - hatte ich vorher schon mal in irgendeinem Buch gelesen - leider hat Diego hierfür keine Anerkennung erhalten.


    Die Flucht von Marco kann ich nur ungerne glauben, er kommt hoffentlich zurück.


    Diego wird wohl kaum tot sein, denn wie soll es sonst noch weitergehen?


    Für mich alles in allem ein aneinanderreihen von Ereignissen, die nicht wirklich berühren oder mitfühlen lassen (außer 1. Absatz Sabba).

  • Zitat

    Original von Blackie
    Für mich wirkte es auch wie ein Einschub - um Diego Zeit zu geben, seine Trauer um Mencía zu verarbeiten und wieder klar zu sehen, was er beides leider nicht tut. Dass Sabba ihr Fohlen verliert, weil er nicht in der Lage ist, ihr zu helfen, fand ich sehr schade - aber es musste wohl wegen der Dramatik so sein.


    Die Szene im Dorf und die Handlung um den Geisterheiler und das vergiftete Dorf hat mich jetzt tatsächlich an den "Medicus" von Noah Gordon erinnert, bloß ist mir das Buch immer noch lieber als der "Pferdeheiler". Absonderlich fand ich deswegen auch, dass Diego sterben sollte. Ich gebe Mulle Recht - er konnte nicht sterben, er wird ja im weiteren Buch noch gebraucht - deswegen ließ mich die Hektik um die Verhandlung und das Urteil relativ kalt. Das einzig positive war, dass der Plan der Ritter vorher nicht erklärt wird und ich dann wirklich kurz angenommen habe, dass Diego dran glauben muss...schließlich war das Kapitel zuende. Warum führt Giner erst Marcos ein, um ihn sich dann feige und unvernünftig aus dem Staub machen zu lassen? Hat er genug von Diegos Eskapaden oder ist er auch nur ein weiterer schwacher Charakter?


    :write


    Ich fand Diegos Saufeskapaden nicht gut...
    Und das eigentliche Heilen ist schon kaum mehr vorhanden.
    Und dann entdeckt er auch noch REIN zufällig den Auslöserder Epidemie...


    Für mich sehr viele Zufälle.
    Und eigentlich dürfte das Buch nicht "Der Heiler der Pferde" heißen. Das gibt es ja schon fast nicht mehr.
    Finde ich sehr schade, denn Klappentext und Titel versprechen etwas anderes, als es dann ist....

  • Auch durch diesen Abschnitt bin ich gestern noch geprescht.


    Ganz überraschend fand ich es nicht, dass Diego der Sauferei verfallen ist. Auch die Tatsache, dass Sabba ihr Fohlen verliert, weil er nicht handlungsfähig war und ihn dann wieder zur Vernunft bringt, war doch einigermaßen vorhersehbar.


    Warum Diego sich so sehr mit dem Heiler eingelassen hat, kann ich nicht ganz nach vollziehen. Ob es nur seine Wissbegier ist und auch einfach mal nicht konventionelle Annahmen zu machen, sondern auch mal Dinge wieder von einer anderen Seite zu betrachten?


    Marcos hat mich richtig enttäuscht in diesem Abschnitt. Das er egoistisch handelt, hat er ja schon mehrmals gezeigt, aber diese Aktion jetzt kann ich gar nicht gut heißen.


    Ich bin mal gespannt, was Diego und der Typ im Gefägnis ausgeklügelt haben. Ich vermute mal Diego hat sich einfach tot gestellt, wird jetzt irgendwo hingekarrt und dann wird er von Bruno und seinen Leuten geholt und dann machen sie sich zusammen auf die Suche nach Pardo de Mora und Diegos Schwestern.


    Der Blick rüber zu Mencía hat mir gefallen. Ich hoffe, dass sie noch auf irgendeine Art und Weise aus ihrer Ehe rauskommt und doch noch mit Diego glücklich wird.


    Mich stört es allerdings, dass es schon im letzten Abschnitt weniger ums Pferde heilen ging und in diesem Abschnitt gar nicht mehr. Diegos Interessen sind hier schon mehr in Allgemeinmedizin oder Tiermedizin abgedriftet und dass man ihm nicht glaubt, kann ich gut nachvollziehen. Wissentschaftliche Bücher werden in Klöstern verschlossen und damit werden bereits gewonnene Erkenntnisse nicht weiter verbreitet. Der Glaube steht im Vordergrund.

    :write "Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein." -Albert Einstein-


    :lesend

  • Mmhhh, ich weiss nicht recht was ich zu diesem Abschnitt schreiben soll. Alles sosolala. Mittlerweile bin ich froh nur noch rund 160 Seiten vor mir zu haben.


