Die fremde Prinzessin - Sabrina Qunaj

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    • Taschenbuch: 608 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Originalausgabe, 1. Auflage (16. April 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442485924
    • ISBN-13: 978-3442485925

    Kurzbeschreibung (Verlag):

    Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus …


    Zur Autorin (Verlag):

    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Sabrina Qunaj lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


    Meine Meinung:

    Sabrina Qunaj nimmt uns nun zum vierten Mal mit in die Welt der Geraldines im 12. Jahrhundert. Diesmal steht Basilia, die uneheliche Tochter von Richard de Clare im Fokus. Aufgewachsen als Dorfkind und Schäferin kommt sie mit 15 unvermittelt an den Hof ihres Vaters in Irland, wo dieser gemeinsam mit seiner Frau Aoife das Erbe seines Schwiegervaters antritt.

    Die Welt dort ist sehr fremd für sie, aber dank ihrer Stiefmutter und ihrer angeborenen Neugier gelingt es ihr schnell, sich einzuleben. Hier trifft sie auch wieder auf Raymond le Gros, ein Enkel Nestas. Die Hoffnung ihn heiraten zu können wird jäh von ihrem Vater zerstört, als dieser sie mit einem seiner Gefolgsmänner verheiratet.

    Auch wenn es bereits eine Weile her war, dass ich den Vorgänger des Buches gelesen hatte, war ich doch schnell wieder im Geschehen. Dieses Buch spielt teilweise paralell zum Vorgängerband. Ihn zu kennen ist hilfreich, aber nicht notwendig.

    Die Schreibweise Sabrina Qunajs macht es leicht sich in die Hauptfiguren einzufühlen und Das geschehen vor sich zu sehen.

    In diesem Buch sind fast alle Hauptfiguren geschichtlich belegt und so bleiben der Autorin nur wenige Freiheiten bei der Ausgestaltung der Geschichte. Und trotzdem hat man das Gefühl ganz nah an den Menschen dran zu sein und mit ihnen zu feiern und zu leiden. Mit ihnen durch Irland zu reisen und in ihren Burgen zu leben. Bei Aoife und Lia hat man zwar manchmal das Gefühl, dass sie zu emanzipiert für ihre Zeit sind, aber es hat wohl einfach immer Frauen gegeben, die trotz der Einschränkungen, die das Leben für sie bereit hatte, eine Möglichkeit gefunden haben, ihren Weg zu gehen und auch Einfluss auszuüben.

    Mir hat dieses Buch wieder sehr viel Spaß gemacht, habe ich doch hier einen Teil der irischen Geschichte kennengelernt, der mir so noch nicht bekannt war.

    Schade dass es zur Familie Geraldine keine weiteren Bände mehr geben wird, Stoff wäre wohl sicherlich noch genug vorhanden. Ich freue mich jedoch auf weitere historische Bücher von Sabrina Qunaj!


    Von mir 9 von 10 Punkten


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    Die anderen Bände der Reihe:

    Die Tochter des letzten Königs

    Das Blut der Rebellin

    Der Ritter der Könige

  • Sabrina Qunaj hat wieder einen historischen Roman geschrieben, wie ich und viele andere Leser ihn lieben. Was macht diesen Roman zu etwas so Besonderem? Ganz einfach, die Autorin erzählt nicht nur eine Geschichte. Nein, sie lässt ihre Leser teilhaben an der Geschichte und zieht sie vom ersten Augenblick mit in die Story hinein. Aber nun der Reihe nach.

