Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

  • Einleitung/ Info


    Gavin Extence
    Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat
    Originalsprache: englisch (Übersetzung von Alexandra Ernst)
    Gebundenes Buch, 480 Seiten, 19,99 €
    Verlag: Limes
    ISBN: 978-3809026334


    „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat“ ist der erste Roman von dem 1982 geborenen englischen Schriftsteller Gavin Extence.


    Handlung


    Das Buch erzählt die Alltagsgeschichte des Teenagers Alex Woods, welcher im Alter von zehn Jahren von einem Meteoriten getroffen wird. Er lernt den Vietnam-Veteranen Mr. Peterson kennen und findet in ihm einen wichtigen Freund. Um zu erfahren, wieso genau Alex mit siebzehn Jahren dann mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird und trotzdem der Meinung ist alles richtig gemacht zu haben, muss man das Buch lesen!


    Covergestaltung und Buchtitel


    Der Buchtitel gefällt mir im deutschen nicht so. Die Original englische Version empfinde ich als passender. Hier habe ich das Gefühl er ist im Moment dem Trend der langen Titel geschuldet. Das Cover dagegen empfinde ich als sehr ansprechend und gut gewählt.


    Positives


    Die Geschichte, die erzählt wird hat mir gut gefallen. Besonders mochte ich mit wie wenig Worten komplexe Themen so dargestellt wurden, dass man als Leser einerseits zur eigenen Meinungsbildung angeregt wird und andererseits die Handlungen des Protagonisten gut nachvollziehen kann.
    Alex ist wirklich ein erstaunlicher Charakter; außergewöhnlich und in vielen Dingen anders, aber zu jedem Zeitpunkt überzeugend und dadurch auch sympathisch. Trotz seiner außergewöhnlichen Gedankengänge kann man sich in ihn hineinversetzen und sich mit ihm identifizieren. Außerdem mochte ich den Humor, der, nicht nur, aber besonders in den Dialogen deutlich wurde. Auch an Spannung und dadurch Interesse die Geschichte weiterzuverfolgen mangelt es nicht.
    Weiterhin hat mir gefallen, wie viel man über andere Dinge erfährt. Nicht nur wissenschaftliche Anmerkungen und Erklärungen, sondern auch Gedanken zur Psychologie des Menschen und nicht zuletzt viele Informationen zum Werk des Autors Kurt Vonnegut.


    Negatives


    Ich habe nur einen kleinen Kritikpunkt, der sich auf eine Sache am Ende bezieht, die mir dann doch nicht so realistisch erschien. Weil es am Ende war, möchte ich das hier nicht näher ausführen (es geht nicht um „das“ Ende als Ganzes!). Wer Interesse hat kann das natürlich genauer in der Leserunde nachlesen. Es ist auch wirklich Meckern auf hohem Niveau und abgesehen davon definitiv Ansichtssache.
    Bis auf diese Winzigkeit erschien mir die Geschichte aber realistisch und gut recherchiert und ich habe die Lektüre sehr genossen.


    Fazit


    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Für jugendliche Leser und Erwachsene, die auch gerne in dieser Richtung lesen ist es sehr empfehlenswert. Die Protagonisten sind authentisch und die Geschichte schlüssig und spannend.
    Ich vergebe 8/10 Eulenpunkte.

  • "Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat" ist ein ungewöhnlicher Titel für ein ungewöhnliches Buch. Trotzdem gefällt mir wie auch den meisten anderen der englische Titel "The Universe vs. Alex Woods" besser, und ich empfinde ihn als passender.



    Zur Geschichte:
    Alex ist ungewöhnlich. Das kommt vor allem, weil ihm im Kindesalter ein Meteorit auf den Kopf gefallen ist. Seitdem kämpft er mit Epilepsie, und auch damit sein Leben normal zu gestalten. Doch was ist schon normal? Mr. Peterson jedenfalls ist es auch nicht wirklich. Als Alex den alten Herrn kennenlernt entsteht eine wunderbare, fast grenzenlose Freundschaft.
    Im vorliegenden Buch erzählt Alex die Geschichte der ersten 17 Jahre seines Lebens. Es geht um merkwürdige Zufälle, echte Freundschaften und schwere Entscheidungen.....
    Alex erzählt auf seine ganz eigene Art, oft witzig-klugscheißerisch, oft ironisch, immer unterhaltsam!


    Meine Meinung:
    ich war begeistert :) Alex Woods Geschichte ist eine die einen so schnell nicht wieder loslässt, ein Buch zum immer wieder lesen!


    ich vergebe 10/10 Punkten


    und bedanke mich beim Verlag und bei der Büchereule, denn wahrscheinlich wäre ich sonst nie bei diesem wunderbaren Buch das eigentlich überhaupt nicht meinem Beuteschema entspricht gelandet!

