Jahresleseflops 2014

  • Als richtigen "Flop" habe ich dieses Jahr nur ein Buch empfunden.


    Jostein Gaarder - 2084 - Noras Welt


    Dabei wird das wichtige Thema Umweltschutz viel zu platt, zu eindeutig und zu holzhammerartig präsentiert. Von diesem Autor hätte ich deutlich mehr erwartet, auch oder gerade bei einem Jugendbuch. Hinterher war ich sehr enttäuscht und richtiggehend sauer!

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Zitat

    Original von Evelyne_Marti
    Liegt vielleicht auch daran, dass Du den Kontext des Geschriebenen zu wenig kennst. Er bezieht sich da oft auf Zusammenhänge, die in der heutigen Zeit weniger geläufig sind, auch auf literarische Zusammenhänge, Goethe etc. Thomas Mann ist nun mal eher ein Kunstautor und weniger ein Unterhaltungsautor, obwohl seine Werke in seiner Zeit teilweise Bestseller waren. Gerade Buddenbrooks bezog sich auf reale Personen, das war natürlich für die Zeitgenossen schon irgendwo spannend. Heute wird das natürlich niemanden mehr interessieren. Ist Schnee von gestern.


    Sicher kenne ich nicht den vollständigen Kontext, war mir aber nicht bewußt, daß nur (Literatur-)Wissenschaftler den Roman lesen und sich eine Meinung bilden dürfen. ;-)


    Nun, meiner Ausgabe ist ein Aufsatz von Siegfried Lenz zu den "Buddenbrooks" beigegeben, den ich mir vor der Buchlektüre zu Gemüte geführt habe. Über Zeitbezüge zu damals lebenden Personen wußte ich also etwas. Auch, daß Mann mit dem Buch so viel verdiente, daß er fürderhin als freier Schriftsteller leben konnte. Lenz schloß sogar mit den Worten: "Und spricht es nicht für sich, daß man nach der Lektüre der 'Buddenbrooks' sogleich beschließt, den Roman irgendwann ganz gewiß wiederzulesen?" Ich war also durchaus positiv auf den Roman eingestimmt.


    Daß meine Meinung am Ende eine eher negative war, liegt also ausschließlich an der Wirkung des Textes auf mich, zumal ich früher eine Literaturgeschichte gelesen hatte und mir daraus merkte, daß Thomas Mann vermutlich der (zeitlich) letzte Autor seit dürfte, dessen Werke mir gefallen müßten. Also mehrfach positiv eingestimmt war.


    Trotzdem, mein Gefühl beim Lesen war, daß Mann vom Kaufmannsleben im 19. Jahrhundert keine Ahnung hatte und das durch "Geschwafel" (um bei dem Begriff zu bleiben) überdeckt hat.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

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  • Zitat

    Original von SiCollier


    Sicher kenne ich nicht den vollständigen Kontext, war mir aber nicht bewußt, daß nur (Literatur-)Wissenschaftler den Roman lesen und sich eine Meinung bilden dürfen. ;-)


    :grin :grin :grin :grin :grin :grin :grin :grin

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Zitat

    Original von SiCollierTrotzdem, mein Gefühl beim Lesen war, daß Mann vom Kaufmannsleben im 19. Jahrhundert keine Ahnung hatte und das durch "Geschwafel" (um bei dem Begriff zu bleiben) überdeckt hat.


    Womöglich hat Thomas Mann ganz einfach auch poetologisch überlegt und kein Sachbuch über das damalige Kaufmannsleben schreiben wollen. Und eventuell hast Du einfach nicht verstanden, worum es im Roman wirklich geht, literarisch gesehen. :-]

  • Zitat

    Original von Evelyne_Marti


    Womöglich hat Thomas Mann ganz einfach auch poetologisch überlegt und kein Sachbuch über das damalige Kaufmannsleben schreiben wollen. Und eventuell hast Du einfach nicht verstanden, worum es im Roman wirklich geht, literarisch gesehen. :-]


    Eventuell verstehst du nicht, worum es wirklich geht, wenn man seine Meinung äußert ;-)

    SUB 220 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Susanne Michl u. a. - Zwangsversetzt. Vom Elsass an die Berliner Charité. Die Aufzeichnungen des Chirurgen Adolphe Jung (1940 - 1945)

    :lesend Antonio Iturbe - Die Bibliothekarin von Auschwitz

    :lesend Anthony Doerr - Alles Licht das wir nicht sehen (Hörbuch)

  • Zitat

    Original von Evelyne_Marti
    Womöglich hat Thomas Mann ganz einfach auch poetologisch überlegt und kein Sachbuch über das damalige Kaufmannsleben schreiben wollen.