    An die "Kunst" die Ephraim beherrscht glaube ich persönlich nicht. Da bin ein viel zu kopflastiger und geerderter Mensch.


    Marcos haut ab. :gruebel Da bin ich jetzt echt gespannt was der Autor mit dieser Figur noch vor hat. Je nach dem könnte das ein grosser Kritikpunkt werden.

  • In diesem Abschnitt hatte ich die Hoffnung, dass Diego endlich erwachsen würde, nachdem Sabba fast gestorben wäre. Denn eigentlich wollte er doch schon längst nach seinen Schwestern suchen und stattdessen ertränkte er sechs Monate lang seine Trauer bzw. sein Selbstmitleid in Alkohol. Mencía hat er anscheinend abschrieben, ohne ein einziges Mal zu versuchen, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Dabei müsste er sich doch denken können, dass diese plötzliche Hochzeit nicht ganz freiwillig stattfand.


    Marcos entwickelt sich so langsam zu einem respektablen, reichen Kaufmann, der sich allerdings nach wie vor an keine Frau binden will. Sancha wird gerettet und verschwindet danach wieder ganz am Rand. Unglaubwürdig finde ich die plötzliche Freundschaft zwischen Diego und Ephraim, denn erstens kann ich nicht fassen, dass Diego diesem Hokuspokus so verfällt und zweitens wundert es mich, dass Ephraim den ihm völlig fremden Diego so sehr unter seine Fittiche nimmt, der ja schließlich auch ein Konkurrent ist. Mal abgesehen davon, dass ich solchen Visionen nichts abgewinnen kann und eigentlich erwartet hätte, dass Diego schnell das Interesse an Ephraims Methoden verlieren würde.
    Wobei die Informationen über diesen Aberglauben und dieses Zauberbuch (das es tatsächlich gab) wirklich interessant waren. :-)


    Warum sollte Diego diesen eigenmächtigen Versuch mit Mutterkorn machen, wenn er doch genau weiß, wie Mutterkorn wirkt und es hunderte von Toten gibt, die eine - für ihn - eindeutige Diagnose zulassen? So landet er im Gefängnis und wird zu Tode verurteilt, unter anderem deshalb, weil er auch hier in der neuen Heimat wieder mehr Feinde als Freunde hat. Tot ist er nicht, da bin ich mir auch sicher, mal schauen, wie es weitergeht, denn die Seuche wird ja jetzt nicht plötzlich enden.


    Ich überlege auch schon die ganze Zeit, in welchem anderen Buch ich schon von Mutterkorn gelesen habe, komme aber nicht drauf...


    Sprachlich liest sich auch dieser Abschnitt wieder deutlich besser als die ersten Abschnitte, stolpere nur ab und zu über sprachliche Ungereimtheiten.

    "It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities." Albus Dumbledore
    ("Vielmehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.")

  • Diego trinkt, Sabba verliert ihr Fohlen weil er ihr sturzbetrunken nicht helfen kann - aber da er ja der Beste ist, kann er ihr Leben dann doch retten indem er mit x-Promille die inneren Verletzungen näht und verarztet. Mensch langsam nervt es !


    Was die neue Frau - Sancha -und ihre beiden Töchter für eine Rolle spielen ist mir noch weitgehend unklar. In einer kurzen Episode wird wieder von der noch lebenden Schwester berichtet, die scheinbar das Opfer eines Racheanschlags von ihrem Entführer werden soll - so wie ich es sehe, trifft er allerdings die Prinzessin - mal sehen.


    Dass Marcos einfach abhaut und sich feige aus der Affäre zieht scheint mir unglaubwürdig. Bin gespannt ob und wie er nochmal in Erscheinung tritt.


    Alles in allem finde ich es sehr schade, dass das eigentliche Thema Pferde besonders das Heilen dieser immer weiter in den Hintergrund tritt und alles sich nur um den heldenhaften - in meinen Augen jedoch völlig oberflächlichen und egoistischen - Diego dreht.

  • Der Sinn von Diegos 'Selbstversuch' erschliesst sich mir auch nicht recht. Offensichtlich will er Stadt und Kirche mit 'Tatsachen' überzeugen und daher an sich selbst Auswirkungen und Heilchancen 'vollführen'?


    Die Begrifflichkeit des 'Mutterkorns' konnte ich dann auch wieder einordnen, das wird sicher auf realistischen, historischen Begebenheiten beruhen. Bei den heutigen Getreidezüchungen kommt dieser Pilz meines Wissens nach kaum noch vor (ja, ja, die Pestizide im Brot).


