'Die Pranken des Löwen' - Seiten 120 - 182

  • Kleiner Abstecher nach Italien und viele Überraschungen. Heinrichs Leute verstehen die Normannen. Ansonsten kriegt die Kirche ihr Fett weg. Die Zustände sind erschreckend. Robert erfährt eine Menge über Heinrich und seine gewitzte Vorgehensweise. Seine Worte und seine Absichten unterscheiden sich oft. Dann gibt es antikes Kriegsgerät zu bestaunen. Die Schleuder zeitigt Erfolg und Robert steigt auf. Sein Verhältnis zu Mathilda ist sehr eng, wie überhaupt Beziehungen eine große Rolle spielen.

    :Hörbuch Steve Hamilton - Das zweite Leben des Nick Mason

    :Hörbuch Robert Fabbri - Der gefallene Adler

    :lesend Mac P. Lorne - Der Sohn des Löwen

    :lesend Remy Eyssen - Mörderischen Lavandou

    :lesend Christiane Dieckerhoff - Spreewaldwölfe

  • Als Robert an der Malaria erkrankte, war ich zuerst ein wenig verunsichert. Ich konnte mir nicht recht vorstellen, dass er bereits sterben sollte, immerhin hat er ja den Vater von Robin Hood noch nicht gezeugt. ;) (Oder zumindest nicht, dass wir wüssten.)

    Der kleine Abstecher in das Kloster war auf jeden Fall interessant. Hildegard ist eine bewunderswerte Frau, wie sie sich in ihr Schicksal gefügt hat und nun das Beste versucht daraus zu machen. Sie kämpft darum, ein Frauenkonvent auf die Beine zu stellen und dieser Kampf trägt dann auch Früchte. Auch ihr umfassendes Wissen in der Heilkunde ist wirklich enorm. Dass sie sich als Frau dann auch noch traut dem König ihre Prognose so an den Kopf zu werfen, Hut ab! Aber manchmal bringen einem die falschen Prognosen ja auch nichts. So konnte der König immerhin noch versuchen sein Erbe zu regeln, auch wenn trotzdem alles nicht so funktioniert wollte, wie er sich das vorgestellt hat. Aber dazu später noch mehr.

    Denn erstmal entwickelt sich die erste Romanze von unserem Helden. Robert verliebt sich in die Nonne Martha. Die arme Martha tat mir wirklich Leid, sie hat ganz schön mit ihrem Schicksal zu kämpfen, würde sich für sich lieber etwas ganz anderes wünschen. Das habe ich als sehr tragisch empfunden, denn ich habe es so wahrgenommen, dass sie auch lieber in bescheideneren Verhältnissen gelebt hätte, aber dafür als Mutter und Ehefrau und nicht als Nonne. Aber so ein Los hat man sich für Adlige einfach nicht vorstellen können. Mal davon abgesehen, dass man "den Zehnten" zahlen musste. Menschenhandel im Namen der Kirche. Amen.


    Genial fand ich übrigens auch die Unterhaltungen bzgl. der Kirche und ihrer Vertreter zwischen Robert und Martha. Ich bin da wirklich sehr nah bei Roberts Ansichten! ;)


    Matilda bekommt gefühlt zum ersten Mal ihren Willen nicht. Alle Pläne bezüglich ihres Ehemanns und der Erbfolge gehen den Bach hinunter, ganz egal, ob das Matilda passt oder nicht. Die ist nun nicht mehr die Kaiserin und die anderen Machtinhaber sehen gar nicht, warum sie ihr gehorchen sollten. Was für ein elender Kampf eine solche Nachfolge bedeutet, wurde gut beschrieben. Aber alles andere wäre auch seltsam, immerhin geht es hier um eins der höchsten Ämter mit der meisten Macht im Umfeld.


    Aber immerhin geht es nun zurück nach England - da Matildas Vater sie als seine Nachfolgerin haben wollte, kann ich mir gut vorstellen, dass sie da ihr Glück finden wird. Ich bin sehr gespannt! Bisher kann ich mir auch noch nicht vorstellen, wie Roberts Erben später mal "abtrünnig" werden sollen. Er ist immerhin sehr pflichtbewusst und loyal.

  • Als Robert an der Malaria erkrankte, war ich zuerst ein wenig verunsichert. Ich konnte mir nicht recht vorstellen, dass er bereits sterben sollte, immerhin hat er ja den Vater von Robin Hood noch nicht gezeugt. (Oder zumindest nicht, dass wir wüssten.)