    Das Cover passt perfekt zu den drei vorherigen Bänden der Geraldines-Reihe und hat somit einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Zu dem punktet die gesamte Gestaltung des Romans. In der Klappbroschur findet sich eine wunderschöne Darstellung der walisischen bzw. irischen Landschaft, es gibt einen relativ ausführlichen Stammbaum, sowie eine Karte von Wales und England zur damaligen Zeit, ein Verzeichnis der Dramatis Personae und ein Nachwort. Somit hat man hier als Leser schon mal überhaupt nichts zu bemäkeln. Der Klappentext verrät uns schon einiges von der Story, dennoch nimmt die Beschreibung nicht zu viel Spannung vorweg, da sie einiges im Unklaren belässt. Ein ganz großes Lob bekommt die Autorin von mir in der Gestaltung ihrer Figuren. Figuren, die glaubhaft und lebhaft zu entwickeln ist eine Sache, sie aber so überzeugend und authentisch in einem Roman darzustellen und dann auch noch eine Entwicklung der Personen durch die politischen und familiären Umstände zu schildern, ist ganz großes Kino in diesem Roman. Besonders haben es mir Lia, Raymond, aber auch Gildas und Geoffrey angetan. Ja, die Männer in diesem Roman haben mich sehr beeindruckt, obwohl man manchmal über ihre Sturheit und Stolz nur den Kopf schütteln kann…

    Die Spannung in dem Roman ergibt sich aus der Lebensgeschichte der historisch verbürgten Figuren und der politischen Lage. Dennoch sind es vor allen Dingen die persönlichen Schicksale die den Leser bewegen und die eine Nähe zu den Protagonisten erzeugen. Doch man muss sich vor Augen halten, dass viele Menschen, gerade die Frauen, Figuren auf einem Schachbrett der Macht waren. Somit sind oft die persönlichen Schicksale mit dem politischen Schicksal eng verbunden.

    Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr einnehmend. Wir haben als Leser Anteil an der Gedankenwelt der Figuren. Durch den auktorialen Erzähler haben wir einen guten Überblick über die Geschehnisse, Lia steht allerdings uneingeschränkt im Mittelpunkt des Romans. Sehr gut beschrieben fand ich einige Szenen zum Schluss des Romans, jedoch möchte ich nicht näher verraten um welche Szenen es sich handelt. Nur so viel sei gesagt, sie haben mir Gänsehaut beschert bzw. mich zum Weinen gebracht.

    Diesen historischen Roman kann ich nur allen empfehlen, die gerne historische Romane lesen. Man kann diesen Roman eigenständig lesen, ein Vorwissen aus den anderen Romanen ist nicht zwingend notwendig, dennoch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal die anderen drei Geraldines-Romane empfehlen. Meine Lieblinge in dieser Reihe sind definitiv Nesta (Band 1) und Lia (Band 4), wobei ich sagen muss, dass dies nicht eine Degradierung der Bände 2 und 3 darstellen soll, es gibt sicherlich andere Leser, die diese Romane anders werten würden. Aber jeder Leser hat so seine Lieblinge und für mich sind es Nesta und Lia.

    Ein wirklich wundervoller und überzeugender historischer Roman, der mir wieder sehr viel Freude bereitet hat. Ich bedanke mich bei meinen Mitleserinnen bei Büchereule.de und Sabrina Qunaj für die schöne Leserunde. Ein weiterer Dank geht an die Verlagsgruppe Random Hose und den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


    10/10 P.

  • Im Mittelpunkt dieses vierten und abschließenden Bandes der Geraldine-Reihe steht die junge Basilia, uneheliche Tochter von Richard de Clare. Eine wunderbare Hauptfigur, mutig, aufrichtig und klug, die man nur zu gerne durch einen Teil ihres Lebens und die Wirren von Irlands Eroberung begleitet!


    Im Alter von fünfzehn Jahren reißt ihr adeliger Vater sie aus dem relativ ruhigen Leben mit ihrer Familie und aus der Obhut eines Stiefvaters, der sie fest in sein Herz geschlossen hat. De Clare nimmt sie mit nach Irland, wo er seinen neuen Lebensmittelpunkt hat - und auch eine neue Frau, die irische Prinzessin Aoife. Diese nimmt sie liebevoll auf, wird ihr schnell zur Freundin und, obwohl nur wenige Jahre älter, auch ein Vorbild und in vielem zur Lehrerin.

