Ich habe abgebrochen ... Welche Bücher habt ihr weg gelegt ? Ab 01/2021

  • killerbinchen Selbst Bücher, die mir gefallen haben, lese ich höchst selten nochmals. Der SuB ist hoch und die Zeit ist kostbar. Warum also etwas lesen, dessen Inhalt ich schon kenne?

    Ich habe leider auch "keine Zeit" für Re-Reads. Obwohl ich schon glaube, dass sich das Empfinden der Inhalte gegenüber im Laufe der Zeit verändern. Eine alte Freundin von mir liest alle 10 Jahre Hesses "Demian" - und entdeckt in jedem Lebensjahrzehnt etwas Neues für sich darin.

    Alle Bücher, die ich mochte, dürfen bei mir bleiben. Wenn ich sie ansehe, denke ich automatisch an die Inhalte und die Lesegefühle und die Orte, an denen ich sie gelesen und was ich dazu gegessen habe. Außerdem sind sie auch sehr dekorativ. Und zeichnen irgendwie mein Leben nach.

    „An solchen Tagen legt man natürlich das Stück Torte auf die Sahneseite — neben den Teller.“

  • Ich gebe es jetzt auf, der Schreibstil sagt mir nicht zu, ich kann nicht mal genau benennen, was mich so nervt.
    Die Autorin spricht mit ihrem verstorbenen Vater, sieht ihn als 9-jährigen an ihrer Seite und schwafelt vor sich hin. Ständige Sprünge, dazu irgendwelche Metaphern, dass sie vom Autoverkehr angegriffen wird analog zu den Russen, die ihren Vater verfolgt haben, obwohl sie nie dort waren, wohin er geflüchtet ist.
    Dann wieder der Sprung in die Gegenwart, wie die Menschen heute in den schlesischen Dörfern sind, ob sie die deutsche Vergangenheit anerkennen oder ignorieren.

    Ich mag einfach nicht mehr. Immerhin hab ich 60% gelesen, jetzt reicht es auch.


    Christiane Hoffmann - Alles, was wir nicht erinnern


    DIE FLUCHT DES VATERS - EINE NACHWANDERUNG NACH 75 JAHREN

    «Zu Fuß?» «Zu Fuß.» «Allein?» «Allein.» Christiane Hoffmanns Vater floh Anfang 1945 aus Schlesien. 75 Jahre später geht die Tochter denselben Weg, 550 Kilometer nach Westen. Sie kämpft sich durch Hagelstürme und sumpfige Wälder. Sie sitzt in Kirchen, Küchen und guten Stuben. Sie führt Gespräche – mit anderen Menschen und mit sich selbst. Sie sucht nach der Geschichte und ihren Narben. Ein sehr persönliches, literarisches Buch über Flucht und Heimat, über die Schrecken des Krieges und über das, was wir verdrängen, um zu überleben.

    Deutschland in den 1970er Jahren. Unter dem Tisch sitzen die Kinder. Oben seufzen die Erwachsenen, essen Schnittchen und reden über die verlorene Heimat. Sie geben ihre Verletzungen und Alpträume weiter an die nächste Generation. Nach dem Tod des Vaters kehrt die Tochter in das schlesische Dorf mit dem malerischen Namen zurück, nach Rosenthal, das jetzt Rózyna heißt. Am 22. Januar 2020 bricht sie auf und geht noch einmal den Weg seiner Flucht. Was bleibt heute vom Fluchtschicksal? Wie gehen Familien, wie gehen Gesellschaften, Deutsche, Polen und Tschechen mit der Vergangenheit um? Christiane Hoffmanns Buch holt die Erinnerung an Flucht und Vertreibung ins 21. Jahrhundert, es verschränkt ihre Familiengeschichte mit der Historie, Zeitzeugenberichte mit Begegnungen auf ihrem Weg. Doch es ist vor allem ein sehr persönliches Buch, geschrieben in einer literarischen Sprache, die Suche einer Tochter nach ihrem Vater und seiner Geschichte.

    ASIN/ISBN: 3406784933

  • Zitat

    Die Autorin spricht mit ihrem verstorbenen Vater, sieht ihn als 9-jährigen an ihrer Seite und schwafelt vor sich hin. Ständige Sprünge, dazu irgendwelche Metaphern, dass sie vom Autoverkehr angegriffen wird analog zu den Russen, die ihren Vater verfolgt haben, obwohl sie nie dort waren, wohin er geflüchtet ist.Das hört sich alles andere als gut an, obwohl ich die eigentliche Idee, den Fluchtweg abzuwandern, eine wunderbare Idee finde.

    Doch wenn ein Buch zur Qual wird, sollte man es lassen.

  • Mein persönliches Entscheidungskriterium für Bücher, die ich behalte, ist, ob ich sie nochmal lesen würde. Die besonderen Bücher bekommen einen Ehrenplatz, die ganz besonderen besitze ich in mehreren Ausgaben.

    Nochmal (oder öfter) in ein Buch, "eintauchen" zu können, das mich beim ersten Mal so mitgenommen, berührt, gerührt oder fasziniert hat, ist mit ein Grund, warum ich das Lesen so liebe (brauche).

