Die Charité: Hoffnung und Schicksal - Ulrike Schweikert

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  • ISBN: 3499274515


    Die Autorin (Quelle: Amazon)

    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer - und seit «Erben der Nacht» auch fantastischer Romane. Ihr Markenzeichen: faszinierende, lebensnahe Heldinnen. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


    Produktinformation (Quelle: Amazon)

    Taschenbuch: 496 Seiten

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (26. Juni 2018)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3499274515

    ISBN-13: 978-3499274510


    Sehr interessant und beeindruckend

    Im Prolog lesen wir, wie der junge Schiffer Hans von der Hebamme Martha Vogelsang auf der Straße aufgelesen wird…

    Die Hebamme hat für Hans einen Arzt gesucht…

    Es bleibt nicht der einzige Fall dieser furchtbaren Krankheit…

    Drei junge Frauen treten an diesem Morgen in der Charité ihre Arbeit an…

    Eine davon ist sehr engagiert, denn sie widerspricht sogar Ärzten, wenn es ihr nötig erscheint….

    Die Geburt von Marias Baby steht kurz bevor. Doch nicht einmal Elisabeth darf zu ihrer Schwester…

    Martha Vogelsang ist die auch Hebamme von Elisabeths Schwester. Sie kümmert sich darum, dass sie zu ihr kommt…

    Auch Gräfin Ludovica von Bredow ist eine von Marthas Patienten. Leider ist das Kind tot, doch hat Martha andernorts ebenfalls eine Frau entbunden, die nicht überlebt hat, das Kind jedoch schon… Daher soll Ludovica nie erfahren, dass sie ein totes Kind geboren hat…

    In Ludovicas Haus kommt auch oft der Arzt aus der Charité, Dr. Dieffenbach…

    Und dann gibt es da noch den jungen Militärarzt Alexander…

    Wieso wird der junge Schiffer von Martha von der Straße aufgelesen? War er betrunken? Oder schwer krank? Hat sie deshalb einen Arzt für ihn gesucht? Um welche Krankheit handelt es sich hier? Ist sie so schlimm? Wie viele Menschen bekamen sie noch? Wer waren die drei jungen Frauen, die ihre Arbeit antraten? Warum widerspricht eine den Ärzten? Gefallen ihr die Behandlungsmethoden nicht? Warum darf Elisabeth nicht zu ihrer Schwester? Wie hat es Martha geschafft zu ihr zu kommen? Was ist mit Elisabeths Schwester passiert? Was hat Martha getan, dass Ludovica nicht erfährt, dass ihr Kind tot zur Welt kam? Wessen Kind zieht Ludovica groß? Gibt es im Hause von Bredow so viel Krankheit, weil Dr. Dieffenbach oft zu ihnen kommt? Und was hat es mit dem jungen Militärarzt auf sich? Alle diese Fragen - und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert, es gab keine Fragen ´nach dem Sinn von Worten oder gar ganzen Sätzen. In der Geschichte war ich recht schnell drinnen. Auch konnte ich mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. In Elisabeth, die sich für alles medizinische interessierte nicht mit allem einverstanden war, was die Ärzte taten. Die auch schimpfte, wenn die WärterInnen zu grob mit den Patienten umgingen. Dann in Dr. Dieffenbach, der verheiratet war, genauso wie Ludovica von Bredow. In Martha, die sich um Elisabeths Nichte sorgte und eben dadurch der Gräfin Leid ersparte. In Elisabeth, die sich in einen Mann verliebte, den sie nicht erreichen zu können glaubte. Am Ende des Buches gibt es ein kurzes Kapitel über Dichtung und Wahrheit. Hier erfährt man, welche Personen es wirklich gab und welche Ulrike Schweikert erfunden hat. So etwas, oder eine Personenliste, erwarte ich in jedem historischen Roman, deshalb finde ich das auch super. Das Buch war auch von Anfang an spannend, und diese hielt sich auch durch das ganze Buch. Es war für mich sehr interessant, hat mir sehr gut gefallen und mich sehr gut unterhalten. Daher bekommt es von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und volle Bewertungszahl.


    :lesend:lesend:lesend:lesend:lesend

  • Beeindruckende Jahre an der Charite

    Ich habe mich gefreut ein neues Buch von Ulrike Schweikert zu lesen. Der Roman Die Charite spielt ab 1831 und ist ein Stück Medizingeschichte.

    Die Charite ist das berümteste Krankenhaus in Berlin.


    Die Colera hat Deutschland erreicht.Professor Dieffenbach und seine Kollegen versuchen ein Heilmittel zu finden und warum sie ausgebrochen ist.

    In diesem Roman sind drei Frauen die Protagonisten. Elisabeth wird Krankenwärterin, die Hebamme Martha seziert Tote und die Gräfin Ludovica, deren Mann ein Hyperchonder ist. Die drei Frauen führen jede ihren persönlichen Kampf.


    Ulrrike Schweikert hat die Arbeit der Ärzte und Pfleger, in der Zeit, gut recheriert. Sie lässt uns an den Operationen ohne Betäubung teilnehmen. Die Paienten mussten zu der Zeit viel Schmerzen aushalten und das Überleben war Glückssache. Die Ärzte müssen mit primitierten Geräten arbeiten, aber die Medizin ist im Aufschwung.

    Nebenbei gibt es die Elisabeths Lebens- und Liebesgeschichte. Der Roman besteht aus Dichtung und Wahrheit.