    Die beiden ebenso starken wie klugen Frauen gehen fortan Seite an Seite durch Glück und Leid, geben einander Halt in diesem von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägten Land. In einer Zeit, in der Klugheit bei Frauen nicht sonderlich geschätzt wird, finden sie doch immer wieder Mittel und Wege zum Wohle ihrer Völker Einfluss auf die Machthabenden zu nehmen. Denn die politische Lage ist instabil. Iren, Waliser und Normannen trauen sich nicht über den Weg, Zweckbündnisse werden geschlossen und aufgekündigt, dazu ein misstrauischer, stets eifersüchtig auf seinen Vorteil bedachter König Henry II – eine explosive Mischung, die sich immer wieder aufs Neue in Kämpfen entlädt.


    Sabrina Qunaj hat hier erneut einen mitreißenden Roman geschrieben, das sorgfältig recherchierte „historische Gerippe“ mit prallem Leben und großartigen Figuren gefüllt. Ein Historienschmöker, der nicht nur spannend unterhält, sondern auch einen interessanten Blick auf Leben und Wandel im Irland des 12. Jahrhunderts gewährt.

  • Das Buch:


    Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus ..


    Die Autorin:


    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte.

    Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.

    Sie schreibt Fantasy für Jugendliche und Erwachsene, sowie historische Romane. Ihre Bücher erscheinen bei Aufbau, Baumhaus, Carlsen Impress und Goldmann.


    Meine Meinung:


    Man fängt an dieses Buch zu lesen und ist nach wenigen Minuten mittendrin..


    Das große Finale der Saga um die Geraldines. Wie auch bei den drei anderen Bänden, kann man hier kaum aufhören. Man findet vieles wieder, was man im den letzten Büchern liebgewonnen hat. Aber auch wer die anderen Bände nicht kennt, wird sich hier zurechtfinden, es ist eigene Geschichte.


    Das Cover ist wieder wunderschön gestaltet, ganz passend für einen historischen Roman.


    Ich war von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend gefesselt, durch den Stammbaum findet man sich von Anfang an auch gut zurecht. Die Autorin erzählt auch in diesem Band wieder liebevoll und flüssige die Geschichte, diesmal geht es ja um Lia und ihr Leben. Sie ist wunderbar darstellt, man möchte am liebsten persönlich kennenlernen und mit ihr befreundet sein. Ein wundervolle junge Frau, die Höhen aber auch viele Tiefen erleben muss. Man freut sich mit ihr und man leidet mit ihr, aber auch die anderen Charaktere sind überzeugend dargestellt, den einen mag man mehr, den anderen weniger.


    Ich war wirklich ein bisschen traurig am Ende, weil dies ja definitiv der letzte band dieser Reihe ist.

    Aber im Nachwort kann man noch mal lesen, was mit den wahren Persönlichkeiten war und wie es mit ihnen weiterging.


    Volle Leseempfehlung und 10 Eulenpunkte


    Ein dickes Dankeschön an den Verlag für das Buch, ein noch dickeres Dankeschön an Sabrina für die Begleitung unserer Leser <3

  • Ich kann mich den ganzen positiven Rezis von meinen Vorschreibern nur komplett anschließen!

    Mit "Die fremde Prinzessin" ist der Autorin Sabrina Qunaj wieder ein sehr fesselnder und mitreißender historischer Roman gelungen, den ich mit großem Vergnügen gelesen haben.


    In dem letzten Band der Reihe um die Geraldines geht es vor allem um Basilia, kurz Lia genannt. Sie ist die uneheliche Tochter des mächtigen Richard de Clares und sie wird mit fünfzehn Jahren nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. In Irland lernt Lia ihre neue Stiefmutter,die schillernden irischen Prinzessin Aoife kennen. Da Aoife nur wenig älter als Lia ist werden die beiden gute Freundinnen. Sowohl Lia als auch Aoife sind zwei sehr starke und mutige Frauenfiguren, die in dem rauen Land um ihr Glück und um ihre Liebe kämpfen müssen.


    Ich habe diesen vierten Band der Reihe gelesen, ohne Teil 3 zu kennen. Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt Probleme etwas nicht zu verstehen oder das Gefühl, mir würden Informationen fehlen. Der Band lässt sich auch ohne Kentnisse der anderen Bücher sehr gut lesen.

