'Space Girls' - Seiten 001 - 091

  • So, meine Leserakete konnte auch endlich gezündet werden.... ;-) Und ich kann berichten, dass sie gleich richtig an Fahrt aufgenommen hat und mich die Geschichte, obwohl auch ich erst ein bisschen was anderes erwartet hatte, gleich abgeholt hat.

    Es wurde in diesem ersten Abschnitt sehr viele Zeitsprünge gemacht, es forderte höchste Konzentriertheit.

    Das habe ich auch so empfunden. Und dennoch konnte ich mich sehr gut auf den Plot einlassen und die Seiten flogen nur so dahin.

    Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich die Menschen den Krieg erlebt haben. Martha und Juni, die eigentlich nur auf der Flucht, bzw. Ja eigentlich auf der Suche nach Marthas Eltern waren, die währenddessen im KZ ums Leben gekommen sind. Der Gefangene, der einmal Marthas Vater war und nun nur noch eine Nummer....

    Und dann Wernher von Braun, bei dem man das Gefühl bekommt, dass sich für ihn eigentlich nicht wirklich was ändert, egal für wen er denn nun arbeitet, Hauptsache er kann seine Raketen bauen.

    Die Klammer die Wernher von Braun um alles bildet finde ich echt gut gelöst . Irgendwie hat alles was bis jetzt passiert ist indirekt oder direkt mit ihm zu tun.

    Ich fand diese unterschiedlichen Passagen sehr spannend zu lesen. Und das Gefühl, dass alles irgendwie zusammen hängt, verstärkt sich immer mehr. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer hier noch alles zusammen treffen wird.


    Bezeichnend fand ich hierzu den letzten Satz in diesem Abschnitt (letzter Satz auf S. 91): "Sein Zuhause war dieser zerbrechliche Planet, der so blau ins Universum strahlte, auf dem sich Wärme mit Kälte mischte und auf dem das Helle und das Dunkle untrennbar miteinander verbunden waren."


    Das Helle und Dunkle sehe ich auch als "Gut und Böse", was sich auch in diesem ersten Teil wiederspiegelt. Die dunkle Welt des Krieges und dann im Gegenzug die Zeit in New Orleans. Diese ist natürlich auch nicht unbelastet - aber ich mag hier vor allem die Figuren des Onkel Henri und von Caresse. Und nicht zu vergessen, der Papagei Edith mit seinem Lieblingslied "Je ne regrette rien". :-] Das brachte für mich eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte und lässt einen das Unfassbare ertragen.


    Jedenfalls freue ich mich sehr auf's Weiterlesen und ich warte sehnsüchtig darauf, dass Juni tatsächlich ihre Flügel ausbreiten kann. :-)

  • Hallo liebe Mitleserinnen, ich freue mich darüber, wie tief ihr schon in die Geschichte eingestiegen seid! Ja, die Vorgeschichte der ersten Mondlandung ist verwickelt - wenn ihr mögt, schreibe ich gern, (vielleicht im Fragen-Teil?) warum mir diese unterschiedlichen Aspekte so wichtig waren.

    Das fände ich wahnsinning spannend zu erfahren. :)

  • Das Helle und Dunkle sehe ich auch als "Gut und Böse", was sich auch in diesem ersten Teil wiederspiegelt. Die dunkle Welt des Krieges und dann im Gegenzug die Zeit in New Orleans. Diese ist natürlich auch nicht unbelastet - aber ich mag hier vor allem die Figuren des Onkel Henri und von Caresse. Und nicht zu vergessen, der Papagei Edith mit seinem Lieblingslied "Je ne regrette rien". Das brachte für mich eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte und lässt einen das Unfassbare ertragen.

    Das ist es, was auch mich so begeistert. Trotz all der Dramatik im ersten Teil ist da Juni, die sprudelt vor Energie, Optimismus, kindlicher Freude. Sie wirbelt von Anfang an wie ein Frühlingswind (passend auch ihr Name) durch die Geschichte und nimmt selbst dem Tod und der Traurigkeit ihre Spitzen.


    Und Edith ist eines dieser I-Tüpfchen in dem Buch. :)

  • Allerdings legt jeder seiner Biografen den Schwerpunkt auf einen anderen Aspekt seines Wirkens. Dazu vielleicht auch mehr im Frageteil? Über von Braun gäbe es so viel zu erzählen...

