'Die Erfindung der Flügel' - Teil 1

  • Wer"Fackeln im Sturm" kennt, weiß wie mit den Sklaven umgegangen wurde. Dass die Grimkés da anders handeln glaube ich eher nicht. Vielleicht sind sie nicht ganz so grausam aber sie beharren auf ihrer Einstellung.

    Man sieht ja, dass sie Sarah verbieten, Handful das Lesen beizubringen.

    Ihre vermeintliche Großzügigkeit ist nur Makulatur.

    Was ich mal wieder bezeichnend fand ist die Predigt und das Verhalten des Pfarrers. Er sieht es als gottgegeben an, dass es Sklaven gibt. Ah, ich wusste garnicht, dass das in der Bible steht.

    In seiner Bibel vielleicht. ;)

    Ich glaube auch, dass es mit der Großzügigkeit nicht weit her ist. Ich fürchte, das werden die Mädchen noch zu spüren bekommen.

  • Die Szene hat mir auch gut gefallen. Auch wenn die Mutter ihr nicht helfen kann und wohl auch nicht will, ist sie die Einzige, die Sarah wirklich als vollfertigen Menschen mit Träumen und Wünschen sieht, für die älteren Brüder und den Vater war sie in ihrer Wissbegierde wenig mehr als ein Spielzeug.

    Vor allem von Thomas hätte ich das nciht erwartet.

    Die Frauen haben es doch eigentlich nur einen Hauch besser als die Sklaven. Sie werden nicht gleich mit der Peitsche bestraft, wenn sie was "falsches" gemacht haben. Aber im Grunde tanzt alles nach der Peife des weißen MANNES. Deshalb sind Sarah und Handful durchaus in ähnlichen Positionen und deshalb erkennen sie sich als Freundinnen und Weggefährtinnen.

  • Ich habe das Buch vor ein paar Jahren schon mal gelesen und damals hat es mir sehr gut gefallen! Vor allem, nachdem ich das Nachwort gelesen hatte, war ich echt beeindruckt. Das Buch basiert ja auf einer wahren Geschichte und Sarah Grimek und viele der anderen Personen hat es wirklich gegeben. Die Geschichte von Sarah und der Sklaven hat mich damals schon sehr bewegt.

    Jetzt höre ich mir nochmal das Hörbuch an, und auch beim zweiten mal gefällt mir die Geschichte wieder ausgesprochen gut. Und ich finde es echt schön, dass das Buch bei Euch allen auch so gut ankommt.:-]


    Ich werde leider hier an der Leserunde nicht viel aktiv teilnehmen können. Mir fehlt dazu im Moment die Zeit und auch ein wenig die Muse. Ich lese aber Eure Beiträge alle mit. Ich werde mich aber nicht oft hier melden, denke ich.


    Hier habe ich noch einen interessanten Bericht im Internet gefunden. Mit vielen schönen Fotos zu dem Haus, in dem Sarah gewohnt hat Klick

    Charlston ist übrigens eine super schöne Stadt, Ich war dort auch schon mal ein paar Tage und es gibt dort so viele wunderschöne Häuser und Straßen, ich habe mich gleich richtig in diesen Ort verliebt.

  • Was für ein Buch.... Schon ab der ersten Seite hatte es mich gepackt. Und obwohl zurzeit gefühlt eine Million Gedanken in meinem Kopf herum schwirren, schafft es die Autorin mich jedes Mal, wenn ich das Buch zur Hand nehme, nach Charleston zu versetzen. Das Buch "verleiht mir quasi Flügel" und ich kann darin gänzlich versinken und mit Sarah und Handful mitfühlen, mitleiden - einfach "mitleben".


    Im Moment bin ich etwas dünnhäutiger als sonst und so gab es für mich schon die eine oder andere Szene, die ich sehr hart fand. Die Autorin schafft es, eine intensive Szene zu zeichnen, die einen auch körperlich berührt, aber ganz ohne unnötige Dramatik oder grausamen Details.