    Mir hat die Geschichte von Lia sehr viel Spaß gemacht. Durch den anschaulichen und lebhaften Schreibstil der Autorin bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Die Personen, allen voran die klugen Frauenfiguren Lia und Aoife, sind so lebendsecht und individuell gezeichnet. Sie haben ihren ganz eigenen Charakter und ich konnte mit ihnen richtig mitfühlen, mitleiden und mich mitfreuen. Ich bin wieder mal sehr begeistert, wie die Autorin es schafft, ein Stück irische Geschichte für mich lebendig werden zu lassen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich schon jetzt, dass ich noch Teil 3 dieser Reihe zum lesen habe.


    Die Aufmachung des Buches ist wie auch schon bei den andern Bänden der Reihe sehr schön. Es gibt eine Landkarte, einen Stammbaum ein Personenverzeichnis und ein sehr interessantes Nachwort. Der Leser erfährt hier, das fast die ganze Geschichte von Lia geschichtlich belegt ist.

    Ich gebe dem Buch eine sehr gute Leseempfehlung und 9 Eulenpunkte


    Vielen Dank an den Verlag für das Leseexemplar und vielen Dank an die Autorin für die sehr engagierte und interessante Begleitung der Leserunde.



  • Zunächst noch einmal vielen Dank, dass ich bei der LR dabei sein konnte, Dank auch an Sabrina Qunaj, die die LR zusätzlich bereichert hat. Hier nun meine Rezension:


    Wales 12. Jahrhundert: Basilia, genannt Lia, ist die illegitime Tochter Richard de Clares. Als ihr Vater in Irland Fuß fast und Aoife McMurrough, Tochter des Fürsten von Leinster, heiratet, nimmt er Basilia mit sich.


    „Die fremde Prinzessin“ ist der vierte und letzte Band der Geraldines-Reihe Sabrina Qunajs, für mich war es der erste, wieder einmal habe ich eine Reihe von hinten begonnen. Das ist hier aber überhaupt kein Problem, die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und haben jeweils einen eigenen Hauptcharakter, man muss keine Vorkenntnisse haben, auch wenn es wahrscheinlich ein etwas schöneres Leseerlebnis sein wird, wenn man die Charaktere und die Hintergrundgeschichten bereits aus den Vorgängerbänden kennt.


    Da ich mittlerweile mehrere Romane, die in dieser Zeit spielen, gelesen habe, finde ich es immer wieder schön, bereits bekannte Ereignisse aus anderen Blickwinkeln zu erfahren. Da Lia die Protagonistin dieses Romans ist, erlebt man hier eine weibliche Sicht. Lia ist mir schnell ans Herz gewachsen, sie hat es als nicht legitimes Kind nicht immer einfach, erst als der Vater sie zu sich holt, verbessert sich das, allerdings wird sie nun auch zum Wertobjekt, durch Verheiratung der Nachkommen können Allianzen gebildet oder Gefolgsleute belohnt werden und so findet sich auch Lia in einer ungewollten Ehe wieder. Lia, von rebellischem Wesen, versucht den Schranken ihres Geschlechtes so gut es geht zu entkommen, was in Irland leichter als in England ist, da dort ein anderes Verständnis herrscht. Dennoch sieht sie sich immer wieder als Spielball anderer, ist aber patent, intelligent und wehrhaft genug, immer wieder für sich selbst einzustehen – ihre Freundschaft zu Aoife ist dabei oft hilfreich.


    Aoife hat mir ebenfalls gut gefallen, auch sie, obwohl standesmäßig über Lia stehend, hatte es nicht immer leicht, aber auch sie versucht das bestmögliche aus ihrem Leben zu machen.