  • Nach dem aus dem Fenster steigenden Hundertjährigen, der nicht rechnen könnenden Analphabetin und ganz zu schweigen vom merkwürdigen Verhalten geschlechtsreifer Großstädter während der Paarungszeit konnte mich der uneinprägsame Titel dieses von mir als Nachzügler und Nichtgewinner gelesenen Leserundenbuches zwar nicht erschüttern, aber ich denke auch, dass man hier mit einer direkten Übersetzung des Originaltitels besser gefahren wäre.


    Das Buch selbst las ich sehr gern.


    Anfänglich hatte ich so meine Probleme damit, mich in die etwas skurrile Person des Protagonisten, Alex Woods, hinein zu versetzen, aber je mehr ich von ihm erfuhr, merkte, wie er "tickt" und seinen Humor schätzen lernte, desto mehr mochte ich ihn leiden.
    Hauptthema der Geschichte ist die ungewöhnliche Beziehung zwischen Alex und einen schrulligen älteren Mann. Trotz des bereits erwähnten Humors werden durchaus auch wichtige und ernste Themen behandelt. Man kann einiges lernen und einigen Stoff zum Nachdenken mitnehmen.


    An einer Stelle gerieten die wissenschaftlichen Aspekte für meinen Geschmack etwas zu ausführlich und gelegentlich erschien mir Alex ein wenig zu "schillernd", gelangweilt habe ich mich jedoch keine Zeile.


    8 von 10 Eulenpunkten


    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Alex Woods (10 Jahre alt) ist ein Außenseiter und wird von seinen Mitschülern gehänselt. Hinzu kommt, dass ihm ein Meteorit auf den Kopf gefallen ist und er nun unter Epilepsie leidet. Das macht ihn bei seinen Mitschülern nicht gerade beliebter.


    Durch Zufall lernt er Mr. Peterson einen mürrischen Vietnam-Veteranen kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft und Alex würde alles für seinen neuen Freund tun. Darum wird Alex sieben Jahre später an der Grenze in Dover mit einer Urne voll Asche und Marihuana gestoppt.



    Die Geschichte fand ich sehr außergewöhnlich mit vielen skurrilen Personen und einem spannenden Ende. Sie wird aus der Sicht von Alex erzählt. Trotz der vielen persönlichen Probleme und Missgeschicke erzählt er sie jedoch mit so einer Leichtigkeit, das man schon wieder Schmunzeln muss.


    Dies ist mein Jahreshighlight und ich vergebe 10 Punkte.

  • Das Buch beginnt mit einem Ende – mit dem Ende der Geschichte des siebzehnjährigen Alex Woods und Mr. Peterson, seinem Freund, der ihn in einer Urne zurück nach Hause begleitet.
    Von Geschichten, die mit einem Ende beginnen, möchte man – wenn sie spannend beginnen – unbedingt erfahren, wie es soweit kommen konnte und wie das Ganze begann. Genau das ist hier bei Alex Woods der Fall, denn der Autor Gavin Extence hat mit seinem Ich-Erzähler Alex sofort den Ton getroffen, der den Leser nicht nur neugierig macht, sondern der ihn auch auf Anhieb für diese ungewöhnliche Figur einnimmt.


    Alex ist hochintelligent und Epileptiker, seit ihn ein Meteorit am Kopf getroffen hat. Seine Intelligenz und der ungewöhnliche Beruf seiner Mutter (sie ist Kartenlegerin), machen ihn in der Schule zu einem Außenseiter. Als er im Dorf Mr. Peterson kennenlernt, entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem alten Vietnam-Veteran und dem Jungen. Wie weit diese Freundschaft gehen wird, kristallisiert sich erst langsam und im Laufe der Handlung heraus…


    Man könnte sich nun überlegen, dass das Ganze Stoff für eine traurige Geschichte bietet, in der ernste Gespräche geführt werden und die eine moralische Botschaft rüberbringen möchte und eigentlich will sie das tatsächlich, doch es kommt eben sehr auf die Verpackung an.
    Dem jungen Autor ist es hier unglaublich locker und leicht gelungen, ein ernstes Thema, über das in der Gesellschaft viel diskutiert wird, ungeheuer sympathisch zu verpacken. Zusammen mit Alex, der mit seiner ungewöhnlich analytischen Denkweise oft sehr emotionslos und unfreiwillig komisch an ernste Themen herangeht, verliert man ebenfalls die Furcht, lässt sich auf die Handlung ein und setzt sich mit ihm mit Freundschaft, Krankheit und dem Sterben auseinander.