    Fazit: Mit diesem Roman ist der Autorin ein gutes Werk gelungen, das ich gern und mit sehr viel Interesse gelesen habe.

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Sternstunden der Medizin

    Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt ...

    Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt «Die Tochter des Salzsieders» ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.


    Allgemeines

    Erschienen am 26.06.2018 im Rowohlt Taschenbuch Verlag als broschiertes TB mit 496 Seiten
    Gliederung: Prolog – Drei Bücher mit insgesamt 31 Kapiteln – Epilog – Dichtung und Wahrheit - Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: Berlin in den Jahren von 1831 bis 1847


    Zum Inhalt

    Drei weibliche Hauptfiguren aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, zwei davon fiktiv, sind in die Handlung eingebunden, die das Forschen und Wirken der Mediziner an Deutschlands berühmtestem Krankenhaus, der Berliner Charité, in den Jahren von 1831 bis 1847 schildert. Gräfin Ludovica von Bredow fühlt sich in der Vernunftehe mit ihrem Mann intellektuell unterfordert, sie ist an Medizin interessiert und frustriert, dass ihr als Frau das Medizinstudium verwehrt bleibt. Mit ihrem Geld fördert sie jedoch diverse Projekte an der Charité, darunter die Errichtung einer Schule für Pflegekräfte, denen es bis dahin an jeglicher fachlicher Ausbildung gemangelt hat. Die junge Elisabeth Bergmann stammt aus einfachen Kreisen, aber auch sie ist an Medizin interessiert. Da sie nicht heiraten, sondern selbstbestimmt leben möchte, arbeitet sie an der Charité als „Wärterin“ (Pflegerin) und schließt sich später den Diakonissen der Organisation von Pastor Theodor Fliedner an, die als qualifizierte Pflegerinnen an Krankenhäusern arbeiten. Martha Vogelsang, eine historisch verbürgte Romanfigur, arbeitet zunächst als freiberufliche Hebamme, doch dann wechselt sie als Sektionsassistentin zur Charité. Diese drei Frauen erleben die großen medizinischen Herausforderungen der Zeit mit: die verheerende Cholera-Epidemie des Jahres 1831 und die Versuche der Ärzte, durch Operationen Leben zu retten - Versuche, denen durch die vor 1847 nicht gegebene Möglichkeit effektiver Schmerzausschaltung einerseits und durch den häufig folgenden postoperativen „Wundbrand“ (Sepsis) andererseits enge Grenzen gesetzt sind.


    Beurteilung

    Der medizinhistorische Roman beschreibt den Stand der Medizin in Deutschland zu Beginn des „Jahrhunderts der Chirurgen“ in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, kurz vor der Entdeckung der Anästhesie und der Erkenntnis über die elementare Bedeutung von Antisepsis/ Asepsis für den Erfolg der Chirurgie.

    Der eigentliche Protagonist ist Johann Friedrich Dieffenbach (1792 – 1847), einer der begnadetsten und vielseitigsten Chirurgen der Zeit. Er führt eine Praxis, gleichzeitig ist er an der Charité als Chirurg tätig und er verfasst mehrere Fachbücher. In der Chirurgie entwickelt er mit vergleichsweise gutem Erfolg neue Methoden, wobei er sich vor allem mit der plastischen Chirurgie sowie mit bis dahin nicht gekannten Techniken zur Behandlung des Schielens und des Klumpfußes befasst. Zusätzlich experimentiert er mit Transplantationen und Bluttransfusionen.

    Neben den medizinischen Entwicklungen werden auch die verheerenden Missstände in der Krankenpflege der Zeit und der Beginn eines strukturierten Pflegewesens durch eine systematische Ausbildung von Pflegekräften thematisiert.

    Die Schilderung der Zustände in den Operations- und Krankensälen dieser Epoche ist drastisch und schockierend, aber für den nicht allzu sensiblen Leser auch im höchsten Maße fesselnd und informativ.

    Die Romanfiguren sind größtenteils historische Persönlichkeiten und die geschilderten Ereignisse sind großartig recherchiert. Zur Auflockerung der höchst interessanten medizinischen Fakten spielt auch das Privatleben der wichtigsten Personen inklusive zweier – ohne Klischees und Plattitüden präsentierten - Liebesgeschichten eine Rolle.

    In ihrem Nachwort „Dichtung und Wahrheit“ erläutert die Autorin, an welchen Stellen sie Fiktives in ihren Roman eingebunden hat.


    Fazit

    Ein hervorragend recherchierter, informativer und sehr berührender Roman über eine der interessantesten Epochen der Medizingeschichte, der vollkommen überzeugt und jedem an der Materie interessierten Leser uneingeschränkt empfohlen werden kann!

    10 Punkte

  • Ulrike Schweikert nimmt uns mit ins Berlin der 1830er Jahre in die Charité, dem wohl ältesten und berühmtesten Krankenhaus Berlins.


    Wir begleiten Elisabeth, die dort als Wärterin zu arbeiten beginnt und Dr. Dieffenbach einen, der Ärzte, dort bei ihrer Arbeit. Schon bei den ersten Sätzen wird einem schnell klar, warum es gut ist, nicht mehr in dieser Zeit leben zu müssen. Hygiene, wie wir sie heute in den Krankenhäusern kennen, gab es damals dort in keinster Art und Weise und auch die Behandlungsmethoden waren damals noch eher abenteuerlich zu nennen.