    Aber nicht nur die Frauen, auch die Männer hatten sich unterzuordnen, als Gefolgsleute Henry II zum Beispiel, der es nicht duldet, dass man sich seinem Einfluss entzieht oder gar ein eigenes Reich aufbaut – Richard de Clare musste das mehr als einmal spüren. Und auch der Geraldine Raymond le Gros hat ähnliche Probleme, Richard de Clare traut ihm nicht, vor allem wird ihm die Hand der Frau verwehrt, die er sich an seiner Seite wünscht.


    Die Charaktere sind der Autorin durchweg gut gelungen, sie wirken authentisch und lebendig, als Leser entwickelt man schnell Sym- und Antipathien. Die Geschichte fügt sich gut in den historischen Hintergrund ein und man erfährt eine Menge über jene Zeit. Im lesenswerten Nachwort berichtet die Autorin ein bisschen über Fiktion und Wahrheit, und auch, wie es im Leben der Protagonisten weiterging. Letzteres hilft ein bisschen über den Abschiedsschmerz, den man am Ende des Romans verspürt. Erzählt wird sehr anschaulich und nur die wesentlichen Ereignisse, so dass es immer wieder Zeitsprünge, teils über mehrere Jahre gibt – gut für die Geschichte, die dadurch dynamisch und spannend bleibt.


    Neben dem bereits erwähnten Nachwort gibt es noch weitere Boni: Karten von England, Wales und Irland und ein Personenregister, in dem historische Persönlichkeiten gekennzeichnet sind.


    Mir hat der Roman sehr gut gefallen und schnell war mir klar, dass ich die Vorgängerbände auch lesen muss. Freunde gut recherchierter historischer Romane sollten zugreifen. Von mir gibt es volle Punktzahl.

  • Zuerst einmal Danke das ich das Buch im Rahmen der Leserunde mitlesen durfte. Ich habe bisher noch kein Buch der Autorin gelesen, es war also eine Premiere; und: es wird garantiert nicht das letzte Buch gewesen sein.


    Ich bin also vollkommen unbedarft in dieses Buch eingestiegen, hatte nie das Gefühl, irgendwo wird auf Vorgänger-Bücher bezug genommen, mir fehlt etwas. Das mir an einigen Stellen der geschichtliche Hintergrund fehlt, liegt ja eindeutig nicht an der Autorin.


    Ich finde, die Autorin hat die einzelnen Personen, Familienverbünde und sog. Nebengestalten sehr gut erklärt, beschrieben "gezeichnet", so dass ich das Gefühl hatte, ich bin ein Schatten der gerade aktiven Person. Ich konnte mich in das Geschehen eindenken, mitfühlen und auch mit weinen, das passiert nicht allzu oft.


    Der Roman hat mir sehr gut gefallen, mir ist bewusst, das es noch 3 Vor-Bände gibt, die ich mir (;-))) zum Geburtstag wünschen werde, damit ich die Geschichte der Geraldine einmal komplett lesen kann. Ich gebe diesem Buch 10 Punkte und werde es sehr gerne im Freundeskreis weiter empfehlen.

  • "Die fremde Prinzessin" ist der vierte Band einer Reihe um die irische Familie der Geraldines. Das wahre Leben der Akteure lässt sich zumindest in den Eckdaten recherchieren und gibt das Handlungsgerüst für die historische Buchreihe von Sabrina Qunaj. Aber wirklich Leben und eine Stimme haucht die Autorin selber ihren Protagonisten ein. Hier nimmt sie sich die Freiheit, zu interpretieren und zu fabulieren. Daraus entstand eine pralle und spannende Geschichte um das Leben von Basilia, der unehelichen Tochter von Richard de Clares.


    Man muss die Vorgängerbücher nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können aber es erhöht natürlich den Spaßfaktor, wenn man bekannte Gesichter widertrifft. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Erzählstill und vor allem die Dialoge haben mein Leserherz erfreut. Bei den politischen Verwicklungen muss man manchmal höllisch aufpassen. Das war aber zur damaligen Zeit auch alles ziemlich vertrackt. Gut rüber kommt der ständig schwelende Konflikt zwischen Iren und Engländern. Man kann beide Seiten verstehen und es wird hier auch klar, dass dies sich bis heute in den Beziehungen der Länder widerspiegelt.