    Sabbas Trächtigkeit und der Verlust ihres Fohlens blieb bei mir ohne rechte Wirkung. Keine Ahnung, was der Autor damit aussagen wollte, allein dass die Beziehung Pferd-Mensch wieder weiter gefestigt wird. Es ist für Diego ein 'Aufrütteln' aus seiner Phase des Liebeskummers und Selbstmitleides.


    Die Figur Ephraim löste bei mir eine Mischung aus Schmunzeln und Stirnkrausen aus. 'Wunderheiler' im 12. Jahrhundert, die sich auf die jüdische Kabala und indische Lehren berufen, sind nicht unspannend. Dennoch war in seinem Aufreten insgesamt zu viel Mystik des Guten.


    Die Rettung von Sancha und ihren Töchtern lösst bei mir ein Schulterzucken aus, schlimme familiäre Zustände, ja, aber vor allem wieder eine Steilvorlage für Diego, den 'Gutmenschen'?

  • Die Geschichte wird immer bizarrer - am Ende dieses Abschnitts wird Diego tatsächlich zum Tode verurteilt und erhängt. Da das Ende des Abschnitts (leider) noch nicht das Ende des Romans ist, ahne ich, dass Diego bald wundersam von den Toten aufersteht :rolleyes


    Der Abschnitt "Umbruchsland" spielt in Cuéllar, wohin Diego und Marcos gezogen sind, weil Marcos sich dort gute Geschäfte erhofft - und ein Pferdeheiler findet ja eigentlich überall Arbeit. Leider denkt der aber zunächst einmal gar nicht ans Arbeiten, sondern ertränkt seinen Liebeskummer im Alkohol, worunter sein Ruf gewaltig leidet. Dass Sabbas Fohlen bei der Geburt stirbt, weil er in betrunkenem Zustand nicht in der Lage war, es zu retten, erweist sich als heilsamer Schock, und er hört mit dem Trinken auf.


    Inzwischen hat er aber "Konkurrenz" bekommen in Gestalt von Ephraim, einem "Magier". Natürlich entpuppt sich auch er als nützliche Quelle, um Diego neues Wissen zu vermitteln. Ausserdem hat er einige Visionen. Ich bin aber nicht sicher, ob diese, oder auch die Figur Ephraim, später noch eine Rolle spielen werden.

    Ausserdem tritt wieder eine Frau in Diegos Leben: Sancha - sie wird von ihrem Mann brutal misshandelt und weckt Diegos Beschützerinstinkt. Dabei fand ich zwei Dinge bemerkenswert: Zum einen, dass es nicht Diego ist, der den brutalen Ehemann umbringt (und wieder eine Heldentat begeht), zum anderen, dass sich der Mord scheinbar mühelos vertuschen lässt. Welche Rolle das "magische" Getränk dabei spielt, erschliesst sich mir nicht so ganz. Dass Diego zu Sancha eine rein freundschaftliche Beziehung pflegen soll, finde ich auch nicht plausibel, denn immerhin ist er inzwischen dem weiblichen Geschlecht nicht mehr abgeneigt.


    Dann bricht eine sonderbare Krankheit in Cuéllar aus, und Diego findet mit Hilfe eines Selbstversuches die Ursache heraus. Leider wird dieser Selbstversuch fehlinterpretiert und er wird als Mörder vor Gericht gestellt - und ohne grosses Hinterfragen verurteilt.
    Hier habe ich mich gefragt, ob früher tatsächlich so leichtfertig geurteilt wurde. Ich meine, wenn man Diegos Aussagen über das Mutterkorn überprüft hätte - durch Bücher, aus denen wohl auch Diego sein Wissen hatte, oder andere Gelehrte - hätte das womöglich vielen Menschen in der Stadt das Leben gerettet. Aber nein, Diego hat sowieso einen schlechten Ruf, dann muss er natürlich auch ein Mörder sein :rolleyes


    Marcos verhält sich da auch ziemlich schäbig, indem er einfach davonrennt. Ich finde, das passt nicht dazu, dass er bisher einerseits als guter Freund dargestellt wurde, andererseits als ein ziemlich pfiffiger Kerl, der sich sehr geschickt durch's Leben gemogelt hat - und diese Gewitztheit hat ihn in der Situation schlagartig verlassen und er kann nur noch abhauen? Nein, das passt nicht...


    Bruno von Oñate wird sicher noch eine Rolle im weiteren Verlauf der Geschichte spielen....