    Gerade weil Alex ohne viele Emotionen berichtet, steht alles, was er zu sagen hat, kurze Zeit neutral im Raum, bevor man als Leser seine eigene Gedanken und Gefühle hinzufügt. Das hat für mich die große Erzählkraft dieses Buches ausgemacht, das mir als etwas ganz Besonderes in Erinnerung bleiben wird. 10 von 10 Eulenpünktchen, weil das Ganze ohne Kitsch, Klischees und bewusste Stimulation der Tränendrüsen auskommt.

  • Der Inhalt wurde bereits beschrieben, deswegen direkt


    Meine Meinung
    Alex Woods ist ein sonderbarer Junge und es scheint so, als würde das Universum es nicht gut mit ihm meinen. Doch je mehr er von seiner unglaublichen Geschichte erzählt, umso mehr gewinne ich als Leser den Eindruck, dass er vielleicht doch nicht nur vom Unglück verfolgt ist...


    Die Geschichte beginnt mit dem Ende und wird dann rückblickend vom 17-jährigen Alex erzählt. Dadurch, dass er bewusst auf sein Leben zurückblickt, wirkt seine Erzählung wie ein sehr reflektierter Tatsachenbericht, gespickt mit sprödem und sehr gut platziertem Humor und einer Prise Melancholie, die aber selten von Alex selber ausgeht sondern eher zwischen den Zeilen zu finden ist.
    Alex ist von Anfang an sympathisch und hat mein Herz mit seiner skurrilen, teils erwachsenen und teils kindlichen Art im Sturm erobert. Der Autor hat hier einen unglaublich authentischen Charakter geschaffen, der mit viel Liebe zum Detail über Kapitel hinweg aufgebaut und schließlich ein regelrechter Selbstläufer wurde. Es mag oft den Anschein haben, dass der Charakter nicht seinem Alter entsprechend handelt oder spricht, was aber durch den Aufbau vorher und die bereits bekannten Eigenheiten Alex' meiner Meinung nach immer der Person selber entspricht. Er fiel in meinen Augen nie aus der Rolle und ich konnte jede seiner Entscheidungen voll und ganz verstehen - anders hätte Alex nicht handeln können.
    Mr Peterson erinnerte mich sehr an den grummeligen Witwer, den Clint Eastwood in Gran Torino spielte, und nachdem ich einige Seiten zum Aufwärmen brauchte, hat er sich schnell zu meinem Lieblingscharakter gemausert.
    Die Freundschaft der beiden ist wunderschön und sehr tief, was sich an einigen Stellen bemerkbar macht. Auch die letzten Entscheidungen (die ich übrigens so nicht vorhergesehen habe) waren sehr passend.
    Die anderen Charaktere bleiben zwar im Auftritt hinter Alex und Peterson zurück, sind aber nicht minder ausgearbeitet oder ansprechend, egal ob es um Dr. Weir, Alex Mutter oder Ellie geht. Ich fand, sie hatten alle ihren passenden Anteil an der Geschichte.


    Es ist sehr interessant, wie der junge Autor hier ein so schweres Thema auf so eine angenehme und nicht deprimierende Art und Weise verpackt und dem Leser vermittelt. Ich habe nicht damit gerechnet, fand es aber durchaus logisch und angebracht, das Buch so enden zu lassen. Etwas anderes hätte schwerlich gepasst und der Plot hätte darunter gelitten.


    Am besten gefallen hat mir der Stil des Autors. Der unterschwellige Humor, die klar erkennbare Zuordnung der Sprache zu den einzelnen Personen und die teils so banal wirkende aber schlagkräftige Beschreibung der Umstände rund um Alex haben es mir wirklich angetan. Ich bin nur so durch das Buch geflogen und werde auf jeden Fall die Augen nach weiteren Büchern von Gavin Extence offen halten.


    Fazit
    Ein wunderbares Buch, das die Freundschaft zwischen einem Teenager und einem alten Mann in den Mittelpunkt stellt, die beide nicht in ein vorgefertigtes Schema passen. Dazu kommt die Beschäftigung mit einem heute sehr stark diskutierten Thema, das der Autor hervorragend meistert. Der Schreibstil ist fantastisch und größter Pluspunkt des Romans.
    Ich wurde ausgezeichnet unterhalten und zähle das Buch zu meinen Jahreshighlights.
    10 Punkte.

  • So, das ist mal ein Buch, das ich rundum gut finde.