    Die Ausstattung des Buches lässt nichts zu wünschen übrig. Karten, Namensregister, erhellendes Nachwort. Alles da, was Histo-Leser schätzen.


    Mir hat das Buch gut gefallen und diese Autorin werde ich mir merken. :)

    Vielen Dank für die Begleitung in der Runde, liebe Sabrina. Und ein Dankeschön für das FE.

  • Mir hat das Buch, wie auch schon die Vorgängerbände, wieder sehr gut gefallen.

    Die Autorin schafft es wunderbar den historischen Persönlichkeiten Leben einzuhauchen und konnte mich so von der ersten bis zur letzten Seite mit ihrer Geschichte fesseln.


    10/10 Punkten

  • Buchmeinung zu Sabrina Qunaj – Die fremde Prinzessin


    „Die fremde Prinzessin“ ist ein Historischer Roman von Sabrina Qunaj, der 2018 im Goldmann Verlag erschienen ist. Dies ist der abschließende vierte Band der Serie um die Geraldines,


    Zum Autor:

    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Sabrina Qunaj lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


    Klappentext:

    Wales 12. Jahrhundert: Basilia, uneheliche Tochter einer Magd und des mächtigen Richard de Clares, wird mit fünfzehn nach Irland gebracht, wo sich ihr Vater ein bedeutendes Reich geschaffen hat. An der Seite ihrer Stiefmutter, der schillernden irischen Prinzessin Aoife, beginnt für Basilia ein neues Leben. Sie lernt das fremde, raue Land lieben, in dem die Clans sich erbittert gegen die Herrschaft de Clares‘ wehren. Als dieser seine Tochter mit einem seiner grausamen Gefolgsmänner vermählt statt mit ihrer heimlichen Liebe, dem Ritter Raymond FitzGerald, stürzt das nicht nur Basilia ins Unglück. Denn die Fehde zwischen Raymond und ihrem Vater löst blutige Unruhen im ganzen Land aus ...

    Meine Meinung:

    Mit dem Abschlussband der Geraldines-Serie bin ich eingestiegen und hatte keine Verständnisprobleme. Der erste Eindruck war positiv, denn es gibt gleich zu Beginn einen Stammbaum der beiden wichtigsten Familien der Geschichte, eine Landkarte mit Irland und Wales und ein umfängliches Personenverzeichnis. Im Nachwort erläutert Sabrina Qunaj ihre Beweggründe für das Buch und die Serie. Sie ordnet ihre Quellen ein und sagt, warum Basilia zur Hauptfigur gewählt wurde.

    Besonders gefallen hat mir, dass fast alle Figuren Grautöne aufweisen. Kaum jemand ist nur gut oder nur böse, leider mit einer wesentlichen Ausnahme – Raymond le Gros. Er ist ein Superheld par excellence, ein erfolgreicher Krieger, gut aussehend und noch dazu ein Frauenversteher. Er überstrahlt dadurch die starken Frauenfiguren Basilia und Aoife. Aoife ist mit Basilias Vater verheiratet worden, um Frieden und Ansprüche in Irland zu wahren. Sie betreibt konsequente Machtpolitik und weiß ihre Position auszunutzen. Basilia ist eine „Bastardtochter“ Strongbows, die sich von einem Wildfang zu einer respektablen Persönlichkeit entwickelt. Wesentlicher Begleiter in jungen Jahren war ihr Stiefvater Gildas, ein Schäfer, der Basilia zu einer selbstbewussten jungen Frau formt, die sich auch zu wehren weiß.

    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Basilia in Episoden, die teilweise Monate oder gar Jahre auseinander liegen. Dadurch wird das Erzähltempo hoch gehalten und die Zeit vergeht wie im Fluge. Basilias Gefühle nehmen einen wichtigen Platz im Buch ein. Sie hofft und liebt, erlebt Enttäuschungen und Furcht und einen starken Durchhaltewillen. Der Leser fühlt mit Basilia und hofft, dass die glücklichen Zeiten bestehen bleiben bzw. dass die unglücklichen Zeiten schnell vorüber gehen. Von Aoife lernt Basilia politisches Denken und wie wichtig es ist, ein konkretes Ziel zu haben und es nicht aus den Augen zu verlieren. Hartnäckig kämpft sie um ihre große Liebe Raymond.