    Na ich habe ja keine Sekunde damit gerechnet, dass er stirbt. Ich war aber etwas überrascht, dass Mathilda ihn doch ziemlich kühl zurücklässt. Sie tut zwar alles, um für sein Pflege zu sorgen, aber ich hatte das Gefühl, sie hatte es dennoch eilig und hat ihn irgendwie doch schon fast abgehakt.


    Genial fand ich übrigens auch die Unterhaltungen bzgl. der Kirche und ihrer Vertreter zwischen Robert und Martha. Ich bin da wirklich sehr nah bei Roberts Ansichten!

    Die Liaison, die sich da anbahnt, wird sicherlich zu einigen Problemen führen. So ohne weiteres kann Martha den Konvent nicht verlassen, denke ich. Und bis sie das tut, muss Robert aufpassen, wie weit er geht. Sonst bekommt auch er großen Ärger.


    Die Gespräche haben mich wirklich sehr an die Bücher von Ulf Schiewe erinnert. Also damit will ich sagen, dass in der Normannen- und der Wikingerreihe ähnliche Glaubensfragen diskutiert wurden. Über die Jahrhunderte immer wieder ähnliche Probleme - also erst der Umbruch von alter Glaube zu christlichem Glauben und dann hier die Frage, wie weit die Männer der Kirche sich selbst an die Lehren Jesu halten und wie viel Selbstbestimmung dem Menschen eingeräumt werden muss. Diese Glaubensdispute sind immer ein wichtiges Thema in Histos. (Und eigentlich doch auch heute noch. Nur ist es heute oft auch der Islam, der zu solchen Diskussionen anregt. Und wenn ich an den Bischof denke, mit seiner goldenen Badewanne....:lache hat sich nix geändert.)


    Gut gefallen haben mir wieder die Kleinigkeiten. Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum Malaria so heißt. So was kann ich mir noch besser merken, wie den politischen Klüngel, bei dem man schon mal wirr wird.;)


    Als Mathildas Mann das Gefecht gegen die Franzosen abbricht mit der Einsicht, dass er sowieso nicht gewinnen kann, da tickt sie ja völlig aus. :wow Ich für meinen Teil fand das eine weise und sehr ungewöhnlich menschliche Entscheidung zur damaligen Zeit - und überhaupt.

  • Ein kurzer Abschnitt, in dem viel passiert ist..

    Ich hätte mich gefreut, wenn das mit Robert und Martha geklappt hätte und hatte schon nach deren Diskussion gedacht, das beide Hals über Kopf durchbrennen..:saint:aber sie kennen beide die Konsequenzen ganz genau und es dafür riskieren?? Obwohl die beiden ja beim Turteln beobachtet worden sind...das wird bestimmt ein böses Nachspiel haben, befürchte ich..

    Diesen intriganten Adalbert möchte ich am liebsten nehmen und den Hals umdrehen!! Jetzt hat er die Thronfolgerwahl so manipulieren können, das er seinen Willen durchsetzen kann:cursing:Arrggh:cursing:

  • Als Mathildas Mann das Gefecht gegen die Franzosen abbricht mit der Einsicht, dass er sowieso nicht gewinnen kann, da tickt sie ja völlig aus. Ich für meinen Teil fand das eine weise und sehr ungewöhnlich menschliche Entscheidung zur damaligen Zeit - und überhaupt.

    Da merkt man ihr herrisches Gemüt. Verlieren gehört auf jeden fall nicht zu ihren Stärken und aufgeben fällt für sie sicherlich in eine ähnliche Kategorie.


    Ich hätte mich gefreut, wenn das mit Robert und Martha geklappt hätte und hatte schon nach deren Diskussion gedacht, das beide Hals über Kopf durchbrennen..aber sie kennen beide die Konsequenzen ganz genau und es dafür riskieren??

    Gewundert hätte mich das auch nicht. Aber die Beiden denken da schon sehr realistisch, was wohl auch gut ist. Denn ob diese Strapazen die noch frische Liebe aushalten könnte?

  • Adalbert ist ja ein richtiges Arschloch.

    Aber ok, das waren wohl nicht wenige, wenn es um Macht geht.


    Wenigstens kann Mathilda jetzt endlich wieder nach England. Da ist die Geschichte sowieso viel spannender, als in Deutschland. :chen


    Das wäre theoretisch doch eigentlich DIE Chance für Robert & Martha.

    Ab mit ihr aufs Pferd und dann gen England und dort neu beginnen. Sofern Mathiolda nix dagegen hat, sollte dem nix im Wege stehen.

    Und so wütend, wie sie auf den deutschen Klerus und die Kirche dort ist, trau ich zu, daß sie zustimmt und so dem ollen Adalbert noch mal eins auswischt :grin


    So, da wieder nebenbei Fußball läuft, diesmal Portugal /Spanien, kann ich ja weiterlesen.