    Allerdings merkt man auch hier den Pioniergeist und Wissensdurst der vor allem jungen Ärzte, die auch bereit sind, neue Wege zu gehen. So werden wir Zeugen der ersten plastischen Operationen, die sich mit dem Wiederaufbau von zerstörten Gesichtern beschäftigt, oder von der Heilung von schiefen Hälsen, schielenden Augen und Klumpfüßen. Was für uns heute selbstverständlich ist, war damals noch revolutionär.


    Durch die unterschiedlichen Perspektiven von Elisabeth und Dieffenbach erfährt man vieles sowohl aus der Unterschicht, sowie von den betuchteren Gesellschaft, die es sich leisten können einen Privatarzt zu bezahlen. Elisabeths Geschichte ist auch die einer wissbegierigen Frau, die mit Leidenschaft und menschlicher Wärme ihren Beruf als Wärterin, bzw. Diakonisse ausführt und heutigen Zeiten wohl Medizin studiert hätte. Damals war es Frauen nicht möglich zu studieren, geschweige denn als Ärztin zu arbeiten. Auch war der Beruf des Wärters bei weitem nicht das, was wir heute Pfleger nennen würden. Er entsprach wirklich mehr dem Wärter, der die Patienten bewacht.


    Ulrike Schweikert ist hier ein facettenreiches Bild dieser Zeit gelungen, sie hat ein Stück Medizingeschichte zum Leben erweckt. Am Ende war ich sehr traurig das Buch zuklappen zu müssen, hätte ich doch gerne noch weiter Zeit mit Dieffenbach, Elisabeth und ihren Familien verbracht.

    Von daher eine volle Leseempfehlung von mir für dieses tolle Stück Zeitgeschichte!


    10 von 10 Punkte

  • Inhaltsangabe: Sternstunden der Medizin

    Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und - verbotenerweise - zu einem jungen Arzt.

    Die Charité - Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.

    Meine Meinung zur Autorin: Ulrike Schweikert, hat mit ihrem Buch über, " Die Charite " einen sehr beeindruckenden Roman über die Sternstunden der Medizin geschrieben. Kein Roman für schwache Nerven und sensible Menschen. Bei den Operationsmethoden damals, erfasste mich das grauen, ich bin froh damals nicht gelebt zuhaben. Allein wenn ich an die Hygienischen Zustände und Operationstechnicken denke. Aber doch ist diese Geschichte so voller Menschlichkeit, und macher verbotener Liebe. Fiktion und Wahrheit sind sehr gut miteinander verknüpft. Ihr Schreibstil ist sehr Bildhaft, flüssig und mitreißend. Den Figuren hat sie Leben eingehaucht, sie sind sehr real und Glaubhaft dargestellt, ebenso die einzelne Charaktere und der tägliche Klinikaufenthalt. Die Ängste und Sorgen der Menschen sind spürbar. Es ist alles sehr gut rechechiert, so das man sich gut in die Geschichte hineinfühlen konnte, und mit den Figuren Freude und Leid teilte. Viele der aufgeführten Ärzte gab es wirklich, ebenso die viele damalige Krankheiten, Epedemien und Ansichten, sind im Nachwort belegt. Es war mir ein Vergnügen beim Lesen in die Welt der Charité von 1831 anzutauchen und am damaligen Leben teilzuhaben. Zum Inhalt: Ich habe die junge Elisabeth für ihren Mut bewundert, an der Charité als Wärterin anzufangen, obwohl sie schlecht bezahlt wurde für die Knochenarbeit die sie leisten musste. Es war kein leichter Stand für Sie, einem intilligenten, neugierigem und wissbegierigem Mädchen, besonders alles was die Medizin betraf. Gerade ihr Wissensdurst, ihre Aufopfernde und liebevolle Pflege, machten sie bei Ärzten und Patienten beliebt, ihr vertaute man. Elisabeth kann auch schon mal rebellieren und hält mit der Meinung nicht zurück, die sie vor den Ärzten vertritt. Besonders mit Dr. Heydecker liegt sie oft im Clinch, was sich liebt das neckt sich, und beide verlieben sich verbotener Weise. Auf Gräfin Ludovica ergeht es nicht anders eine Frau die sich für die Klinik und Ausbildung für Krankenpersonal einsetzt, verliebt sich in Dr. Dieffenbach, beide sind verheiratet. Zwei Frauen die das gleiche Schiksal teilen und sich in die falschen Männer verlieben, eine Liebe die keine Zukunft hat? Sehr Imponiert hat mit die Hebamme Martha Vogelsang, die eingroßes und dunkles Geheimnis hütet, das ihr schwer auf der Seele lastet. Es gibt noch so viel Spannendes und Aufregendes zu erzählen, aber das soll jeder Leser für sich selbst entdecken, ich würde die Spannung nehmen. Lasst euch einfach überraschen und fiebert mit den Personen mit.....


