Ich bin genervt, weil....

  • Ich weiß ehrlich nicht mal, ob das bei uns in den Verträgen drin steht. Aber es ist ein Tabu.

    Allzu groß können die Spannen aber nicht sein, da eben die grundlegende Gehaltsgruppe schon bekannt ist, die für die Tätigkeit geschlüsselt ist. Die wird bei Ausschreibungen ja mit angegeben.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ich finde es ehrlich gesagt schwer die Arbeit der Leute miteinander zu messen. Der eine gibt alles, hat aber fachlich nicht so viel drauf, hat aber Verbesserungsvorschläge, motiviert andere und ist ein toller Teamplayer.

    Der andere Mitarbeiter, der den gleichen Job macht, hat eine etwas höhere Bildung, ist aber total unmotiviert und lustlos und macht nur das nötigste und ist oft krank.

    Ist das fair beiden das gleiche zu geben? Dann ist der motivierte bald unmotiviert und der unmotivierte sieht sich bestätigt.


    Deswegen finde ich es sinnvoller nicht über Gehälter zu sprechen. Im Normalfall haben Chefs einen Grund, warum der eine mehr bekommt und der andere weniger. Allerdings sollten in dem Fall weder das Geschlecht noch die Sympathie der ausschlaggebende Punkt sein.

    Und letztlich ist meiner Meinung nach eh jeder selber dafür verantwortlich wie er sich gibt und wie viel er verlangt.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Ich finde es ehrlich gesagt schwer die Arbeit der Leute miteinander zu messen. Der eine gibt alles, hat aber fachlich nicht so viel drauf, hat aber Verbesserungsvorschläge, motiviert andere und ist ein toller Teamplayer.

    Der andere Mitarbeiter, der den gleichen Job macht, hat eine etwas höhere Bildung, ist aber total unmotiviert und lustlos und macht nur das nötigste und ist oft krank.

    Ist das fair beiden das gleiche zu geben? Dann ist der motivierte bald unmotiviert und der unmotivierte sieht sich bestätigt.


    Ja das stimmt auf jeden Fall - aber dafür gibt es dann Gehaltsbereiche. Derjenige, der motiviert ist und tolle Ideen einbringt usw ist dann in diesem Bereich an der oberen Grenze angesiedelt, derjenige, der lustlos ist und mal im Meeting einschläft an der unteren. Trotzdem sind beide im selben Gehaltsbereich, weil sie ja den gleichen Job machen. So die Idealvorstellung.


    Das ist aber leider in den wenigsten Firmen so und ich kenn nur sehr, sehr wenige Firmen/Chefs, die von sich aus auf eine faire Gehaltsstruktur achten. Wie hier schon jemand gesagt hat, für die Firma ist es ja gut, wenn sie einem nicht so viel zahlen müssen. Also wird man angehalten, nicht über Gehälter zu sprechen, damit etwaige Diskrepanzen gar nicht erst auffallen.


    Es gibt auch Unterschiede, die ich total fair finde. Liegt ja z.B. auch immer am Verhandlungsgeschick. Ich bin nicht gut in Gehaltsverhandlungen, dass ich dann nicht dasselbe Gehalt kriege wie jemand, der gnadenlos verhandelt, ist mir klar und das liegt dann nur an mir. Ein Kollege von mir verdient ungefähr das Doppelte wie ich, der hat in den letzten Jahren aber auch öfters intern die Stelle gewechselt, macht einen tollen Job und macht sich selbst sehr sichtbar. Dass so jemand dann Karriere macht und mehrere Gehaltssprünge ist nur fair und freut mich auch für ihn. Verbietet mir ja keiner, das gleiche zu tun.


    Was ich sagen will - ich verlange gar nicht, dass jeder exakt das Gleiche verdient, das wäre ja Quatsch. Aber in meiner speziellen Situation seh ich es einfach als unfair an und damit bin ich nicht die Einzige. Der einfachste Weg wäre beim Betriebsrat Beschwerde einzureichen, aber soweit bin ich noch nicht. Ich würd das gerne mit meinem Chef zusammen klären und nicht hinter seinem Rücken gegen ihn arbeiten. Das würde unser Vertrauensverhältnis zerstören und das wäre es mir nicht wert. Dann würd ich mir lieber einen anderen Job suchen und gehen.

  • So, falls es jemanden interessiert :) ich hatte jetzt mein Gespräch mit meinem Chef, das ist ein regelmäßiges Meeting, das wir jede Woche haben. Ich hab das Thema nochmal aufgegriffen und mich für meine Mail entschuldigt und dafür, dass das bei ihm so ankam, als wollte ich ihn angreifen bzw. bevormunden. Das war ja auch gar nicht meine Absicht. Hab ihm dann noch für seine Unterstützung gedankt.


    Er war dann auch sehr froh, dass wir das nochmal angesprochen haben und hat sich für meine Ehrlichkeit bedankt und meinte wir vergessen was war und starten von vorne. Er ist im Gespräch mit der Personalabteilung und hält mich auf dem Laufenden ;)


    Jetzt geht's mir viel besser und ich bin froh, dass das aus der Welt geschafft ist. Er ist eigentlich ein echt guter Chef und ich will's mir nicht mit ihm verderben. Für unsere Jahresendbewertung hatte er mich vor ner Weile gebeten ihm einen Feedbackbogen auszufüllen und jetzt meinte er, ich wäre eine von ganz wenigen, die auch bei Kritik was geschrieben hat und da sogar am meisten und da wollte er sich noch bedanken, weil das ist ja am Ende das was ihm hilft, sich zu verbessern. Gut, dass ich das vor der ganzen Sache gemacht hab, jetzt hätt ich mich bestimmt nicht mehr getraut :lache

  • Das klingt gut!


    Und zu deinem vorherigen Post: Leider ist das noch lange nicht überall so. Meine alte Firma hatte bestimmte Punkte (Arbeitserfahrung, Bildung, Umgehen mit Kollehen etc.) und die Gehaltsbänder waren so gering, dass es egal war, wie man sich benommen hat etc.

    Und in kleinen Firmen gibt es sowas ja gar nicht.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Mooney

    Natürlich interessiert es, wie Dein Chefgespäch gewesen ist.

    Es liest sich sehr gut an und ich finde, das hast Du großartig gemacht. Nach der Aussprache sind alle Unklarheiten beseitigt und beide Seiten zufrieden. Klar, daß Du Dich nun deutlich besser fühlst.

    Ich wünsche Dir, daß nun auch die Gehaltsfrage über kurz oder lang zu Deinen Gunsten entschieden wird.

    Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein... (Albert Einstein)