    Das mag schon sein. Und daß er kein Sachbuch über das damalige Kaufmannsleben schreiben wollte, will ich gerne glauben. Zumal ich das von ihm nicht gelesen hätte, da hätte ich mich denn doch auf einen Autor verlassen, der davon mehr Ahnung hat (einen Wirtschaftswissenschaftler beispielsweise).


    Zitat

    Original von Evelyne_Marti
    Und eventuell hast Du einfach nicht verstanden, worum es im Roman wirklich geht, literarisch gesehen.


    Was im Umkehrschluß bedeutet, daß es Mann nicht gelungen ist, seine Absicht klar zu formulieren. Oder anders: wenn es einem Autor nicht gelingt, mir in seinem Roman zu erklären, worauf es ihm ankommt bzw. es ihm wirklich geht, liegt das möglicherweise an den (fehlenden?) Fähigkeiten des Autors, entsprechend verständlich zu schreiben?!


    Es sei zugegeben, daß ich bisher recht wenige Bücher von Nobelpreisautoren gelesen habe. Nur weil jemand einen Preis bekommt, heißt das noch lange nicht, daß mich das auch interessiert. Aber bei allen Büchern dieser Kategorie, die mir einfallen, hatte ich schon beim Lesen das Gefühl, daß der Preis verdient war. Selbst beim linientreuen Michail Scholochow, der mit seinem „Stillen Don“ ein wahres Meisterwerk abgeliefert hat (und an dessen Sprachgewalt Thomas Mann auch nicht annähernd heranreicht) war mir beim Lesen sehr bald klar, daß der "Stille Don" mit in die höchste Kategorie gehört.


    Durch Deine Anmerkung habe ich nochmals über das Buch nachgedacht und auch meine Leseliste für 2014 durchgesehen. Es bleibt dabei. Das war das einzige von mir in 2014 gelesene Buch, das ich in diesem Thread "Leseflops 2014" nennen kann.


    Aber wir werden uns nicht einigen können, und dieser Thread ist für eine weitere Diskussion eigentlich auch nicht geeignet.


    Wenn es Dich beruhigt, habe ich das Buch eben nicht verstanden. Ich muß nicht alles verstehen. Aber vom Autor eines Romans erwarte ich, daß er sich mir verständlich machen kann. Thomas Mann ist dies offensichtlich nicht gelungen.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Zitat

    Original von SiCollier
    ...
    Wenn es Dich beruhigt, habe ich das Buch eben nicht verstanden. Ich muß nicht alles verstehen. Aber vom Autor eines Romans erwarte ich, daß er sich mir verständlich machen kann. Thomas Mann ist dies offensichtlich nicht gelungen.


    :anbet Eine weise Antwort! :wave

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Zitat

    Original von SiCollierWenn es Dich beruhigt, habe ich das Buch eben nicht verstanden. Ich muß nicht alles verstehen. Aber vom Autor eines Romans erwarte ich, daß er sich mir verständlich machen kann. Thomas Mann ist dies offensichtlich nicht gelungen.


    Okay, aber vielleicht ist es etwas viel erwartet von einem Autor, auch Leser zu überzeugen, die doch ein gutes Stück nach seiner Lebenszeit das Buch lesen. Die Zeiten ändern sich, kein Autor wird es je schaffen, völlig unabhängig von seiner Zeit zu schreiben und sich auch zukünftigen Generationen auf dieselbe Weise verständlich zu machen, gerade bei derart unterschiedlichen Lebensperspektiven. Die Leute seiner Zeit haben ihn schon verstanden.


    Er hat sein Ziel erreicht und viele Autoren nach ihm beeinflusst, damit hat er mehr geschafft als die meisten seiner Generation. Das wollte ich nur noch beifügen.