  • Eine Geschichte von Leben und Tod


    Die Charité, Historischer Roman von Ulrike Schweikert, 496 Seiten, erschienen im Rowohlt-Verlag.
    Leben und Sterben im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands – der Berliner Charité.
    Berlin 1831, die Cholera ist in Deutschland ausgebrochen und hat auch Berlin erreicht. Zu dieser Zeit beginnt die junge Elisabeth ihre Arbeit als Krankenwärterin in der Charité, dort versuchen die Ärzte unter ihnen auch Professor Dieffenbach, verzweifelt die Epidemie aufzuhalten. Ein schier unmögliches Unterfangen, denn keiner weiß zu dieser Zeit, was der Auslöser dieser Krankheit ist und wie sie übertragen wird. In dieser Zeit waren Frauen im medizinischen Bereich nur als Pflegerinnen „geduldet“. Elisabeth entdeckt ihre Liebe zur Medizin und zu einem jungen Arzt, aber auch die Lebensgeschichten der jungen Gräfin Ludovica und der Hebamme Martha sind in dieser Geschichte miteinander verknüpft.
    Mir hat dieses Buch unheimlich gut gefallen, so gut habe ich mich schon lange nicht mehr unterhalten gefühlt. Ulrike Schweikert, von der ich etliche Bücher kenne, hat wieder einmal auf eindrucksvolle Art bewiesen, wie gut recherchiert, bildhaft und mitreißend sie ihre Bücher schreibt. Im vorliegenden Roman verwendet sie den auktorialen Erzählstil, lebendige Dialoge und gute Beschreibungen des Settings gaben mir während der Lektüre stets das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein. Durch meine medizinische Vorbildung kann ich absolut bestätigen wie gut Schweikert sich vor dem Verfassen ihres Werks mit der Materie auseinander gesetzt hat, zu keinem Zeitpunkt konnte ich irgendwelche nicht plausiblen oder nicht authentischen Szenen entdecken. Chapeau! Alle agierenden Personen handelten glaubhaft und nachvollziehbar. Der Roman ist in 3 Bücher aufgeteilt, die aus insgesamt 31 Kapiteln bestehen. Jedes Kapitel ist in Abschnitte unterteilt und mit einer zusammenfassenden Überschrift versehen. Das gewährleistet den steten Überblick über das Geschehen. Ein Buch welches sämtliche Sinne anspricht, der Geruch der eiternden, schwärenden Wunden, das Stöhnen der Sterbenden, mir war es als könnte ich den Ärzten bei ihrer grausamen Arbeit über die Schulter sehen. Ich liebe Bücher über Medizingeschichte und nach der Lektüre dieses Romans wird wohl jeder Leser froh sein, dass die Medizin heutzutage nicht mehr auf dem damaligen Stand ist. Das ist diesen tüchtigen und wissbegierigen Männern und auch Frauen zu verdanken, die in diesem Buch erwähnt werden. Hier eindrucksvoll beschrieben, das Kindbettfieber, das von Frau zu Frau übertragen wurde. Erst Jahre später konnte Semmelweis beweisen, dass die Ärzte selbst, mit ihren ungenügend gereinigten Händen, diesen Frauen den Tod brachten. Meine Lieblingsfigur natürlich die Protagonistin Elisabeth eine moderne toughe Frau, die weiß was sie will. Tüchtig und voller Mitgefühl für ihre Patienten. Die unerfüllte Liebe zwischen Gräfin Ludovica und Professor Dieffenbach hat mich auch stark berührt, sowie das Schicksal der Hebamme Martha und ihrem Sohn August. Ein tolles Buch, ab Seite 150 hab ich den Rest in einem einzigen Tag ausgelesen, weil ich das Buch erst aus der Hand legen konnte, als die Geschichte zu Ende erzählt war. Ich habe mit den Figuren gelacht und geweint und wollte sie am Ende eigentlich nicht mehr gehen lassen. Einige der Figuren sind überliefert und haben wirklich an der Charité geforscht und praktiziert, das macht das Ganze umso authentischer. Eine intelligente unterhaltsame Lektüre für Leser die sich für historische Romane, speziell Medizingeschichte interessieren. Meine Diagnose volle Punktzahl

  • Ich würde das Buch, für alle die Interesse haben, gerne wandern lassen. Ich selbst habe es geschenkt bekommen und noch nicht gelesen, aber bei dem hohen Interesse und den super Bewertungen lasse ich es gerne wandern.

    Besteht Interesse daran, dass Buch wandern zu lassen? Ich schreibe den Beitrag auch nochmals in den Wanderbuch-Thread! :)

  • 1831: Berlin leidet unter einer Choleraepidemie, vor allem die Menschen in den ärmeren Viertel sterben wie die Fliegen und in der Charité rätseln die Ärzte über den Ansteckungsweg der Krankheit. Auch in den folgenden Jahren ist es für die Menschen, die in der Charité arbeiten, nicht immer leicht, ihren Patienten zu helfen.


    Die Charité ist wohl das bekannteste Krankenhaus Deutschlands, jeder dürfte sie zumindest dem Namen nach kennen. In der Charité wurde mehr als einmal Medizingeschichte geschrieben, auch in diesem Roman darf der Leser bei neuartigen Methoden dabei sein und den Kampf mancher Ärzte begleiten, die zunächst noch von Standesgenossen verlacht werden. In den vergangene ca. 200 Jahren hat sich die Medizin sehr gewandelt, heutzutage kann man sich kaum noch vorstellen, unter welchen Bedingungen damals, noch ohne Narkose, operiert wurde oder wie die Zustände in den Krankensälen aussahen. Krankenschwestern kannte man 1831 noch nicht, die Arbeit in den Krankensälen übernahmen sogenannte Wärter und Wärterinnen, die oft aus schlechten Verhältnissen, zum Teil aus dem Gefängnis oder von der Straße kamen, denn die Arbeit war sehr schlecht bezahlt.