    Angefangen beim Äußeren - mir gefällt dieses griffige (non-Hochglanz) Umschlagpapier. Witzig finde ich auch, dass der Meteorit genau die gleiche Farbe hat wie das Buch unter dem Schutzumschlag. Und dass sich die Skyline vom Cover auf dem Vorsatzpapier (heißt das so?) fortsetzt. Überhaupt finde ich die Zeichnung toll. Lesebändchen (ohne Worte!). Einzig mit dem deutschen Titel bin ich nicht so ganz glücklich. "The Universe vs. Alex Woods" hört sich da viel besser an (und den hätte man auch 1:1 übernehmen können). Auf deutsch ist es dann schon nicht mehr so toll. Oder den Untertitel weglassen. Egal, denn es kommt ja hauptsächlich auf den Inhalt an.


    Und genau darüber möchte ich gar nicht so viel verraten. Ich fand es gut, dass man am Anfang nicht weiß, was eigentlich das Kernthema ist. An dieser Stelle endlich mal ein Lob an den Verlag für einen gelungenen Klappentext, der nicht zuviel vom Inhalt verrät!


    Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Schreibstil des Autors. Witzig, einfühlsam, einfallsreich, locker, frisch und trotzdem berührend (obwohl sich das jetzt schon wieder kitschig anhört - ist es aber an keiner Stelle gewesen!), nahegehend und bewegend! Schon der Beginn des Romans ist außergewöhnlich: Alex, der mittlerweile 17-jährige Ich-Erzähler, wird an der Grenze mit 113g Hasch und einer Urne voller Asche aufgegriffen, muss einen partiellen epileptischen Anfall in Gegenwart des Grenzbeamten mittels Meditation niederringen und antwortet diesem: "Sir, ich muss ihnen mitteilen, dass ich nicht länger in der Lage bin, ein Fahrzeug zu führen. Ich fürchte, Sie müssen sich jemand anderen suchen, der den Wagen wegfährt." :rofl


    Alex ist ein Junge, der außer seiner hellseherisch begabten Mutter auch sonst noch einige Ungewöhnlichkeiten "aufweist". Beispielsweise "fällt" ihm sozusagen ein Meteorit (oder wars doch ein Meteoroid?) auf den Kopf, was ihm eine schwere Schädelverletzung inkl. folgender Epilepsie "beschert". In Folge dessen muss er ein Jahr lang zu Hause unterrichtet werden (was ihm selbst besser geling als der ihm zugeteilten Lehrerin). All das trägt natürlich nicht gerade zu seiner Beliebtheit bei und so nimmt das Schicksal seinen Lauf...


    Sehr gut gefallen hat mir auch die Entwicklung, die Alex durchlief: so einen Sohn kann man sich nur wünschen. Bleibt mir nur noch, mit meinem Lieblingszitat zu schließen: "Woods, ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Du bist ein verdammter Heiliger." (S. 388)


    Vielen Dank an dieser Stelle auch nochmals an Wolke und den Verlag für diese Leserunde!


    10 Punkte

    Liebe Grüße :wave


    Waldmeisterin


    Every day I give my family two choices for dinner: take it or leave it!


    Nulla unda tam profunda quam vis amoris furibunda

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  • So ansprechend und im Detail wie Cover und Buch gestaltet sind, so ist auch der Schreibstil des Autors, die ganze Geschichte. Man wird sogleich von dieser besonderen Erzählweise des Jungen Alex angezogen und hineingenommen in seine besondere Welt.


    Nicht nur dass er von einem Meteoriten getroffen wird und nach einem Koma wieder erwacht und von da an als ein besonderer Junge von der Außenwelt wahrgenommen wird. Er hat mit seinen Anfällen wie auch seinen teilweise absonderlichen, so gar nicht zu einem Teenager passenden Gedanken und Lebensweisheiten zu kämpfen, sodass es selbst dem erwachsenen Leser teilweise schon schwer fällt, mit ihm Schritt zu halten.


    Der Autor verbindet wichtige, ernstzunehmende Themen wie der Tod und das Leben danach mit Alltäglichem, was wenig wichtig erscheint und doch so im Mittelpunkt jedes Menschen steht. Zwischen Alex und der zweiten Hauptfigur, dem alten Mr. Peterson, entsteht eine erstaunliche Freundschaft, die beide bis zum Ende ausfüllt und Alex vor eine wichtige Entscheidung stellt.


    Eine bewegende Geschichte, die den Leser noch lange nach der Lektüre beschäftigt. Ein faszinierendes Buch, das trotz ernster Themen, den Humor und die Freude am Alltäglichen nicht vergisst.


    Von mir eine 100prozentige Leseempfehlung. Ein Buch das man nicht verpassen sollte.

  • Aus dem was ich vorher über das Buch gelesen hatte, hatte ich Bedenken, dass es schon wieder ein Roadbook à la "Hunderjähriger" ist.
    So bin ich an die ersten Seiten gegangen, und war überrascht. Das Ende der Reise stand zwar am Anfang, aber war nicht das Thema des ganzen Buches.