  • Schwab: Mondscheinsonate (nicht nachvollziehbarer Leichtsinn der Opfer)
    Rehn: Sommer der Freiheit (Sex statt Geschichte)
    Romer: Rosenholzzimmer (zuviele Genres verdarben den Brei)
    Coelho: Untreue (hat mich genervt)
    Olden: Giri (sogar das hab ich vergessen, nur in der Abbruchliste gefunden)
    Swanson: Unbekannte (offensichtlich spätpubertierender Protagonist)
    Fielding: Bridget Jones (wirklich gruseliger Abstieg)
    Irving: Owen Meany (keinen Zugang gefunden)
    Sahler: Dunkle Wälder (Wolga rauschte zu weit entfernt vorbei)

  • Es gab zwei Bücher, die mich sehr enttäuscht haben:


    Jenseits des Himmels - Jennie Rooney
    dieses Buch habe ich abgebrochen, da es kaum wörtliche Rede gab, ich die Erzählweise sehr komisch fand und mir die Figuren fremd geblieben sind


    An einem Sonntag im Oktober - Hilary Boyd
    ich habe mich bis zum Ende gequält, aber es hat mich sehr enttäuscht - am liebsten hätte ich die Hauptfigur geschüttelt, damit sie nicht so "bescheuert" handelt und zusätzlich fand ich einige Wendungen sehr unrealistisch


    Mehr Flops gab es in diesem Jahr glücklicherweise nicht für mich :-]

  • Mein Jahresflop 2014 war eindeutig:


    Ein letzter Schatten von Zweifel von Kjell Ola Dahl
    Wirre Geschichte, für mich nicht nachvollziehbare Handlungen - und die ausführlich geschilderten ausschließlich 'außergewöhnlichen' sexuellen Neigungen brachten der Geschichte auch keinerlei Mehrwert.


    Weitere Flops im letzten Jahr waren:


    Nachruf auf den heiligen B. von Daniel Akst (ebenfalls eine ziemliche wirre Geschichte, aber immerhin einige wenige humorvolle Lichtblicke im trüben Grau)


    und


    Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht (ich hätte vorher in den Rezi-Thread zu dem Buch reinsehen sollen).

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

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  • Zitat

    Original von Evelyne_Marti


    Womöglich hat Thomas Mann ganz einfach auch poetologisch überlegt und kein Sachbuch über das damalige Kaufmannsleben schreiben wollen. Und eventuell hast Du einfach nicht verstanden, worum es im Roman wirklich geht, literarisch gesehen. :-]


    Welch eine hammerarrogante Aussage. ;-)
    Also - Literaturkönigin Evelyne :anbet erklär uns Dummnickeln die Welt der Literatur....


    .....wir lauschen deinen gurutistischen Aussagen. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Mir ist noch ein Flop eingefallen. Hab ich wahrscheinlich so verdrängt, dass er mir nicht mehr eingefallen ist. :rofl


    Ein Gesicht in der Menge von Stephen King


    Vom Großmeister bin ich das nicht gewohnt :wow

    “Lesen ist das Trinken von Buchstaben mit den Augen.” H. Lahm


    :lesend Erik Axl Sund - Scherbenseele


    SuB 01.09.: 159
    SuB-Abbau-Wette: 5. Runde 3/5

  • Ich ahne Schlimmes, wenn ich das jetzt noch einmal anrühre, das Buddenbrooks-Thema nämlich. Seit Tagen schleiche ich da herum, überlege hin und zurück. Eigentlich geht es ja um Leseflops hier - deswegen füge ich meinen persönlichen Flop dann auch an, als Feigenblatt. :grin


    Zu Thomas Mann jedenfalls ...


    SiCollier schreibt: "Wenn es Dich beruhigt, habe ich das Buch eben nicht verstanden. Ich muß nicht alles verstehen. Aber vom Autor eines Romans erwarte ich, daß er sich mir verständlich machen kann. Thomas Mann ist dies offensichtlich nicht gelungen."


    Das kann ich akzeptieren, möchte aber anmerken, dass ein jeder Autor aus seiner Zeit und seiner Situation heraus schreibt. Wenn mir die Umstände dieser Zeit und dieser Situation nicht ausreichend bekannt sind, dann kann ich das nicht dem Autor anlasten. Das Grundthema der Buddenbrooks vermittelt im Übrigen schon der vollständige Titel: "Buddenbrooks: Verfall einer Familie". Die Schilderung dieses deprimierenden Vorgangs mit Stil, mit Ironie, mit Humor, das macht für mich persönlich die Qualität dieser Veröffentlichung eines jungen Autors aus. "Das Leben, das gut und gerecht ist, indem es geschieht", wie Rilke damals bemerkte.
    Ob es sich um einen 'Kaufmannsroman' handelt? Keine Ahnung. Mit Sicherheit aber handelt es sich um einen ausgesprochen protestantischen Roman.


    Voltaire schreibt: "Und die (sic!) "Buddenbrooks" war nichts anderes als ein unterdurchschnittlicher Unterhaltungsroman."