    All das hat die Autorin in ihren, gut recherchierten, Roman eingearbeitet und als Leser ist man froh, so viel später geboren worden zu sein. Ihre Protagonisten hat sie gut ausgewählt, durch sie kann sie dem Leser vieles nahebringen. Da ist zum Beispiel Dr. Dieffenbach, Arzt an der Charité, aber auch Forscher und Pionier – und historische Persönlichkeit. Der Leser begleitet ihn nicht nur zu seinen Patienten und in den OP-Saal, sondern auch in sein Privatleben.


    Neben diesem männlichen Protagonisten sind es vor allem drei Frauen, die den Roman tragen. Elisabeth Bergmann tritt 1831 ihre Stelle als Wärterin in der Charité an, und zeigt, dass man den Patienten auch mit Freundlichkeit und Verständnis entgegentreten kann, sie ist aufgeweckt und wissbegierig. Die Stadthebamme Martha Vogelsang muss ein paar Entscheidungen treffen, die ihr Leben auf den Kopf stellen und auch sie an die Charité führen werden. Gräfin Ludovica von Bredow gehört zwar der gehobenen Schicht an, doch als sie schwanger wird, sind die Prognosen eher schlecht und ihr hypochondrischer Gatte hat nur sich selbst im Kopf. Etwa zehn Jahre begleitet der Leser diese und weitere Menschen, die mit der Charité verbunden sind, im Epilog sogar noch darüber hinaus.


    Mich hat der Roman von der ersten Seite an gepackt, der historische Hintergrund, nicht nur der medizinische, auch der soziale und politische, sind perfekt integriert. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, (Medizin)Historie und (zum Teil) fiktives Privatleben zu verbinden und einen sehr lesenswerten, spannenden Roman entstehen zu lassen.


    Einen Kritikpunkt habe ich allerdings, dieser betrifft die Liebesgeschichte rund um Gräfin Ludovica, auf diese hätte ich sehr gut verzichten können, wirklich notwendig für die Geschichte scheint sie mir auch nicht zu sein. Im späteren Verlauf hat sie mich regelrecht sauer gemacht und Ludovica, die eigentlich eine interessante (fiktive) Figur ist, in meinen Augen immer unsympathischer werden lassen. Und wenn ich schon bei den Liebesgeschichten bin (es gibt im Roman noch eine zweite), diese waren manches Mal sehr nahe daran, übertrieben kitschig zu sein, auch durch die Wortwahl, die ich mir allerdings als in die Zeit passend erklärt habe und somit tolerieren konnte. Zum Glück nehmen die Liebesgeschichten nur einen relativ geringen Raum ein, so dass diese in den vielen interessanten Szenen untergehen und wenig ins Gewicht fallen.


    Wie es sich für einen guten historischen Roman gehört, gibt es auch ein paar Extras, hier eine Karte des Charitégeländes und ein interessantes Nachwort der Autorin.


    Insgesamt ist der Roman sehr lesenswert, vor allem, wenn einen Medizingeschichte interessiert. Von mir gibt es volle Punktzahl sowie eine Leseempfehlung.

  • Ich habe dieses Buch von Totenleserin geliehen bekommen. Vielen Dank noch mal dafür!:blume


    Die Thematik dieses Romanes ist sehr interessant. Die Geschichte beginnt im Jahre 1831 als in Berlin die Cholera ausbricht. In der Charite, dem berühmtesten Krankenhaus von Berlin, wird fieberhaft versucht, die Epidemie zu bekämpfen und ein Gegenmittel zu finden. Die Hauptpersonen in dem Roman sind drei sehr unterschiedliche Frauen: Die junge Elisabeth tritt eine Stelle als Wärterin in dem Krankenhaus an und würde am liebsten selbst Ärztin werden. Die Hebamme Martha gibt ihren Beruf auf um als Totenfrau in der Charite zu arbeiten.Die Gräfin Ludovica von Bredow leidet unter ihrer unglücklichen Liebe und unter Einsamkeit und Langeweile und möchte sich für die Charite einsetzten.


    Mir hat beim Lesen der Einblick in die damaligen Zustände in dem Krankenhaus und die damaligen Kenntnisse über Krankheiten und ihre Behandlungen besonders gut gefallen. Unter welchen Umständen damals Operationen durchgeführt wurden und mit welchen seltsamen Gerätschaften psychisch Kranke behandelt wurden hat mich sehr fasziniert. Die Beschreibung der Zustände in der Charite, die genaue Darstellung von Verletztungen, Wunden und Behandlungen war dabei nicht immer schön zum lesen. Aber ich finde es richtig, dass die Autorin hier nichts beschönigt sondern den wahren, harten Alltag in der Klinik sehr genau dargestellt hat.


    Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war die Darstellung der Personen. Für mich sind leider alle Haupt-und Nebenpersonen seltsam blass und eindimensional geblieben. Ich habe zu keiner der drei Frauen einen richtigen Zugang gefunden. Die Sprache des Buches ist sehr einfach gehalten. Dadurch lässt sich das Buch sehr schnell und flüssig lesen. Mir war die Sprache zum Teil aber schon zu einfach. Ich hätte mir insgesamt ein wenig mehr Tiefgang und besser ausgearbeitete Charaktere gewünscht. Ein Teil der Handlung war auch sehr vorhersehbar.


    Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es war aber jetzt kein Highlight für mich. Ich würde zwischen 6-7 Eulenpunkte dafür vergeben.

  • Berlin 1831 – Ausbruch der Cholera


    Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Charité mit Prof. Dieffenbach und anfangs die große Sorge um den Ausbruch der Cholera. Woher kommt sie, wie wird sie übertragen und vor allem wie kann sie geheilt werden. In seinem Umfeld lernt der Leser drei wichtige Frauen kennen:


    Die Hebamme Martha, die gleich zu Beginn eine weitreichende Entscheidung treffen und mit diesem Geheimnis leben muß. Ihren Beruf hängt sie daraufhin an den Nagel und arbeitet stattdessen im Totenhaus. Ihr wichtigstes Ziel, sie will ihrem Sohn eine gute Bildung ermöglichen.


    Gräfin Ludovica, deren Wunsch nach einem Kind endlich erfüllt wird und die einen ewig hypochondrischen Ehemann an ihrer Seite hat. Dies hindert sie allerdings nicht daran, den behandelnden Arzt, Prof. Dieffenbach, mehr als schöne Augen zu machen. Positiv an ihr ist, daß sie mit ihrem Geld eine Krankenpflegeschule unterstützt und selbst an den Vorlesungen teilnimmt.


    Und als dritte die medizinisch sehr interessierte und engagierte Krankenwärterin Elisabeth. Hier merkt man als Leser schnell, daß es nicht Krankenschwester oder Pflegerin heißt, sondern Wärterin. Das erinnert doch mehr an ein Gefängnis und genauso kommen die Stationen bei mir auch an. Es herrscht hier ein rauer Umgangston und die medizinische Versorgung ist durchaus brutal zu nennen. Ich denke vor allem an die Verabreichung von Quecksilber, kalte Güsse und die Drehmaschine – aus heutiger Sicht gruselt es einen dabei. Für die Wärterinnen hieß es aber auch, bei Dienstantritt persönliche Kleidung abgeben und viel Arbeit ohne große Pausen.



    Als Leser erfährt man auch einiges über die neuen Operationsmethoden – Augenoperation zur Beseitigung des Schielens, eine quasi Schönheitsoperation, denn eine entstellte junge Frau bekommt eine neue Nase, Blindarmentfernung und ein Klumpfuß wird gerichtet. Am Ende dann der Sieg über den Schmerz – die Entdeckung des Lachgases.




    Die Autorin schreibt in einer einfachen Sprache, daher liest sich das Buch flott weg. Sie hat mit Sicherheit sehr viel und intensiv recherchiert. Es werden Operationsmethoden und die medizinische Versorgung realistisch und authentisch beschrieben. Hier ist man als Leser dankbar, das nicht persönlich durchlebt zu haben. Die einzelnen Figuren hat sie gut gezeichnet, wobei Gräfin Ludovica mir bis zum Ende unsympathisch geblieben ist. Emilie, die junge Ehefrau von Prof. Dieffenbach hingegen würde ich als sehr positiv und großzügig beschreiben. Sie hat ihrem Ehemann immer den Rücken freigehalten und an ihn geglaubt, obwohl sie um seine Zuneigung zu Ludovica wusste. Prof. Dieffenbach war fachlich kompetent, allerdings sein Umgang mit den Frauen ließ ihn für mich negativ erscheinen. Elisabeth hat mir persönlich gut gefallen, sie war über das normale Maß hinaus an medizinischen Belangen interessiert und hätte in der heutigen Zeit mit Sicherheit studiert.



    Alles in allem ein unterhaltsamer und informativer Roman, der einen kleinen Einblick in die Arbeit und Forschung an der Charité gab. In einem Nachwort erläutert die Autorin Wahrheit und Fiktion des Buches. Eine Fortsetzung werde ich bestimmt lesen!

  • Medizinische Sternstunden


    1831 Berlin. Im Stadt- und Universitätskrankenhaus Charité haben die Ärzte und auch die Krankenwärter alle Hände voll zu tun, denn in Berlin ist die Cholera ausgebrochen. Die Menschen sterben wie die Fliegen und kaum jemand überlebt die Seuche. Der Chirurg Professor Johann Friedrich Dieffenbach und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Ursachen der Krankheit zu erforschen und ein Heilmittel zu entwickeln. Darunter leidet seine Ehe, doch findet er in der verheirateten Gräfin Ludovica seine Muse, die im sowohl die finanziellen Mittel für das Krankenhaus zur Verfügung stellt, als auch sein Herz höher schlagen lässt. Währenddessen muss sich die Hebamme Martha Vogelsang allein um das Überleben für sich und ihren kleinen Sohn kümmern, weil ihr Mann sie verlassen hat. Sie entscheidet sich dafür, den Dienst als Hebamme aufzugeben und im Totenhaus der Charité zu arbeiten. Ihre Freundin Elisabeth Bergmann hat ihre ganze Familie verloren und beginnt ihre Ausbildung als Krankenwärterin, wo sie den Ärzten schnell durch ihre Fürsorge für die Patienten und ihre Sorgfalt auffällt, besonders einem…