  • Diesen intriganten Adalbert möchte ich am liebsten nehmen und den Hals umdrehen!! Jetzt hat er die Thronfolgerwahl so manipulieren können, das er seinen Willen durchsetzen kann:cursing:Arrggh:cursing:

    Natürlich ist Adalbert nicht wirklich ein Sympathieträger;) aber wirklich verwerflich fand ich seine Intrigen jetzt nicht. Heinrich hatte kein Recht seinen Nachfolger selbst zu bestimmen, da war doch klar, dass die deutschen Fürsten sich das wahrscheinlich nicht gefallen lassen.

    Das wäre theoretisch doch eigentlich DIE Chance für Robert & Martha.

    Ab mit ihr aufs Pferd und dann gen England und dort neu beginnen. Sofern Mathiolda nix dagegen hat, sollte dem nix im Wege stehen.

    Und so wütend, wie sie auf den deutschen Klerus und die Kirche dort ist, trau ich zu, daß sie zustimmt und so dem ollen Adalbert noch mal eins auswischt :grin

    Das hatte ich auch gedacht, aber der Arm der Kirche hätte die beiden auch jenseits des Kanals erreicht ...

  • In diesem Abschnitt müssen wir nun schon das erste Mal Abschied nehmen, aber nicht von Robert, der seine schwere Krankheit mit Hilfe von Nonnen übersteht und sich dabie prompt verliebt in eine von ihnen, mal schauen was aus der Geschichte zwischen ihm und Martha wird.

    Die inzwischen 23jährige Mathilda ist nun leider schon Witwe, Heinrich stirbt an Krebs. Mathilda ist aber mittlerweile eine wunderschöne und starke junge Frau und wird seinen Tod überwinden.Ich mag sie sehr.

    Nun geht es also zurück nach England

    Auf diesen bescheuerten Adalbert kann man nicht wirklich sauer sein, es ist eben wie es ist. Für mich ist der einfach primitiv.


    Ein tolles Buch, nicht ganz einfach zu lesen, man sollte sich Zeit nehmen

  • Da merkt man ihr herrisches Gemüt. Verlieren gehört auf jeden fall nicht zu ihren Stärken und aufgeben fällt für sie sicherlich in eine ähnliche Kategorie.

    Ja und sie dachte schon vor allem erst mal an sich selbst. Empathie gehört auch nicht zu ihren Stärken. ;)

  • Das kann ich alles so unterschreiben. Die gleichen Gedanken habe ich mir über Robert und Martha gemacht, und ich habe da so ein dumpfes Gefühl, dass aus den beiden noch was wird und dass sie sich diese Chance nicht entgehen lassen.

  • Da merkt man ihr herrisches Gemüt. Verlieren gehört auf jeden fall nicht zu ihren Stärken und aufgeben fällt für sie sicherlich in eine ähnliche Kategorie.

    Ich denke, in ihrer Position muss sie einfach so sein, sonst würde sie unweigerlich untergehen. Außerdem fand ich alles, was sie durchsetzen will, bisher gar nicht so unvernünftig. Ich kann sie schon verstehen und mag sie.

  • Ich habe heute schon weiter, als bis zum Ende dieses Abschnitts gelesen, deshalb bin ich ein wenig vorsichtig bei dem, was ich hier schreibe.

    Der kleine Abstecher in das Kloster war auf jeden Fall interessant. Hildegard ist eine bewunderswerte Frau, wie sie sich in ihr Schicksal gefügt hat und nun das Beste versucht daraus zu machen. Sie kämpft darum, ein Frauenkonvent auf die Beine zu stellen und dieser Kampf trägt dann auch Früchte. Auch ihr umfassendes Wissen in der Heilkunde ist wirklich enorm. Dass sie sich als Frau dann auch noch traut dem König ihre Prognose so an den Kopf zu werfen, Hut ab!

    Vor allem fand ich es interessant, Hildegard von Bingen mal zu "begegnen". Sie war ja nun wirklich eine gelehrte Frau und ihre Bücher über Kräuterheilkunde sind auch heute noch recht bekannt und werden ganz sicher nicht nur in Klöstern verwendet. Soweit ich weiß, wurde sie sogar irgendwann heilig gesprochen. Damit ist uns hier also eine waschechte Heilige über den Weg gelaufen. Solche Anekdoten gefallen mir immer besonders gut, auch wenn die Personen nur ganz am Rande auftauchen. Dabei hatte Hildegard von Bingen hier ja nun wirklich eine wichtige Rolle.