    Das ist, mit Verlaub, blühender Unsinn. Mag ja sein, dass "Buddenbrooks" als Unterhaltungsroman versagt. Obendrein ist der Titel auch ein miserabler Western und hundsmiserable Science Fiction noch dazu - weil er mit beiden Genres nämlich nichts zu tun hat. Wie er eben auch kein Unterhaltungsroman ist.


    Wie jedes Werk der Kunst gewinnt auch dieses seinen Wert vor dem Hintergrund der Zeit und der Umstände seiner Entstehung. Schriebe ich heute wie Mann, wie Goethe, wie Grimmelshausen: Das hätte keinen Wert. Meißelte ich heute Michelangelos David nach, eins zu eins: Das hätte keinen Wert. Ausgenommen, dass es möglicherweise unterhaltsam zu lesen oder gefällig anzusehen wäre. Kaum die maßgeblichen Kategorien zur Beurteilung von künstlerischem Wert.


    Was hingegen eine solche Kategorie darstellt: Originalität. Die aber kann eben nur vor dem Hintergrund eines bestimmten Wissens um Kunst, um Literatur erkannt werden. Eine "Meinung" darf ich natürlich zu allem und jedem haben - wäre aber vorsichtig, mit meiner Unwissenheit zu kokettieren und gleichzeitig jemanden als "Schwafelbruder" abzuqualifizieren.


    Mein persönlicher Flop des Jahres: Olaf Raders Biographie Kaiser Friedrichs II.

    "Ich bin nicht der Meinung, dass jemand, der eine andere Meinung hat als ich, nur deswegen kritisiert werden muss. Er muss dann kritisiert werden, wenn er etwas vertritt, was nicht echt ist." (Helmut Schmidt)


  • Meine Güte, welche eine billige Retourkutsche. :-)
    Die "Buddenbrooks" gelten als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache. Und Gesellschaftsroman kann mit Unterhaltungsroman gleichgesetzt werden.


    Unabhängig davon erlaube ich mir eine eigene Meinung zu haben, selbst dann, wenn eine gekränkte Eitelkeit sie als "blühender Unsinn" bezeichnet.


    In diesem Sinne - man sieht sich. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Grisel


    Versuche gerade, nicht wieder ein Mega-Posting draus zu machen. :)


    Rader tritt mit dem Anspruch an, einen neuen Friedrich zu zeigen, ihn - eben - als Sizilianer darzustellen. Toll, könnte man denken, wir haben ja wirklich schon Dutzende davon seit Kantorowicz, jetzt also eine völlig neue Idee, schließlich waren die Vorfahren mütterlicherseits Sizilianer (wenn man die Hautevilles als Sizilianer fasst). Nur, und da gingen bei mir die Augenbrauen hoch, was ist dann eigentlich mit Abulafia? Dessen Biographie ist keine zwanzig Jahre alt und hat sich gerade bemüht, genau diesen Hintergrund zu erhellen - im Sinne eines doppelten Hintergrunds, indem die deutschen wie die normannischen Elemente (und andere dazu) beleuchtet wurden.


    Auch Rader beleuchtet aus ganz unterschiedlichen Winkeln. Er tritt weit zurück, und der Leser könnte jetzt erwarten: Sehr gut, jetzt kommt die Totale, die Friedrich in den Bedingtheiten seiner Zeit zeigt. Aber das geschieht nicht. Nach meinem Verständnis las sich das Buch wie eine Aneinanderreihung unzähliger mehr weniger zusammenhangloser Exkurse, die sich wohl um eine flotte Sprache bemühten, aber auch in ihrem eigenen Feld immer an der Oberfläche blieben, schwankend zwischen Anekdote und Konversationslexikon. Und zum Verständnis des eigentlichen Gegenstands wenig beitrugen.


    Insgesamt hat das Ganze auf mich wie eine Materialsammlung gewirkt, ein gigantischer Zettelkasten, in den alles hineingeworfen wurde, was auch nur entfernt mit der behandelten Figur zu tun haben könnte. Ich sehe keinen roten Faden. Ich sehe oberflächlich gesichtete Zufallslektüre, die mehr schlecht als recht verklammert wurde.

    "Ich bin nicht der Meinung, dass jemand, der eine andere Meinung hat als ich, nur deswegen kritisiert werden muss. Er muss dann kritisiert werden, wenn er etwas vertritt, was nicht echt ist." (Helmut Schmidt)