Zukunft der Bibliotheken

Die tiefgreifenden System-Arbeiten sind soweit abgeschlossen. Weitere Arbeiten können - wie bisher - am laufenden System erfolgen und werden bis auf weiteres zu keinen Einschränkungen im Forenbetrieb führen.
  • Bei uns im Landkreis arbeiten die Bibliotheken im Verbund. Auch große Anschaffungen oder die Vorlesungen im Herbst/Winter werden nur gemeinsam gemacht. Grund ist einfach die meistens schlechte finanzielle Situation der Kommunen und somit auch entsprechend der Bibliotheken. Frei nach dem Motto "Nur gemeinsam sind wir stark" funktionieren diese Gemeinschaftsaktionen auch recht gut. So kann man auch mehr Spenden aquirieren und vor allem mehr Spender erreichen. Je mehr Außenwirkung, desto spendabler werden sie.


    Als nächstes ist die Onleihe auch bei uns geplant. Das ist schön, schmälert aber auch das Medienbudget einiger Bibliotheken wieder. Heißt also weniger in house Bestand kann angeschafft werden, da der digitale ja auch noch bedacht werden muss. Wir sind gespannt wie die Sache anläuft, wenn es denn etwas wird! Die Zukunft ist digital (auch wenn ich persönlich kein Freund davon bin, ich lese auch ungern viel am Monitor, lieber ein Buch in der Hand, das auch nach Buch riecht!)
    Manche der Bibliotheken haben noch nichtmal die elektronische Ausleihe geschweige dnen einen Online OPAC. Wir bekommen unseren vermutlich im nächsten Jahr *freu*. Eingeplant ist er im Haushalt, muss nur noch genehmigt werden!



    Wie sieht es denn in euren Bibliotheken mit Veranstaltungen aus? Finden welche statt, wie werden sie finanziert? Gut besucht?


    Zu den Gebühren: Ich hatte schon so einige Diskussionen mit Leuten denen der Jahresbeitrag zu teuer war. Ehrlich, ich kann es nicht verstehen... wenn ich mir auch nur einen Roman für 9,95 € kaufe habe ich ja fast die Jahresgebühr bezahlt. In der Bibliothek gibts dafür 12 Monate lang 12.000 Medien zur Auswahl...


    Erwachsene: 10 €
    Kinder, Schüler, Studenten: kostenfrei
    Ansonsten keine weiteren Gebühren außer Verzugsgebühren. Für Vorbestellungen und Bestseller wird auch nichts erhoben.


    Wer da noch jammert... sorry dann kann ich auch nicht mehr helfen. Zumal ja auch versucht wird, Bücher die nicht im Bestand sind für den Leser zu besorgen.
    Man muss auch immer bedenken, dass die Bereitstellung einer Bibliothek den Kommunen immer mehr Kosten verursacht, als sie einbringt. Das ist einfach so und das ist bei fast allen kultuerellen, öffentlichen Einrichtungen so. Genau aus diesem Grund sind sie ja auch öffentlich, weil sie privat kaum zu stemmen wären und weil sie für die breite Masse bezahlbar bleiben sollen!

  • Zitat

    Original von LeSeebär


    Ich kann ja den Einwand von Dany und Dir durchaus verstehen, ich wollte lediglich darauf hinweisen, daß es


    a) immer noch deutlich teurer ist, sich die Bücher im Buchladen zu kaufen und
    ...


    Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Deshalb kaufe ich mir ja wirklich nur im Notfall, d.h. falls mir mal auf einer meiner 2 Reisen im Jahr der Lesestoff ausgehen sollte ( was zu 99% nicht vorkommt, da ich lieber zuviel als zuwenig Lesestoff mitnehme ), ein nagelneues Buch. Ansonsten kaufe ich mir nur auf dem Flohmarkt Bücher oder Mängelexemplare.


    Zitat

    Original von LeSeebär
    b) die Größe des Angebots eben auch berücksichtigt werden muß - will sagen, es ist ja ganz schön, wenn Du die aktuellen Bestseller in Deiner Bib bekommst, aber wie steht es denn mit den vielen Büchern, die eben nicht zu den most-wanteds gehören? Nur mal so zum Vergleich: Du hast geschrieben, daß Eure Bibliothek 35.000 Medien hat. In der Stadtbib Bremen gibt es allein im Bereich Bücher etwa 350.000 Medien, das wären also 10mal so viel wie Euer gesamter Bestand.