    Ulrike Schweikert hat mit ihrem Buch „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ einen sehr fesselnden historischen Roman vorgelegt, der den damaligen medizinischen Alltag über einen Zeitraum mehr als von 10 Jahren in dem noch heute berühmten Berliner Krankenhaus beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch dicht und spannend, der Leser wird regelrecht in die Seiten gesogen, um als stiller Beobachter im Berlin des 19. Jahrhunderts durch die Gänge der Charité zu wandeln und den Ärzten, Krankenwärtern und Patienten über die Schulter zu sehen. Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt und lässt den Leser so eine rundum gelungene Geschichte mitverfolgen. Die Autorin versteht es geschickt, historische Zeitgeschichte mit Fiktion dicht zu verweben und dem Leser so ein gutes Gesamtbild der damaligen Lage zu vermitteln, wo mit einfachsten medizinischen Utensilien zu Werke gegangen wurde und man eigentlich nur froh sein kann, in der heutigen Zeit die moderne medizinische Versorgung zu haben. Sehr plastisch werden Operationen, Behandlungen, Lehrveranstaltungen sowie Forschungsversuche geschildert, so dass der Leser das Gefühl hat, genau daneben zu stehen. Dabei wird einem bewusst, wie hoch die damalige Sterberate war und dass die Ärzte auch bei so vielen Misserfolgen weiterhin unermüdlich nach einer Lösung geforscht haben.


    Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und in Szene gesetzt worden. Durch ihre individuellen Eigenschaften wirken sie lebhaft und authentisch. Professor Dieffenbach ist ein unermüdlicher Mann, der Kampf für seine Patienten hat oberste Priorität. Dass sein Privatleben darunter leidet, nimmt er in Kauf. Er besitzt einen wachen Geist und ist energisch, aber auch mitfühlend und offen für Neuerungen. Gräfin Ludovia ist eine freundliche Frau, die mit einem Ehemann geschlagen ist, der egoistisch und selbstbezogen ist. Maria ist eine mutige und starke Frau, die für sich und ihren Sohn ums Überleben kämpft. Elisabeth ist interessiert an allem Medizinischen, sie ist intelligent und sieht schnell, wo die Missstände liegen, um diese dann gegen den Widerstand auszumerzen. Sie hat eine eigene Meinung, die sie auch kundtut und sich den Mund nicht verbieten lässt. Auch die übrigen Protagonisten lassen die Handlung durch ihr Erscheinen lebendig und realistisch wirken, wobei man so bekannte Namen wie Heinrich Heine und Alexander von Humboldt erleben kann.


    „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ ist ein großartiger historischer Roman über das Leben und Wirken an dem bekannten Krankenhaus, durch dessen Forschung und Entwicklung über die vergangenen Jahrhunderte die Medizin wahre Fortschritte für die Menschheit erreicht hat. Absolute Leseempfehlung für einen Erlebnisroman erster Klasse!

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben"(Oscar Wilde) :)

    "Bücher sind wie Drogen, nur ohne die Gefahr einer Überdosierung" (Karl Lagerfeld)

  • Berlin im August 1831: Die Cholera greift in Deutschland um sich. Als auf einem Kahn auf der Spree der Schiffer Hans Mater qualvoll stirbt, kommt die heimtückische Krankheit auch in der Charité an. In dem Krankenhaus versuchen Professor Johann Friedrich Dieffenbach, ein Chirurg, und seine Kollegen mit Hochdruck, Überträger und Heilmittel auszumachen. Neben dem Kampf um das Überleben Tausender Menschen kommt er Gräfin Ludovica näher, die mit einem Hypochonder verheiratet ist. Auch Hebamme Martha Vogelsang leidet unter ihrer Ehe. Um ihrem Sohn August eine bessere Zukunft zu bieten, verdingt sie sich im Totenhaus der Charité. Und dann ist da noch die 19-jährige Krankenwärterin Elisabeth Bergmann, die nicht nur ihre Liebe für die Medizin, sondern auch die zu einem jungen Arzt entdeckt…


    „Die Charité: Hoffnung und Schicksal“ ist der erste Band der Reihe um das bekannte Krankenhaus von Ulrike Schweikert.


    Meine Meinung:

    Nach dem Prolog ist der Roman in mehrere Bücher unterteilt, die wiederum aus mehreren Kapiteln bestehen. Erzählt wird aus der Perspektive verschiedener Personen. Dieser Aufbau funktioniert gut.


    Der Schreibstil ist nicht nur flüssig und angenehm, sondern auch eindringlich und anschaulich. Durch detaillierte Beschreibungen wird eine lebendige Atmosphäre geschaffen, die mich schnell in die Geschichte eintauchen ließ.


    Aufgrund der Vielzahl an Personen, die im Roman auftauchen, fiel mir vor allem anfangs eine Orientierung nicht besonders leicht. Dadurch lernt man allerdings auch etliche interessante Charaktere kennen. Vor allem Hebamme Martha und Pflegerin Elisabeth waren mir schon nach kurzer Zeit sympathisch. Sie werden liebevoll und warmherzig charakterisiert. Auch die übrigen Personen bleiben nicht blass, sondern werden detailliert und realitätsnah geschildert.


    Trotz der recht hohen Seitenzahl wirkt die Geschichte nur an wenigen Stellen etwas langatmig. Überwiegend ist die Handlung abwechslungsreich und unterhaltsam. Vor allem die unterschiedlichen Leiden der Patienten und deren dramatische Geschichten, aber auch die Schicksale der Protagonisten sorgen für vielerlei bewegende Momente.