    Insgesamt fand ich diesen Abschnitt eher belanglos - da werden ein paar Ereignisse zusammengewürfelt, ohne dass sich ihr Sinn für die Gesamtgeschichte erkennen lässt. Einzig sinnvoll ist da wohl der Auftritt von Bruno, mit dem Kreis zum Anfang der Geschichte wieder schließt. Der Rest... ?(

  • Hallo zusammen,


    ich kann das eigentlich nur alles unterschreiben, was ihr vor mir so gesagt bzw. geschrieben habt.


    Ich kann diesem Abschnitt leider auch nicht viel abgewinnen, ich denke besonders die letzte Szene ist bezeichnend. Es kann noch nicht zu Ende sein, deshalb versuchen wir es mal mit einer "Aufersthung", dieses Buch steckt für mich teilweise voller Widersprüche. Ich finde das es immer schlechter/schlimmer wird, je weiter die Geschichte fortschreitet, am Anfang hatte ich ja noch gedacht, der Autor braucht ein paar Seiten um seine Geschichte zu entfalten, schade :-(


    Auch wenn ich diese Buch zwar zu Ende lesen werde, eines kann ich jetzt schon sagen, ein Bestseller wird dieses Buch wohl nicht, dafür hat es meiner Meinung nach nicht genung Potential.

  • Soll ich wirklich noch was zu diesem Abschnitt sagen?


    Meine ganz ehrliche Meinung?


    Ich sag's mal in einem Satz:


    Streichen und Weglassen hätte dem Buch echt gut getan.


    Warum?


    Ganz einfach: die Geschichte tritt auf der Stelle, und nichts, aber auch gar nichts ist für die weitere Handlung irgendwie notwendig.


    Statt ENDLICH nach seinen Schwestern zu suchen, ersäuft Diego seinen Verstand und kommt erst zu sich, nachdem Sabba wegen seiner Unfähigkeit das Fohlen verliert. Damit hätte dann das Fohlen seinen Daseinszweck erfüllt. Wäre dieser Umstand nicht ganz so offensichtlich und bestände die die Sprache des Autors nicht aus leeren Worthülsen ("[Diegos] Anwesenheit gab dem Tier offensichtlich Kraft" - :pille Ich bitte euch!), hätte diese Szene sogar herzergreifend sein können. So war's nur billig.


    Nun gut, der Abschnitt fing nicht so dolle an, leider gings im weiteren Verlauf dann auch nur noch bergab. Ich sag nur Sancha de Larendo. :rolleyes


    Da prügelt also ein Mann seine Frau und misshandelt die Kinder. Ist nicht schön, sowas. Gab es sicherlich auch im 13. Jahrhundert. Trotzdem klang der ganze Teil ganz fürchterlich nach 21. Jahrhundert, und ich mag es nicht, wenn in einem historischen Roman die Gegenwart zwischen den Zeilen mitklingt. Oder auch mal ganz konkret. Droht der gute Diego doch mit den Worten.: "Ich werde euch anzeigen!" :bonk
    Äh ja, klar, die nächste Polizeistation ist unten am Marktplatz. Wahlweise tröte man auch stattdessen die 110 durchs Jagdhorn ?!?


    Natürlich sorgt sich Diego um Sanchas Wohlergehen, obwohl er nichts mit ihr zu tun hat, denn er ist ein guter Mensch und hilft den Schwachen und Wehrlosen. Deswegen ist er ja auch schon seit - äh 12? 13? Jahren auf der Suche nach seinen entführten Schwestern. Oder geht zumindest demnächst irgendwann mal los. Aber vorher muss er Sancha retten. Denn: "Du hättest den Zustand dieses armen Weibes sehen sollen. Trotz der Prügel sah man, wie schön sie ist."


    Wie genau darf ich diesen Satz verstehen? :gruebel
    Ich schwanke zwischen "Oh nein, wie furchtbar! Sie ist schön! Hilfe, da müssen wir was gegen unternehmen!" und "Wäre sie häßlich, ginge das ja an, aber schöne Frauen schlägt man doch nicht!"
    Tendenz geht zu letzterem.


    Um es kurz zu machen - diese ganze Geschichte um prügelnde Ehemänner und mißbrauchte Kinder ist mir zu aufgesetzt, da spricht aus jedem Satz die Gegenwart zu mir. Bäh. Und für die Geschichte ist es auch nicht wichtig. Wech damit.


    Der jüdische Magier. Mhm. Fand ich auch nicht überzeugend. Vor allem, da sich Diego ständig selbst widersprochen hat.
    "Das hatte nichts mit Wissenschaft und fundierten Kenntnissen zu tun" lamentiert er stumm. Lieber Diego, das könnte daran liegen, dass du dich noch immer im 13. Jahrhundert befindest... :bonk
    Aber andererseits war er allem Wissen gegenüber aufgeschlossen ?!?