    Da stimme ich Dir nur zum Teil zu. Wenn ich das auf die Einwohnerzahl der Städte hochrechne, dann kommt bei uns auf 1 Einwohner 2 Medieneinheiten, in Bremen aber auf 1 Einwohner nur 0,54 Medieneinheiten. Da die Bibliotheken von der Stadt finanziert werden, bedeutet das also unsere Stadt investiert mehr in die Bibliotheken als Bremen. :-]


    Sicherlich hast Du als Einzelverbraucher bei 350.000 Medien eine ganz andere Auswahl als ich hier. Aber glaube mir, ich bin jetzt seit 35 Jahren Bibliotheksbenutzer, mir ist echt noch niemals der Lesestoff ausgegangen. Ich habe vielleicht nicht das aktuellste Buch gefunden, aber etwas zum Lesen immer. Ich habe vielleicht auch nicht den hohen Anspruch, keine Ahnung. Wenn ich jetzt ein bestimmtes Buch lesen möchte, besorgt mir meine Bibliothek das auch im Rahmen der Fernausleihe. Da kommen dann auch andere Kosten auf mich zu. Über die Höhe kann ich Dir keine genaue Auskunft geben, ich glaube es waren nur in Höhe der Portokosten, als ich mal gefragt hatte. Es kommt wohl auch darauf an, woher sie die Fernleihe beziehen.


    Die Jahresgebühr von 25 Euro finde ich ja nicht mal sooo schlimm, weil billiger als Bücherkauf wird das bei meinem Verbrauch immer. Was mich so stören würde wären die 3 Euro für die Bestsellergebühr. Wenn ich überlege, ein HC kostet so um die 25 Euro, d.h. nach 8 Entleihungen hätten sie ihr Geld wieder raus. Bei TB geht das noch schneller. Für mich bezahlt der Leser doppelt, einmal die Benutzung allgemein und dann noch das Buch. Und eine Vorbestellung 1 Euro, finde ich auch teuer. Was ist daran so teuer? Die Minute die die Bibliothekarin das Buch im Computer auf den Benutzernamen vormerkt? Oder die Zeit des Anrufes? Oder kriegt man da eine schriftliche Mitteilung?

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Meine Stadt ist hochverschuldet und hat trotzdem eine Bücherei mit mehreren Zweigstellen, die sich sehen lassen kann. Viele aktuelle Bücher, auch mehrfache vorhanden. Zwar sind Buchspenden ausdrücklich erwünscht und können über die örtlichen Buchhandlungen erworben und dorthin geschickt und damit gespendet werden, aber ich habe selten das Gefühl, schlecht versorgt zu sein.
    Es gibt viele Filme, CDs und Zeitschriften, die ich gerne nutze. Fernleihen sind für einen Euro zu bekommen.
    Für die Jugendlichen gibt es eine eigene Zweigstelle, das Bücherschiff, aber andere haben auch Jugendbücher im Angebot.
    Durch das Opac kann ich mir alleine von zu Hause aus Bücher aus anderen Zweigstellen in meine liefern (wenn verfügbar), reservieren oder vormerken lassen. Nur das Vormerken kostet, der Rest ist umsonst.


    Die Onleihe habe ich vor kurzen entdeckt, meine Bücherei hat sich mit zwei weiteren online zusammen geschlossen, womit die Kosten gesenkt werden. Es gibt Ebooks wie auch EAudio, zwei bzw. eine Woche ausleihbar, Vormerkungen sind umsonst. Um auch die Ebooks bequem nutzen zu können, werde ich mir einen Ebook-Reader zulegen, der eben diese Formate problemlos lesen und anzeigen kann.


    Aber ich werde beides nutzen, Printmedien wie auch Emedien und bin (wieder) sehr zufrieden. Auch die Umstellung auf die Selbstbedienung bei Rückgabe und Ausleihe ist geglückt und hat nach anfänglicher Verwirrung und Wartezeiten auch seine Vorteile. Dadurch wird wohl (langfristig) am Personal gespart.

  • Leider war ich in "meiner" Bibliothek längere Zeit nun nicht mehr, weil mich mein SUB bisher immer davon abgehalten hat. Bis vor einigen Jahren war ich fast wöchentlich dort anzutreffen.
    Ich mag die Atmosphäre in einer Bibliothek. (Neben Kirchen wahrscheinlich der einzige Ort, an dem mal alle still sind.) Der eigentliche Anreiz ist aber natürlich die Kostenersparnis. In meiner örtlichen Stadtbücherei kostet der Jahresbeitrag für einen Erwachsenen z.Zt. 20 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen nichts. Beschaffungen aus anderen Büchereien und Vorbestellungen ausgeliehener Medien kosten 1,50 €/Stück. Ich finde die Kosten sehr moderat, wenn ich bedenke, wie viele Bücher ich davon überhaupt kaufen könnte - das sind für den Jahresbeitrag maximal zwei Taschenbücher.
    Da es den Kommunen generell finanziell nicht gut geht, ist die Unterhaltung solch kultureller Einrichtungen natürlich schwierig. Die Finanzierung der Bibliotheken allein durch die Mitgliedsbeiträge ist schier unmöglich, die öffentliche Hand hat einen großen Anteil am Bestehen oder Nichtbestehen. In meiner Stadt hat sich daher ein Förderverein für die Stadtbücherei gebildet.
    Ich selbst habe definitiv vor, die Bücherei weiterhin zu nutzen, in Zukunft sicher auch wieder häufiger. (Hab mir schon seit längerem vorgenommen, endlich mal wieder hinzugehen - werd's am kommenden Samstag mal angehen...) Jedenfalls freu ich mich immer, wenn ich einen aktuellen Bestseller im Neuerscheinungsregal entdecke, den ich dann ausleihen kann statt ihn zu kaufen. :-)
    Ich denke, dass Büchereien auch in Zukunft bestehen werden, auch wenn die Kommunen an kulturellen Einrichtungen sparen. Wichtig ist meines Erachtens, den Medienbestand aktuell zu halten und auch neue Medien, wie z.B. E-Books, anzubieten. Das Sparpotenzial für den einzelnen Nutzer ist enorm und gerade Leuten, die vielleicht nicht die Möglichkeit haben, sich regelmäßig neue Literatur zu kaufen, wird eine Chance geboten, Bücher zu genießen.
    Insofern bin ich "pro Bibliothek". ;-)


  • Also ich finde nicht, dass ich die falschen Vergleiche ziehe. Ich bleibe dabei, dass die Beiträge in Bremen meiner Meinung nach zu hoch sind. Im Vergleich zu anderen Bibliotheken im Besonderen! Ist ja schön, dass das nur 30 Cent pro Woche sind, ich kann das aber leider nicht wöchentlich zahlen. Ich muss die ganzen 15 Euro an einem Tag zahlen... dementsprechend kann ich das nicht einfach so aufs Jahr umrechnen. In der Woche, in der ich es zahlen muss, fehlt es mir im Haushalt.
    Vielleicht ist es falsch gesagt, dass ich Bücher lieber kaufe... ich besitze sie lieber und dazu lasse ich sie mir auch gerne schenken oder ich kaufe bei booklooker... ein Buch für 2 Euro ist am Monatsanfang mal problemlos in einer Woche finanzierbar. Außerdem würde für mich ein Bibliotheksausweis zusätzlich zu meinen schon vorhandenen Buchausgaben hinzu kommen. Ich würde niemals nur aufs Ausleihen umstellen. Dementsprechend wäre es nur eine zusätzliche Ausgabe.
    Ich werde aber vermutlich so oder so nie Bibliotheksfans... dazu liebe ich die Bücher zu sehr in meinem Regal und da sollen nach Möglichkeit alle hin, die ich toll finde.
    Einen Ausweis der Staats- und Unibib hab ich natürlich und der ist ja auch kostenfrei für mich... keine Frage, das ist ja auch super, aber ich hab keine Ahnung, ob die auch Romane haben. Ich glaube aber eher nicht und wenn dann sicher nur sehr vereinzelt. Da kriege ich dann primär meine Fachliteratur.

    :wave Gruß Dany


    Die Wirklichkeit ist etwas für Leute, die mit Büchern nicht zurechtkommen.
    Leserweisheit

  • Ich bin bekennender Stadtbücherei-Fan :-]. Ich lebe in einer Kleinstadt mit ca. 30.000 Einwohnern und unsere Bücherei ist erst in ein neues Gebäude gezogen und ist auch wirklich immer sehr gut besucht, zumindest wenn ich dort bin. Der Jahresbeitrag kostet für Erwachsene 15 Euro, Vorbestellungen kosten 1 Euro zusätzlich. Ich leihe dort viel aus und bestelle auch viel vor, denn ich lese im Jahr durchschnittlich um die 50 Bücher, von denen, schätze ich mal, mindest 35/40 aus der Bibliothek kommen. Von dem her lohnt sich das für mich im Gegensatz zum Kaufen und damit unterstütze ich gleichzeitig die Bibliothek. Es werden auch immer die neusten Sachen angeschafft, sodass wirklich keiner zu kurz kommt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die aktuellen Bestseller nur noch einfach angeschafft werden. Früher gab es z.B. bei Harry Potter von einem Buch immer mehrere Ausgaben. Das liegt wohl daran, dass ich kürzlich gelesen habe, dass die Bibliothek sich nur aus knapp 20% selber finanzieren kann. Den Rest schießt die Stadt zu. Da Winnenden aber sehr viel Wert auf Kultur legt (wenn hier das Wort "Kultur" fällt, rennen gleich alle schreiend im Kreis ;-)), bin ich eigentlich fest davon überzeugt, dass unsere Bibliothek weiterhin Zukunft haben wird.


    Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es da kleine Büchereien, vor allem in Ortschaften mit viel weniger Einwohnern, wirklich schwer haben, weil sie von der Gemeinde eben nicht so bezuschusst werden können, wie Bibliotheken in großen Städten. Unsere Landeshauptstadt Stuttgart z.B. hat jetzt erst vor ein, zwei Monaten ein komplett neu gebautes Zuhause bekommen, das die Stadt mehrere Millionen gekostet hat. Daher denke ich, das die Größe der Ortschaft/Stadt beim Überleben der Bibliotheken eine entscheidende Rolle spielt.

    Gelesene Bücher/Ebooks 2022: 0/2
    Aktueller SuB/Ebooks: 106/122 (End-SuB 2021: 106/99)


    :lesend Der Heimweg - Sebastian Fitzek :sekt

  • Uni-Bibliotheken sollten i.d.R. auch Romane haben - aber eher die literarischen/klassischen ;) man denke an Germanistik, Anglistik usw.


    Meine UB ist aber nicht kostenlos, sondern kostet (für Studenten!) 10 € im Jahr; genausoviel kostet auch die Stadtbücherei in OS ermäßigt. Für andere wohl 25 €, wenn ich mich recht entsinne.


    Ich kann auch nicht verstehen, dass man sagt, man habe kein Geld für 15 € Jahresgebühr, aber man habe das Geld, sich alle Bücher selbst zu kaufen - kauft man 1 einziges Buch weniger (oder anderthalb), hat man die Gebühr doch schon raus?
    Ich finde es okay, wenn Vorbestellen und Bestseller extra Geld kosten; sonst hätte man ggf. gar keine Chance mehr, mal an ein begehrtes Buch zu kommen. Macht mir nichts aus, weil ich nicht nur Bestseller lese.


    Meine Bücherei im Heimatkaff ist eine super Ergänzung zur "Großstadtbibliothek" in meiner Studienstadt, die hat nämlich oft Bücher, die's "hier" nicht gibt. Und für 50 Cent kann man sich Bücher (und Spiele ...) aus dem Kreisverbund bestellen :-)

    Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.
    Kurt Tucholsky

  • Die Bewertung der Büchereigebühr als teuer finde ich auch zu kurz gedacht. Für keinen von mir investierten Betrag erhalte ich mehr Gegenwert. Selbst wenn ich im Jahr nur zwei gebundene Neuerscheinungen ausleihen würde, rechnet es sich schon. Den wirklichen Wert der Mitgliedschaft sehe ich darin, dass ich aus der Bücherei Titel ausleihen kann, auf die ich dort erst aufmerksam werde und die ich sonst nie gelesen hätte. Das Regal mit den gerade zurückgegebenen Büchern ist einigen das liebste! Vergesst nicht, dass die Zahl der eingeschriebenen Leser Teil der Leistungsbilanz Eurer Bücherei ist, mit der sie in Etatverhandlungen geht. Die Leserkarte zeigt kulturpolitisch, was einem im Kulturbereich wichtig ist.

  • Ich kann Dany-Maus gut verstehen, bin selber uach der "Bücher besitzen will" Typ und an ihrer Stelle würde ich mir auch keinen Bibliotheksausweis holen.
    Wenn ich mal Bibliotheksbücher lese und sie mir gefallen haben, dann müssen die früher oder später auch bei mir im Regal landen. :-)

  • Zitat

    Original von Macska
    Da stimme ich Dir nur zum Teil zu. Wenn ich das auf die Einwohnerzahl der Städte hochrechne, dann kommt bei uns auf 1 Einwohner 2 Medieneinheiten, in Bremen aber auf 1 Einwohner nur 0,54 Medieneinheiten. Da die Bibliotheken von der Stadt finanziert werden, bedeutet das also unsere Stadt investiert mehr in die Bibliotheken als Bremen. :-]


    In Bremen kommt auf einen Einwohner umgerechnet ca. eine Medieneinheit der Stadtbibliothek. Ist natürlich immer noch weniger als bei der von Dir nicht genannten Stadt, aber diese Medien verteilen sich auf 8 Standorte im Stadtgebiet und einen Bus, die ja auch alle unterhalten werden wollen. Zudem müsste man mal nachsehen, wie das Durchschnittsalter des Bestands ist, hier werden regelmäßig diverse Regalmeter zum Verkauf angeboten, um die ganzen Neuerscheinungen unterbringen zu können. Ob am Ende pro Einwohner weniger investiert wird, läßt sich also nur anhand der Zuschüsse sagen: Laut Internetseite gab es 2010 öffentliche Mittel in Höhe von 8.824.000 Euro, macht pro Einwohner 16 Euro (weiß aber nicht, ob in dieser Summe die Instandhaltungs- und Sanierungskosten der Gebäude berechnet wurden, oder lediglich die direkten Bib-Aufwendungen, also Personal, Medienanschaffungen etc?!?).


    Zitat

    Sicherlich hast Du als Einzelverbraucher bei 350.000 Medien eine ganz andere Auswahl als ich hier. Aber glaube mir, ich bin jetzt seit 35 Jahren Bibliotheksbenutzer, mir ist echt noch niemals der Lesestoff ausgegangen. Ich habe vielleicht nicht das aktuellste Buch gefunden, aber etwas zum Lesen immer.


    Das glaube ich Dir gerne. Ich schrieb ja schon weiter oben, daß man in Bremen durchaus die Möglichkeit hat, bei nicht an die Stadtbibliothek angeschlossenen Bibliotheken zu Jahresgebühren im Bereich kleinerer Städte (6-10 Euro) eben auch ein eingeschränkteres Angebot wahrzunehmen, wenn einem das reicht. Es ist nicht so, daß die Stadtbibliothek in Bremen Monopolist wäre.


    Zitat

    Was mich so stören würde wären die 3 Euro für die Bestsellergebühr. Wenn ich überlege, ein HC kostet so um die 25 Euro, d.h. nach 8 Entleihungen hätten sie ihr Geld wieder raus. Bei TB geht das noch schneller. Für mich bezahlt der Leser doppelt, einmal die Benutzung allgemein und dann noch das Buch.


    Ich glaube, es geht dabei nicht darum, das Geld wieder reinzubekommen, sondern lediglich, den Lesern, die bereit sind, dafür zu zahlen, die Möglichkeit zu bieten, schneller an das Buch ranzukommen. Zur Verdeutlichung mal ein Beispiel: Aktuell steht Eugen Ruges "in Zeiten des abnehmenden Lichts" an der Spitze der Spiegel-Liste. Dieses Buch ist 16 (!) mal vorhanden, davon 6 mal als Bestseller. Die freien Exemplare sind entliehen und teilweise schon so weit vorbestellt, daß man das Buch in diesem Jahr gar nicht mehr bekommen könnte. Ein Bestseller-Exemplar jedoch, das 3 Euro kostet, ist noch vorhanden. Du hast also die Wahl: Warten oder zahlen. Das finde ich deutlich besser als alle Bücher kostenlos anzubieten und vielleicht nicht mal für Vorbestellungen Geld zu verlangen -dann wäre besagtes Buch vielleicht bis Ostern ausgebucht. :(


    Zitat

    Und eine Vorbestellung 1 Euro, finde ich auch teuer. Was ist daran so teuer? Die Minute die die Bibliothekarin das Buch im Computer auf den Benutzernamen vormerkt? Oder die Zeit des Anrufes? Oder kriegt man da eine schriftliche Mitteilung?


    Es geht auch hier meiner Ansicht nach nicht darum, irgendwelche Kosten abzudecken, sondern lediglich um eine Art Steuerung, damit nicht jeder einfach mal so jedes X-beliebige Buch vorbestellt (und am Ende womöglich nicht mal abholt, weil es ihm doch nicht so wichtig war und er inzwischen ein besseres vorbestellt hat?!?). Wer ein bestimmtes Buch unbedingt baldmöglichst, also via Vorbestellung, haben möchte, dem sollte es der Euro wert sein. Man kann selbstverständlich diskutieren, ob da nicht auch 50ct reichen würden, um den gleichen Effekt zu erreichen, aber kostenlose Vorbestellungen halte ich für den falschen Weg.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

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  • Ich habe dieses Thema jetzt seit gestern mit viel Interesse verfolgt.


    Ich bin auch ein Mensch, der sehr gerne in Bibliotheken geht. Vorallem in unsere Stadtbibliothek. Meistens bin ich mindestens einmal pro Woche dort und leihe etwas aus oder bringe etwas zurück oder stöbere einfach nur ein bisschen.
    Die Bibliothek ist Treffpunkt für Schüler zum Lernen, für Rentner zum Schach-Spielen, für Lesesüchtige zum Lesen, für Kinder in der Kinderabteilung mit wahnsinnig vielen Angeboten und Aktionen, für Senioren gibt es auch Computer-Kurse etc.
    Unsere Bibliothek ist so wahnsinnig vielfältig, dass ich das Gefühl habe, wer Bücher mag dem kann sie nur etwas bringen.


    Ich leihe auch oft DVDs aus, wovon die Bibliothek auch einen sehr großen Bestand hat.


    Die Jahresgebühr kostet für mich als Studentin 10€ was ich für absolut in Ordnung halte. Man kann auch eine Tagesgebühr entrichten und an dem Tag so viele Medien ausleihen, wie man möchte. Wir haben auch eine eBibliothek.
    Bestseller (Spiegel-Bestseller-Liste) kosten 2,50 €, auch das finde ich in Ordnung, weil sie sie dafür sehr schnell anschaffen und meistens eines da ist. Außerdem lese ich ja nicht nur Spiegel-Bestseller.
    Die Leihfrist beträgt vier Wochen, man kann das Buch aber kostenlos dreimal verlängern. Was ich für eine sehr lange Zeit halte.
    Vormerkungen kosten 1€, was ich auch ok finde, weil so gesichert ist, das wirklich nur Leute vormerken, denen das Buch sehr wichtig ist.


    Ich lese allerdings nie E-Books und habe auch die eBibliothek bisher noch nicht genutzt. Ich habe das Buch lieber in der Hand und finde das Lesen so angenehmer. Unsere Bücher bergen auch eigentlich nie unangenehme Überraschungen.
    Wenn ich das Buch überragend fand dann kaufe ich es mir meistens, wenn ich genug Geld habe oder wünsche es mir.

  • Ich gehe gern und oft in unsere Stadtbücherei. Meistens einmal die Woche. Ich stöbere gern, bestelle aber auch viel vor: Neuerscheinungen und Bücher, die es nur in der Hauptfiliale gibt.
    Es gibt viele aktuelle Bücher und DVDs im Angebot und mittlerweile leihen wir auch viele Kinderbücher aus und ab und zu mal ein Spiel.
    Was ich praktisch finde, dass ich online den Bestand durchsuchen kann und es auf der Homepage auch eine Übersicht über die Neuerwerbungen gibt.


    Die Jahresgebühr von 12.- Euro finde ich völlig in Ordnung. Vormerkungen kosten 1,- Euro, das finde ich auch ok. Viele scheinen das aber nicht zu nutzen, weil ich selbst auf die neuesten Bücher selten lange warten muss. Bestellungen aus den anderen Filialen kosten nichts.


    Es gibt regelmäßig Veranstaltungen für Klein und Groß und meine Tochter findet die Vorlesestunden ganz prima. Auch mit dem Kindergarten war sie schon in der Bücherei, da wurde die Raupe Nimmersatt vorgelesen und danach haben alle zusammen eine große Raupe gebastelt. Kam super an!

  • Bei uns kostete (bis letztes Jahr) glaube ich die Büchereikarte (bei Beantragung) 5,00 €.
    Jetzt kostet die Büchereikarte jährlich 5,00 €.
    Früher bin ich oft in die Bibliothek gegangen. In den letzten Jahren immer weniger, weil ich ein zu sprunghafter Leser geworden bin. Ich habe oft Bücher ausgeliehen und die dann ungelesen zurückgegeben. Jetzt versuche ich die Bücher zu lesen die auf meinem meterhohen SuB liegen :grin.
    Ich werde mir aber eine neue Karte holen :-)

  • Früher war ich oft in unserer Bücherei, bisher allerdings seit vielen Monaten nicht mehr. Ich habe mir aber vorgenommen, einmal wieder hinzugehen, schon der Atmosphäre und der Kindheitserinnerungen wegen.


    Einen Jahresbeitrag müssen wir nicht zahlen. Bei Vorbestellungen bin ich mir nicht sicher - ich meine, ja, aber ich weiß es nicht. Mahngebühren erhebt unsere Bücherei auch. Unsere Mitgliedschaft besteht ein Leben lang. Bestseller sind regelmäßig vorhanden, und Bücher kann man bis zu zwei Mal kostenlos verlängern, danach muss man sie wieder abgeben.


    Wie unsere Bücherei finanziert wird - zu einem Teil von der Stadt, ja, aber ich weiß nicht, woher der Rest an finanziellen Mitteln kommt. Jedenfalls hat unsere Bücherei genug Besucher, Veranstaltung gibt es regelmäßig - ich schätze, sie wird sich noch sehr lange halten.

  • Ich LIEBE unsere Stadtbibliothek und kann mir ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen!! Ich schaff es maximal, meinen Ausweis vielleicht mal 2 Monate nicht verlängern zu lassen, wenn er abgelaufen ist - (Damit ich mal dazu komme, meine eigenen Bücher zu lesen!) - aber dann geh ich doch wieder hin!! Da gibt es soviel zu stöbern und zu gucken!! Ich geh auch immer hin, wenn ich eigentlich gar nciths ausleihen will, einfach weil ich gar ncith anders kann...


    Schon von Kindheit an war das bei uns so, auch meine Mama und meine mittlere Schwester (die jüngste ist nicht so ne Leseratte).


    Ich suche eigenltich nciht oft nach bestimmten Büchern, sondern stöbere einfach gerne. Aber wenn ich was Bestimmtes will, dann kann ich auch online danach suchen.
    die Auswahl find ich sehr gut, ich weiß zwar nicth, wieviel Bücher pro Einwohner, aber die haben schon echt ne große Auswahl und machen auch immer viel Neuanschaffungen.


    Vorbestellungen kosten 1 €, ein Jahresausweis 17 €, das find ich völlig okay!


    außerdem gibts auch jede Menge Hörbücher, Musik-CDs, Spiele usw. - einfach super!


    Und man kann aus der Bibliothek auch einfach mal Bücher zur Auswahl mitnehmen - kaufen würd cih mir ncith jedes, wo ich mir nicht sicher wär...

  • Zitat

    Original von Buchdoktor
    Vergesst nicht, dass die Zahl der eingeschriebenen Leser Teil der Leistungsbilanz Eurer Bücherei ist, mit der sie in Etatverhandlungen geht.


    Das stimmt schon, kommt aber immer auf den/die Kämmer/in und deren Verständnis für Kultur und Anerkennung der Bibliothek als Bildungseinrichtung an. Wenn man da Sprüche zu hören bekommt wie "Ich kauf mir meine Bücher selbst, ich brauche mir die nicht ausleihen" weiß man Bescheid, wie derjenige dazu steht.


    Ein anderes Problem ist es manchmal auch, dass die Verwaltungen gar nicht immer mitbekommen, was die Bibliotheken eigentlich alles leisten. Jahresberichte, werden meistens nur abgeheftet anstatt gelesen...
    Öffentlichkeitsarbeit und der Verwaltung zeigen "was da eigentlich los ist" ist wirklich das A und O, wie ich feststellen musste.
    Und schon bekommt man Leute in die Bibliothek, die vorher nie Mitglieder waren und ganz begeistert sind, was für eine Auswahl da dann doch bereit steht.

  • Zitat

    Original von ypsele84
    Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es da kleine Büchereien, vor allem in Ortschaften mit viel weniger Einwohnern, wirklich schwer haben, weil sie von der Gemeinde eben nicht so bezuschusst werden können, wie Bibliotheken in großen Städten.


    Das mag in vielen Beispielen stimmen, unsere kleine Gemeindebücherei ist da (glücklicherweise :grin) ein rühmliches Gegenbeispiel! Klein, aber fein. Zu verdanken haben wir das einer enorm engagierten (ehrenamtlichen) Büchereileiterin, die sehr viel Aufwand, Zeit und Mühen hineinsteckt, um die Bücherei voranzubringen und auf den neusten Stand zu halten. So gibt es einen zwar im Vergleich geringen Medienbestand (genaue Zahlen weiss ich leider nicht), aber ständig aktuelle Bücher. Von der Qualität der Auswahl kann sie mit "großen" durchaus mithalten, allerdings ist es natürlich schwierig, aktuelle Bücher ohne Vorbestellung zu bekommen (die kostet dafür nichts). Wenn man aber nicht genau auf ein Buch fixiert ist, findet man immer was. Einziger Nachteil ist, dass es keine oder nur ganz wenige "Klassiker" gibt. Gemeinsam mit anderen kleinen Büchereien gibt es einen Verbund, so dass neben den eigenen auch immer wieder andere Bücher im Regal stehen. Alte oder wenig gelesene werden rigeros aussortiert und gegen einen extrem geringen Preis verkauft. Die Öffnungszeiten sind so verteilt, dass es eigentlich allen Gruppen möglich ist, die Bücherei zu nutzen (Di nachmittag, Do abends und am Wochenende nach dem Gottesdienst).


    Dank meiner wechselnden Ausbildungsorte habe ich mehrere Bücherein in Kleinstädten kennengelernt und kann stolz sagen: Unsere Mini-Bib kann dabei auf alle Fälle mithalten. Entscheidend finde ich vor allem das Engagement der Mitarbeiter.


    Der Familienjahresbeitrag kostet 15 €, einen Betrag, den ich für absolut angemessen halte und ich würde auch mehr bezahlen. Momentan nutze ich sie leider wenig, was aber meinem SUB geschuldet ist, für die Kinder holen wir dort regelmäßig Bücher, CDs und Spiele (es gäbe auch noch DVDs). Online-Leihe gibt es nicht, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dies bei uns genützt würde (und ist auch bei mir momentan kein Thema).


    Besondere Veranstaltungen gibt es hier leider nicht, wobei sich die wahrscheinlich nicht rentieren würden.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwann ein Ende der Büchereien gibt. Schließlich wird auch mit der fortschreitenden Reader-Verbreitung ein (Groß)teil der Bücher immer noch herkömmlich gelesen werden. Und gerade wenn man eher ein Buch-Leser und kein Buch-Sammler ist, ist eine Bücherei ideal!

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • ich gehe mindestens ein Mal die Woche in unsere Bib und freue mich immer sehr darauf!!!!Sie ist jetzt auch umgezogen in ein neues/altes Gebäude (eine alte Mühle). Sie hat einen sehr aktuellen Bestand, hat schöne Nischen, in denen man Hörbücher oder CD's in Ruhe hören kann, schöne Sitzecken zum Stöbern, eine schöne Kinderecke, etc.....Jeden Mittwoch wird den Kleinen von Ehrenamtlichen vorgelesen.
    In München selber zahlt man teilweise eine Jahresgebühr, hier ist alles noch gebührenfrei.....
    Ich kann mir nicht vorstellen, das es irgendwann keine Bib's mehr gibt.....für viele ist es eine Kostenfrage, neue Bücher zu kaufen und auch wenn mancherorts eine Gebühr verlangt wird, ist es doch günstiger, als sich die Bücher immer selber zu kaufen....

  • Ich gehe niemals in die Bibliothek. Die Auswahl ist nicht so gut und für Bücher, die mich nur so halb interessieren, zahle ich ungern den Jahresbeitrag. Und Bücher, die ich mag, die kaufe ich eh immer, damit sie daheim in meiner eigenen Bibliothek stehen.