    Genial fand ich übrigens auch die Unterhaltungen bzgl. der Kirche und ihrer Vertreter zwischen Robert und Martha. Ich bin da wirklich sehr nah bei Roberts Ansichten!

    Die Dispute fand ich auch sehr interessant. Robert hat seine ganz eigene (sehr kritische) Meinung zur Kirche, während Martha unschuldig wie sie ist, alles glaubt, was man ihr bis dahin eingetrichtert hat. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, dass die hohen Geistlichen nicht so selbstlos und gottesfürchtig sind, wie man ihr immer erzählt. Ich bin da mal sehr gespannt, was aus den beiden noch werden wird.

    Als Mathildas Mann das Gefecht gegen die Franzosen abbricht mit der Einsicht, dass er sowieso nicht gewinnen kann, da tickt sie ja völlig aus. Ich für meinen Teil fand das eine weise und sehr ungewöhnlich menschliche Entscheidung zur damaligen Zeit - und überhaupt.

    Ich glaube an der Stelle hat Mathilda eher den Vorteil für ihren Vater und sich selbst gesehen, als das Unheil, welches ihr Gemahl dadurch vermieden hat. Sie ist ja nun eigentlich clever genug, um selber zu sehen, dass Heinrich den Kampf nicht hätte gewinnen können und nur unnötig Blut vergossen hätte. Nur ist sie eben so unglaublich aufbrausend, dass sie erst schreit und sich vielleicht danach erst ihre Gedanken dazu macht.

    Ich halte sie für einen sehr schweren Charakter und glaube auch, dass es nicht gerade einfach war, immer in ihrer Nähe zu sein. Vor allem, wenn sie mal wieder einen ihrer Wutausbrüche hat.


    Mac P. Lorne Mir ist auf S. 127 (Print-Ausgabe) noch etwas aufgefallen: Ziemlich weit oben steht:

    "Wir werden tun, was in unserer Macht steht, Majestät. (...)" Hildegard hatte der Kaiserin geantwortet (...).

    "Das will ich hoffen, mein Kind. (...)"

    Und weiter unten kommt dann:

    "Jutta von Sponheim, etwa zehn Jahr älter, als die Frau, die sie soeben "mein Kind" genannt hatte, (...)


    Ich vermute, hier muss noch mal ein bisschen mehr umgeschrieben werden. Falls ich einfach einen anderen Zusammenhang überlesen habe, so wäre ich froh, wenn mich jemand erhellen könnte. ;-)


    Ansonsten habe ich mich mittlerweile auch schon ganz gut an die Sprache gewöhnt und finde, dass mir Robert in diesem zweiten Teil schon viel näher gekommen ist. Im ersten war er für mich irgendwie noch nicht so wirklich greifbar, da die Geschichte sich häufig eher um Mathilda und Heinrich gedreht haben und Robert halt eher schmückendes Beiwerk war. Das hat sich in dem zweiten Teil finde ich geändert, sodass ich mehr mit Robert anfangen kann und nun auch mit ihm mitfiebere.

    :lesend Rebecca Gablé; Der Palast der Meere

    :lesend Sergej Lukianenko; Wächter des Tages (eBook)

    :lesend Teresa Simon; Die Fliedertochter (Leserunde)

    :lesend Robert Galbraith; Weißer Tod (Hörbuch)

  • Ich glaube an der Stelle hat Mathilda eher den Vorteil für ihren Vater und sich selbst gesehen, als das Unheil, welches ihr Gemahl dadurch vermieden hat

    Eine Königin sollte sich nicht nur um ihre eigenen Wünsche kümmern sondern auch ihre Untertanen, ihre Soldaten, ihr Volk im Blick haben. Wenn man damit ein unnützes Gemetzel verhindern kann, dann sollte ihr das wichtiger sein. Das sind natürlich Wunschvorstellungen von mir aber an ihrem Mann sieht man, das es möglich wäre.

  • Eine Königin sollte sich nicht nur um ihre eigenen Wünsche kümmern sondern auch ihre Untertanen, ihre Soldaten, ihr Volk im Blick haben. Wenn man damit ein unnützes Gemetzel verhindern kann, dann sollte ihr das wichtiger sein. Das sind natürlich Wunschvorstellungen von mir aber an ihrem Mann sieht man, das es möglich wäre.

    Und das schöne daran ist, dass es tatsächlich so war. :)

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)

  • Ich bin ganz begeistert von diesem Abschnitt.


    Intrigen, Macht, Liebe, Freundschaft und noch vieles mehr. Ich habe mich besonders sehr über den Investitutstreit (der sehr gut erklärt ist) und die Begegnung mit Hildegard gefreut.