    Die Freundschaft, die sich zwischen den beiden Mädchen entwickelt ist so ein schönes Pflänzchen und ich habe die beiden sofort in mein Herz geschlossen. Ich hoffe so sehr, dass beide Mädchen ihre Flügel finden werden. Und ich freue mich schon sehr auf das Weiterlesen.


    Ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht, muss ich aber noch zitieren: "Am 13. Juli hat sie sich ihr hundertstes Wort erobert." <3

  • Danke für den Link und die Informationen, Rouge. Das ist ja wirklich interessant.

    Jetzt lese ich etwas anders, wo ich weiß, dass der Roman auf einer wahren Geschichte beruht.

    Diesem Dank möchte ich mich anschliessen! Ich werde mir die Infos auf jeden Fall noch genauer anschauen. Und dass es Sarah wirklich gab freut mich ungemein.

  • Das ist ein ganz interessanter Aspekt der Geschichte, danke für den link Rouge . Zwar haben ja viele Bücher ihren Ursprung in einer wahren Begebenheit oder zumindest geschichtlichen Hintergrund, aber so macht es die Erzählung noch interessanter.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Aus Maumas Erzählungen wissen wir von den alten Legenden des aus Afrika eingewanderten Volkes, dass alle Menschen einst fliegen konnten. Unsere Schulterblätter sind Reste der Flügel, eine interessante Idee:grin

    Ich glaube, dass beide Mädchen, die wir hier kennenlernen, die privilegierte Sarah und die Sklavin Handful, ihre Flügel ausbreiten werden oder es zumindest versuchen, auf die eine oder andere Art, aber die Suche nach diesen Flügeln beginnt gerade erst.

    Die Geschichte, dass die Menschen früher fliegen konnten und die Schulterblätter die "Überreste" sind, finde ich wunderschön. Leider stimmt es, dass die Menschen - auch heute noch - immer mehr und mehr verlernen zu "fliegen".


    Ich finde es sehr interessant zu sehen, wie die beiden Mädchen in verschiedenen Welten leben und sich doch beide gefangen fühlen und dadurch einiges gemeinsam haben.


    Ich liebe Sarahs Gerechtigkeitssinn und ich sie ist so wahnsinnig mutig. Aber auch Handful ist in meinen Augen eine starke Persönlichkeit. Und die Szene, in denen sie sich umarmen - sich gegenseitig "benutzen", wie Handful es ausdrückt - einfach so stark und intensiv erzählt.

  • Die Frauen haben es doch eigentlich nur einen Hauch besser als die Sklaven. Sie werden nicht gleich mit der Peitsche bestraft, wenn sie was "falsches" gemacht haben. Aber im Grunde tanzt alles nach der Peife des weißen MANNES. Deshalb sind Sarah und Handful durchaus in ähnlichen Positionen und deshalb erkennen sie sich als Freundinnen und Weggefährtinnen.

    Im Prinzip hat sich daran ja immer noch nicht viel geändert. Frauen, die in höheren Positionen sind werden ja immer noch nicht für voll genommen, sicher es gab einige Fortschritte, aber trotzdem habe ich das Gefühl, die Frauen haben nur so viel erreicht, wie es für die Männer unumgänglich war es zuzulassen.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Im Prinzip hat sich daran ja immer noch nicht viel geändert. Frauen, die in höheren Positionen sind werden ja immer noch nicht für voll genommen, sicher es gab einige Fortschritte, aber trotzdem habe ich das Gefühl, die Frauen haben nur so viel erreicht, wie es für die Männer unumgänglich war es zuzulassen.

    So pessimistisch sehe ich die Welt und die erreichten Veränderungen nicht. :)

    Meinem Mann gegenüber bin ich vollkommen gleichberechtigt. Da lege ich auch Wert darauf. Den MUSS ich nix fragen bei meinen Entscheidungen.