    Alex beschreibt seine und Mr. Peterson Freundschaft - wie sie sich kennen lernen, wie sie sich vertieft bis hin zu einem Freundschaftsdienst, den nicht jede Freundschaft aushält, geschweige denn, die nicht jeder für jemanden anderen zu tun bereit ist.


    Nebenbei wird Alex trotz seiner Krankheit erwachsen, übernimmt Verantwortung für sich selbst und seine Krankheit. Er wird selbstbewusster.
    Aber auch die Verantwortung für einen Freund zu sorgen und ohne Bewertung seiner Absichten, diesen Freund in seinen Zielen zu unterstützen. Dabei moralisiert er nicht und versucht auch nicht mit aller Kraft Mr. Peterson von seinen Absichten abzubringen.
    Er darf ihn zwar nicht in letzter Konsequenz unterstützen, (er darf nur das Glas halten), den Weg bis dahin aber planen, vorbereiten und in den Freund auf seinem letzten Weg begleiten.
    Das macht doch Freundschaft aus.


    Hier in Deutschland ist es ein All-Age Buch, dass es in er normalen Spiegel Liste ganz nach oben geschafft hat. Zum Glück - denn in der Jugendbuchsparte wäre es vielleicht nicht entdeckt worden.


    Ein wundervolles Buch, dass ich in der Leserunde lesen durfte, danke an Wolke und den Verlag.
    Nach so einem tollen Debüt schiele ich immer mal wieder rüber auf die Insel, ob schon ein weiteres Buch von dem Autor angekündigt wird. Ob es wohl wieder ein Jugendbuch wird?.....

    Altes Land - Dörte Hansen :lesend
    Hörbuch: Kai Meyer - Die Seiten der Welt 1

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  • Der Roman "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von Extence hätte gerne noch viel, viel länger sein dürfen. Schnell habe ich den etwas seltsamen aber umso liebenswürdigeren Protagonisten Alex in mein Herz geschlossen und ihn gerne beim Erwachsenwerden begleitet.


    Worum es schließlich ging, hat mich überrascht, ich habe nicht damit gerechnet, wie Mr Peterson in die Urne kam.


    Der Aufbau des Buches hat eine besondere Spannung möglich gemacht: Zuerst erfährt man den "aktuellen" Stand der Dinge und die Probleme, die Alex hat. Dann holt der Erzähler weit aus und man erlebt Alex als Kind und wie er immer älter wird. Man erfährt, wie es zu den Problemen kam. Schließlich ist man am Ausgangspunkt wieder angelangt, und man erfährt sogar noch, wie es eine kleine Weile danach weiterging. Dass es so anlaufen würde war zwar nach dem Sprung zurück in die Kindheit klar, aber der Text wartet mit vielen Überraschungen auf, sodass es trotzdem nicht langweilig wird. Zu gerne hätte ich Alex noch viel länger begleitet. Hoffenltlich gibt´s nen zweiten Teil :)


    Der Roman hatte ein paar kleine Längen. Aber an anderen Stellen war er so humorvoll, tiefgreifend oder intelligent geschrieben, dass man ihm die wenigen Längen gerne verzeiht.


    Der Erzählton war etwas ganz besonderes. Ich werde den Roman bestimmt bald noch einmal lesen, um zu schauen, was sich dann noch so entdecken lässt. Und wie er sich liest, wenn man das Ende schon kennt.

  • Ich hatte sehr viel Freude an dem Buch und habe viel gelacht. Ich fand es sehr geglückt wie interessante Informationen zu Themen wie Medizin, Astronomie oder z.B. Tarotkarten miteingeflochten wurden. Kein einziges Wort zu viel, immer war es unterhaltsam und bisweilen sogar spannend.


    Gegen Ende fand ich es sehr intensiv und auch jetzt, einige Tage nach dem Lesen, beschäftigt mich das Thema noch sehr und ich frage mich, was ich sowohl an Alex als auch an Mr. Peterson´s Stelle evt. getan, wie mich verhalten hätte.


    Alle Personen waren mir sehr sympathisch und ich bekam ein ziemlich genaues Bild von ihnen.


    Von mir gibt es 10 Punkte, da ich mir nicht vorstellen kann, was man hätte besser machen können.

  • Was für ein absolutes Lesehighlight!
    Ich hatte zwar schon Gutes über das Buch gehört, aber das es mich so sehr begeistern würde - damit hatte ich nicht gerechnet.
    Schon nach den ersten paar Sätzen war mir klar, dass mir der Schreibstil gefällt. Sehr gefällt sogar.
    Und dann noch ein solch aussergewöhnlicher Teenager wie Alex Wood. Er und auch der Rest der Beteiligten sind Protagonisten, wie man sie nicht alle Tage trifft.