    Liebe Maiken, alles was Du an Infos und Hintergrund zum Buch hast, kannst Du gerne hier in der Runde posten. Der Fragenteil ist eher für Fragen, die NICHTS mit DIESEM Buch haben gedacht. Also z.B. was als nächstes geplant ist o.ä.


    Über von Braun würde ich gerne mehr erfahren. Gibt es auch eine Autobiographie von ihm? Weiß man, wie er nachher zu den Nazis und seiner Beteiligung an deren Maschinerie gestanden ist? Ist er jemals nach Deutschland zurück gekehrt? Wie hat die Bevölkerung auf die deutschen Wissenschaftler reagiert? Gerne gesehen können die doch nicht gewesen sein, oder?

  • Liebe hollyhollunder, liebe alle, zu Wernher von Braun gibt es sehr viel Material und mehrere Biografien. Er selbst hat sich in Interviews zu seiner Rolle im 3. Reich immer sehr zurückhaltend geäußert und sein Wirken heruntergespielt, teilweise komplett geleugnet. Deutsche Biografen sehen ihn heute sehr kritisch, US-amerikanische stellen nach wie vor seine Leistungen als Raketeningenieur in den Vordergrund. Am differenziertesten fand ich die kanadische Biografie "Wernher von Braun - dreamer of space, engineer of war". Für mich verkörpert von Braun das Helle und das Dunkle gleichermaßen- deswegen auch die Parabel von Licht und Finsternis in dem Abschnitt, den Ayasha angeführt hat.

  • So, ich bin jetzt auch endlich mit dem ersten Abschnitt durch, hab etwas verspätet angefangen. Bisher gefällt mir das Buch gut, es lässt sich schön lesen und ich fiebere und leide vor allem mit Martha und Juni sehr mit.

    Ich fand diese unterschiedlichen Passagen sehr spannend zu lesen. Und das Gefühl, dass alles irgendwie zusammen hängt, verstärkt sich immer mehr. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer hier noch alles zusammen treffen wird.

    So geht's mir auch, ich bin sehr gespannt, wie sich alles in die Geschichte einfügt und wie es jetzt vor allem mit Martha weiter geht. Kriegsgeschichten finde ich immer wieder extrem erschreckend und normalerweise meide ich sie eher.


    Was ich sehr bewundernswert fand, war dass Martha nur einen Tag nach der Geburt losgezogen ist nach Frankreich. Wenn ich daran denke, wie es mir einen Tag nach den Geburten ging, war ich weit davon entfernt. Aber wenn ich so verzweifelt gewesen wäre und meine Eltern gesucht hätte ... wer weiß?


    Ich hab die Mondlandung um 20 Jahre verpasst und auch die Geschichte um Wernher von Braun ist mir neu, aber macht mich bisher einfach wütend. Mal sehen, wie es weiter geht :wave

  • Ich glaube manchmal haben die Amerikaner einfach nur ihren Vorteil gesucht, alles andere war egal. Und der aktuelle Feind war dann ja die Sowjetunion....

    Das denke ich auch. Und wahrscheinlich waren nicht nur die Amerikaner so. :-(

    Ich hab die Mondlandung um 20 Jahre verpasst und auch die Geschichte um Wernher von Braun ist mir neu, aber macht mich bisher einfach wütend. Mal sehen, wie es weiter geht :wave

    Ich habe die Mondlandung viel knapper verpasst.... Aber meine Eltern haben öfter davon erzählt, wie sie in der Nacht das erste und wohl auch einzige Mal im Wohnzimmer übernachtet haben, um die Mondlandung im TV zu verfolgen. :-)


    Wernher von Braun ist für mich überhaupt nicht (be-)greifbar. In gewisser Weise ein genialer Wissenschaftler, aber was er alles in Kauf genommen hat dafür, macht mich wütend und traurig.

  • So, den 1. Abschnitt habe ich durch - und sehr genossen! Ich war sehr schnell in dem Buch drin - wobei mir die unterschiedlichen Erzählstränge sehr gut gefallen haben!

    Hallo liebe Mitleserinnen, ich freue mich darüber, wie tief ihr schon in die Geschichte eingestiegen seid! Ja, die Vorgeschichte der ersten Mondlandung ist verwickelt - wenn ihr mögt, schreibe ich gern, (vielleicht im Fragen-Teil?) warum mir diese unterschiedlichen Aspekte so wichtig waren. Oh und Arietta, du hast den Start von Apollo 11 miterlebt?! Das muss unfassbar aufregend für dich gewesen sein. Ich war damals vier und habe in jener Nacht fest geschlafen...

    Gerne - das wäre super!

    Die Mondlandung habe ich verschlafen - ich war erst drei Monate alt. Aber ich habe in Florida bei der Nasa einige Sachen von der Mondlandung gesehen, die ich sehr spannend fand!

    Ich wohne seit Jahren vor den Toren Kölns, daher kann ich die kölschen Passagen problemlos lesen ...

    Das kann ich nur :write!


    Marthas Suche nach den Eltern hat mich sehr berührt. Direkt nach der Geburt den Vater ihres Kindes zu verlassen und die Eltern in Frankreich zu suchen ist schon sehr mutig! Und dann mit ihrer kleinen Tochter nach USA aus zu reisen!


    So, gleich weiterlesen...

  • Der erste Abschnitt hat mich überrascht. Einen Abriss der deutschen Geschichte hatte ich nicht erwartet.

    Bei der Mondlandung hatte ich eine Erinnerung an mein Praktikum in einem Kindergarten. Da war ich 14 und zeigte den Kleinen den Mond und erzählte, dass da ein Mensch gerade herumspaziert.Die Kinder schauten ganz ungläubig. Das sind meine Erinnerungen und die sind schon sehr lange her, aber noch ziemlich deutlich.

  • Ein anderer Klappentext wäre hilfreich gewesen....

    Ich musste ihn gerade nochmals lesen. Für mich sind Klappentexte nicht so relevant - sie geben mir eine Idee darüber, um was es in dem Buch geht. Mehr erwarte ich davon nicht und daher bleiben diese mir meistens nicht wirklich in Erinnerung. Schlimm finde ich jedoch, wenn sich der Klappentext mit dem Inhalt widerspricht. Das ist dann schon ärgerlich. Meiner Meinung nach ist das hier aber nicht direkt der Fall.


    Es stimmt schon, dass der Schwerpunkt der Geschichte gerade in den ersten beiden Abschnitten nicht derselbe ist wie im Klappentext. Aber ich sehe es wie Eskalina:

    Mir gefiel die Vorgeschichte sehr gut. Es zeigt die Herkunft von Martha und Juni und die wird ja im Verlauf der Handlung nochmal wichtig...

  • Ich hatte halt anhand des Klappentextes den Schwerpunkt der Handlung auf der Ausbildung der Frauen zu Pilotinnen erwartet. Mehr Drill und Technik. Stattdessen habe ich das Gefühl (bin jetzt bei der Hälfte), in einem Frauenbuch gelandet zu sein.

    Ihr kennt doch diese Bücher über die Ausbildung von Soldaten? Etwas mehr in diese Richtung ...

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Hey breumel, das mit Drill und Technik kommt noch! ;) Und n bisschen Raketentechnik auch. Wollte Männern UND Frauen das Thema schmackhaft machen.

    Ich finde es eine hervorragende Mischung. Erst mal die Protagonisten und die damalige Zeit näher kennen lernen. Die Erfahrungen die sie gemacht haben, sind wichtig für die Motivationen und die Handlungen der Darsteller. Z.B. von Brauns Karriere aber auch die gesellschaftliche Situation in der Frauen es schwer hatten, das Fliegen zu lernen. Juni ist ein Beispiel für eine dieser Frauen. Wie sie von Kindheit an eine Leidenschaft entwickelt und wie ihr Werdegang als Beispiel für viele reale Pilotinnen gesehen werden kann.


    Ich finde es gerade schön, dass es so ein Prozess ist in dem Buch. Und es ist ja weder kitschig noch seicht. Also auch nicht eines dieser Frauenbücher, die ich mit leichten Stirnrunzeln wieder weg lege. Ganz im Gegenteil.