    Ein Pluspunkt ist für mich, dass im Roman historische Fakten mit Fiktion verwoben werden. Neben erfundenen Charakteren greift die Autorin auf belegbare Persönlichkeiten wie Dr. Dieffenbach zurück. Darüber hinaus wird ihre fundierte Recherche an vielen Stellen deutlich, denn die Umstände in der damaligen Zeit, die Anfänge der moderneren Medizin und andere historische Tatsachen werden auf kurzweilige Weise erklärt. Somit ist die Lektüre auch lehrreich.


    Das Cover wirkt ein wenig kitschig, passt inhaltlich aber sehr gut. Auch der Titel ist treffend gewählt.


    Ich habe die Geschichte als ungekürzte Lesung gehört. Dabei hat Sprecherin Beate Rysopp einen guten Job gemacht.


    Mein Fazit:

    „Die Charité: Hoffnung und Schicksal“ von Ulrike Schweikert ist ein gelungener Roman, der nicht nur Geschichtsfans schöne Lese- oder Hörstunden beschert. Auf die Fortsetzung der Reihe bin ich gespannt.


    Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Medizinische Sternstunden


    1831 Berlin. Im Stadt- und Universitätskrankenhaus Charité haben die Ärzte und auch die Krankenwärter alle Hände voll zu tun, denn in Berlin ist die Cholera ausgebrochen. Die Menschen sterben wie die Fliegen und kaum jemand überlebt die Seuche. Der Chirurg Professor Johann Friedrich Dieffenbach und seine Kollegen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Ursachen der Krankheit zu erforschen und ein Heilmittel zu entwickeln. Darunter leidet seine Ehe, doch findet er in der verheirateten Gräfin Ludovica seine Muse, die im sowohl die finanziellen Mittel für das Krankenhaus zur Verfügung stellt, als auch sein Herz höher schlagen lässt. Währenddessen muss sich die Hebamme Martha Vogelsang allein um das Überleben für sich und ihren kleinen Sohn kümmern, weil ihr Mann sie verlassen hat. Sie entscheidet sich dafür, den Dienst als Hebamme aufzugeben und im Totenhaus der Charité zu arbeiten. Ihre Freundin Elisabeth Bergmann hat ihre ganze Familie verloren und beginnt ihre Ausbildung als Krankenwärterin, wo sie den Ärzten schnell durch ihre Fürsorge für die Patienten und ihre Sorgfalt auffällt, besonders einem…


    Ulrike Schweikert hat mit ihrem Buch „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ einen sehr fesselnden historischen Roman vorgelegt, der den damaligen medizinischen Alltag über einen Zeitraum mehr als von 10 Jahren in dem noch heute berühmten Berliner Krankenhaus beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch dicht und spannend, der Leser wird regelrecht in die Seiten gesogen, um als stiller Beobachter im Berlin des 19. Jahrhunderts durch die Gänge der Charité zu wandeln und den Ärzten, Krankenwärtern und Patienten über die Schulter zu sehen. Die Handlung wird aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt und lässt den Leser so eine rundum gelungene Geschichte mitverfolgen. Die Autorin versteht es geschickt, historische Zeitgeschichte mit Fiktion dicht zu verweben und dem Leser so ein gutes Gesamtbild der damaligen Lage zu vermitteln, wo mit einfachsten medizinischen Utensilien zu Werke gegangen wurde und man eigentlich nur froh sein kann, in der heutigen Zeit die moderne medizinische Versorgung zu haben. Sehr plastisch werden Operationen, Behandlungen, Lehrveranstaltungen sowie Forschungsversuche geschildert, so dass der Leser das Gefühl hat, genau daneben zu stehen. Dabei wird einem bewusst, wie hoch die damalige Sterberate war und dass die Ärzte auch bei so vielen Misserfolgen weiterhin unermüdlich nach einer Lösung geforscht haben.


    Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und in Szene gesetzt worden. Durch ihre individuellen Eigenschaften wirken sie lebhaft und authentisch. Professor Dieffenbach ist ein unermüdlicher Mann, der Kampf für seine Patienten hat oberste Priorität. Dass sein Privatleben darunter leidet, nimmt er in Kauf. Er besitzt einen wachen Geist und ist energisch, aber auch mitfühlend und offen für Neuerungen. Gräfin Ludovia ist eine freundliche Frau, die mit einem Ehemann geschlagen ist, der egoistisch und selbstbezogen ist. Maria ist eine mutige und starke Frau, die für sich und ihren Sohn ums Überleben kämpft. Elisabeth ist interessiert an allem Medizinischen, sie ist intelligent und sieht schnell, wo die Missstände liegen, um diese dann gegen den Widerstand auszumerzen. Sie hat eine eigene Meinung, die sie auch kundtut und sich den Mund nicht verbieten lässt. Auch die übrigen Protagonisten lassen die Handlung durch ihr Erscheinen lebendig und realistisch wirken, wobei man so bekannte Namen wie Heinrich Heine und Alexander von Humboldt erleben kann.


    „Die Charité – Hoffnung und Schicksal“ ist ein großartiger historischer Roman über das Leben und Wirken an dem bekannten Krankenhaus, durch dessen Forschung und Entwicklung über die vergangenen Jahrhunderte die Medizin wahre Fortschritte für die Menschheit erreicht hat. Absolute Leseempfehlung für einen Erlebnisroman erster Klasse!

    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben"(Oscar Wilde) :)

    "Bücher sind wie Drogen, nur ohne die Gefahr einer Überdosierung" (Karl Lagerfeld)