    Alex hat schon einiges erlebt, bevor er Mr. Peterson trifft und sein Leben nochmals eine ungeahnte Wendung nimmt.
    Langsam baut sich zwischen dem Teenager Alex und dem Vietnam-Veteran Mr. Peterson eine tiefe Freundschaft auf. Eine Freundschaft, die zu einem Ende führt, welches man am Anfang des Buches nicht erwartet hätte.
    Es werden Fragen aufgeworfen, es gibt Stoff für Diskussionen - und doch sage ich am Ende des Buches: Alex und Mr. Peterson haben alles richtig gemacht.


    Dieses Buch landet sehr wahrscheinlich unter meinen Jahres-Lese-Highlights und bekommt natürlich 10 Punkte von mir.

  • Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an "Das unerhörte Leben des Alex Woods" und wurde nicht enttäuscht. Nachdem Alex, dessen Mutter einen Hang zur Esoterik hat (wobei "Hang" vielleicht eine Winzigkeit untertrieben ist), von einem Meteoriten getroffen wurde, hat sich sein Leben grundlegend verändert. Der vorher gesunde Junge leidet nun an Epilepsie.


    Gavin Extence verleiht Alex eine einzigartige Stimme; manchmal hatte man nur den Eindruck, dass Alex viel älter sei, als er in Wirklichkeit ist. Er ist unglaublich wissbegierig, liest gerne...


    In dem Buch geht es um Freundschaft, um Entscheidungen, um Loslassen, um dazu zu stehen, was man für richtig hält... ich möchte an dieser Stelle nicht zu weit vorwegreifen, aber ich finde, dass in diesem Buch sehr geschickt mit einem schwierigen Thema umgegangen wird.


    In jedem Fall ist es eine Geschichte, die berührt und einen Eindruck hinterlässt, der bleibt. Gegen Ende musste ich sogar noch ein paar Tränchen vergießen.


    Da ich das Buch im Rahmen der LR hier auf buechereule.de lesen durfte, nochmal ein herzliches Dankeschön an buechereule.de und den Verlag für mein Freiexemplar.
    Ich hoffe, man kann bald mehr von Gavin Extence lesen, denn ich war begeistert. Volle 10 von 10 möglichen Eulenpunkten von mir!

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Ich durfte im Rahmen der Leserunde dieses schöne Buch lesen.


    Das Buch ist sehr schön geschrieben, man kann es gut lesen. Gelungen finde ich auch, dass viele komplexe Themen sehr schön einfach beschrieben werden. Sorgt dafür, dass der Leser dem Geschehen gut folgen kann ohne noch ein Lexikon zu welzen.


    Von Alex war ich positiv überrascht, für einen Jungen in seinem Alter wirkt er sehr reif, was aber gut in die Geschichte passt, wenn man sich darauf einlässt.


    Man merkt auch das er und Mr. Peterson eine ganz besondere Bindung zu einander haben. Was beide sicherlich prägt und beeinflusst.


    Mit heiklen Themen wie Sterbehilfe wird im Buch humorvoll aber taktvoll eingegangen.


    Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht und mehr sei über den Inhalt auch nicht gesagt, damit das Lesen noch freudig überraschen kann.


    8 von 10 Punkten

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers

  • Danke, dass ich dieses Buch in der LR lesen durfte! Weil normalerweise lese ich ein solche Genre überhaupt nicht und da hätte ich echt was verpasst.


    Cover: sehr passend und auch hübsch mit dem Meteoriten in gelb auf blau


    Meinung zum Inhalt: Ich fand das Buch sehr bewegend. Es ist wirklich ein ganz tolle Geschichte, die einfühlsam mit dem Thema Sterbhilfe umgeht, vor allem, weil ich ganz lang gar nicht wusste, dass es darum überhaupt geht. Nebenher lernt man noch jede Menge über Astronomie, eine bestimmte Krankheit, Marihuana etc, das hat mir auch wirklich gut gefallen. Alex ist auch ein ganz toller Junge, der bis zuletzte sehr authentisch rüberkommt, obwohl er doch manchmal ein ganz klein wenig zu perfekt ist. Die Freundschaft zu Mr Petersen wurde gut beschrieben und kam gut bei mir an.


    Fazit: ein ganz tolles Buch mit ner klaren Leseempfehlung! 10 von 10 Punkten!