    Die Autorin zeigt die Unterschiede zwischen der irischen und der englisch-normannischen Kultur auf. Während in Irland demokratisch anmutende Elemente durchscheinen ist es in England streng hierarchisch. Auch das Frauenbild ist sehr unterschiedlich. Die Rollen von Aoife und Basilia wären in England nicht machbar. Trotz der eher demokratisch wirkenden Strukturen ist Irland in permanenten Kriegshandlungen verwickelt. Hier kämpft scheinbar jeder mit wechselnden Koalitionen miteinander. Die Männer ziehen immer wieder in den Krieg und die Frauen wissen nicht, wie es ihnen ergebt. Erst bei der Rückkehr des Heeres erhält man Gewissheit. Furcht und Hoffnung sind ein ständiger Begleiter der Frauen. Um die Frauen besser schützen zu können werden sie oft zentral zusammengezogen. Dadurch finden Aoife und Basilia viele Gelegenheiten, ihre Gedanken auszutauschen. Der Leser lernt die Motivation der jungen Frauen kennen und spürt, wie das gegenseitige Vertrauen wächst. Auch wird der starke Willen der beiden Frauen deutlich, sich ihrem Schicksal zu stellen.


    Fazit:

    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, allein strahlte Raymond le Gros zu sehr. So nahm er den weiblichen Hauptfiguren leider Einiges an Wirkung. So vergebe ich nur vier von fünf Sternen (9 von 10 Eulen-Punkten), spreche aber eine klare Leseempfehlung aus.

    :Hörbuch Lena Wolf - Ein Sommer auf Sylt

    :Hörbuch Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

    :lesend Sophie Bonnet - Provenzalischer Stolz

    :lesend Serena Kent - Tod in Saint Merlot

    :lesend Elaine Viets - Mord mit Stil

  • Inhalt:


    Baselia ist die uneheliche Tochter des mächtigen Fürsten Richard de Clare und wächst in einfachen Verhältnisse bei ihrer Mutter auf. Als sie 15 Jahre als wird, holt sie ihr Vater an seinen Hof in Irland. Sie kommt in eine ihr fremde Welt, lebt sich aber dort dank ihrer Stiefmutter Aoife sehr schnell ein. Sie trifft dort auch Raymond le Gros aus dem Gefolge ihres Vater wieder und verliebt sich in ihn. Leider werden ihre Hoffnungen ihn zum Ehemann zu nehmen zunichte gemacht, als man sie zwingt einen anderen Gefolgsmann zu heiraten.


    Meine Meinung:



    Dieses Buch nimmt den Leser von der ersten Seite an mit in die Welt des Mittelalters. Die Autorin hat einen angenehm flüssigen Schreibstil, der die Seiten nur so fliegen lässt. Die Charaktere, besonders der von Baselia snd sehr gut gezeichnet und macht es Spass zusammen mit ihr die Reise in die Fremde Welt zu unternehmen, die sehr bildhaft und bunt beschrieben wird. Besonders gut hat mir hier gefallen, dass die meisten Charaktere historisch überliefert sind.
    Die Handlung ist sehr spannend und obwohl die Familienverbindungen nicht immer ganz einfach sind, hilft uns die Autorin hier mit Stammbäumen und einem Personenregister. Aber schon nach ein par Kapiteln waren diese Hilfsmittel nicht mehr notwendig, denn man kennt sich dann schon ganz gut aus und kann den weiteren Verlauf der Handlung geniessen.
    Eine sehr gelungener historischer Roman, der dem heutigen Lesen einen tiefen Einblick in das damalige Leben gibt und es versteht die politischen Ränkespiele in einige angenehme Lesestunden zu verwandeln.