    Jetzt bin ich gespannt was uns in England erwartet :-)

  • Ich bin noch nicht mit dem Abschnitt durch, muss aber mal erwähnen, dass ich mich sehr über die Begegnung mit Hildegard gefreut habe. Mit ihr habe ich nicht gerechnet, auch bei dem Klosternamen hat es noch nicht Klick gemacht. Aber als sie ihr Interesse an Heilkunde erwähnte, war es mir dann klar.

    SUB 209 (StartSUB 203)


    :lesend Susanne Goga - Der dunkle Weg
    :lesend Stefan Maiwald - Die Toten von Rialto
    :lesend Andreas Gruber - Todesurteil (Hörbuch)

  • Ich hab gestern diesen Abschnitt dann auch noch beendet.


    Wie Adalbert Matilda abgezockt hat, war schon dreist. Aber ganz offensichtlich hatte sie auch wenig Rückhalt bei den Fürsten des andes, wenn die sich alle so einfach haben überzeugen lassen.

    Aber gut, nur so kann sie auch zu ihrem Vater zurück gehen und sich als dessen Erbin etablieren.

    Ich habe den Eindruck, dass mAtilda sich aus den Menschen ihres Reiches eher weniger Gedanken gemacht hat. Sieht man ja an der Geschichte als sie sich aufregt, dass ihr Mann nicht innötig ins Gefecht zieht.


    Damit war sie sicher nicht alleine, den meisten Herrschenden dieser Zeit war das einfach Volk ja ziemlich egal, solange die nicht aufgemuckt haben.


    Marthas und Roberts geschichte gefällt mir gut. Sie ist ja nicht dumm, sie wird nur, wie viele andere auch, dumm gehalten. Robin fordert sie ja auch auf, sich selbst Gedanken zu dem zu machen, was er ihr erzählt.,

    Dass er seinen Glauben etwas verloren hat, wundert mich nicht, dafür hat er zu viele kirchliche Verfehlungen mit ansehen müssen.



    Der Auftritt von Hildegard hat mir auch gut gefallen. Sie wird es ja noch weit bringen und sich ihre Wünsche erfüllen.


    Jetzt bin ich mal auf die Reise nach England gespannt und wie Robert es schaffen wird Martha mit sich zu nehmen.

  • Vor allem fand ich es interessant, Hildegard von Bingen mal zu "begegnen". Sie war ja nun wirklich eine gelehrte Frau und ihre Bücher über Kräuterheilkunde sind auch heute noch recht bekannt und werden ganz sicher nicht nur in Klöstern verwendet. Soweit ich weiß, wurde sie sogar irgendwann heilig gesprochen. Damit ist uns hier also eine waschechte Heilige über den Weg gelaufen. Solche Anekdoten gefallen mir immer besonders gut, auch wenn die Personen nur ganz am Rande auftauchen. Dabei hatte Hildegard von Bingen hier ja nun wirklich eine wichtige Rolle.

    Die Abschnitte am Disibodenberg und mit Hildegard von Bingen hab ich schon beim ersten Lesen genossen, nicht nur wegen des interessanten und spannenden Inhalts, sondern auch weil ich an der Nahe und ganz in der Nähe wohne :-].

    Bilder - wie es heute dort aussieht.


    Genial fand ich übrigens auch die Unterhaltungen bzgl. der Kirche und ihrer Vertreter zwischen Robert und Martha. Ich bin da wirklich sehr nah bei Roberts Ansichten


    Die Passagen, in denen Robert seine Ansichten zur Kirche und deren Würdenträgern zum Ausdruck bringt, zählen zu meinen Lieblingsszenen in diesem Buch.


    Diese Königswahl und das ganze intrigante Geschacher darum erinnert mich an die heutige Politik. Da läuft es zwar meist etwas subtiler ab, aber letztlich nicht viel anders :rolleyes. Matilda musste hier eine arge Demütigung hinnehmen. Ob sie das für ihren weiteren Weg geprägt und härter gemacht hat? Ich denke schon.

  • Lumos Vielen Dank für den Link. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, da mal nach zu googeln... Aber das sieht richtig schön aus, ich finde solche alten Klosterruinen, die sich die Natur langsam zurückerobert haben immer irgendwie etwas Magisches.

    :lesend Rebecca Gablé; Der Palast der Meere

    :lesend Sergej Lukianenko; Wächter des Tages (eBook)

    :lesend Teresa Simon; Die Fliedertochter (Leserunde)

    :lesend Robert Galbraith; Weißer Tod (Hörbuch)