    Die Szene, wie Sancha ihrem Mann diesen Tee zubereitet, hat mich echt in die Tischkante beißen lassen.
    Vor seinen Augen hantiert sie mit dem Zeugs rum, macht ihm einen Tee draus und stellt ihm den hin. Sehr überzeugend!


    Er: Dur wirst mir doch nichts hineingetan haben?
    Sie: Neee, nur diese seltsamen Blüten, die ich vom bösen Magier habe, um dich loszuwerden. Nun trink schon, ist bestimmt lecker! :hau


    Zitat

    Original von SamtpfoteXL
    Hier habe ich mich gefragt, ob früher tatsächlich so leichtfertig geurteilt wurde. Ich meine, wenn man Diegos Aussagen über das Mutterkorn überprüft hätte - durch Bücher, aus denen wohl auch Diego sein Wissen hatte, oder andere Gelehrte - hätte das womöglich vielen Menschen in der Stadt das Leben gerettet. Aber nein, Diego hat sowieso einen schlechten Ruf, dann muss er natürlich auch ein Mörder sein Augen rollen


    Liebe Samtpfote, diese Frage lässt sich ganz schnell beantworten: die Tatsache, dass das Mutterkorn der Krankheitsauslöser für das Antoniusfeuer ist, wurde erst im 17. Jahrhundert festgestellt... Es gab keine gelehrten Schriften, die Diegos Aussage hätten stützen können. :hau


    Das Ende des Abschnittes ist vielversprechend, aber da immer noch Buch übrig ist, gehe ich mal davon aus, dass Diego überlebt. Schade eigentlich.

  • Zitat

    Original von Tilia Salix


    Liebe Samtpfote, diese Frage lässt sich ganz schnell beantworten: die Tatsache, dass das Mutterkorn der Krankheitsauslöser für das Antoniusfeuer ist, wurde erst im 17. Jahrhundert festgestellt... Es gab keine gelehrten Schriften, die Diegos Aussage hätten stützen können. :hau


    Danke für die Info - ich habe darüber nicht weiter nachgelesen.
    Aber das zeigt doch mal wieder, wie genial und seiner Zeit voraus der gute Diego ist, oder?
    :bonk

  • DerAnfang dieses Abschnittest war noch richtig schön, doch zum Ende hin flachte es ganz schön ab. Die Verhaftung Diegos und die HInrichtung, irgendwie ein komisches Ende ohne großen Ideeneinfall. Einfach so dahingeschrieben. Aufgehängt, fertig. Keine weiteren tiefergehenden Beschreibungen, Details oder dergleichen.
    Die abrubte Flucht seines Freundes hat mich fast nicht gewundert, obwohl ja doch ganz schön feige. Hauptsache die eigene haut ist gerettet.


    Schön war, dass etwas mehr über Estella geschrieben wurde. Die kurzen Einwürfe ihres Verbleibs und Lebens kommen ja doch gegen Buchende häufiger und intensiver raus. Ich frage mich jetzt nur, nach der Hinrichtung Diegos, was mag noch kommen in den letzten beiden Abschnitten? Klar, dass irgenwie beide zueinander finden und sei es nur am Grab Diegos. Doch fast kann ich das nicht glauben. Etwas neugierig bin ich ja doch gewesen, in welcher Weise sich die Prophezeiungen des Juden zeigen werden, dachte das Holz unter Diego bricht zusammen als er gehängt wird. Aber da war ja nichts. Hat er vermutlich nun irgendwas noch geschluckt vorher, dass ihn in ein "künstliches Koma" versetzt, also als tod erscheinen lässt? (sorry, weiss das es den Ausdruck künstliches Koma damals noch nicht gab, aber mir fielen grad keine passendere Worte dafür ein). Ich bin gespannt und lese weiter. :)

  • Der durch den Tod des Fohlens seiner geliebten Sabba geläuterte Säufer macht allen Schaden wieder gut, in dem er Sancha und ihre Töchter vor dem prügelnden und mißbrauchenden Ehemann und Vater rettet und zum Glück einen Magier an der Hand hat, der das nötige Gift anreichen kann. ZUm Schluß wird der Genius des großen Heilers verkannt und er aus niedrigen Beweggründen des Kirchenvertreters hingerichtet, wenn da nicht der gute Ritter wäre, den Diego durch seine Lebensgeschichte so beeindrucken konnte.


    In diesem Abschnitt läßt der Autor wirklich kein Klischee aus und langsam frage ich mich, ob das Buch nicht eigentlich eine Parodie auf historische Romane sein soll oder sein will.