  • Ein Fahrer wird in Dover von Grenzsoldaten in seinem Auto gestoppt. Er hört sehr laut Musik und meditiert dazu. Im Kofferraum befindet sich eine größere Menge Marihuana. Für die Beamten scheint der Fall klar und Alex Wood wird verhaftet. Seine Mutter wird informiert, dass sie ihn abholen soll. Damit beginnt die Geschichte des unerhörten Lebens des Alex Woods. Als Rückblick darf der Leser mit dem neunjährigen Jungen erleben, wie er von einem Meteoriten getroffen wurde und fortan sein Leben nicht mehr wie vorher verläuft. Viele Monate vergehen, in denen Alex während der Therapiepausen nur darauf wartet, dass seine Kopfverletzungen verheilen. Dazu kommen jetzt noch seine epileptischen Anfälle. Seine einzigen Freunde sind sein Neurologe und eine Astrophysikerin. Durch sie wird sein Interesse für das Universum geweckt. Es gibt kaum ein Buch darüber, das Alex nicht gelesen hat.


    Die Umstände machen Alex in der Schule zum Außenseiter. Immer wieder wird er von anderen Jungen provoziert und muss sich oftmals in fremde Gärten flüchten, um der Prügel zu entgehen. Dabei kommt er zu dem bärbeißigen Witwer Mr. Peterson, der von Alex verlangt, die entstandenen Schäden bei ihm abzuarbeiten. Immer mehr Zeit verbringen die unterschiedlichen Charaktere zusammen und entdecken dabei, dass sie sich auf angenehme Art ergänzen. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die über den Tod hinausgeht.


    Gavin Extence rührt in seinem Debütroman viele Emotionen an. Er schildert das schwere Schicksal eines kleinen Jungen, der mit seiner Mutter das beste aus den Möglichkeiten macht. Er lässt die Mitschüler rücksichtslos mit ihm umgehen, was die Geschichte traurigerweise nur noch authentischer macht. Er lässt aber auch aus dem kleinen Samen der Zuneigung eine wundervolle Freundschaft entstehen. Auch der väterliche Freund hatte es in seinem Leben nicht leicht und straft jetzt mit seinem Zynismus die Umwelt. Durch Alex lernt er wieder, kleine Freuden des Alltags zu schätzen. Nicht ohne Hintergedanken, lehrt er ihm das Autofahren. Als das Schicksal Mr. Peterson wieder einholt, kann Alex damit eine große Aufgabe übernehmen.


    Diesen Freundschaftsdienst webt der britische Autor fast lautlos ins Geschehen ein. Ohne Vorwarnung befindet sich der Leser mit den beiden Charakteren mitten in einem Beratungsgespräch für Euthanasie in der Schweiz. Das sensible Thema wird mit dem nötigen Fingerspitzengefühl behandelt. Man kann sich sehr nah an die Figuren herandenken und leidet sowohl mit Alex und seiner schweren Aufgabe des Zusehens als auch mit Mr. Peterson, der diese Entscheidung für sich trifft. Dabei lässt der Schreibstil es zu, dass sich der Leser seine eigene Meinung bildet. Extence ist hier eine fabelhafte Gratwanderung gelungen, die mehrere Tabuthemen verknüpft ohne sie zu be- oder gar zu verurteilen. Das Buch lässt einen in manchen Passagen laut auflachen, erstaunt über manche Fakten des Universums aufhorchen, die Tränen in die Augen steigen und zum Teil entsetzt zurück. Trotz des nahenden Lebensendes spürt man immer wieder den Lebensmut der beiden. Das Buch ist hoffnungsvoll mit liebevoll ausgearbeiteten Figuren und kann nicht weniger als die Höchstpunktzahl bekommen.

  • Meine Meinung:
    Über den Inhalt ist schon viel gesagt worden, deshalb fasse ich mich kurz. Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen. Ich durfte es im Rahmen einer Testleserunde lesen und habe es deshalb nicht schon eher zur Seite gelegt.


    Es war keine besondere Qual, das Buch zu lesen. Teilweise waren sogar ganz nette Passagen enthalten. Es war mir einfach nur zu langweilig und zu kinderbuchmäßig. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, denn ich mag durchaus Bücher, die eigentlich mal Kinderbücher sein sollten.


    Alex als Person fand ich auch wirklich ganz nett. Er war sogar liebenswert, nur hatte ich schnell keine große Lust mehr, etwas über ihn bzw. von ihm zu lesen.


    Ich würde mir wohl eher kein zweites Buch des Autors mehr zulegen.

  • Alexander Woods wird in Dover von der Polizei angehalten. In seinem Auto befinden sich neben einer Urne und vielen CDs auch mehrere Gramm Hasch. Im Verhör versucht Alex seine Situation zu erklären. Und das tut er ausführlichst...


    "Das unerhörte Leben des Alex Woods" ist das Debüt von Gavin Extence und hat mich berührt. Obwohl mir das Ende schon nach ein paar Sätzen klar war und auch die Thematik, die zu Beginn im Dunkel blieb, sich in der ersten Hälfte mehr als klar herauskristallisierte, hat mich das Buch gefesselt.


    Die Geschichte wird von der Hauptfigur Alex Woods höchstselbst erzählt. Dabei nimmt er den Leser mit in seine Kindheit und beschreibt bis ins kleinste Detail, wie er seinen besten Freund Mr. Peterson kennengelernt hat. Dabei baut sich weder eine überragende Spannung noch ein besonderer Nervenkitzel auf. Allein Alex' Leben und was er daraus macht ist so interessant, dass ich das Werk nicht aus der Hand legen konnte. Die Hauptfigur scheut sich auch nicht davor, ihre Leser direkt anzusprechen. Und so kommt es, dass ich beim Lesen sowohl laut gelacht als auch hemmungslos geweint habe.


    Der Stil von Gavin Extence ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzählweise, die teilweise schon wissenschaftlich und ab und an auch sehr sachlich und emotionslos ist, passt sehr genau zu Alex Woods. So konnte ich zu ihm eine Bindung aufbauen, auch wenn er nur an wenigen Stellen Gefühle zeigt.


    Fazit: ein lesenswertes Debüt, auch wenn das behandelte Thema nicht brandneu ist. Dennoch kann ich das Buch klar empfehlen.

  • Mir hat das Buch sehr gut gefallen.


    Gut lesbarer Schreibstil und ein sympathischer Protagonist. Obwohl er mir manchmal auf den Keks gegangen ist. ;-)
    Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit dem kleinen Klugscheißer weitergeht.


    Seine Begeisterung für Bücher konnte ich fast körperlich spüren und ich habe ihn sehr dafür bewundert, wie erwachsen er mit vielen Dingen umgeht. Manchmal konnte man fast vergessen, dass er noch ein Kind ist. Außerdem habe ich jetzt Lust, alle Bücher von Kurt Vonnegut zu lesen. ;-)



    Ein bewundernswertes, ruhiges Buch mit viel Leben drin.


    10 Punkte



    ASIN/ISBN: 3734100984

    Viele Grüße
    Inks


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  • Ich habe das Buch gelesen, weil ich hier so viele begeisterte Stimmen gehört habe. Diese Meinung kann ich nicht ganz teilen.


    Spätestens seit der Leser über die Art von Alex' Unfalls Bescheid weiß, ist klar, dass das Buch eher von der skurrilen Sorte sein würde. Da passt es ganz gut, dass seine Mutter fast schon wie eine Karikatur dargestellt wird. Dass manches unrealistisch oder unwahrscheinlich ist, mag vielleicht in das Konzept des Buches passen, was ja schon im Titel ausgedrückt wird. Dennoch hat mich das gelegentlich gestört.
    Den einen oder anderen humorvollen Ausdruck habe ich durchaus mit einem inneren Schmunzeln wahrgenommen, mehr aber auch nicht.


    Alex erzählt sehr sachlich, manchmal in Berichtsform, so dass er sehr distanziert wirkt. Das hat seine Ursache in seinem Charakter, der auch mit seiner Art zu denken in sich sehr stimmig dargestellt wird. Bedingt durch die Erzählperspektive erstreckt sich die distanzierte Beschreibung leider auch auf die anderen Personen. Man erfährt nicht, wie es z. B. Petterson wirklich geht. Selbstverständlich muss man als Leser nicht alles vorgekaut bekommen. Die Personen mit ihren Ecken und Kanten kommen auch so gut rüber.
    Doch mich hat sehr gestört, dass ein Minderjähriger in derartige Angelegenheiten (wobei Marihuanaanbau noch das kleinere Problem ist) hinein gezogen wird. Das Dilemma, in dem sich Petterson befunden haben musste, muss unerträglich gewesen sein und hätte eine ausführlichere Auseinandersetzung verlangt.
    Es sei denn, dass es sich um ein Jugendbuch handelt, wo man einen Heranwachsenden als Hauptperson braucht. Dann ist es aber umso schlimmer, dass mir beim Lesen über eine beträchtliche Strecke die beklemmende Botschaft im Hinterkopf mitschwang: Plane deinen Selbstmord perfekt und führe ihn rechtzeitig aus, sonst bekommst du massive Schwierigkeiten.
    Das war sicher nicht die Absicht des Autors, doch der Ausweg, den er aufzeigt, ist nicht für alle gangbar. Da hilft keine Freundschaft.


    Nein, auch wenn ich die Personen gern gemocht habe, hat das Buch bei mir keinen Nerv getroffen.