Die ersten drei Sätze eures aktuellen Buches?!

  • Ich wusste, dass ich zu spät kommen würde, sogar schon, als ich es noch hätte verhindern können.

    Schuld allein war das Buch, das mich derart gefesselt hatte.

    Zwischendurch war ich aus den Seiten aufgetaucht, nur um zu sehen, dass die Zeiger meiner
    rosafarbenen Kinderarmbanduhr entgegen all meiner Hoffnungen nicht stehen geblieben waren.


    Irrlicht und Hexe (7. Hexenregel: Unterschätze nie die Kraft des Wortes - es hat eine besondere Kraft, es kann befreien, anstoßen und verändern, aber auch verletzen und zerstören)

  • Zwei, drei Stunden, bevor das Chaos ausbrach, lag ich im Bett und grübelte. Seit fünf Uhr dachte ich darüber nach, welche Umstände mich im Alter von einundvierzig Jahren in mein Elternhaus zurückgeführt hatten. Mein Zimmer sah nicht mehr so aus wie damals, vor zwanzig Jahren, als ich auszog.


  • "Nach den kurvenreichen Sträßchen und beschaulichen Wiesen, für die England später berühmt wurde, hättet ihr lange gesucht. Gefunden hättet ihr stattdessen endlose Weiten, ödes, unbestelltes Land; hier und dort einen Saumpfad über felsiges Bergland, durch karges Moor. Die von den Römern zurückgelassenen Straßen waren bis dahin meist schon geborsten oder überwuchert, oft von der Wildnis zurückerobert."


  • 1801- So eben bin ich von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt - diesem einsiedlerischen Nachbarn, der mir noch zu schaffen machen wird. Was für eine schöne Gegend! Ich denke, in ganz England hätte ich keinen zweiten Ort finden können, an dem sich so abgeschieden vom gesellschaftlichen Trubel leben ließe.


    Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.
    (Mahatma Gandhi)

  • "Mein lieber Martin,

    nun bist du also wieder in Deutschland. Wie sehr ich dich beneide! Obwohl ich dieses Land seit meinen Studienzeiten nicht mehr gesehen habe, wirkt der Zauber von Unter den Linden noch immer auf mich - die geistige Freiheit, die Diskussionen, die Musik und die freundschaftliche Wärme."


    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Fatal. Ein kurzer Blick auf das Bild genügte, um der dunklen Ahnung der vergangenen Monate Gestalt zu geben. Der Embryo lag gekrümmt wie ein Lurch, ein Auge schaute ihn direkt an.


    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)


  • "In einer Novembernacht, mal wieder eine, die zum Morgen geworden war, während sie einfach nur dasaß, hob Georgie Jutland den Kopf und sah ihr blasses und wütendes Gesicht im Fenster. Kurz zuvor hatte sie noch die Blaupausen einer zweiunddreißig Fuß langen Pain-Clark-Yacht von 1913 studiert, die ein Segelfan aus Manila in seine Webseite gestellt hatte, doch dann warf der Server sie raus, und unvermittelt packte sie eine so lächerliche Wut, daß sie sich fragen mußte, was da mit ihr geschah. Weder das Boot noch der Kerl in Manila bedeuteten ihr irgend etwas; beide waren so unwichtig für sie wie jede andere Site, die sie in den letzten sechs Stunden besucht hatte."


    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • "Alles, was geschieht, geschieht.


    Alles, was sich selbst im Zuge seines Geschehens erneut geschehen läßt, geschieht erneut.


    Alles, was während seines Geschehens etwas anderes Geschehen läßt, läßt etwas anderes geschehen."


    :lesend Rebecca Gablé; Der Palast der Meere

    :lesend Sergej Lukianenko; Wächter des Tages (eBook)

    :lesend Teresa Simon; Die Fliedertochter (Leserunde)

    :lesend Robert Galbraith; Weißer Tod (Hörbuch)

  • Prologue

    Early 1980s

    "This is gonna take some getting used to." Detective Sean O'Brian plopped down on the huge, four-poster, king-sized bed and slid one hand up the elaborately carved post nearest him thoughtfully. "Lap of luxury," he muttered.

    "What, sleeping in the same bed, or being my 'boy'?"


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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Raffaella Romagnolo: Bella Ciao

  • Nichts hielt das Wasser auf, man konnte es den Berg hinab zum Fjod verfolgen; vom Schnee, der aus den Wolken fiel und sich auf den Gipfel legte, bis zum Dampf, der aus dem Meer aufstieg und wieder zu Wolken wurde.

    Jeden Winter wuchs der Gletscher, er sammelte den Schnee, jeden Winter wuchs er, wie es sein sollte und jeden Sommer schmolz er, leckte, gab Tropfen frei, die zu Bächen wurden und ihren Weg nach unten fanden, von der Schwerkraft angezogen, und die Bäche sammelten sich, wurden zu Wasserfällen und Flüssen.

    Wir waren zwei Gemeinden, die sich einen Berg und einen Gletscher teilten, wir hatten sie geteilt, solange wir denken konnten.


  • Nichts hielt das Wasser auf, man konnte es den Berg hinab zum Fjod verfolgen; vom Schnee, der aus den Wolken fiel und sich auf den Gipfel legte, bis zum Dampf, der aus dem Meer aufstieg und wieder zu Wolken wurde.

    Jeden Winter wuchs der Gletscher, er sammelte den Schnee, jeden Winter wuchs er, wie es sein sollte und jeden Sommer schmolz er, leckte, gab Tropfen frei, die zu Bächen wurden und ihren Weg nach unten fanden, von der Schwerkraft angezogen, und die Bäche sammelten sich, wurden zu Wasserfällen und Flüssen.

    Wir waren zwei Gemeinden, die sich einen Berg und einen Gletscher teilten, wir hatten sie geteilt, solange wir denken konnten.



    Sofort erkannt; ich hatte neulich erst die Leseprobe gelesen. Viel Spaß mit dem Buch!!! :wave

  • Der Wind wehte ständig in dieser verfluchten Stadt. Die Menschen im Land sagten, er fände keine Ruhe und wäre vom Schicksal dazu verdammt worden, für alle Ewigkeiten durch die Ruinen zu irren. Selbst wenn das ganze Land unter brütender Hitze stöhnte, schaute er hier in jede Fuge, jede Ritze, jaulte durch Torbögen und zerborstene Fenster und trieb den weißen Staub vor sich her.


    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis