ZERO – Marc Elsberg

  • Meine Meinung:
    Nachdem mich „Blackout“ so begeisterte, war klar, dass ich auch das neue Buch von Marc Elsberg haben muss. Da ich außerdem gerne Thriller lese, die sich mit dem Thema Internet beschäftigen, schien „Zero“ die perfekte Lektüre für mich zu sein. Daher war ich natürlich sehr gespannt, was ich mich nun bei diesem Buch erwartet.


    Positiv war auf jeden Fall, dass ich schnell in der Geschichte drin war. Ich brauchte mich nicht groß einzulesen und die Anzahl der wichtigen Figuren hielt sich auch in Grenzen. Ob ich beim Einstieg in das Buch etwas weniger Probleme hatte, weil ich mich insgesamt viel mit Technik beschäftige, kann ich nicht beurteilen. Mir hat der Beginn jedenfalls sehr gut gefallen. Viele „wichtige“ technische Entwicklungen wurden von Marc Elsberg im Rahmen der Handlung erklärt, so dass ich als Leser nie das Gefühl hatte belehrt zu werden. Falls ich weitere Informationen haben wollte, konnte ich auch einen Blick in den Anhang werfen. Dort waren einige Aspekte noch etwas genauer erklärt. Das war wirklich praktisch.
    Die Mischung der Figuren fand ich ebenfalls sehr gut gelungen. Hier findet jeder Leser eine Person, mit der er sich identifizieren kann. Allerdings leidet „Zero“ unter der gleichen Krankheit, die fast alle Romane des Thriller-Genre heimsucht: die Figuren haben wenig bis gar keinen Tiefgang. Selbst Cynthia als Hauptfigur blieb für mich häufig ein unbeschriebenes Blatt. Ich konnte teilweise gar keinen Bezug zu ihr herstellen. Zum Beispiel steht sie zu Beginn des Buches mit der Technik auf Kriegsfuß und hält am Altbewährten fest und plötzlich, gefühlte zehn Seiten später, ist sie Feuer und Flamme für die Neuerungen. Diese Komplettdrehung konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Auch bei anderen Figuren hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Diese blieben die ganze Zeit über sehr undurchsichtig. Vielleicht war dies von Marc Elsberg auch so gewollt, keine Ahnung. Mich hat es jedenfalls etwas gestört.


    Was auch immer „Zero“ zu Beginn so besonders gemacht hat, ab der Mitte des Buches ist es einfach nur ein Thriller, der zwar spannend geschrieben ist, aber jetzt nicht so voller überraschender Wendungen steckt. Wer regelmäßig Thriller liest, hat schon bald heraus wie sich die Geschichte entwickeln wird. Irgendwie hatte ich beim vorliegenden Buch genau wie bei „Blackout“ damit gerechnet, dass immer wieder neue Fakten auftauchen, bei denen ich denke: wow, das habe ich gar nicht gewusst. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich einfach mit den Entwicklungen im Bereich Internet besser auskenne und mich daher wenig überraschen konnte. Anderen Lesern mit weniger Vorwissen, wird es eventuell anders ergehen.


    Fazit:
    Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen. Da ich die Schwächen des Gerne kenne, haben sie mir nicht so viel ausgemacht. Ich fand allerdings sehr schade, dass ich so wenig über die Gruppe „Zero“ erfahren habe. Gerade bei dieser Gruppe hatte ich den Eindruck, dass sie besonders oberflächlich skizziert war. Hier wäre es schön gewesen, wenn am Ende etwas Licht ins Dunkle gebracht worden wäre. Aber vielleicht sollte dies auch so sein. Am Ende gibt es von mir schwache 8 Eulenpunkte.

  • Aufbau und Handlung:
    Cynthia Bonsant ist Journalistin und hat eigentlich mit der "neuen" digitalen Welt nicht allzu viel am Hut. Wenn es nach ihr ginge, würde man noch in der alten Zeit leben. Durch ihre Arbeit erfährt sie von "Zero" . Zero wird weltweit gesucht , aber Zero macht auch auf die Problematik "Freemee" aufmerksam. Zwar mit drastischen Mitteln, aber anders ist es wohl nicht machbar.
    Schlimmer noch als sich Cynthia mit dieser Problematik befasst und zu recherchieren beginnt, geraten plötzlich alle in ihrem privaten Umfeld ins Visier und Cynthia selbst wird zur Gejagten.
    Wem kann sie noch trauen?
    Es beginnt sofort sehr spannend, hin zu Mitte schwächelt es etwas.
    Aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
    Zum Showdown hin wird es jedoch nochmal sehr spannend und hat meinen Pulsschlag in die Höhe schellen lassen.
    Die relativ kurzen Kapitel und der mehr als flüssige Schreibstil lassen uns förmlich durch das Buch fliegen.
    Die Sichtweise der Personen fand ich auch sehr interessant, da man so alles noch besser verstehen und sich in die einzelnen Personen reinversetzen konnte.
    Cynthia fand ich sehr sympathisch, wenn auch etwas naiv ihrer Umwelt gegenüber. Ihre Tochter kam mir fast erwachsener vor als sie selbst. Aber Cynthia wächst über sich hinaus und tut Dinge die sie nie für möglich gehalten hätte.
    Gut gefallen haben mir auch das Glossar und das Personenverzeichnis am Ende des Buches.
    Wobei ich jetzt keine Probleme mit den ganzen Personen hatte, aber ich denk für manch andere ist es sehr hilfreich. Da wirklich viele Personen drin vorkommen die schon verwirren können. Weil man manchmal nicht weiss wo man sie jetzt zuordnen soll.
    Ein hochbrisantes Thema das hier aufgegriffen wird.
    Für uns alle sehr aktuell. Doch was ist in der heutigen Welt überhaupt noch privat?
    Da hilft es auch nichts, wenn man sich dem Internet verweigert, denn das ganze beginnt schon viel früher.
    Fakt ist, die digitale Welt ist die Zukunft und davor kann man sich nicht verschließen.
    Kurzgesagt, man kann es ignorieren was man alles an Daten preisgibt. Aber ändern kann man es nicht.
    Ich denke viele Menschen denken da gar nicht so bewusst drüber nach. Was andere von Ihnen wissen.
    Marc Elsberg bringt uns die Problematik der Datensammlung und der Überwachung sehr authentisch rüber. Er hat einfach mal weiter gedacht, was könnte in der Zukunft passieren. Und so falsch könnte er damit nicht liegen, wenn man mal bedenkt, wo wir heute bereits stehen. Aber es ist einfach erschreckend.
    Ein Buch über ein hochbrisantes Thema das jeder lesen sollte.
    Ich persönlich vergebe 9 von 10 Eulenpunkten. Ganz einfach aus dem Grund, weil es in der Mitte doch etwas langatmig war.


    Meine Meinung:
    Ein Buch über ein sehr brisantes und umstrittendes Thema. Es ist hochaktuell und soll uns auf die Problematik aufmerksam machen.
    Aber wird es wirklich was ändern?
    Ich glaube nicht.
    Ich habe es mit großer Faszination und Spannung gelesen und gesehen, da ja alles quasi wie im Film bei mir ablief.
    Ich denke dieses Buch regt zumindest zum nachdenken an.
    Ich kann nur jedem empfehlen, lest es und bildet euch eure eigene Meinung.
    Mir hat es sehr gut gefallen, lediglich in der Mitte empfand ich es als etwas langatmig.

  • Ich fand das Buch sehr gut. Gut geschrieben. Wichtiges Thema. Und auch wenn man es nicht will, man ist schon voll durchschaubar, meine Daten - und mögen es doch so wenige sein sind schon lange im Netz und ich werde auch nicht wieder unsichtbar werden. Klare Leseempfehlung!

  • Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen. Vielen Dank.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Das Thema spricht eigentlich jeden an, da wir inzwischen alle Spuren im Internet hinterlassen.


    Die Charaktere wirken real und man kann sich gut in sie hineinversetzten. Es sind am Anfang doch erstmal sehr viele Figuren die man kennenlernt, aber mit der Zeit weiß man wer wer ist.


    Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. allerdings überlegt man sich dann zweimal welche Daten man raus gibt.

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers

  • Auch in seinem zweiten Thriller hat sich Marc Elsberg eines brisanten und hochaktuellen Themas angenommen, dem Datenmissbrauch im Internet. Haben wir noch eine Privatsphäre oder lassen wir uns fremdbestimmen? Machen wir es uns einfach, indem wir unser Gehirn zu häufig abschalten, da wo es auf höchster Alarmstufe laufen sollte? Geschickt animiert Marc Elsberg den eigenen Denkprozess und macht das Erschrecken darüber deutlich, was heute schon möglich sein könnte oder bereits ist.

    Ich finde, dass das Buch im Verlauf der Handlung etwas abflacht, obwohl mir nach dem tollen Auftakt auch die Verfolgungsjagden gut gefallen haben. Die einzelnen Charaktere mussten hinter der ausgefeilten Story etwas zurückstecken. Deshalb habe ich mit den Figuren nicht so mitfiebern können wie in "Blackout", das mir insgesamt ein wenig besser gefallen hat.


    Interessant sind die Nachwirkungen, die das Buch auf mich ausübt. Hat man bei einem Thriller ja nicht so oft. Ich habe dieses Buch bereits vor einigen Monaten gelesen und viele Details sind mir im Gedächtnis geblieben und werden, wenn irgendetwas in den Medien zu dem Thema erscheint, wieder hochgespült.

  • Zitat

    Original von JaneDoe
    Ich habe dieses Buch bereits vor einigen Monaten gelesen und viele Details sind mir im Gedächtnis geblieben und werden, wenn irgendetwas in den Medien zu dem Thema erscheint, wieder hochgespült.


    Das geht mir ähnlich. Ich hab gestern erst wieder dran gedacht, als in den Nachrichten die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gebracht wurde. Das Buch fand ich vom Thema her so interessant, dass ich es mir heute gleich geholt habe.

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Mir hat das Buch auch ganz gut gefallen. Einiges war mir natürlich schon bekannt und deswegen teilweise nicht so spannend. Aber es ist schon schockierend und aufrüttelnd. Die Story find ich auch am Anfang besser und dann flacht sie etwas ab. Aber ich hatte Spaß beim Lesen. 7 Punkte.

    Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.
    - Cicero


    :lesend Harlan Coben - Ich vermisse dich

  • Ich habe heute Nacht das Buch ZERO zu Ende gelesen. Ich war nicht ganz so beeindruckt wie ich es bei BLACKOUT war. Doch ich fühlte mich gut unterhalten, oft war es absolut spannend, es gab nur sehr selten Längen und das Thema ist brandaktuell. .
    Dass sich Marc Elsberg dieses Themas' angenommen hat um die Leser/innen aufzurütteln und zum Nachdenken anzuregen, das ehrt ihn.


    Über die neuesten Entwicklungen im IT-Bereich, Gedankenlese-Experimente im MIT, die "Glasses" von Google und die Macht der sammelwütigen Datenkraken hatte ich zwar schon einiges gelesen, war also nicht völlig überrascht. Nur von diesem Rapsberry Pi Miniatur-Computern hatte ich nie zuvor etwas gehört, ebenso war mir nicht klar, wie extrem in London und NY die Totalüberwachung durch Kameras ist und wie rigide die Polizei durchgreift. Ob es ActApp schon in dieser Form gibt, weiß ich nicht, aber im Netz findet auf jeden Fall man unter dem Stichwort "Virtuelles Coaching" schon eine Menge Websites, die ebendiese Dienste anbieten.


    Insgesamt gesehen habe ich beim Lesen von ZERO noch recht viel dazugelernt. Ein so umfassendes Szenario hätte ich mir selbst nicht ausdenken können. Interessant war es, einmal im Detail hinter die Kulissen zu schauen und im Großen die Zusammenhänge zu erkennen.
    Schade ist es, dass nicht aufgelöst wird, wer alles hinter dem Namen ZERO steckt. Andererseits... warum eigentlich nicht einfach mal ein geheimnis übrig lassen? :-)


    Anstrengend fand ich es, dass ich immer wieder nachsehen musste (in meinen wilden Notizen), wer wer ist und zum wem gehört. Da man nur über einige wenige Protagonisten mehr erfährt, während zu vielen der Akteure nur recht wenige, charkteristische Details "geliefert" werden, kann man sich die Namen sehr schlecht einprägen. Hier hätte es mehr kleine Hinweise innerhalb des Textes geben müssen, denn wenn ich im Notizbuch nachsehen wollte, war dieses längst nicht immer da, wo ich war. Solche Unterbrechungen stören mich beim Lesen, wenn sie zu oft vorkommen, so wie es hier der Fall war.


    Ein Verzeichnis der Namen aller vorkommenden Personen und deren Funktion/Zugehörigkeit wäre auch eine sinnvolle Lösung gewesen, doch so etwas gibt es im Buch leider nicht.


    Trotz der kleinen Holprigkeiten ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehle. Ich hoffe, dass es sehr sehr viele Leserinnen und Leser findet.


    Von mir gibt es 9 Eulenpunkte.


    Mir gefällt es gut, dass

  • Im Vergleich zu Marc Elsbergs Erstling "Blackout" schneidet "Zero" bei den meisten schlechter ab - bei mir jedoch nicht!


    Mit der ganzen Thematik von "Zero" - Facebook, Smartphones etc. - kann ich schon mal von vornherein mehr anfangen als mit der von "Blackout" - Atomkraftwerke, Notstromaggregate usw.


    "Zero" hab ich als Hörbuch gehört, und ich muss sagen, Hörbücher schneiden bei mir in der Bewertung meistens von vornherein einen Tick schlechter ab, was aber daran liegt, dass ich dabei leichter die Konzentration verliere und dann schnell mal aus der Geschichte "rausfliege". Wenn man dann nicht mehr so richtig vom Geschehen gefesselt ist, weil man den Faden verloren hat, hat man natürlich von dem gehörten Buch einen schlechteren Eindruck.


    Und obwohl ich "Blackout" als Buch gelesen habe, muss ich sagen, bei "Zero" fiel es mir leichter, am Ball zu bleiben.


    Jemand schrieb, "Zero" hätte nur halb so viele Seiten wie "Blackout" - also meiner Meinung nach hätte es "Blackout" auch gut getan, nur halb so viele Seiten zu haben.


    Also ich fand "Zero" toll und vergebe 9 Eulenpunkte.

  • Mir gefiel Zero im Großen und Ganzen ganz gut.
    Das interessanteste war für mich die Thematik der Datensammelwut und die doch schon bedrohlich zunehmende Abhängigkeit, der Menschen, sich dem leichtfertig zu unterwerfen.


    Es beginnt ja wirklch schon mit dem zahlen an der Kasse mit Karte.
    Eine Sache, die ich eigentlich nicht mag und meist genervt bin, wenn alle vor mir damit zahlen und es dadurch so viel länger dauert.
    Denn das tut es.
    Scheint den meisten nicht bewußt zu sein und sie setzen ihr Bequemlichkeit - nicht früher darüber nachdenken zu müssen, wieviel Geld man sich zum einkaufen einstecken könnte - über das logische und sich mehr mit dem Vorgang des Geldausgebens zu beschäftigen.


    Nur als ein Beispiel.
    Genauso das oftmals ausschließliche einkaufen im Internet. Auch aus reiner Bequemlichkeit.
    Hier hat gerade wieder ein schöner Spielzeugladen pleite gemacht, da er von den großen Konkurrenzkonzernen via Internet sozusagen vernichtet wurde.


    Das sind so die Auwirkungen, die oft nicht bedacht werden.


    Das schockierenste im Buch war für mich aber die Datenbrille.
    Da muß ich ja gestehen, daß ich mittlerweile Brillen in der U Bahn anders sehe :grin
    Sie wirken suspekter auf mich.


    Anfangs wirkt Cynthia noch sympathisch auf mich, eben durch ihre Weigerung, sich dem Zwang der Vernetzung so absolut auszusetzen wie ihre Tochter Viola, die wiederum auf mich anfangs absolut leichtfertig und gedankenlos wirkte.


    Die Thrillerhandlung als solches war für mich jetzt nicht das Highlight, aber eben die Anregungen, die das Buch auslösten.


    Ich hoffe, es weden durch diese teilweise Horrorszenarien der schon mehr als gläsernen Menschen, doch viele angeregt, ihr Verhalten zu überdenken.


    Fazit
    Ein sehr lesenwertes Buch, weniger in Thrillerhinsicht, als in Darstellung der zukünftigen (vermutlich meist schon tatsächlichen) technischen und vernetzen Möglichkeiten, die zur Entmündigung der Menschen führen können.
    Entmündigt in dem Sinne, daß sie alles mitmachen, nicht mehr selber denken, leichtfertig ihre Daten hergeben und sich mit der Materie kaum beschäftigen, da Bequemlichkeit und denken lassen Vorrang hat.

  • Am Anfang hat mich die Story gleich gefesselt mit einer sehr eindrücklichen Beschreibung der Möglichkeiten der modernen Technik und ihrer Gefahren.
    Leider flacht das Buch dann schnell zu einem mittelmäßigen Thriller ab, die Figuren bleiben zum Großteil doch sehr flach und am Ende ging mir dann bei der Auflösung alles ein bisschen zu schnell, da hätte ich über die eine oder andere Person gerne noch ein bisschen mehr erfahren.

  • Einleitung/ Info


    Marc Elsberg
    ZERO - Sie wissen, was du tust
    Originalsprache: deutsch
    Gebundenes Buch, 480 Seiten, 19,99 €
    Verlag: Blanvalet
    ISBN: 978-3764504922


    „ZERO - Sie wissen, was du tust“ ist der neue Roman des 1967 in Wien geborenen Schriftstellers Marc Elsberg.


    Handlung


    Die Protagonisten dieses Romans sind die Journalistin Cynthia, ihre Tochter und deren zwei Freunde und der meistgesuchte Online-Aktivist ZERO. Der Roman beginnt mit einer fesselnden Verfolgungsjagd des amerikanischen Präsidenten durch Drohnen. Diese Verfolgung wird live übertragen und Cynthia schaut ebenfalls zu. Später wird sie aufmerksam auf die Internetplattform Freemee, die Daten sammelt und analysiert und das Leben ihrer Nutzer verbessern möchte. Cynthia ist kritisch und ablehnend gegenüber der Technologie eingestellt, wohingegen ihre Tochter vorbehaltlos begeistert die Möglichkeiten nutzt. Als dann bei einer Verfolgungsjagd ein Junge erschossen wird beginnt Cynthia nach Hintergründen zu suchen.


    Covergestaltung und Buchtitel


    Das Cover ist schlicht und gerade dadurch sticht es aus der Masse heraus. Die Binärzahlen suggerieren den technischen Kontext und der Untertitel „Sie wissen was du tust“ wirft gleich die Frage auf „Wer weiß das?“ und „Was tue ich denn genau, was interessiert jemanden?“. Ich finde die Kombination von Cover und Titel hier ziemlich gelungen.


    Positives


    Der Einstieg in die Geschichte gefiel mir sehr gut, ich war gleich gefesselt und neugierig auf die weiteren Geschehnisse. Der Plot ist rasant und auf Spannung ausgelegt ohne dabei die Hintergrundinformationen vermissen zu lassen. Mit den meisten Personen konnte ich mich identifizieren, sowohl die Begeisterung für Technik von Cynthias Tochter als auch die Skepsis und das Misstrauen ihrer Mutter liegen mir nahe. Ich hatte das Gefühl, man wird als Leser in einen Zwiespalt zwischen Begeisterung über all die Möglichkeiten und Chancen und, ja fast Angst über die Unübersichtlichkeit und das Totale der Datenerfassung gezogen und das hat mir gut gefallen.
    Außerdem nimmt die Geschichte diesem blöden Argument (das nicht wirklich ein Argument ist): „Ich habe ja nichts zu verbergen“ ein wenig den Wind aus den Segeln und das finde ich prima. Man denkt, dass der einzelne in der Masse der Daten untergeht und die meiste Zeit oder bei den meisten Nutzern ist das wohl auch so. Aber man weiß nie ab welchem Zeitpunkt und weswegen man aus der Masse herausgezogen werden kann. Wie die Algorithmen arbeiten und welche Aussagen, Daten und Handlungen gerade interessant sind ist unüberblickbar.


    Negatives


    Im weiteren Verlauf des Buches empfand ich die Handlungen der Personen leider bisweilen nicht mehr so ganz nachvollziehbar. Aber es hat mein Lesevergnügen nicht sehr getrübt.


    Dann gab es noch eine kleine formale Sache, die ich etwas mühsam fand, nämlich, dass zwischen den Perspektivwechseln keine optische Verdeutlichung war, sondern sie stattdessen nahtlos ineinander übergingen (der simple Absatz ist nur so lange hilfreich, wie die beiden Perspektiven in der Hälfte einer Seite wechseln, sobald die eine unten auf einer Seite aufhört und die nächste oben auf der nächsten anfängt ist er nicht mehr wahrnehmbar).


    Fazit


    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Insbesondere wegen der Denkanstöße und Sensibilisierung zum Thema Datenschutz und der spannenden Actionszenen und dem mysteriösen ZERO.


    Man hat zunehmend das Gefühl, dass der Roman eine Utopie – oder vielleicht eher eine Dystopie beschreibt, denn die Welt kommt einem erschreckend und gläsern vor. Aber das trifft es eben eigentlich nicht, weil, und das wird im Buch auch gut herausgestellt, alle dort genannten Technologien bereits existieren und theoretisch sind die Möglichkeiten schon jetzt so gewaltig. Nach der Lektüre möchte man nicht wissen, was alles schon genau genutzt und vor allem ausgenutzt wird. Oder: doch, man möchte es wissen und gleichzeitig hätte man gerne eine Pille die einem all das technische Verständnis und Know-How in Nullkommanichts vermittelt, sodass man irgendwie die Kontrolle über seine eigenen Daten und Informationen behalten kann.


    Ich finde ein Roman ist ein gutes Medium, Menschen, die bisher vielleicht recht unreflektiert solche Sport-, Navigations- oder gar Bankkontoapps genutzt haben, diese Problematik zu verdeutlichen.
    Insgesamt ein anschauliches wachmachendes und gleichsam spannendes Buch. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.


    Und: "Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass Datenkraken zerschlagen werden müssen."


    Ich vergebe 8/10 Eulenpunkte.

  • Ein sehr interessantes und aktuelles Thema hat sich Marc Elsberg mal wieder herausgesucht. Wie schnell lassen wir uns von Social-Media-Diensten motivieren, unser privates Leben zu veröffentlichen und wie unkritisch gehen wir mit den dahinter stehenden Unternehmen um?


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es werden nur die bereits heute vorhandenen technischen Möglichkeiten benutzt, um eine recht bizarre Welt der totalen Überwachung zu skizzieren. Im Gegensatzu zu Orwells "1984" müssen hier aber nicht die Menschen gezwungen werden, sondern sind freiwillig und proaktiv tätig. Von mir gibt es die vollen 10 Punkte und eine klare Leseempfehlung.

  • Mit Blackout hat mich Marc Elsberg begeistert, mit Zero ebenso.


    Ich kann zwar die Kritik einiger hier verstehen, das Buch hat wie jedes andere Buch auch seine Schwächen, aber im großen und ganzen ist es trotzdem sehr lesenswert.


    Zum Inhalt:


    Hier hat Marc Elsberg wieder mal sein volles können gezeigt, was in der Geschichte passiert, kann man sich auch bei uns hier sehr gut vorstellen, man denke nur mal an die Datenbrille die es ja bereits von Google gibt und das optimieren von Benutzerdaten wie z.B. bei Google und Facebook.


    Ingesamt ist aber die ganze Vorstellung und die Konsequenzen sehr erschreckend und geben einem Anlass zum nachdenken.


    Fazit:


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allein wegen der Thematik, davon abgesehen mag ich den Schreibstil von Marc Elsberg, daher kann ich das Buch nur empfehlen.

  • Für mich war im Endeffekt die Handlung dieses Buches etwas zweitrangig. Mir wurde nichts neues erzählt, die Geschichte ist irgendwo gängig, interessant waren die Erinnerungen an ältere Werke mit ähnlicher Thematik, die aber aus einer anderen Ära stammten. Zero dagegen trifft aber eben genau bei der Thematik den Kern der Zeit und genau das ist es, was ich daran sehr interessant fand.

  • Viola leiht sich von ihrer Mutter Cynthia eine Datenbrille aus, über die Cynthia als Journalistin einen Bericht schreiben sollte. Viola und ihre Clique finden das Gerät spannend, doch unverhofft geraten sie in eine gefährliche Situation, als sie mithilfe der Brille einen gesuchten Verbrecher identifizieren und dieser wild um sich schießt. Ein Freund von Viola kommt dabei ums Leben.
    Nun beschäftigt sich Cynthia doch intensiver mit den neuen technischen Möglichkeiten und macht dabei erschreckende Entdeckungen. Freemee ist eine bekannte Internet-Plattform mit Millionen Nutzern, die mehr und mehr nach den individuellen Vorschlägen leben und handeln, die ihnen das Programm macht. Dass dies nur möglich ist, indem sich die Nutzer vor dem Programm völlig entblößen, scheint für viele kein Hinderungsgrund zu sein. Einzig der Hacker Zero warnt energisch vor Freemee und den Folgen. Cynthia gerät durch ihre Nachforschungen immer tiefer in einen Kampf um Daten und vor allem um Macht!


    "Blackout" von Marc Elsberg hatte mich total begeistert und fasziniert. Dementsprechend gespannt war ich auf sein neues Buch, in dem er sich wieder einem aktuellen und uns alle betreffenden Thema widmet. Dass wir inzwischen oft mehr oder weniger "gläsern" unterwegs sind, ist nichts neues. Der Autor zeichnet hier auf spannende Weise mögliche und erschreckende Folgen auf. Erschreckend vor allem deswegen, weil das gar nicht so weit von der Realität entfernt ist.


    Leider haben mich hier aber die Charaktere weniger überzeugt. Cynthia will erst gar nichts mit neuen Technologien zu tun haben, wird dann in die Sache hineingezogen, agiert aber die meiste Zeit völlig planlos und unüberlegt.


    Die anderen Handlungsstränge fand ich lange Zeit total verwirrend und im Gegensatz zu "Blackout" griff das für mich auch am Ende nicht sinnvoll ineinander, sondern wirkte irgendwie zusammengestrickt, damit halt ein halbwegs logisches Ende rauskommt.
    Ich habe das Buch beendet, aber wirklich fesseln konnte es mich trotz des spannenden Grundthemas leider über weite Strecken überhaupt nicht.

  • Mir hat das Buch soweit gut gefallen, allerdings haben mich doch einige Dinge gestört.



    Mal von den ganzen technischen Dingen abgesehen, fand ich das Buch an einigen Stellen zu unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich so ablaufen kann.
    (Dummerweise habe ich mir keine Notizen dazu gemacht, deshalb fällt mir jetzt kein bestimmtes Beispiel ein).


    Das Thema an sich war sehr interessant und zum Teil natürlich auch erschreckend. Ich denke, ich werde sicherlich in der ein oder anderen Situation wieder daran zurück denken :wow


    Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht vollständig überzeugen, man hätte vielleicht noch etwas mehr draus machen können.
    Von mir gibts 6 Punkte!

  • Zum einen muss ich sagen, das Buch regte mich zum Nachdenken an, was passiert mit unseren Daten, geben wir zu viel Preis? muss das den sein?


    Gelesen hat es sich allerdings sehr trocken, fast wie ein Zeitungsartikel aus dem Standart, stellenweise musste ich mich zum weiterlesen zwingen, über diese doch leider sehr zahlreichen stellen wo ich dann auch teilweise den faden verloren habe weil ich einfach nicht mehr in die Geschichte fand, brachte mich nur meine Neugierde drüber, wissen zu wollen ob "die Guten" auch gewinnen...


    Die Letzten 100? Seiten fand ich dann schon besser, waren spannender, glitten zwar total ins unrealistische ab, dennoch kam ein wenig schwung in die ganze Story nur um in ein recht lahmes Ende über zugehen das leider sehr viele Fragen offen lässt.


    Ich weiss nicht ob ich es empfehlen kann, wenn jemand schon damit angefangen hat würde ich es ihm raten es fertig zu lesen aber zum kauf würde ich es nicht wirklich empfehlen, nicht das es schlecht wäre aber es ist halt nicht meins wie man so schön sagt.


    Darum gibts von mir 5 Punkte

  • Der Roman spielt wenige Jahre in der Zukunft. Die Hackerorganisation Zero schickt eine Drone auf das Anwesen des US-Präsidenten, ohne dass dessen Sicherheitskräfte etwas dagegen unternehmen können. Die ganze Welt gerät in Aufruhr, Spezialeinheiten versuchten den ominösen Hackern auf die Spur zu kommen. Die britische Journalistin Cynthia Bonsant hat zunächst wenig damit am Hut, wird aber von ihrem Chef auf eine Reportage darüber angesagt und erhält für ihre Recherche eine der neuen Datenbrillen, die einen im Sekundentakt mit neuen Infos füttern. Bevor Cynthia sich versieht, taucht sie unfreiwillig in die neue Hightechwelt von Freemee, ActApps & Co., ein und lernt, dass Informationen eine heißbegehrteste Währung sind und manche Leute dafür erschreckend viel inkauf nehmen.
    Das Ausgangsszenario klingt spannend und wird von Autor Marc Elsberg gekonnt umgesetzt. Als Leser fragt man sich, wer genau hinter Zero steckt. Umso bedauerlicher ist es, dass diese Frage im Strudel der Ereignisse vollkommen untergeht und bin zum Schluss unbeantwortet bleibt. Damit Cynthias Nachforschungen verständlich bleiben, liefert Elsberg jede Menge Hintergrundinfos. Allerdings liest sich der Roman dadurch stellenweise wie ein Sachbuch. Gut gemacht ist es dennoch. Zum Ende hin überstürzen sich die Ereignisse und man fühlt sich beinahe wie in der "Matrix". Einige Fragen bleiben trotz allem offen und laden den Leser ein, sich eigene Gedanken über das brandaktuelle Thema zu machen.