    Und in einem Land, in dem seit vielen Jahren eine Frau in der höchsten Machtposition ist, ist der eingeschlagene Weg doch durchaus der richtige. Ich denke auch, es bringt wenig, den Männern vorzuwerfen, dass sie an den alten Strukturen so gerne festhalten, zum einen empfinde ich das als durchaus menschlich (nicht nur männlich) und zu anderen sehe ich sehr viele Frauen, die da nicht viel anders denken als diese Männer und sich entweder zu wenig trauen oder gerne die Frauen-Schiene fahren.


    Ich denke da speziell daran, wie Frauen ihre Kinder erziehen. Hier wird ja schon ein Grundstein gelegt. Sarahs Mutter hätte auf sanfte Weise durchaus versuchen können, ihre Kinder (vor allem die Jungs) aufmerksamer für die Welt und für Veränderungen zu erziehen. Ihre Art, das herrschende Prinzip auch mit Gewalt zu unterstützen finde ich grundverkehrt. Gehört ein bisschen Mut und Fingerspitzengefühl dazu. Aber möglich wäre da sicher etwas.

  • So pessimistisch sehe ich die Welt und die erreichten Veränderungen nicht. :)

    Meinem Mann gegenüber bin ich vollkommen gleichberechtigt. Da lege ich auch Wert darauf. Den MUSS ich nix fragen bei meinen Entscheidungen.

    Und in einem Land, in dem seit vielen Jahren eine Frau in der höchsten Machtposition ist, ist der eingeschlagene Weg doch durchaus der richtige.


    Ich denke da speziell daran, wie Frauen ihre Kinder erziehen. Hier wird ja schon ein Grundstein gelegt. Sarahs Mutter hätte auf sanfte Weise durchaus versuchen können, ihre Kinder (vor allem die Jungs) aufmerksamer für die Welt und für Veränderungen zu erziehen. Ihre Art, das herrschende Prinzip auch mit Gewalt zu unterstützen finde ich grundverkehrt. Gehört ein bisschen Mut und Fingerspitzengefühl dazu. Aber möglich wäre da sicher etwas.

    Beim eigenen Mann sollte man das gleich von vornherein sicher stellen ;)

    Und Unsere Kanzlerin ist zwar in der höchsten Position in diesem Land wird aber von einer bestimmten Klientel, meiner Meinung nach durchaus diffamierend, "Mutti" genannt.

    Und was die Erziehung anbelangt gebe ich Dir vollkommen recht. Den Grundstein legt sie ob aber Sarahs Mutter ihre Kinder nicht bereits anders erzogen hat als sie es wurde kann ich nicht beurteilen. Mehr Möglichkeiten hatte sie vielleicht nicht.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • So pessimistisch sehe ich die Welt und die erreichten Veränderungen nicht. :)

    Meinem Mann gegenüber bin ich vollkommen gleichberechtigt. Da lege ich auch Wert darauf. Den MUSS ich nix fragen bei meinen Entscheidungen.

    Und in einem Land, in dem seit vielen Jahren eine Frau in der höchsten Machtposition ist, ist der eingeschlagene Weg doch durchaus der richtige. Ich denke auch, es bringt wenig, den Männern vorzuwerfen, dass sie an den alten Strukturen so gerne festhalten, zum einen empfinde ich das als durchaus menschlich (nicht nur männlich) und zu anderen sehe ich sehr viele Frauen, die da nicht viel anders denken als diese Männer und sich entweder zu wenig trauen oder gerne die Frauen-Schiene fahren.

    Ich denke auch, wir sind da auf einem guten Weg. :)

    Und Frauen heute die "Frauenschiene fahren" und lange bei den Kindern zu Hause bleiben, machen sie das doch meistens, weil sie es so wollen!

    Wir haben die Wahl, das hatten die Frauen im 19. Jhrd nicht.