    Und ich stimme Dieters Vergleich absolut zu. Hier geht es um Kunst, die etwas in uns anspricht. Warum wir Musik öfter hören, ein Bild immer wieder betrachten (und interpretieren) etc. Mit Büchern, dem Umgang mit Worten auf eine bestimmte Art, ist es für mich nicht anders.

    Das kann ich alles so unterschreiben. Vom Kriterium, warum ein Buch bei mir bleiben darf, bis zum Grund, warum ich meine Lieblingsbücher nochmals lese - oder zumindest hoffe, sie nochmal lesen zu können.


    Ich gestehe auch, dass ich jetzt in einem Alter bin - und manche Leseerlebnisse schon sooo lange her sind - dass ich beim re-read mancher Lieblinge feststelle, dass ich (in diesem Fall sogar erfreulicherweise) doch Vieles vergessen habe und das erneute Lesen durchaus ein "neuentdecken" beinhaltet.


    Der Vergleich mit geliebten Musikstücken ist wirklich sehr treffend. Lieblingsbücher lösen Stimmungen und Gefühle in mir aus. Und bei manchen erfreue ich mich einfach an der wundervollen Sprache, den Kopfbildern, die mich auch dazu treiben, dass ich Lieblingsfilme gerne immer wieder angucke.


    Viele Krimileser verstehen auch nicht, warum ich sogar Krimis nochmal lese (vor allem von Nesbo und Connelly). Aber auch wenn ich den Mörder dann schon kenne, kann ich in hochwertigen Krimis durchaus mehr finden, als den reinen Spannungsplot.


    Gibt natürlich auch Bücher, die ich zwar gut fand aber nicht nochmal lesen würde. Das sind aber nicht die, von denen wir hier reden. Nicht die Durchschnittsleseware, die jeder kennt, die ich manchmal sogar schätze, die aber danach nicht im Regal bleibt und auch nicht für einen Re-read gedacht ist.

    Hollundergrüße :wave




    :lesend

    Kinder des Aufbruchs - Claire Winter


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Jonathan Moore - Poison Artist


    Kurzbeschreibung von Amazon:

    Caleb Maddox ist Schmerzforscher und Toxikologe und wird als solcher zeitweilig von der Polizei von San Francisco als Berater bei Mordfällen hinzugezogen. Und die braucht gerade dringend seine Expertise, da in den letzten Wochen immer wieder wohlsituierte Männer tot aus der Bay gezogen werden, die unter unbeschreiblichen Schmerzen gestorben sein müssen. Maddox hilft gerne, auch wenn er zurzeit Krach mit seiner Freundin hat und daher lieber durch alle Bars der Stadt zieht. Dabei lernt er die geheimnisvolle Emmeline kennen, der er rasch verfällt. Emmeline scheint direkt aus einem Film Noir der 1940er zu stammen, eine Femme fatale, stylish, mysteriös, extravagant. Die Nebel wallen über der Bay Area, der Asphalt glänzt regennass, und Emmeline führt Maddox an die unwahrscheinlichsten Orte. Aber nichts, gar nichts ist so, wie es scheint …


    ASIN/ISBN: 351847264X


    Abbruch lag daran, dass kaum Spannung aufkam, Calebs Vergangenheit zu dunkel blieb, aber immer wieder angeteasert wurde und ich nicht so viel über Absinth und Massenspektrometer wissen wollte...

  • Todesdorf von Eva Reichl


    Der Schreibstil ging gar nicht............da quäle ich mich nicht mal durch nur 251 Seiten.


    Beschreibung (von Amazon):

    Ein Schuss in der Dunkelheit. Diana findet ihren Mann verblutend in der Scheune. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Diana glaubt nicht daran. Auf eigene Faust macht sie sich auf die Suche nach seinem Mörder, ganz auf sich allein gestellt, mit immer weniger Freunden - und immer mehr Feinden. Gequält von Selbstzweifeln und dunklen Geheimnissen.

    Ein idyllisches Dorf. Heimat, die zum feindlichen Ort wird. Eine Familie, der man nicht trauen kann. Und die wahre Bedrohung ist viel näher, als du fürchtest.


    ASIN/ISBN: B09L8JYR6C

  • Ich habe das Buch "An Liebe stirbst Du nicht" von Géraldine Dalban-Moreynas nach 57 Seiten abgebrochen.

    Ich habe das Buch beim letzten Bücherei-Besuch mitgenommen, weil es sich gut angehört hat und mich die erste Seite neugierig gemacht hat. Aber leider werde ich mit dem Schreibstil nicht warm. Ich habe auch den Eindruck, dass es mir mit französischen Büchern oft so geht. Evtl. klingt es im Französischen anders oder kommt anders an, ich weiß es nicht. Aber es ist mir zu beschreibend, es erreicht mich einfach nicht. Ich brauche Dialoge und eine andere Art, etwas zu beschreiben. Das hier war einfach nicht so meins.


    Falls es jemand gelesen hat und mir verraten möchte, wie es weitergeht und ausgeht (im Spoiler oder über eine Nachricht), sehr gerne. Ich hatte nicht mal Lust es durchzublättern und habe beim "Ausflug" in die Stadt das Buch direkt wieder in der Bücherei abgegeben.


    ASIN/ISBN: 3312011744

    With love in your eyes and a flame in your heart you're gonna find yourself some resolution.


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